Camouflage-Solarlader für OM-1

Olympus hat ja vor ein paar Jahren das Bürogebäude in Hamburg neu gebaut und den kompletten Bau CO2-kompensiert. Auch wenn OMDS da derzeit noch etwas hinterherhinkt, haben wir über dunkle Kanäle aus Tokio einen Prototypen eines neuen Wildlife-Gadgets für die Oly-Objektive bekommen: Einen Camouflage-Überzug mit Solarlader, optimiert für die OM-1.

Die Solarmodule des Laders sind leicht gebogen und liefern zusammen maximal 14 Watt, was für den Betrieb der Kamera ausreicht, Stromspitzen gehen damit natürlich nicht zusammen, aber der Überzug hat einen kleinen 2000mAh-Akku eingebaut, der die Bedarfsspitzen puffert. Damit, und mit dem Akku in der Kamera, ist ein echter Dauerbetrieb möglich.

Die Elektronik ist auf einer Platine aus Maisstärke aufgebaut, mit Hanffasern armiert um die nötige Flexibilität sicherzustellen.

Normalerweise ist der Überzieher für das 150-400 gedacht, aber da ich immer noch mit dem alten 300 f/2,8 rumrenne, haben Sie mir ein angepasstes Exemplar handgedengelt.

Die Elektronik ist am größten Teil, an der Streulichtblende, verbaut. Insgesamt gibt’s natürlich nichts umsonst, das Ganze wiegt über 200 Gramm, aber in Summe hält es sich in Grenzen. Ich habe es hier mit dem 300er und dem EC-20 laufen und die Sache funktioniert auch bei etwas trübem Wetter gut. Durch die Integration in die Kameraelektronik schaltet die Kamera in einen „PD-Standby-Modus“, sobald das Solarmodul angeschlossen ist. Das bedeutet, sobald die Kamera unbeschäftigt ist, wird sofort der interne Akku geladen.

Rein technisch ist das Ganze also ziemlich durchdacht. Was ich noch nicht so toll finde, ist das weiße Anschlusskabel das mitgeliefert wird, aber die Jungs in Tokio haben gesagt, das ist nur beim 150-400 in weiß, weil es da zum Objektiv passen soll. Bei allen anderen Objektivüberziehern wird das Kabel in schwarz geliefert.

Rechts unten sieht man – die Kamera lädt. Und zwar nur durch das Licht, das durchs Fenster auf die Solarzellen kommt.

Wie immer: einen Preis habe ich noch nicht in Erfahrung bringen können, einen Liefertermin auch nicht. Ich bin heilfroh, das Teil selbst zeigen zu können.

30 Replies to “Camouflage-Solarlader für OM-1”

  1. Da sag ich doch: „Doppeltes Boah ey!“

    Einmal zu deinen guten Kontakten, da du momentan offenbar der einzige bist, der
    über diesen Solarlader berichtet bzw. berichten darfst – zumindest konnte ich im Internet (bei anderen Kameras-Profis) bislang keine weiteren Berichte finden.

    Und einmal zu dem Solarlader selbst. Ich habe bisher bei keinem anderen Hersteller etwas ähnliches gesehen. Oder gab es so etwas ähnliches bereits woanders?

    Kann man die Kamera benutzen (für einzelne Aufnahmen), wenn der Solarlader-Akku und der kamerainterne Akku beide entladen sind, sodass die Solarzellen als einzige Energie-Quelle dienen?

    Kann man die Kamera benutzen (für einzelne Aufnahmen), wenn der kamerainterne Akku aus der Kamera entnommen wird?

