Ich habe schon viel in den letzten Jahren erlebt, aber was in den letzten Wochen passiert ist, hat eine neue Qualität.

Während der Zeit, in der Olympus Imaging noch existierte, gab es für die Spitzenmodelle und die Medium-Range Modelle regelmäßig Firmwareupdates mit neuen Funktionen. Zum Beispiel wurde der elektronische Verschluss und das Stacking in der Kamera für die E-M1 nachgerüstet, obwohl der langsame Sensor da eigentlich nicht optimal dafür war. Aber Olympus hat seine Kunden nicht im Regen stehen lassen und zum Beispiel auch LiveComposite nachgeliefert. (Auch das hatte in der E-M1 ein paar Haken, weil die Auslesepause zu lang war, so dass die Lichtspuren Unterbrüche hatten) Das war dem Marketing aber egal, sie haben den Programmierern gesagt, macht – und die haben gemacht und alle waren glücklich.

Olympus hatte da einen „USP“. Einen „Unique Selling Proposition“. Kaufste eine Oly, kriegste neue geile Features nachgeliefert. Effekt: die Olys sind verkauft worden. Und preisstabil geblieben.

Als Olympus Imaging OMDS wurde, war es schlagartig vorbei damit. Es gab nur noch Bugfixes. Die Kunden dachten aber, OMDS würde in der Tradition von Olympus stehen und kauften weiter Kameras, auch weil das Marketing und der Vertrieb davon schwurbelten, dass die Kameras selbstverständlich an der technischen Entwicklung teilhaben würden und die Kameras ausreichend Power hätten, um zusätzliche Funktionen zu erhalten – ja man leakte sogar Informationen, man habe da total coole Funktionen und die gäbe es demnächst.

Die Kunden haben das geglaubt und die Kameras gekauft.

Nun, nach drei Jahren stellt sich raus – alles nur heiße Luft. Es war nie geplant diese Versprechungen umzusetzen.

Und nun gibt es einen Aufstand der Kunden, die sich verarscht fühlen.

Und die Fanboys und bezahlten Influencer bashen diese Kunden „Wie kann man nur so naiv sein, die Firma muss doch Gewinn machen, die kann nicht umsonst irgendwelche FW-Updates liefern“. Oder, besonders beliebt, Autovergleiche: „Wenn das Auto ein Facelift bekommt, kriegst Du doch auch nicht ne neue Frontschürze gratis.“ Das stammt von einem Influencer, der nebenbei eine Fotoschule hat.

Klar kann man die Kunden, die zigtausend Euro an die Firma gezahlt haben, als naiv bezeichnen. Als dumm. Ahnungslos. Klar kann man. Sagt die Konkurrenz auch. „Du kaufst Dir ernsthaft so ne Knipse mit Winzsensor? Mann bist Du bescheuert.“

Das Problem ist, der USP „Die Firma ist total sympathisch und liefert Updates“ ist damit weg. Es ist ein arroganter Haufen, der die zahlenden Kunden für dumm verkauft.

Gibt es einen weiteren USP? Klein und leicht können andere auch, AF können andere besser, Firmwareupdates werden bei anderen Firmen selbstverständlich geliefert – mitsamt neuen Funktionen. Die Bildqualität bei anderen ist höher, mehr Megapixel, mehr Prestige, Fremdzubehör, bessere Firmenkommunikation, Whitepaper – und eine deutlich bessere Perspektive was die Zukunft der Firma angeht. Und Preise? Die liegen bei den anderen bei gleicher Leistung längst niedriger.

Der einzige Grund für die Kunden, diesem System treu zu bleiben, ist die installierte Basis.

Und genau diese Kunden werden gerade hart verarscht. Und von den bezahlten Influencern dazu noch beleidigt. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Dass das ein Hersteller tatsächlich unterstützt ist meiner Meinung nach eine Neuheit. Nach den Gesetzen des Marktes wird diese Firma verschwinden. Unterlegene Produkte teuer zu verkaufen und dann noch die Kunden vor den Kopf stoßen – das funktioniert nicht. Nicht auf Dauer.

Das Titelbild? Eine chinesische Firma 2014 auf der Photokina in Köln. Das Interesse am Kunden ist mit Händen zu greifen. Die Firma gibt es noch, und sie haben sogar eine deutsche Website und die Aussagen sind knackig und pfeilgerade auf den anspruchsvollen, deutschen Kunden zugeschnitten:

Shaoxing Shangyu Tianya Photographic Factory wurde 1988 gegründet. Unsere Fabrik ist spezialisiert auf die Herstellung verschiedener Arten von fotografischen Ausrüstungen, die eine Fläche von 20000 Quadratmetern abdecken, darunter 200 Mitarbeiter

Na, immerhin gibt’s die Firma noch.

36 Replies to “Naive Kunden”

  1. Bei all dem sollte man vielleicht aber auch die Beleidigungen und Entgleisungen einiger „Altkunden“ in Betracht ziehen. Die dann auch bei einem Besitzer einer Fotoschule für eine entsprechende Antwort sorgen.

    Die ganze Thematik ist mir mittlerweile viel zu emotional und wird von Fanboys und einigen Kritikern nicht mehr rational geführt.

    Das torpediert jegliche durchaus gerechtfertigte(!) Kritik an OMDS.

    OMDS befeuert durch die in-transparente Kommunikation zudem stark die Legendenbildung.

    Der USP bleibt für mich das 150-400 und die Kompaktheit und Preis-Leistung des Systems, das können andere immer noch nicht. Wenn auch die neuen Produkte vom Preis böse angezogen haben.

