Olympus hat vor vielen Jahren mal eine Software rausgebracht, die hieß Olympus Master. Die diente zur RAW-Entwicklung und war aus zwei Gründen beliebt: sie war umsonst. Und sie lieferte JPGs aus den RAWs, die ziemlich genau so aussahen, wie die JPGs aus der Kamera. Das Programm war unglaublich langsam.

Es gab einen großen Bruder der Software, die hieß Olympus Studio, die kostete Geld und konnte die damaligen Kameras fernsteuern und ansonsten das Gleiche wie Olympus Master. Irgendwann wurde das Programm nicht mehr verkauft und man bekam seine E-5 nur noch ferngesteuert, wenn man beim Oly-Support Männchen machte sagte und ne Seriennummer erbettelte. Das Programm war unglaublich langsam.

Dann gab es für die billigen Knipsen mal ein Programm zur Bilderverwaltung, das ist aber relativ schnell wieder von der Bildfläche verschwunden.

Dann hat Olympus den Namen „Viewer“ wiederbelebt, der mit der E-1 seinerzeit ausgeliefert wurde. Ein paar mehr Möglichkeiten für die RAW- Entwicklung. Und unglaublich langsam.

Schließlich hat Olympus den „Viewer“ beerdigt und „Workspace“ draus gemacht. Die Sache sah immer noch nach Viewer aus, aber war auf einmal deutlich schneller und nach ein paar Updates war das Programm sogar richtig schnell. Damit konnte man schnell arbeiten, auch große Mengen Bilder sichten, und in der 1:1 Darstellung schnell die Spreu vom Weizen trennen. Goil.

Nun hat OMDS sich auf die alten Tugenden von Olympus besonnen, alle Kunden mit älteren Betriebssystemen rausgekickt, so dass man ohne Win10/11 nicht mal mehr ein Firmwareupdate machen kann. Und in Workspace die Bremse wieder eingebaut.

Das Programm ist in der Version 2.0.2 endlich wieder so langsam, dass man nicht mehr damit arbeiten kann.

Für das Teil ist seit 2007 Apical Limited aus England zuständig, die mittlerweile zu ARM gehören. Die verschiedenen Namensänderungen waren wohl verzweifelte Versuche, den miserablen Ruf der Software vergessen zu machen.

Bitte – ich hätte es gerne wieder bedienbar. Es geht schneller – weil es schon mal schneller ging. Und es ging stabiler. Das Teil schmiert neuerdings die ganze Zeit ab.

Update:

Ja, ich weiß, dass man die Software mit entsprechender Hardware schneller kriegt. Und ich weiß auch, dass die Software kurz nach Installation auch ganz flott läuft. Aber wenn man mal ein paar hundert Bilder durchgescrollt und bearbeitet hat, wird das Programm unerträglich langsam. Cache löschen hilft nicht. Picasa ist weit, weit schneller. Und selbst Excire ist um ein paar Klassen schneller. Und ich find das schräg, ein Programm alle paar Tage neu zu installieren, nur weil man damit arbeiten will.

7 Replies to “OM Waitspace”

  1. dass die 2.0.2 langsamer ist als der Vorgänger konnte ich bisher nicht feststellen.
    Kann dir gerne bei Gelegenheit eine Installationsdatei vom letzten November mitbringen.

    1. ich hab noch ein altes Olympus Workspace da, von 2019… Version 1.0
      Das habe ich jetzt mal spaßeshalber installiert und 2.0.2 runtergeworfen. DAMIT kann man arbeiten. Klar, Picasa ist weit schneller, aber es ist zumindest praxistauglich. Auf 2.0.2 upgedatet – Schlaftablette. Wenn man bei 1.0 ein Thumb anklickt, ist das große Bild in einer halben Sekunde da. Bei 2.0.2 dauert es 5 Sekunden. Ja, kann schon sein, dass das bei anderen funktioniert, weil sie die Daten auf einer lokalen SSD haben, ich habe sie im LAN, angebunden mit Gigabit-Kabel. Mit jedem anderen Programm sind die Zugriffszeiten ausreichend. Auch mit 1.0. Aber seit 2.0 kann man damit nicht mehr arbeiten.

