Dieses Prospekt hat Olympus im April 2007 herausgebracht. Damals gab es bei Olympus krasse 10Megapixel in einer E-410. Das damals aktuelle Flaggschiff, die E-1, hatte nur 5 Megapixel. Die E-3 kam erst ein halbes Jahr später. (Das war damals bei Olympus üblich – Innovationen wurden erst mal als Versuchsballon in den kleinen Kameras eingebaut, bevor man, was sich bewährte, dann in die Flaggschiffe transportiert hat.)

Innen drin wurde anhand von Beispielbildern gezeigt, was man mit 10MP anstellen kann, dass für 10×15 – Abzüge eigentlich ein einziges Megapixel reicht und man selbst im hochqualitativen Bilderdruck keinen Unterschied zwischen 300 und 200dpi sieht, für 150dpi schon sehr genau hinsehen muss und dazu aber auch perfekt scharfe Bilder braucht – am besten eben keine Bilddaten, sondern Grafikdaten.

Natürlich sind die 17 (!) FT-Objektive für den Prospektautor das Non-Plus-Ultra. Vor allem das 300er f/2,8 ist ein “Superteleobjektiv” das “bei einem Bildwinkel von nur 4,2 Grad völlig konkurrenzlos in der Spiegelreflexfotografie” ist. Es wird auch der gute Harry Nyquist und sein Theorem erwähnt – nicht ohne zu erklären, dass das nicht mehr so ganz aktuell sei. Denn nur die “Lithografen der alten Schule” verlangen noch eine Bildauflösung von 304,8 Punkten auf den Inch.

Und sie zeigen ein 22×16 Meter großes Plakat, das lediglich 10MP hat, was ja auch keinerlei Problem ist.

13 Jahre ist das jetzt her, mittlerweile hat Olympus 20MP und einen HighRes-Shot mit 80MP. Und keine FT-Optiken mehr. Und hat schon lange keine Prospekte mehr herausgegeben, in denen der Megapixelwahn thematisiert wird.

Tatsache ist, dass ich in meinem allerersten Buch über die E-520 ein Bild aus der E-330 mit 7,5 MP auf Doppelseite drucken habe lassen. Also A3 Offset, Bilderdruck. Ging wunderbar. (Das E-520-Buch war noch in größerem Format als die späteren Bücher.)

Der Rat-Race ist vorbei, hatte ich ja vor kurzem schon thematisiert. Und ich hoffe, es bleibt dabei, so dass der technische Fortschritt nicht in mehr Megapixel sondern in schnellere Sensoren gesteckt wird. 20MP mit 120fps und einer X-Sync-Zeit des elektronischen Verschlusses von 1/120s wäre eine feine Sache, dann könnte man schlicht den mechanischen Verschluss in Rente schicken. Und für die, die unbedingt das Geratter brauchen, für die sollte man dann Soundfiles von E-1 (welch Spiegelschlag! Majestätisch!) oder E-M5 runterladen können. Ich könnte dann auch das “Ratsch” des Tuchverschlusses der Exakta aufnehmen und zur Verfügung stellen.

8 Replies to “Wie viele Pixel…”

  1. Da stimme ich Dir völlig zu.
    Ich hätte gern 20 MP, Rauschen eine Stufe besser als bei der EM-1.2, gleiche Dynamik, und Global Shutter mit 60fps bei einem vernünftigen C-AF.

    Mehr will ich gar bei der M-1.4 ;-))

  2. Was wird wohl eine Olympus-Kamera können, wenn sie in Q4/2020 vorgestellt wird und der Urheber des obigen Blog-Beitrages noch viele Bücher schreiben muss, damit er sich diese Kamera leisten kann?..

    MfG Uwe

    1. Tja – Chip ist mit der unsinnigen “Bestenliste” gut mit dabei, wenn es darum geht, den Pixelwahn zu befeuern. Und leider strotzt der Artikel nur so von Halb- und gar nicht Wissen. So wird von rot/grün/blauen “Subpixeln” auf dem Sensor gefaselt. Oder der hier: “Ein einzelner Pixel teilt die Information also eher mit seinen direkten Nachbarn,” Als würde der Sensor eine Art Photonenteiler eingebaut haben. (Das männliche Pixel steht übrigens tatsächlich so dort.) Hallo Chip! Ein Sensor aus einzelnen Photodioden kann nicht unscharf abbilden. Wenn da was unscharf ist, dann sind das optische Effekte, die vorher entstehen. Im Objektiv. (Lehrplan bayerisches Gymnasium, 11. Klasse, elektromagnetische Wellen, 24 Wochenstunden) Oder im AA-Filter – die aber mittlerweile kaum noch verbaut werden. Aber dass die winzigen Handyoptiken halt vor lauter Beugung sowieso kaum laufen können, das wird lieber gar nicht thematisiert. Denn schon die 12MP sind eigentlich zu viel. Wenn eine Handyoptik 6MP sauber beliefern kann, dann ist das schon Weltklasse. BTW: Diese Handy-Optiken haben weder “Schutzfilter” vorne dran, noch Streulichtblenden noch irgendwas anderes, was die Optik vor dem Dreck in den Hosen- und Handtaschen schützt. Hat das schon mal jemand untersucht, wie lange so eine Handy-Frontlinse das aushält?
      (Ups: der Autor, Jamal Fischer, ist Volontär bei Chip und nach eigener Aussage “TikToker” und Technik-Nerd. Das erklärt Einiges.)

      1. … ich sehe, wie haben eine Wellenlänge. 🙂 Dennoch bin ich teilw. erschrocken wie viele auf dessen Bestenliste schwören. Dann ist ein aneinander geraten fast immer vorprogrammiert! 😉

  3. Ich kann mich noch sehr gut an diesen Prospekt und an diese Aussagen erinnern. Danke für diese Erinnerung auch mit Deiner Doppelseite im E 520-Fotobuch. Dies bringt uns mindestens kurzfristig wieder in die Realität zurück …

  4. Moin,

    ist doch völlig Wurscht wie lange die Frontlinse der Handicam hält. Entweder hat das Teil nach ein paar Wochen sowieso schon die Spiderapp drauf, oder spätestens nach 12 Monaten muß das Nachfolgeteil her. Traust Du Dich etwa noch mit dem Obstfon von letztem Jahr auf die Straße?

    Gruss

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