    1. „Die Beleidigungen und Entgleisungen einiger Altkunden“, falls es sowas wirklich gegeben haben sollte, darfst du allenfalls dieser Handvoll Leute vorwerfen, niemand anderem, zumal auch die einen potenziellen Nutzen haben, denn sie zeigen den Verantwortlichen, welchen Ärger ihre Produktpolitik tatsächlich auslöst. Letztlich hat nur diese das alles ausgelöst, auch wenn Einzelne dabei jetzt vielleicht die Wohlfühlatmosphäre von ein paar anderen verletzen.

      Das 150-400 ist ein Spezialobjektiv für Reiche, die Kompaktheit gibt’s im Systemvergleich nur im längeren Telebereich und bei tendenziell lichtschwachen Zooms und Festbrennweiten, zumal die kompakteren Bodies sträflich vernachlässigt werden, und gerade bei Preis-Leistung ist MFT praktisch nur noch im Speed-Vergleich mit FPS und so Computational-Sachen wie Bracketing, Pre-Capture oder Multishot-Highres konkurrenzfähig, bei den Basics liefern doch praktisch alle anderen, über alle Formate, im Normalfall längst viel mehr fürs selbe Geld.

    2. Diese sogenannten Entgleisungen sind genau deswegen passiert, weil der XX weiterhin am Verarschen teilgenommen hat: „euch hat keiner irgendwas versprochen“. Meine persönliche Entgleisung, dass die bezahlten Influencer eigentlich auf meinen Kosten vom kostenlosen Upgrade profitieren, finde ich immer noch gerechtfertigt. Die heutige Entgleisung der „anderen Seite“ beim Vergleich von „Meckerern“ mit Hunden bleibt aber unbestraft.

    3. Das 150-400 ist ein USP, aber ich habe den (geplanten!) Kauf erstmal zurückgestellt, da ich für mich dieses Gehabe erstmal nicht weiter unterstützen will und zum Glück genügend andere Technik besitze, die auch geile Bilder macht. Vielleicht werde ich wieder schwach, vielleicht auch nicht.
      Aber wenn ich mir das neue Sigma 500er anschaue (knapp 1.4 kg!) können klein und leicht in saugut inzwischen wirklich auch andere Hersteller.
      Nebenbei: ich wäre nicht verwundert wenn im Laufe eines Jahres ein OM System 5.6/500 Pro vorgestellt wird. Klein, leichter als das 150-400, tolle Leistung und natürlich konvertertauglich, mit SyncIS und Wetterschutz. Preis 4999,- Toller Deal, weil viel billiger als das 150-400.
      An was wird mich das dann wohl erinnern???

      1. Das wird dich daran erinnern das Festbrennweiten immer noch deutlich einfacher zu konstruieren sind als Zoom Objektive vor allem dann wenn sie fast eine ganze Blende weniger Lichtstark sind.

        ich möchte hier keinen Streit in den Kommentaren anfangen, aber ich finde es nicht ok wenn man die influencer auf persönlicher Ebene angeht. Egal wie viel Quatsch die verzapfen. Das sind halt Marketing Maschinen, wenn man wirkliche Reviews haben will muss man warten bis unbezahlte Autoren wie z.B Reinhard ein Produkt in die Finger bekommen.

      2. Ich habe das 150-400 mm und würde es nie gegen ein Sigma Tele tauschen wollen, auch nicht wenn das 5.6/500 mm dann kommt – das hätte ohnehin ein geringfügig schweres 5.6/600 mm werden sollen…
        Und andere Kamerasysteme haben Stacked-Sensor (außer Fuji – die haben „keine“ Teleobjektive) erst in Kameras jenseits 4000€ und richtig gut erst jenseits 6000-7000€ – daher bin ich weiter froh mit dem Olympus Zoom – wirklich preiswerter wird es vermutlich nicht „mehr“.

  2. Dein Kommentar trifft voll ins Schwarze. Die fast schon beleidigende Überheblichkeit einiger Influenzer, finde ich noch schlimmer als die Geschäftspolitik von OMDS, die für mich die wesentliche Stärke des Systems nicht mehr erkennbar auf dem Schirm hat. – Nach 50 Jahren Fotografie, davon überwiegend Nikon und seit 8 Jahren Olympus bin ich immer wieder zu „besserem“ Equipment aufgestiegen. Aber zurückblickend war das nicht nur sinnvoll. Meine erste Olympus Investition, die ich leider verkauft habe, war für meine Reiefotografie die unbeschwerlichste und lieferte gleichzeitig ausreichend gute Qualität. Es war die erste OM10 mit kleinem Handgriff, 9-18, 25, und das lichtschwache 40-150. Alles zusammen um 1 kg. Was wäre ich glücklich, gäbe es diese Kombi neu mit modernem AF, brillentauglichem scharfen Sucher und wetterfesten leichten Optiken. Klein und leicht ist für mich persönlich die größte Stärke des mft-Systems.

  3. Bin jetzt bei Lumix mit mft und kleinbild, das ist sicherer. Wenn jetzt noch ein Body wie die gx8 für Kleinbild kommt dann ist alles super.

    1. dto.
      Nur wieso ich mit dem vermeintlich „schlechten“ nur-Kontrast-AF meiner S5 Mk I signifikant besser zurecht komme als mit dem „endlich hat Panasonic nachgezogen und auch einen Phasen/Kontrast-AF“ meiner G9 Mk II, erschließt sich mir noch nicht.

      Heißt eine GX8 für KB nicht Sigma fp? 🙂

  4. Ist ja nicht nur die Verarschung mit nicht eingehaltenen Aussagen und der Verweigerung von Updates. Das gabze System ist nicht konsistent und läst Zweifel an derZukunftssicherheit aufkommen. 2 neue Kameras aber im Grunde Altware, altes Menusystem eingeschlossen. Und sich eine Nische suchen ist ja prinzipiell nicht verkehrt, aber eine Nische künstlich verkleinern und frech sagen, dieses oder jenes Genre wollen wir mit unseren Kameras nicht gemacht sehen – wie blöd kann man nur sein?

