Bilderklau verfolgen mit Copytrack

Bilderklau ist im Internet ja normal. Alle klauen alles. Man kann nun einfach mal so ein Bild in die google Bildersuche eingeben und kucken, was kommt. Das ist ein bisschen mühselig, wenn man eine Website wie pen-and-tell überprüfen will, hier sind es mittlerweile 5410 Bilder. Da darf man sich gerne mal ne Woche Urlaub nehmen um das zu checken. Also habe ich nach einer automatischen Alternative gesucht, die mir etwas die Arbeit abnimmt und bin dabei auf Copytrack gestoßen. Da kann man bis zu 500 Bilder hochladen, Copytrack durchsucht das Web nach den Bildern und dann muss man nur noch checken, was davon illegal ist und Copytrack schickt nen Anwalt los, der die Kohle eintreibt, Provision einbehält und den Rest überweist.

Und das Ganze nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Goooooil.

Also habe ich mich hingesetzt und mal 418 Bilder von pen-and-tell, rocksdorf18.de und fotografierer.com hochgeladen, die seit mehreren Jahren Online sind. Mal sehen, ob sie schon wer geklaut hat.

Die ersten zwölf Tage tat sich gar nichts. OK dachte ich, offensichtlich sind die Bilder so Grütze, dass sie keiner klaut. Kann ja sein. Ich vergaß die Nummer erstmal.

Dann kam eine Mail, ich solle doch dringend nen Zettel unterschreiben, damit man meine Ansprüche verfolgen dürfe.

Uiiii. Bei mir liefen die Dollarzeichen durch die Augen, ab zu Copytrack und gekuckt:

Wow. Fast 60 Treffer. Die Detailseite sieht dann zum Beispiel so aus:

Ein Bühnenfoto mit 620 Euro, ein Vogel Strauß mit 405 Euro und eine Winterlandschaft für 620 Euro. Nur leider sind die ganzen Treffer von meiner eigenen Website. Klar, die Bilder sind ja auch von dort. Bei „4 mehr Seiten“ handelte es sich nicht um 4 weitere Seiten, wie ich gehofft hatte, sondern nur um Links auf die gleiche Seite, die über Schlagwörter des Artikels kommen.

Am zweiten Februar wurden noch mal ein paar Bilder gefunden, am 13. Februar nochmal.

Ergebnis: In 30 Tagen wurden von 420 Bildern, die sich auf drei Webseiten verteilten, 68 gefunden. In genau diesen drei Webseiten. Und hier geht es nicht um Ähnlichkeiten oder andere Auflösungen, sondern um exakt die gleichen Dateien.

Meine Webseiten sind auch nicht irgendwo versteckt, sie sind ja offensichtlich nach eineinhalb Wochen sogar gefunden worden.

Das Tool ist also nur so eher mittelgut leistungsfähig. Klar – ich achte darauf, dass ich meine Bilder nicht in größeren Auflösungen verbreite, auch nicht in Foren. Für mich sind 1024er-Auflösungen das Höchste der Gefühle. Kann man wunderbar im Netz kucken, aber ansonsten nicht viel damit anfangen. Klar, die Zeitung mit den großen Überschriften hat auch schon 640×480-Bilder geklaut und auf die Titelseite geklatscht, das ist aber eher die Ausnahme.

Wer sich also ernsthaft dafür interessiert, wo im Netz die eigenen Bilder rumschwirren, sollte ein anderes Tool nehmen. Er kann das Bild dann immer noch in Copytrack laden und die Herren per Hand auf die böse Website aufmerksam machen. Was man liest, scheint die Anwaltsabteilung ganz brauchbar zu funktionieren.

9 Replies to “Bilderklau verfolgen mit Copytrack”

    1. Leider nein. Ich hoffe auf die Schwarmintelligenz. Ich habe ja selber schon gesucht. Es gibt entsprechend kostenpflichtige Dienste, aber die kann man ja auch nicht einfach mal ausprobieren. Und versprechen kann ich auch viel, wenn der Tag lang ist…

    2. Pixsy zum Beispiel.

      Das einzige Bild mit dem ich jemals Geld verdient habe (ok, das ist nicht mein primäres Ziel beim Fotografieren 🙂 ist ein Urlaubsfoto aus Frigigliana (Andalusien), welches ein Vermieter von Ferienappartements in eben diesem Dorf auf seiner Website verwendet hat. Herausgefunden hat das Pixsy, und sich auch um die Durchsetzung meiner Ansprüche gekümmert. Das waren zwar nur 300€, aber erstens hätte ich das selber nie herausgefunden, und selbst wenn, glaube ich nicht, daß ich außer einem Entfernen des Bildes etwas hätte erreichen können.

      Pixsy arbeitet mit Flickr zusammen; Flicks Pros haben 1000 Bilder frei. Ein „Personal Plan“ kostet 19 USD/Monat (bis 2000 Bilder).

      1. Vllt. klaut die Bilder halt auch einfach niemand und die Software ist doch gut. Sehe jetzt keinen Grund die Bilder hier zu klauen und wenn doch, dass auch noch zu verfolgen.

        1. Es ist völlig egal, ob sie wer klaut oder nicht. Die Software hat innerhalb eines halben Jahres von 250 Bildern, die hochgeladen wurden und die alle hier auf dem Blog sind, von diesen 250 lediglich 108 gefunden. Das ist grottig. Im übrigen wurden Bilder von diesem Blog schon geklaut…

  1. Ich war bisher zufrieden mit copytrack, natürlich dauert es, bis Ergebnisse kommen. Bilder werden natürlich oft gemeldet, wenn diese selbst wieder bei Agenturen liegen. Ich denke schon, dass es sich für einen Profesional lohnt dort zu sein. Für mich in der Vergangenheit, als bis zu 2000 Bilder gratis waren, war das interssant. Damit ist jetzt leider Schluss, denn monatl. Basispreis ist mir dann doch zu teuer.

    Bernd

    1. Eben, das ist das Problem, dass der Crawler von Copytrack sich wohl auf die „üblichen Verdächtigen“ konzentriert. Das spart Geld. Warum eine Website indizieren, von der man ziemlich sicher sein kann, dass bei denen sowieso nichts zu holen ist.

  2. Hatte dort nur ein Bild geladen. Innerhalb von 2 Jahren über tausend Verletzungen. Leider geht die Seite gegen die meisten nicht weiter vor. Hatte bis her nur einen erfolgreichen Fall von über tausend. Also kann man sich das sparen

    1. Das ist das größte Problem. Die meisten Verletzungen sind von Social Media-Plattformen, und da wird nichts verfolgt. Wenn man nach einer gewissen Zeit keine Fälle einreicht wird der Account gelöscht.

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