  2. Auf meinem Macbook Pro mit M1 Chip und 16 GB RAM habe ich gestern Fotos vom Fussballfest vom Samstag mit Workspace zugeschnitten. Mehr nicht. Mein gestriger Workflow: mal RAW mal JPG öffnen, Foto geschnitten, exportieren und dann das Foto wieder schliessen. Irgendwann mal kam die Meldung vom Apple Betriebssystem, dass kein RAM mehr vorhanden sei. Ich musste Workspace schliessen und dann wieder öffnen. Dann konnte ich wieder weiterschneiden. Ich wusste nicht, dass Workspace die Fotos doch noch im RAM-Speicher behält, obwohl ich das Foto nach der Bearbeitung jeweils schliesse…

  3. Pfui! Nicht nur langsam, auch noch Zwang zu Windows 10? Kann man denn die Kameras und Objektive wenigstens noch mit einer älteren Version der Software unter Windows 7 aktualisieren?

    Gibt es die letzte schnelle Workspace-Version für Windows 7 noch irgendwo? Ich glaube, ich habe nur eine noch ältere langsame Version von Viewer oder was auch immer (unter Linux auf einer virtuellen Maschine mit Windows 7, damit gehen auch FW-Updates).

  4. Hm – das finde ich nun seltsam.
    Hier an einem Thinkpad (I7, 2,5 GHz & 16 GB RAM) mit Workspace 2.02 weder mit lokalen Fotos (NICHT auf einer SSD, sondern „normale“ 1 TB HD), noch mit meinen RAW’s auf einem per GB-LAN verbundenem NAS-Laufwekre Geswchwindigkeitsprobleme.
    Das Öffnen der Dateien ist (von HD, wie vom NAS via LAN) wie „Licht anschalten“ – ohne Verzögerung. Beim Barbeiten geht’s von der HD gefühlt ne‘ halbe Skunde schneller.
    Die Geschwindigkeitsprobleme müsen woanders dran liegen.
    LG
    Detlef

  5. Hmmm…
    Nun habe ich ja extra neulich einen neuen PC gekauft samt Windoofs10, um ein aktuelles Workspace aufspielen zu können, in Vorfreude auf die sagenumwobene OM-1 (die ich jetzt gar nicht habe). Das ist eine ganz normale hp Büro-Workstation, ordentlich RAM und intern SSD-Platten. Der überwiegende Teil meiner Bilder, vor allem die ORFs, liegen auf einem NAS mit „klassischen“ HDD drin, angebunden über einen piffigen Telekom-Router.

    Doppelklicke ich ein ORF an (egal, wo es liegt), dann braucht Workspace 2.0.1 (noch nicht 2.0.2!) schon einen Moment, bis es gestartet ist. Allerdings echt im Rahmen, vergleichbar mit OpenOffice – Photoshop braucht länger.
    Vom Thumb zum Vollbild bzw. von der Übersicht zum Bearbeitungsmodus geht schnell. Auch bei Ordnern, die noch nie in Workspace geöffnet waren (wo also keine Indizes vorhanden sind). Die Sichtbarkeit der Änderungen bei Bearbeitungen könnte gerne etwas schneller sein, ist aber auch im Rahmen und kein Vergleich zur Wartezeit früher.

    Was witzig ist: Bearbeitungen von ORFs aus der ollen E-P3 führen erst einmal zu einem extrem verpixelten Bild. Ich muss dann die Ansichtsgröße des Bildes umschalten (egal in welche Richtung), damit es wieder ein „normales“ Bild wird. Aber die E-P3 ist ja nun auch schon ein paar Tage älter…
    Hab jetzt keine Lust, irgendwo noch E-3-ORFs zu suchen oder gar zu produzieren. Aber mit den E-P3-, E-M1- (ohne MK), PEN-F- und meinen wenigen OM-1-Test-ORFs funktioniert es einwandfrei. Kein Grund zu klagen.

    Mein Fazit wie Detlef: dein Wait-Problem muss wo anders liegen.

    lg, Martin

  6. Auch an meinem etwas älteren Mac Book macht Workspace keinen Spaß. Veränderungen an Helligkeit, Weißabgleich, Gradation oder Artfilter braucht Minuten, um sichtbar zu werden. Bis ich sehe, ob die Einstellungen sinnvoll sind, bin ich in Luminar schon mit dem Bearbeiten fertig.

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