    Ich wette, die Entscheidungsträger haben ihr Wissen über Fotografie von einer KI und noch nie selbst einen Kamera benutzt.

    1. Es sieht danach aus, und das ist schon bitter, nachdem die OM-Digital-Solutions-Chefetage nach Firmenneugründung entspannt und in Aufbruchsstimmung vor die Presse getreten war und den Eindruck vermittelt hatte, dass man nun nicht mehr den Buchhaltern der Olympus Corp. untergeordnet sei und freier agieren könne… Die Unterordnung unter ein kurzfristig gedachtes Geldspar-/Profitmaximier-Regime scheint bei OMDS ja eher noch radikaler zu sein.

  5. moin,
    Du sprichst mir aus der Seele. Ich hatte die om1.1 schon sehr früh und hätte sie mit fw 1.1 wegen eklatanter Fehler, etwa der schärfeanzeigelüge, normalerweise zurückgegeben.
    Aber auf Grund der Erfahrungen mit olympus habe ich sie behalten , ein „Vertrauensvorschuss“ für die neue Firma. Und mit fw 1.2 und 1.3 wurde einiges besser.
    Eine schlüssige technische Erklärung für ein „Sorry, falsche xxx verbaut worden, geht nicht mit der om1.1, hier ist ein Umrüstungsangebot“ hätte ich akzeptiert, das jetzige Verhalten empfinde ich als Affront gegenüber treuen Kunden, vor allem wenn ich an die Update-/Nachhaltigkeitsversprechen denke.
    Ich warte jedenfalls bis kompetente und unabhängige Tests und Vergleiche vorliegen : om1.1 vs om1.2 vs om1.1 updated. Bis dahin fotografiere ich entspannt ohne Neuanschaffungen weiter.

    Grüße
    Tom

    Es gibt nachvollziehbare Schwächen beim Af die ich mit der m1.3 und selbst mit einem Handy nicht habe. Und nach >40 Jahren fotografieren bestreite ich das es nur an mir liegt.

  6. Ich hatte hier ja schon mal diese Hypothese angemerkt: Die nächste „Pen-F“ kommt nicht von OMDS, sondern von Laowa ö.ä. Voll MFT, voll cool. Die Zeit wird es zeigen. Falls nicht: Fuji freut sich sicher über ehemalige MFTler. Klasse Produkte, klasse Firma. So geht kundenorientierte Fotografie. Ich hoffe aber immer noch, OMDS kriegt die Kurve. 2024 ist vermutlich ihre letzte Chance dazu.

  7. Es scheint, dass hier einige Kommentare auf eine Diskussion referenzieren, die nicht hier stattgefunden hat, sondern die in einem Paralleluniversum tobt. Bitte weist in euren Kommentaren dann auch darauf hin, nicht dass noch jemand auf die Idee kommt, das wäre hier passiert.
    Danke, wäre lieb von euch.

  8. Zum Glueck lese ich keine anderen Foren/Medien, in denen es um OMDS geht. Insofern blieb mir bislang verborgen dass OMDS-Influencer nun Kunden beschimpfen. Mir reicht aber die Information, dass es sowas gibt um vom angedachten Kauf des 12-40 f2.8 und des 40-150 f2.8 Abstand zu nehmen. Eine OMDS-Knipse kommt fuer mich schon laenger nicht mehr in Frage.
    Andere Muetter haben auch schoene Toechter und manche sind sogar noch viel netter zu einem als OMDS.

    1. Eine gewisse Lenkungswirkung auf eine Firma kann man evtl. erzielen, indem man ihre guten Produkte kauft und die schlechten nicht. Das wirkt sich in den Verkaufsstatistiken aus und ist somit „sichtbar“ für die Entscheider. Wenn man die guten (das 12-40/2.8 IST ein prima Objektiv) nicht kauft, um die Firma für ein Verhalten an anderer Stelle abzustrafen, wird das nicht in den Statistiken ersichtlich und hat damit wohl auch eher nicht die gewünschte Wirkung. Da helfen dann eher Zuschriften an die Firma, Online-Petitionen etc. Aber so ein „Ich streike jetzt und die Firma soll meine Gedanken lesen um zu wissen wieso“ ist nicht hilfreich.

      1. Das ist ein Irrtum auf vielen Ebenen. Das setzt voraus, dass entsprechende Statistiken überhaupt zum Entscheider vordringen. Dass Briefe zum Entscheider durchkommen. Dass man den Kunden als mündigen Kunden begreift. Leider werden schlechte Verkaufszahlen nicht am schlechten Produkt festgemacht, sondern an der falschen Zielgruppe, an der Konkurrenz oder dem unfähigen Vertrieb. Dass eventuell schon bei der Produktplanung fundamentale Fehler gemacht wurden – so weit geht die Selbstkritik nicht.

        1. Das ist seit langem auch mein Eindruck, Stichwort „Fehlerkultur“ bzw. deren Abwesenheit. Über die Jahre hatte ich in der Beobachtung des Kamerageschäfts nicht nur einmal den Eindruck, dass an sich gute Kameramodelle nicht weiterverfolgt wurden, nur weil die sich wegen ein paar blöder Fehler im Detail oder in der Ausführung nicht sonderlich gut verkauften. Das hätte der Hersteller sich aber erst mal eingestehen müssen, mithin dass er einen handwerklichen Fehler gemacht hat. Stattdessen zu sagen, och schade, für diese Art Kamera ist wohl leider doch kein Markt vorhanden, ist viel einfacher, das tut deutlich weniger weh. Und die gute Kamera verschwindet in der Herstellerhistorie, anstatt dass sie, diesmal bloß richtig gemacht, neu auf den Markt gebracht würde.

  9. Vielleicht steigt ja (wenn das Geld bei OMDS weg ist) ein richtig guter(!) Investor ein, denn ein im Prinzip so gutes Kamerasystem hat nicht verdient, zu sterben….

