Panaleica 200mm f/2,8

Panasonic hat 2017 ein 200mm f/2,8 rausgebracht. Leider ist das 2022 wieder abgekündigt worden. Das Objektiv hatte einen stolzen UVP von fast 3000 Euro und es gibt tatsächlich auch Fotohändler, die diesen Preis auch heute noch aufrufen. Der Straßenpreis liegt im Augenblick neu bei der Hälfte.

Ich habe das Objektiv jetzt ein paar Tage durch die Gegend geschleppt und auch schon mal im Studio auf meine Testwand losgelassen.

Das hier ist Ludwig Thoma jun. in Kallmünz. Was soll man sagen. Knackescharf, alle Details sind da. Bei der Ente im Titel hat das Objektiv zwar ziemlich viel unscharfes Zeug geliefert, aber wenn scharf, dann richtig, richtig toll. Ich habe den Verdacht, dass da wieder die Abstimmung mit dem Phasen-AF das Problem ist. Mit S-AF ist der AF an der OM-1 schnell und treffsicher. Mit C-AF sehr oft.

Die optische Qualität ist absolut tadellos. Keine Tonne, kein Kissen. Es gibt eigentlich nur ein Problem an dem Objektiv:

Nein, ich maul da nicht am Bokeh herum. (hat wieder ein Catseye am Rand, aber ich finde das Bokeh ist für ein Objektiv mit dieser Detailschärfe richtig gut.) Das Problem ist die Naheinstellgrenze von fast 1,2 Metern. Und dass man an der Naheinstellgrenze besser nur manuell scharf stellt, weil der AF da oft nichts findet. Im Real life sind es dann halt doch mehr eineinhalb Meter. Auch hier wieder: für das schnelle Blümchenbild zwischendurch eher nicht.

Hier ein paar Crops:

Ein 100%-Crop eines Motorradfahrers von der Rumburg aus. Im Normalfall gibt’s auf die Entfernung keine Schärfe mehr. Aber gestern war perfektes, klares Wetter. Entfernung: gut 550 Meter. Der Tunnelausgang der ICE-Strecke nach Kinding:

Fast 800 Meter.

Die Schärfe auch beim Testchart ist so ziemlich das Beste, was ich seit langem gesehen habe. Eine unglaubliche Linse. Derzeit für rund 1500 Euro ein Schnäppchen, so man mit der Brennweite klar kommt. 200mm als Festbrennweite ist halt schwierig. Für die Vogelknipserei muss man schon ziemlich nah rankommen, Raubtiere im Zoo dürften gut kommen – Fellstrukturen kommen unglaublich “crisp”, für Porträts und Personenfotografie muss man schon ein ganzes Eck weggehen (wird aber durch wunderbaren Hintergrund belohnt).

Vielleicht ist es deshalb nicht wirklich stark verbreitet worden. An der optischen Qualität liegt es nicht, an der Qualität des Gehäuses auch nicht. Da läuft alles weich und exakt. OK, den Blendenring fragt die Oly nicht ab. Aber wozu abblenden? Das Objektiv ist bereits offenblende unglaublich scharf und detailreich, die Farben kommen wunderbar. Und die Hänger bei der Motiverkennung mag ich dem Glas nicht anlasten – bei einer fliegenden Rauchschwalbe waren von 72 Bildern 59 scharf. Und die 13 unscharfen waren en kompletter Block – da dürfte eher die Kamera danebengegriffen haben. Ich habe beim 200er keinen Backfokus oder sonstige Fokusfehler gehabt.

14 Replies to “Panaleica 200mm f/2,8”

  1. Zitat: Aber wozu abblenden? Das Objektiv ist bereits offenblende unglaublich scharf …
    Antwort: Weil bei f4 das Objektiv nicht nur in der Bildmitte, sondern auch am Rand unglaublich scharf ist.

    1. Vielleicht zur kreativen Bildgestaltung? Da sieht das Objektiv bei 2.8 nämlich überragend aus. Für mich eines der besten Objektive die ich benutzen konnte. Und manchmal juckt einen der Randbereich null bei dieser Qualität. beste Grüße.

      1. Sorry, das Objektiv, das ich hier habe, ist auch am Rand bei f/2,8 so scharf wie viele andere nicht mal bei zwei Blenden abgeblendet.