    P.S.: Auf der Rückseite des rückseitigen Monitors gibt es noch eine freie Fläche für ein zusätzliches Solarmodul. 😉

    1. Ich habe mich ja viel mit der externen Versorgung von Kameras befasst und das mal mit einer geschatzten Fläche und typischem Wirkungsgrad durchgerechnet. Wenn sie da kein Wunder vollbracht haben, reichen xie Zellen alleine nicht aus. Das Licht und der Einstrahlwiinkel haben da großen Einfluss. Typische Situationen beim Lauern auf Tiere brauchen aber kein Dauerfeuer der Kamera. Wenn das Licht halbwegs passt reicht die Energie dieser Fläche für den Ruhebetrieb der Kamera. Da ist sie relativ genügsam. Nur bei Fokus und Auslösung ist der Energiebedarf hich. Diese Spitzen muss ein Akku abfedern. Sind die Pausen zwischen den Aufnahmen lang genug geht sich das aus.

  2. Sehr gute Idee, aber nicht ganz zu Ende gedacht. Man könnte noch deutlich mehr elektrische Energie generieren, wenn man die Rotation der drehenden Bauteile beim manuellen Fokussieren zur Stromgewinnung implementiert
    (Fahrraddynamo-Prinzip). Des weiteren könnte bei schweren Objektiven über Gyrosensoren die Gravitation genützt werden, d.h. bei jedem Anheben und Absenken der Kamera-Objektivkombi wird ein Teil der durch Muskelkraft aufgewendeten Energie rekuperiert. Außerdem könnte man die Hitzeeentwicklung an der Materialoberfläche (schwarze Objektive heizen sich in der Sonne stark auf) durch einfache Wärmetauscher in Strom umwandeln; bei der heutigen Miniaturisierung technisch kein Problem.
    Was Du aber unbedingt nach Tokio durchstellen solltest: bitte ein Starterkabel für die Autobatterie im Set beilegen, ich hätte dieses gestern für meinen alten California dringend gebraucht!

    1. Oh, Mann! Ich bin doch glatt drauf reingefallen! Für abwegig halte ich die Idee aber nicht. Frage mich schon seit Jahren, warum man bei Elektroautos nicht die komplette Dachfläche zur solaren Stromgewinnung nutzt. Die meisten werden ja nur morgens zur Arbeit und abends zurück gefahren. Dazwischen liegen oft 8 Stunden, in denen nachgeladen werden könnte.

  3. Wunderbare Innovation. Finde, echt für Wild Life Tage gedacht, zumal der 2. Akku ja noch auf sich warten läßt. Hattest du auf dem Foto ein echtes Vorserienprodukt und daraus meine Frage: können die Zellen auch – klar eingeschränkt – Mondlicht aufnehmen und für die ATrofotografie nutzen? Wie siehst du es aus h e u t i g e r Sicht?

    1. Meines Wissens gar keine. Du brauchst einen Puffer dazwischen – wie beim hier abgebildeten Modul – der aus der Solarspannung eine anständige USB-PD-Quelle macht.

    2. Hallo Andi, nachdem zwischen dem ganzen genialen Klamauk hier niemand auf Deine konkrete Frage eingegangen ist, möchte ich es als technisch beidseitiger Linkshänder trotzdem versuchen.
      Meines Wissens sollen Endgeräte nie direkt über ein Solarmodul geladen werden, die oszillierende nicht konstante Abgabeleistung dieser Module je nach Sonnenstand tut den Akkus der Geräte nicht gut. Besser ist es, einen Zwischenspeicher über Solar zu laden, damit hat man auch höhere Flexibilität in der energetischen Notsituation. Ich selber habe bisher mit einem Anker Powercore + 26.800 mAh mit Power Delivery (ohne Präferenz, es gibt auch andere) gute Erfahrungen mit meinen M1 Mark2/3 gemacht. OM-1 habe ich bisher noch nicht probiert ( habe das Ding, sogar mit 2.Akku).
      Hat jemand bessere Specs?

      1. Autokorrektur. Flüchtigkeitsfehler. Laden in der Kamera geht bei Mark 2 natürlich nicht, bei Mark 3 sehr gut und ist eines der (wenigen) Ausstattungsmerkmale, die diese Geräte unterscheiden. War für mich aber der Hauptgrund, mir die 3-er zu holen, um damit outdoor und unabhängig von Stromnetz für längere Zeit energieautark zu bleiben (eben Solar + Powerpack).