  10. Ich war gestern mit einem Fotorucksack mit ca. 5,2 kg Gewicht unterwegs und hatte von 7 mm bis 300 mm, incl. Macro, alles dabei, was man im Wald so braucht, sogar ein kleines Stativ. Mit der OM 1.1 kann ich, gegenüber der Spiegelreflex früher, sehr viel mehr machen. Damit bin ich überaus zufrieden. Auch wenn OMDS nichts mehr auf den Markt bringt was mich reizt, von brauchen ist wahrscheinlich eh keine Rede, kann ich noch einige Jahre mit dem Bestand leben. Einen „Kleinbildprügel“, wie das 150-600, reizt mich nicht, genau sowenig ein FW-Update für 2.400€. Mein Investbudget für dieses Jahr wird eingefroren. OMDS muss erst zeigen, dass die alten Werte wieder etwas bedeuten.

  11. Fühle ich mich von OMDS verarscht? Nein, denn das, was meine Bindung zu dem Unternehmen ausgemacht hat, ist schon unter Olympus in die Brüche gegangen. Die vermurkste Firmware der E-M1 II und PEN-F (fehlende Anzeige des zweiten Belichtungsparameters im Video-Modus, der nie gefixt wurde und die Gaukelei, dass das Einfrieren der E-M1 II durch Firmwareupdates behoben wird, obwohl das defekte Bauteil auf der Platine dem Service längst bekannt war) setzten meine Erwartungen an das Unternehmen auf ein „normales“ Maß zurück.

    Was mich als Hobbyknipser bei der Stange hält ist nicht der seit 4. März 1984 lange gemeinsam gegangene Weg mit einem tollen analogen System und der erst sehr spät erfolgte Wechsel auf die E-M1 I. Es ist der kleine Sensor, der beim Fotografieren und besonders Filmen von Verkehrstechnik deutliche Vorteile gegenüber einem KB-System mit sich bringt. Kompaktheit spielt bei mir keine Rolle. Ein KB- oder Mittelformat-System würde ich gänzlich anders ausstatten und hätte dann annähernd ein vergleichbares Gewicht/ Volumen zu schleppen.

    Das Werksforum leidet erkennbar am Weggang oder der Enthaltsamkeit der ambitionierten Hobbyfotografen und besonders der Berufsfotografen, die stets für frischen Input sorgten und in diversen Diskussionen auch mal als Korrektiv wirkten. Frank Rückert zeigte stets welche hohe Qualität man aus dem System herausholen kann, wenn man sein Handwerk versteht und der Vergleich von Markus Karl (Fotonoid) mit dem Sony KB-System hätte eigentlich so viele Diskussionen überflüssig erscheinen lassen müssen.

    Ob Vulkane und intergalaktische Knipsereien der Marke den Anstrich eines von „Profis“ verwendeten Werkzeugs geben kann, wage ich zu bezweifeln. Kann man dem betreffenden Fotografen aber nicht anlasten. Das ist die Entscheidung und die Auswahl von OMDS. Was Frank Fischer, von der gleichnamigen Fotoschule, abliefert ist hingegen fragwürdig. Sein Beitrag übers Vlogging dürfte ihm und seiner Fotoschule eher Kunden vergrault haben und ob seine Tätigkeit für OMDS einen Nutzen bringt, wage ich auch zu bezweifeln. Was da abgeliefert wird ist lediglich Influencer Niveau und solche Profile sollten in Foren auch kenntlich gemacht werden.

    Meine Abmeldung aus dem Forum habe ich bisher nicht bereut, auch die 4/3-Gerüchteküche habe ich seitdem kaum noch besucht. Das Resultat ist wieder mehr Freude am Hobby. Ich muss mich nicht mehr im Werksforum herumprügeln, weil ich in einer E-M1X für mich die optimale Kamera gefunden habe. Ich habe auch nicht mehr das Bedürfnis, das jemandem zu erklären.

    Nach fast 40 Jahren ist es einem anderen Unternehmen mit den beiden 1.7er Zooms gelungen „Fremdprodukte“ in meine Fototasche aufzunehmen. Der Damm ist bei mir gebrochen, weil schon Olympus zugelassen hat, dass Lücken im System entstehen. Wie lange muss ich vor einem Unternehmen auf die Knie gehen und um Produkte betteln – besonders wenn ein Mitbewerber diese kompatibel und in hervorragender Qualität anbietet? Wenn ich als Kunde qualitativ hochwertige Produkte möchte, muss ich das auch honorieren, wenn man mir diese zur Verfügung stellt. Dann stimme ich halt mit den Füßen ab und das geht ja bei unserem Equipment auch ohne großes Getöse, da sich ein Systemwechsel vermeiden lässt. Nein, ich habe kein Problem mit OMDS, ich habe bisher nur kein einziges Produkt von denen. Nicht weil ich die boykottiere, sondern weil sie mir nichts anbieten.

      1. Das ist doch der entscheidende Punkt. Deine Forderung nach einem lichtstarken Reportagezoom würden sicher viele Deiner Leser oder Eurer Zuschauer unterschreiben. Vielleicht sogar noch stärker als den Wunsch nach einer Nachfolge der PEN-F. Aber wer hat schon den Nerv damit ins Werksforum zu gehen und sich dann den Diskussionen um Größe, Gewicht oder dass man sich für das falsche System entschieden hat auszusetzen? Zudem man dann indirekt auch noch vom Hersteller selbst das Messer in den Rücken bekommt, weil die eigenen Wünsche nicht zur derzeitigen Werbestrategie passen.

        Im Werksforum ist das alles zur genüge ausdiskutiert worden. Ergebnislos, die Luft ist raus und man ist relaxt oder resigniert. Zumindest sucht man sein Seelenheil fernab vom Hauen und Stechen in der Sandkiste.

