Helge und die Gummis

Olympus stellt ja so sukzessive die Reparatur alter Hardware ein – wenn halt keine Ersatzteile mehr da sind. Teilweise werden Objektive gar nicht mehr repariert, sondern einfach durch andere ersetzt. Mal gebrauchte, mal neue. Auch wenn eigentlich gar nichts Großartiges kaputt ist.

Bei Helge war an seinem 50er Makro der Gummiring kaputt – die Gummimischungen fangen mit der Zeit an, klebrig und bröselig zu werden. Also hat er sich erkundigt, wo er das repariert kriegt und die Angebote lagen so bei 150 Euro.

Helge hat also einen neuen Gummi designt, fertigen lassen, und selber drübergezogen. Wer das auch haben will, Hier gibt’s die genaueren Infos dazu.

So sieht das ab Werk aus:

Und so sieht das aus, mit Helges neuem Gummi….

Helge sucht gerade nach Möglichkeiten, dass man das auch in Deutschland kriegt, ohne den Umweg über Österreich. Aktuelle Infos gibt’s eben auf seiner Website.

Disclaimer: Ich bekomme von Helge keine Provision, ich habe keinen Gummi von ihm bekommen und da mein 50er (siehe oben) auch noch nicht davonbröselt, glaube ich auch nicht, dass ich akut einen brauche. Ich bekomme also von Helge für diesen Post weder direkte noch indirekte Vorteile. Ich berichte lediglich als Journalist über dieses Produkt – das ich für interessant halte….

6 Replies to “Helge und die Gummis”

  1. ich noch mal, straight and honest.

    als Olympus vor 30 Jahren die Reparatur von OM 4 (Ti) etc. und der Linsen einstellte, die verbliebenen Ersatzteile ich Portugal verschiffte, und es in Hamburg (wo ich damals lebte) nur eine private Reparatur-Werkstatt für Oly gab, habe ich das erste Mal meinen Oli-Kram abgegeben en, auch ein 2/90 macro, 3,5/24 Shift und das 2/180: kein Pappenstiel.

    Ich finde das weder ökologisch , noch Profi-like, noch kundenfreundlich… die Anschaffung einer (semi)professionellen Fotoausrüstung ist schon eine BEWUSSTE INVESTITION. Die Olympus-Policy macht nicht mal Amateure glücklich.

    verstehe ich nicht, wie die ticken.

    sieht aus nach Borniertheit (sollen die halt ins neue System einsteigen) oder geplanter Obsolszenz.

    Beides Grund, mich von Oly und mFT zu verabschieden.

    1. Es wird Dich erstaunen – aber das ist bei allen Herstellern so der Fall. Und nicht nur Kameraherstellern sondern auch Autoherstellern. Das hängt damit zusammen, dass Ersatzteile nur in begrenztem Maßstab hergestellt werden können. Sobald Elektronik – speziell ASICs – in irgendwas drin sind, ist die Lebensdauer durch die Haltbarkeit der Halbleiter beschränkt. Die Dinger altern auch im Regal und eine Nachfertigung ist unmöglich. Bei Kunststoffteilen ist es das Gleiche. Die Presswerkzeuge geben eine gewisse Menge her und dann ist das Werkzeug erledigt. Die Plastikteile halten ne gewisse Zeit und dann gehen sie kaputt. Von alleine. Sie lösen sich (leider) nicht auf, verlieren aber wichtige Eigenschaften. Nachfertigung mangels Werkzeugen nicht möglich. Für 2CVs gab’s ne Zeitlang “New Old Stock”-Kunststoffdächer, die ein Heidengeld kosteten und sternschnuppenhafte Lebensdauer hatten – weil der Kunststoff bereits spröde geworden war, obwohl die Dächer immer korrekt gelagert waren.
      Es ist bei Olympus echt nicht alles Gold. Und mich nervt’s auch, dass mein 50-200 nicht mehr repariert wird. Aber ich seh’s ein. Meine Exakta hat ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel und braucht längst einen neuen Verschluss, nicht weil die in der DDR da böse mit begrenzter Lebensdauer geplant haben – sondern schlicht weil der Tuchverschluss spröde geworden ist. Und wenn niemand mehr neue Tuchverschlüsse herstellt, dann kann die Kamera ansonsten blankes Blech mit unendlicher Lebensdauer sein – sie wird nur noch für die Vitrine taugen.

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