Nur, falls irgendwer denkt, ich hätte hier den PC angeworfen: Nein. Strict OoC. Und ich war mit Emma und Elke allein. So ein ähnliches Bild, nur mit Menschen, habe ich vor Jahren mal für den Zirkusverein gemacht, aber nie gezeigt, weil das ultrabreite Format nicht auf die Hintergrundpappe gepasst hat und ich deshalb die Wand links und rechts retuschieren hätte müssen. Seinerzeit war’s wurst, weil die ganzen Sachen sowieso vom Verein für’s Prospekt freigestellt wurden. Die Nummer mit dem Mädel auf den Schultern des Muskelmannes ist noch ziemlich easy – drei Jungs oben auf dem Typen gestapelt ist ne Nummer härter – habe ich auch. Mit Menschen.

Warum habe ich jetzt Emma und Elke entkleidet und Fingerspitzenstand auf zwei Whiskey-Tumblern machen lassen? In der Schweiz gibt’s ein Pärchen, das solche Paar-Akrobatik nackig macht und sich dabei knipsen lässt. Bei sogenannten “Workshops”. Für Profis ist sowas natürlich Kinderkacke, aber die Hobbyisten findens halt geil und knipsen und reichen das dann zu Wettbewerben wie der deutschen Fotomeisterschaft ein. Und Zack ist das ein “Siegerbild“.

Über die kreative Leistung kann man streiten – bei mir habe ich immerhin zwei Schaufensterpuppen, die normalerweise nur mit Hilfe stehen können, zu akrobatischen Leistungen gebracht. Die beiden Akrobaten turnen ja sogar allein – aber auf den Fingerspitzen auf zwei Tumblern – das will ich erst mal sehen…. 😉

Ja, natürlich läuft das unter “Lästern”. Muss aber auch ab und zu mal sein…

12 Replies to “Schnapsidee”

  1. Probier’s mal mit Ken und Barbie.
    Oder zwei ineinander verhakte Gabeln auf einer Nagelspitze.
    Auch für Hobbyisten mit wenig Geld geeignet.
    😉

    1. Dir ist der Gag an diesem Bild entgangen. Ist klar. Wenn man selber sowas noch nie gemacht hat, dann fällt einem das nicht auf. (Allerdings zeigt mir das, dass ich offensichtlich gute Arbeit geliefert habe….. :-D)

  2. Hmmm…
    Was ich an der “deutschen Fotomeisterschaft” spannend finde ist, dass es in meinen Augen eher eine “Bildbearbeitungsmeisterschaft” ist.
    Alles schön und gut, vieles würde ich gerne können, was da gezeigt wurde. Aber Fotografie ist bei einigen der Ergebnisse wohl nur noch ein Bruchteil des Entstehungsprozesses.
    jm2c,
    Martin

    1. Leider ist die EBV teilweise einfach schlecht. Wenn man bei einem Greifvogel das Geschüh wegretuschiert um aus einem Showvogel einen Wildvogel zu machen, dann sollte man sich auch um den Schatten des Geschühs kümmern und den Fuß so hinbasteln, dass er nach Vogel aussieht. Und viele der “Siegerbilder” sind bei Workshops entstanden, bei denen der Workshopleiter Motiv und Kameraeinstellungen vorgibt und der Teilnehmer nur noch abdrücken muss. Es ist die Frage, wie lange so etwas noch gut geht….

      1. Für mich sehen viele Farbaufnahmen aus wie fotorealistische Gemälde… das ist nicht meins.
        Falls Du die Aufnahme von dem rüttelnden Turmfalken meinst, die sieht mir nicht manipuliert aus.
        Der Schattenwurf dürfte wirklich von den Fängen stammen und ist wohl dem schrägen Licht geschuldet.
        Der Turmfalke ist auch eher ungewöhnlich als Showvogel und kommt in freier Natur noch recht häufig vor.

        Werner

  3. Ich finde die Idee einer “deutschen Fotomeisterschaft” schon recht bizarr. Um das Ergebnis eines kreativen Prozesses in höher, schneller, weiter einsortieren zu wollen fehlt mir wohl der Konkurrenzgedanke. Einen Fotowettbewerb kann ich ja vielleicht noch nachvollziehen, aber ich würde schon das lieber gemeinsame Ausstellung nennen wollen.

    1. Es geht dabei um ein weltweit etabliertes “Punktesystem”. Wenn man so und so viele Annahmen, Preise etc. bekommen hat, dann bekommt man dafür Punkte. Und wenn man genug davon hat, bekommt man einen Titel. Die Titel vergibt die FIAP. Fédération Internationale de l’Art Photographique. Es gibt drei Titel: A-FIAP, E-FIAP und M-FIAP. Artiste, Excellence und Mâitre. Und um so nen Titel zu kriegen, muss man halt bei den Meisterschaften in Deutschland mitmachen und “Siegerbilder” liefern. Da kann man mit der Zeit richtig Geld loswerden, bis man so einen E-FIAP hat. Das sind einige tausend Euro an Teilnahmegebühren und Printkosten…. Wer sich seine Fotos von Workshopleitern hinstellen lässt, wird natürlich noch viel mehr Geld los. Da sind es dann zigtausend Euros… Aber – *schulterzuck* – man hat dann nen Titel, den man sich an die Wand nageln kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.