        1. @Frank Wahner
          Du sprichst mir aus der Seele…ich bin zwar noch nicht aus dem Werksforum ausgetreten, habe aber seit annähernd einem halben Jahr keinen Blick mehr dorthin getan…und es führt zu erheblich weniger Zeitverschwendung und einem Gewinn von Lebensqualität 😉 …nun denn…von OMDS reizt mich momentan nichts zu einer Neuanschaffung.
          Gruss, Landus

          1. Ich muss da ja nicht austreten, um nicht teilzunehmen 😉 – ich habe mich dort nach langer Abwesenheit aber zur aktuellen OM-1/OM-1-II-Firmwarediskussion nochmal blicken lassen, um die Stimmen der Vernunft zu unterstützen. Die waren anfangs selbst dort nach meinem Eindruck in der Mehrheit. Das ist nach OMDS‘ Einlenken mit dem „Too little, too late“-Update im Herbst allerdings ein bisschen gekippt; ein paar sind ins Petitionsgegnerlager gewechselt und werfen denen, die die Petition weiter unterstützen, jetzt „überzogene Ansprüche“ und Beschädigung des Herstellers vor… Ich schau mir das noch ein bisschen an, dann bin ich auch wieder raus. Ist nicht wirklich meine Tasse Tee, oder wie der Brite sagt…

      2. So isses: Einen wütenden Kunden kannst du immer noch versuchen abzuholen. Eine Chance!
        Ein relaxter Ex-Kunde ist: wech. Und das ist verheerend. Langfristig!

  12. Ich bin jetzt auch mittlerweile seit knapp 40 Jahren leidenschaftlicher Fotograf, bis 2012 ausschließlich Canon, dann gesellte sich Olympus parallel hinzu und als ich nach Corona mit der Hochzeitsfotografie aufgehört habe, fotografiere ich nur noch mit dem Mft System, aktuell habe ich die OM-1 Mark I und die PEN-F.
    Ich bin nach wie vor zu 100% überzeugt , zu 95% zufrieden und auch zuversichtlich das die Firma mittelfristig eine Zukunft hat, was in zehn fünfzehn Jahren ist kann heute keiner wirklich seriös voraus sagen.
    Auch ich habe schon viel erlebt und auch ich bin der Meinung das das was da gerade abläuft mit gesundem Menschenverstand nicht mehr erklärbar ist.
    Ich würde sogar sagen das grenzt hart an Hysterie und mit Fotografie hat es ohnehin schon lange nichts mehr zu tun.

    Meine Systementscheidungen und Käufe tätige ich seit jeher ganz rationell und unaufgeregt, ein Forum brauchte und brauche ich dazu gottseidank nicht und madig reden lasse ich mir meine Ausrüstung schon zweimal nicht. Es kommt aber schon auch vor, dass ich mich zu im nachhinein betrachtet teils sinnlosen Diskussionen hinreißen lasse, jeder hat halt so seine Gene und kann nicht aus seiner Haut heraus.

    Nur was jetzt da abgeht sprengt jegliche Grenzen der menschlichen Vernunft und kenne ich in dieser Form auch von keiner anderen Kamera-Community.
    Ich fühle mich weder verarscht, noch möchte ich mich den allgegenwärtigen Lobesarien über die „tolle“ Olympus Imaging Sparte anschließen. Natürlich findet man immer einen Grund zu meckern oder über dieses und jenes unzufrieden zu sein, aber wo bitteschön ist das woanders nicht genau so?
    Die guten alten Olympus-Goldgräberzeiten waren doch lange vor der Übernahme bzw. dem verscherbeln an OMDS schon vorbei. Was kam den von Olympus noch zuletzt??? Nix aber wirklich nichts. Olympus-Imaging hing am Infusionsständer der hochprofitablen Medizinsparte, man nennt sowas auch ein Luxusproblem, und als die Flasche eines Tages leer war lies man die Kamerasparte fallen wie einen faulen Apfel, wow ich ziehe meinen Hut vor soviel Patriotismus und Herzblut. Als Wohltäter war weder Olympus unterwegs noch sind es CanNikon und schon gar nicht Sony und auch OMDS kann sich das nicht leisten.
    Naiv ist, wenn man glaubt das Olympus aus den früheren Tagen heute noch genauso funktionieren und agieren würde wenn es sie denn noch geben würde, vor allem wenn sie eigenständig wirtschaften und überleben müssten.
    Und ich möchte mal sehen wie der mittlerweile fast schon aggressive Teil der Anhängerschaft reagieren würde, wenn Upgrades mit Funktionsstörungen rausgebracht werden nur des Upgrades wegen, da braucht es nicht viel Fantasie, die würden OMDS in der Luft zerreißen.
    Ich möchte wetten das bevor die ganze Diskussion so völlig aus dem Ruder lief ein nicht unerheblicher Teil gar nicht wusste das sie unzufrieden sind, getreu dem Motto, wer am lautesten schreit wird schon recht haben, häng ich mich mal dran.

    Der Markt und die Zeiten haben sich gewaltig verändert und OMDS hat nicht im Ansatz die Ressourcen wie z.B. Canon, Sony, nicht einmal an Panasonic kommen sie auch nur annähernd heran.
    Eine Firma weiter zu führen die vorher keiner mehr am Leben halten wollte ist so oder so kein leichtes Unterfangen, Corona machte den Start nicht leichter. Das OMDS nach wie vor viele Baustellen hat braucht man auch nicht unter den Teppich kehren, nur das hier keine Missverständnis aufkommt. Nur die Verhältnismäßigkeit und die unverzeihliche Art gegenüber der Firma sind für mich unverständlich. Man hat sich regelrecht in Rage geredet.

