Vejle ein Jahr später

Vor etwas mehr als einem Jahr war ich in Vejle – ein Ort an der Ostsee, in Dänemark. Ich habe dort viele Fotos für meine Bücher gemacht, die ich im letzten Jahr geschrieben habe. Es war so ziemlich die letzte Möglichkeit, bevor Dänemark die Grenzen zugemacht hat. Als ich damals nach Hause gefahren bin, waren die Autobahnen unglaublich leer. Der Frühlings-Lockdown fing an. Jetzt läuft gerade die viel gefährlichere dritte Welle, mit einem tödlicheren und leichter übertragbaren Virus. Das hier war heute die Hautpeinkaufsstraße in Vejle.

FFP2-Masken? Trägt hier niemand. Hier ist noch das Zeitalter der selbergenähten Masken – 15 Kronen das Stück. In den Läden ist allerdings verblüffend hohe Disziplin. Abstand, Händedesinfektion, Maske auf – selbstverständlich. Und in Vejle war auch die einzige offene Pölserbude, die ich in Dänemark gesehen habe. (Übrigens sehr empfehlenswert, wirklich gut essbar. Gegenüber vom Kwickly in der Innenstadt.) Nach welchem System die Läden in Dänemark offen haben, habe ich nicht verstanden. Aber ich habe in Dänemark auch kein einziges deutsches Kennzeichen gesehen.

Das Fjordhaus noch mal. Diesmal war ich mit der PEN-F unterwegs, weil ich diesmal nicht irgend ne neue Kamera testen musste, sondern einfach knipsen durfte. Das Fjordhaus ist crazy – denn eigentlich besteht es aus Backsteinen – zumindest auf der Fassade – und man denkt, da müsste doch rot drin sein – nein. Es ist eigentlich ockergelb. Die PEN-F schärft einfach das Bewusstsein für Farbe.

Das ist eine Art Seebrücke, direkt neben dem Fjordhus. Den Steg habe ich schon vor nem Jahr fotografiert. Das ist so ein typischer Fall von „Auf die Zwölf knipsen“. Diese Perspektive den Vejle-Fjord entlang, muss man machen. Unbedingt. Wenn man dann den Steg langläuft und sich umdreht, sieht man das hier:

Crazy? Jo. Der Architekt hat den Steg an Land etwa 5 Meter breit gemacht, am Ende sind es vielleicht noch eineinhalb. Man sieht’s erst, wenn man am Ende angelangt ist….

Die Häuser sehen mit Auflicht schon nicht berückend aus, mit Gegenlicht sind sie richtig gruselig. Vor einem Jahr stand da noch die Hälfte leer, jetzt ist alles bezogen.

Ein Foto noch aus der Innenstadt – da waren Wahlkämpfer für die dänische Einheitsliste unterwegs:

Und trotz deutscher Kutte: Dänen. Dänen laufen übrigens gerne in Jogginghosen rum. Immer. Überall. Diese Gruppe war die Einzige, die in der Innenstadt Maske getragen hat. (Für Street ist der Gemäldefilter übrigens prima…)

Ich war übrigens keineswegs touristisch in Dänemark unterwegs. Ich hatte einen kitzligen Auftrag:

Solche Fotos machen. Das hier ist eine von acht in Dänemark zugelassenen Alfa 164, und die einzige mit V6. Ursprünglich gehörte sie Martin Semmelrogge, sie stand sechs Jahre lang in Deutschland bei einem Händler und niemand brachte den V6 zum Laufen. Jetzt rennt sie wieder. Entsprechend stolz ist der neue Besitzer.

Wenn jemand denkt, solche Fotos wären simpel, darf er sich gerne mal dran versuchen. Sobald die Vegetation grüner ist, wird es etwas einfacher. Und ja, mit Photoshop geht alles totaaal easy. Das hier ist kein Photoshop.

Na, der Trip nach Dänemark ist nun fast vorbei. In D geht’s dann erst in Quarantäne.

One Reply to “Vejle ein Jahr später”

  1. Ja, ja,
    unser Reinhard ist ohne neue Kamera, aber immerhin mit Objektiv bei denen denen Dänen alles durchgehen lassen.
    Das Bild mit dem ALFA ist ganz großes Kino. Danke fürs zeigen.

    LG Andreas

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