      2. Bei Lenstip war das 200/2.8 am Rand schon bei 2.8 “exzellent”, und die Bildmitte setzt da allenfalls noch einen drauf (“sensationell”); das entspricht auch dem Eindruck, den ich selbst letztes Jahr gewinnen konnte, ich hatte eins zum Testen. Da wird, denke ich, niemand ernsthaft abblenden, um den Bildrand *noch* besser zu bekommen…

    2. Bei “digitalkamera.de” gibt es am Ende des Tests (Seite 2) eine Grafik:
      https://www.digitalkamera.de/Zubehör-Test/Testbericht_Panasonic_Leica_DG_Elmarit_200_mm_2_8_Power_OIS/10748.aspx?page=2
      https://www.digitalkamera.de/dkHandler/LabortestImg.ashx?uid=58733616-8673-420e-8757-2c6b50c50a85

      Dort kann man sehen, dass die Randbereich-Bildauflösung bei Blende “2,8” zwar niedriger
      ist als Blende “4”, aber der Unterschied ist nicht besonders groß.
      Ob man (bei diesem Blendenbereich) diesen Schärfeverlust zum Randbereich hin bemerkt?

      1. ZItat: Ob man diesen Schärfeverlust zum Randbereich hin bemerkt?
        Antwort: Ja, wenn man es darauf anlegt; lenstip z.B. hat es.

      2. Ich besitze das Objektiv schon seit längerem.
        Nein den geringen Randabfall bemerkt man in der Praxis nicht, es hat eine tolle Schärfe übers gesamte Bildfeld.
        Sogar mit dem mitgelieferten 1.4 Konverter bemerke ich keinen Schärfeabfall, obwohl der sicherlich vorhanden ist.

        1. Mit dem mitgelieferten 1,4x Konverter?
          Heißt das in etwa daß dieser dabei war oder wolltest Du sagen mit dem zusätzlich bestellten 1,4x Konverter?
          Danke.

  2. Schon seltsam, dass Panasonic dieses Objektiv abgekündigt hat.

    Der Preis dieses Objektivs fing zwar mit ca. 3.000 Euro an und sank bereits
    im Sommer/Herbst 2019 auf ca. 1.500 Euro, aber im Frühling 2021 stieg der
    Preis wieder – auf 2.000-3.000 Euro (offenbar wurde es im Jahr 2021 doch
    noch beliebt). Und trotzdem wurde es Ende 2022 abgekündigt. Sehr seltsam.

    Oder hat Panasonic zu viele dieser Objektive gebaut, sodass man es zwar
    abgekündigt hat, aber nur bis die Regale sich leeren?

  3. Ist die Naheinstellgrenze von 1,20m wirklich ein Problem?

    Technisch betrachtet scheint diese (relativ) große Naheinstellgrenze
    Standard zu sein:
    Beim Olympus 300mm 4.0 (MFT) beträgt die Naheinstellgrenze ca. 1,40m.
    Und wenn ich mir die Kleinbildobjektive der Konkurrenz mit ähnlichem
    Bildwinkel (Brennweite = 400mm) anschaue, dann stelle ich fest, dass
    die Naheinstellgrenze noch größer ist: ca. 2,50-3,50m.

  4. Ich kann dir nur zustimmen,
    ich besitze das Objektiv schon einige Jahre und es ist das optisch beste MFT- Objjektiv das ich je in Händen hielt.
    Wirklich bei Offenblende knackscharf, selbst der mitgelieferte 1.4 Konverter schmälert die Leistung praktisch nicht sichtbar.
    Besonders 3 Dinge begeistern mich an dem Objektiv:
    1. Die Springende Schärfe in Verbindung mit einem wunderschön weichen Bokeh einzigartig für ein MFT- Objektiv. Ähnlich meinem 2.0/90 OM Macro
    2. Die tolle Nahgrenze, in Verbindung mit meiner G9 ergeben sich keinerleich AF- Probleme, auch nicht im Nahbereich.
    3. In Verbindung mit der G9, der extrem gute Dual- Bildstabilisator, fast auf dem Niveau des OLympus Synch. IS. 1/15 s, in unbequem gebückter Haltung bei Großlibellen, sind kein Problem.
    Es ist für mich das Objektiv für scheue Kleintiere und Großinsekten, sowie wegen des wunderschönen Bokehs und guten Gegenlichtverhaltens, ein tolles Blümchenobjektiv. Ein besseres lamgbrennweitiges (Fast)- Makro besaß ich nie. Das 4/200 AF Micro Nikkor (unschönes Zwiebelringenbokeh) sowie das exzellente 4/200 Macro Pentax eingeschlossen.

  5. Geht es um das Panasonic Leica DG Elmarit 200mm f2,8 OIS H-ES200 (habe kein anderes Pana 200/2,8 gefunden, also vermutlich schon)?

    Kommt das an das TopPro 150/2 heran? Das ist nämlich hochgradig genial.

    1. Naja, es hat statt 150mm 200mm und statt f/2 2,8. Aber es ist gut. Und der AF ist schneller.

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