    Ein wenig enttäuscht war ich Reinhard, als du zusammenfassend oben geschrieben hast, dass OMDS Kameras mehr oder weniger in allen Belangen unterlegen und dabei die Konkurrenz auch noch billiger ist.
    Da bin ich und alle meine Mft-Fotokollegen die ich persönlich kenne geschlossen anderer Meinung und das gesamte Statement liest sich für mich als ob es nicht aus deiner Feder stammt, was es natürlich tut. Es liest sich wie eine finale
    Abrechnung auf breiter Front und wirkt auf mich als wenn du dich von dieser Hysterie hast anstecken lassen.

    Was unter Berücksichtigung aller Aspekte und Argumente das Thema Preis/Leistung angeht, sehe ich OMDS Kameras und Objektive sowieso ganz ganz weit vorne.
    Vielleicht sollten alle einfach mal tief durchatmen und wieder etwas besonnener werden. Von was reden wir hier? Von einer Kamera oder von etwas ganz fürchterlich wichtigem und schlimmen?

    Ich war heute den ganzen Tag in den Steilhängen der Donauleiten unterwegs, habe den ersten Feuersalamander fotografiert und hatte jede einzelne Sekunde Freude und Spaß mit meiner Kamera die zuverlässig ihren Job gemacht hat. Egal ob beim Stack des Salamanders aus der Hand im abschüssigen Gelände, beim Highresshot der moosbewachsenen Blockhalden mit Hainbuchen oder mit dem Live-ND Filter bei den Wasserfällen und Kaskaden.

    In diesem Sinne entspannte Grüße und allzeit gut Licht,
    Bernhard

    1. Canon 70-200 f/4: 1299 Euro. OMSystem 35-100 /2: Gibt es nicht. Kein Wunder, dass Du mit mFT keine Hochzeitsfotografie machst. Es gibt Leute, die machen das. Und würden das gerne weiterhin machen. Weil sie ihre Brötchen damit verdienen.

      Canon: Umsatz 4 Billionen Yen, Pana: 8 Billionen Yen, Sony: 12Billionen Yen.

      Ansonsten geh FolyFos kucken, gerne ein paar aus dem letzten Jahr, das dürfte für Dich erhellend sein. Rückt Perspektiven zurecht.

      1. In meinem speziellen Fall war es keine Frage von Objektiven sondern ganz einfach dem geschuldet das ich mit der 5D Mark I in die Hochzeitsfotografie eingestiegen bin und von da an das System bis hin zur 5D Mark IV kontinuierlich auf und ausgebaut habe. Die Kameras konnte ich blind bedienen, ich schätzte darüber hinaus die Haptik, Robustheit, den optischen Sucher, die konkurrenzlose Akkuleistung und mein umfangreiches Blitzsystem dazu, mit der Mark IV hatte ich in der Kirche mit ISO 6400 zu keiner Sekunde Bauchschmerzen wenn es erforderlich war und ich würde auch heute noch tausend mal lieber damit Hochzeiten fotografieren wollen als z.B. mit einer OM-1. Aber das ist natürlich meine rein persönliche Meinung aufgrund von meinem Werdegang und Erfahrungen.

        Ich weiß das sehr viele mit dieser Brennweite ergänzend Hochzeiten fotografieren und ein großer Wunsch nach so einer Linse im Mft Lager da ist, was ich auch nachvollziehen kann, für mich war und wäre es auch heute keine must have in für die Hochzeitsfotografie, weil ich da eine ganz andere Art zu fotografieren habe oder besser gesagt hatte.

        Beim Portraitshooting war ich fast immer mit offener Blende am liebsten nah dran am Geschehen, der Style, Schmelz und die Anmutung der Bilder von einem 35 und 50mm f1,4 waren für mein Empfinden eine ganz andere Welt als z.B. bei einem 70-200mm f4, auch das 2,8`er kam da nicht dran. Auch die Kommunikation mit dem Brautpaar machte die Nähe einfacher. Bei der Reportage hatte ich zwei Kameras am Holster, 24-70mm f2,8 und eins der beiden besagten Festbrennweiten an der anderen Kamera. Wenn überhaupt dann habe ich das 70-200mm mal für eine Aufnahme z.B. des Hochzeitskorsos aus etwas größerer Entfernung eingesetzt, oder wenn ich in der Kirche die Möglichkeit hatte vom Empore aus zwei drei Aufnahmen zu machen. Im Gasthaus war mir das ohnehin zu eng.

        Ich war bereits bei vielen FolyFos Zaungast Reinhard, ich habe zu meinen Kameras deine Bücher gekauft die ich sehr schätze und kenne auch sonst die Stimmung ganz gut glaube ich.