  4. Mein Ecoflow-Solarmodul ist gestern eingetroffen. Muss jetzt noch sehen, wie ich das um ein 150-400 wickeln kann ….
    Oh, hab ja gar kein 150-400. Muss ich es doch an die River anschließen.

  5. Mich wundert nur (und auch wieder nicht), warum die vielen Kleinbild-Fotografen mit ihren 5-Kilo-Objektiven und Tarnumhüllung nicht so etwas nutzen. Da steht doch wesentlich mehr Fläche zur Verfügung. Könnte es sein, dass diese Gimbal-Fotografen kaum zum Schuss kommen und daher nur wenig Strombedarf haben?

  6. Tja, so innovatv das Ganze auch ist, die Anschaffungskosten sind mir hier eindeutig zu hoch. Damit meine ich keineswegs die noch ungenannten Kosten für den Solarlader, sondern die fürs Objektiv! Mein 100-400 mm ist ja wohl zu kurz, ein 300er FT habe ich nicht und das 150-400 ist in mehrfacher Hinsicht für meinen Bedarf überdimensioniert. Meine Ecoflow River mit 120 Watt Solartasche ist natürlich deutlich sperriger, hat aber den Vorteil auch mit dem 17 mm 1.8 an der Kamera zu funktionieren. 🙂

  7. Auf einem asiatischen Blog war eine Prototyp-Variante zu sehen, die auch zusammen mit Objektiven funktionieren soll, die eine nicht ganz so große Oberfläche bieten.

    Das Ganze war ein m4/3 Bajonett mit innenliegender Hochleistungs-Solarzelle im 4/3 Sensor-Format. Dieses Bajonett wird mit der Unterseite in die Blitzaufnahme geschoben und dient auf der dann oben liegenden Bajonettseite als unheimlich praktische Aufnahme für ein Zweitobjektiv – quasi in „Reservestellung“.

    Ein daran angebrachtes 8mm Fisheye konnte wohl selbst bei Dämmerlicht noch genug Licht einfangen, um eine PEN-F am Laufen zu halten. Ansonsten wurden die besten Ergebnisse mit de 1.2er Optiken erreicht.

    1. Von der Nummer habe ich gehört, aber der Prototyp hatte eine recht kurze Lebensdauer. Sobald die Sonne mal richtig ins Objektiv gebraten hat, ist die 4/3-Solarzelle abgeraucht.

  8. OMDS nutzt zum Glück auch die Ressourcen der Medical Sparte.
    Als Ergänzung zu diesem innovativen Camouflage-Solarlader kommt in 365 Tagen eine Biogaswindel auf den Markt.
    Sollte die Trägerin (der Träger) ein angsteinflößendes Raubtier erblicken, sorgt das austretende Biogas für eine „schlagartige“ Pufferaufladung des Akkus…
    Prototypen dieser Biogaswindel werden auf dem anstehenden HornOly Supertreffen an freiwillige abgegeben.

    LG Andreas

  9. Ich warte auf die nächste Generation, wo die PV-Zellen auf dem Sensor integriert sind. Halte ich für die wesentlich elegantere Lösung, da vom Objektiv unabhängig – wir sind ja hier nicht bei Panasonic!

  10. Ich bin da über Leaks gestoßen, demnach wird das aber ab der OM-1 nicht mehr über Kabel gemacht, sondern via PoW – Power over WiFi.

  11. Reinhard, es macht einfach großen Spaß, Deine Aprilscherze zu lesen. Es ist toll was Du Dir ausdenkst und das so detaillert beschreibst – selbst auf solche Details wie das weiße Kabel gehst Du ein.
    Interessant sind natürlich auch die Reaktionen der Leser.
    Danke für das Vergnügen.
    Gruß Lutz

  12. Ich verstehe nicht, dass Reinhard nicht in erster Linie die riesige Fläche seines Fotografen-Schlapphutes nutzt. Das würde vielleicht noch zum Laden seiner E-Ente reichen.

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