        Bei allem Verständnis für eine gewisse Unzufriedenheit, aber das ist nicht mehr meine Welt, nicht mein Stil, nicht meine Art und wirkt auf mich teilweise schon befremdend. Was geben wir nach außen hin für ein Bild ab?, ich würde sagen das man langsam über uns lacht und das braucht einem auch nicht mehr wundern. Und da sehe ich die Schuld bei weitem nicht alleine bei OMSYSTEM und ihren Problemen die nach wie vor ohne Zweifel bestehen, sondern zu einem erheblichen Teil an dem ganzen Shitstorm der derzeit über die Firma niederprasselt.
        Das geht über ein normales Forumsraunen längst hinaus und hat durchaus das Potential eine Marke komplett zu zerreden und nachhaltig zu beschädigen.
        Da sehe ich einen viel und aus meiner Sicht völlig zu unrecht gescholtenen Frank Fischer als einen der wenigen Lichtblicke und Markenbotschafter im positiven Sinn, ihn mit einem klassischen Influencer zu vergleichen oder gleichzustellen ist komplett daneben tut mir Leid Leute. Er macht seit vielen vielen Jahren einen konsequenten und disziplinierten Job in einem extrem schwierigen und nicht einfachen Umfeld, ich habe den Menschen Frank Fischer ein Stück weit die letzten beiden Jahre beim Oberstdorfer Fotogipfel kennengelernt, redet da mal mit ihm persönlich, schaut ihm über die Schulter und fällt nicht einfach aus der Ferne oberflächliche Urteile über Menschen die ihr nicht wirklich kennt, viel mehr möchte ich dazu nicht sagen.
        Ein niedriger einstelliger Prozentanteil kann von dem was er macht leben, der Youtube Kanal hat daran den mit Abstand geringsten Anteil, ist lediglich eine Schnittstelle. Der steht in Oberstdorf auf der Bühne hält einen Vortrag z.B. über Street-Fotografie, hat tagsüber einen Workshop mit anschließender Bildaufbereitung durchgeführt und geht zwischendurch online für seine Bildbesprechung. Ist trotzdem zu jeder Zeit ansprechbar und frei von Allüren und ist sich auch nicht zu schade ein Bierchen mit dir zu trinken.
        Er kommt ursprünglich von Canon, hat eine Leica Kamera die er glaube ich letztes Jahr von einem viel zu früh verstorbenen Fotofreund bekommen hat und seitdem in Ehren hält, und ist seit langem überzeugter Mft-User und ich möchte sagen das er mit am authentischsten rüber kommt. Möchte man ihm jetzt tatsächlich noch vorwerfen das bei ihm das OMDS-Glas eher halb voll als ständig halb leer ist und das er aus dieser Situation heraus seine Stimme FÜR OMDS in den Ring wirft? Eine gewisse Loyalität gehört da schon mit dazu, man nennt sowas auch eine Partnerschaft, was soll daran schlecht oder verwerflich sein?

        Ich habe leider nicht mehr die Zeit das was ich noch sagen möchte zu ende zu bringen weil sich mächtig viel Arbeit aufgestaut hat und mir ist auch klar das ich für meinen Standpunkt von vielen belächelt werde, was mir aber schon immer komplett wurscht war und da gefällt mir dein Motto
        „be straigt and honest“ 😉

        Zum Abschluss noch zwei Fragen,
        -sind die Geschäftszahlen oben bereinigt auf die jeweilige Fotosparte? Pana hat ja alleine schon über
        100 Produktkategorien.
        -Ein 35-100mm f2 hat doch schon Olympus nicht auf den Markt gebracht, warum wohl? Auch hier sollte
        man dann fairerweise die verzerrte Perspektive Olympus gut, OMDS schlecht geraderücken.

        Wer darauf tatsächlich angewiesen ist hat im Moment dann nur die Möglichkeit auf das PanLeica DG Vario 35-100mm f2,8 als Kompromiss auszuweichen.

        Bin dann mal für heute weg,
        SG Bernhard

        1. Ich habe hier niemanden namentlich genannt . Dass Du hier Diskussionen aus einem anderen Forum reinbringst. hat Dir jetzt ne Moderation eingebracht. Diskutiere dort, und nicht hier.

          Bezüglich der Zahlen, die kannst Du gerne selber recherchieren, die genannten Firmen sind Aktiengesellschaften. Und irgendwelche „ja aber man darf nur die Fotosparte“ – das ist Unfug. Eine große Firma kann mehr Geld in die Hand nehmen, wenn sie wollen.

          Dein Hinweis „Ich habe mal FolyFos gekuckt“ – ja, kann schon sein, aber nicht die, um die es geht.
          Dein Ansatz, Hochzeitsfotografie mit Kleinbild, kurzen Brennweiten und Offenblende zu machen, wegen des „Schmelz“ – na, lies Dir mal durch, was Hauke davon hält. Ich unterschreibe jedes Wort von ihm.

          Der Blödsinn, dass die Kritik an der Firmenpolitik „die Marke beschädigt“ – Heiland, wo lebst Du? OMSystem ist keine Marke. Olympus ist ne Marke, Leica, Notfalls Lumix. Aber OMSystem ist noch weit davon entfernt. Da gibt’s nichts zu beschädigen. Zudem können sie das ganz einfach beheben, indem sie simpel ihre Versprechungen einhalten, marktgerechte Preise verlangen, ihren Kunden marktüblichen Service bieten und gute, innovative Produkte auf den Markt bringen. Das kleine Einmaleins halt.

        2. Bitte entschuldige, aber irgendwie habe ich da eine komplett andere Perspektive.
          Wenn ich bei OM-System ein Produkt kaufe, gehe ich einen Handel ein. OM-System kriegt von mir Geld und ich von ihnen ein hoffentlich funktionierendes Produkt. Wenn das gekaufte Produkt nicht die beworbene Qualität besitzt und die Fehler zwei Jahre lang nicht per Firmwarupdate behoben werden, obwohl OM vollmundig behauptet, die OM1 hätte massiv Reserven für zukünftige Updates und neue Features und sagen sie arbeiten an der Lösung.
          Wenn auch keine neue Features kommen und trotzdem auf der Website der Firma grosspurig behauptet wird, dass „ihre Kamera für die Zukunft gerüstet sei, dank regelmässiger Updates und neuer Features“ und dann nach 2 Jahren eine neue Kamera rauskommt, die die Fehler behoben haben soll, aber mutige 24000€ kostet, mit der Meldung, dass das alte Modell, dass sogar immer noch verkauft wird (Sic!), nicht mehr upgedatet werde, na dann ist es verständlich, dass ein paar Kunden etwas sehr ungehalten werden.
          Wenn im Livestream des deutschen Werksforums ein OM Verkaufsmanager verspricht, dass OM System einen AF Guide veröffentlichen werde, um den komplizierten AF zu erklären, der AF Guide aber nie erscheint, ist das auch nicht gerade vertrauensfördernd.

          Merke: wir leben (zum Glück) in einer Gesellschaft mit Meinungsfreiheit. Wenn OM System ihre Marketingversprechen einhalten würde, dann gäbe es auch keinen Shitstorm.

          Ein Geschäft ist keine Einbahnstrasse. Wenn also dieser Shitstorm OM System schaden sollte, wovon ich leider ausgehe, dann müssen sie sich in Zukunft mehr anstrengen. Einen guten Ruf aufbauen dauert und braucht viel Anstrengung. Einen guten Ruf hat man in Kürze zerstört, wie OM System gerade auf die harte Tour erlebt.

          Aber hier die Firma in eine Opferrolle zu stecken, finde ich grotesk. Die anderen Marken schaffen es auch ihre Kunden zufrieden zu stellen. Natürlich gibt es auch da ab und zu Fehler und unzufriedene Kunden, aber Hand aufs Herz: OM System hat es geschafft weltweit verdammt viele Leute wütend und enttäuscht zu machen.
          Das muss man erst mal schaffen.

          Mein Mitleid hält sich in Grenzen, ehrlich gesagt.

          Nebenbei: Ich habe zwei Olympus Kameras (EM5 III und EM1 III) und ein ganzes Rudel an MFT Objektiven, auch einige Oly Pro Linsen und die OM1 würde mir durchaus gefallen und hatte einige Neuerungen, die ich gerne nehmen würde, nur: ich hatte sie vor einem Jahr ein Wochenende zum testen und aber ich kam mit dem AF schlechter klar, als mit dem der EM1 III (obwohl ich mich zuvor fleissig eingelesen hatte) und ich scheine nicht alleine mit dieser Meinung zu sein: Im Werksforum ist das AF Thema ein Dauerbrenner seit 2 Jahren, das spricht doch Bände…

          Wie auch immer: OM-System wird erst Geld von mir sehen, wenn sie es schaffen für mich einen echten Mehrwert zu schaffen und ich das Vertrauen habe, dass ich auch nach dem Kauf gut aufgehoben bin, dank Updates. Solange das nicht der Fall ist, sieht diese Firma von mir keinen Cent. Eher investiere ich in mein Zweitsystem Nikon, dass ich eigentlich zugunsten von MFT verkleinern wollte.
          OM-System sollte mal bei Nikon vorbei schauen. Die machen in Sachen Kundenbetreuung und Firmwareupdates gerade verdammt viel richtig.

        3. Hallo Bernhard,
          das was ich hier zu Frank Fischer geschrieben habe, habe ich mit ihm bereits vor mehr als einem Jahr im Werksforum diskutiert. Was dort kürzlich gelaufen ist, habe ich gar nicht mehr mitbekommen.
          Zumindest damals hat er berechtigte und sachliche Kritik niedergebügelt und für nicht wenige User war seine Rolle im Werksforum zu der Zeit nicht erkennbar.
          Egal welche Funktion man in einem Forum hat (Moderatoren nehme ich mal aus, die müssen auch mal klare Kante zeigen), ich kann nicht ständig hinterfragen, wie jemand privat ist. Für mich zählt, wie man sich gegenüber anderen Usern verhält. Eine andere Meinung zu vertreten ist immer legitim und bereichert jede Diskussion. Foren sind ja ein Ort sich auszutauschen und andere Sichtweisen kennenzulernen. Gezieltes Zerreden anderer Ansichten, weil man eine Beziehung zu dem Konzern hat, die man nicht kenntlich macht, muss aber nicht beim Rest des Forums auf Gegenliebe stoßen.
          Solche Aktionen führen zu Mißtrauen der User untereinander. Niemand kann mehr einschätzen, sind das nun eigene Erfahrungen, die hier gepostet werden oder bezahlte Meinungsmache.
          Beste Grüße
          Frank

          1. Ich bitte noch mal drum, Diskussionen um Frank bleiben zu lassen. Er ist hier nicht vertreten. Ja, ich habe damit „angefangen“ – aber ich habe ihn nicht namentlich genannt. Ich habe keine Lust, überall den Namen auszuXen.

            Grüße
            Reinhard

  13. Ich konnte es lange nicht glauben.
    Es dauerte seine Zeit, bis ich verstand, dass Olympus tot und ein Heuschreckeninkubator der Nachfolger ist. Wahrnehmungsstörung, emotionaler Verlust, was auch immer, ich bin da etwas langsam. Überschneidend wurden auch noch einige interessante Objektive geboren, deren Konzept und Linsenrechnung aus der Oly-Schublade stammten, auch das hatte meinen Blick vernebelt.
    Ich denke, jetzt die Katze ist aus dem Sack. Plünderung des guten Leumunds, Filettierung der Regale, und vorne ein evolutionäres Nirwana ohne verbindliche Roadmap oder konsistenten technischen Fortschritt.

    Die Geschichte Maitanis, nachlesbar gerade in diesen Wochen ist ein schmerzlicher Kulturcrash.

    Industriegeschichte geht immer weiter, die Spirale dreht sich schneller und schneller, es wird alles probiert, was irgendwie geht. Was gar nicht geht, ist die Vernichtung des größten unternehmerischen Kapitals, welches Vertrauen heißt. Pflege der Produkte, regelhafte Updates und der fast liebevolle Aufbau einer Marke war jahrzehntelang Good Practice und das Amalgam von Olympus zum Kunden.
    Und jetzt?
    Jetzt haben einige Leute genug von dem Tanz und lancieren eine gesittete, klare Petition zur Erfüllung einiger gebrochener Versprechen und daraus wird eine große Bewegung.
    Nein, liebe Freunde, das ist kein Shitstorm und auch kein Firmenbashing wie fast schon verschwörungstheoretisch formuliert; es ist nur eine legitime Forderung zahlreicher enttäuschter Konsumenten. Noch ist die Diskussion nicht aus dem Ruder gelaufen und Deeskalation ist immer gut (besonders in anderen Foren), aber blinde Nibelungentreue ist erst dann angebracht, wenn dieses Adelsgeschlecht in Tokio überhaupt erst erfunden wird.
    Und das scheint zu dauern.

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