Die Grebulonier.

Die Grebulonier haben in „Mostly Harmless“ die Erde in dieser und allen Paralleluniveresen mit Hitzestrahlen gegrillt. Denn bekanntermaßen hatten es die Vogonen mit ihren Waffen immer nur vorübergehend geschafft, die Erde zu zerstören.

Ja, Adams hatte keine Lust mehr auf „Anhalter“ und bemühte sich in seinem letzten Band, alles, was noch irgendwie ein Sequel provozieren konnte, in die Luft zu jagen.

Das beste Buch, das Adams jemals geschrieben hat, ist übrigens „Last Chance to see“, mit dem Fotografen Mark Carwardine . Der ein Team hat, das seine Vorträge auf FB promotet und – er hat sogar einen Instagram-Account. Mit lächerlichen 10k Followern. Und tollen Bildern. Jo. Er ist Canon-Fotograf, aber wer weiß, wie lange noch… 😉

Während der Arbeit zu dem Buch ist eine der Tierarten, die sie fotografiert haben, ausgestorben. Mittlerweile befinden wir uns im größten Artensterben seit der Kreidezeit. Und es geht nicht nur um Viecher. Auch die Pflanzen verschwinden. In Nordbayern vertrocknen hektarweise die Wälder. Die „Weltarche“, der Kühlschrank im „ewigen Eis“ auf Spitzbergen, in der für den Fall der Katastrophe ein Samenvorrat für den Neustart eingelagert ist, ist abgesoffen, weil eben das ewige Eis geschmolzen ist.

Gletscherschmelze in Norwegen.

Vielleicht beschießen uns die Grebulonier schon mit Hitzestrahlen und wir haben es nur noch nicht gemerkt? Kann ja kaum sein, dass wir so bescheuert sind, uns selbst zu grillen?

Von Adams stammt auch ein anderes Konzept: Das „PAL“-Feld. Das Problem-Anderer-Leute-Feld. Man kann etwas unsichtbar machen, indem man es einfach zum Problem anderer Leute erklärt. Das haben sie mit uns über Jahrzehnte gemacht. Der Klimawandel war das Problem von irgendwelchen Typen in Zentralafrika und auf Südseeinseln die man nicht kannte, und die auch nicht im Dschungelcamp mitspielten. Deutschland galt als „Klimawandelgewinner“.

Leider ist der Generator für das Feld zusammengebrochen. Die Brunnen in Deutschland, die seit dem Mittelalter Wasser gegeben haben, trocknen aus. Es wird Zeit, dass die Bundeswehr bei uns Brunnen bohrt – nicht in Afghanistan.

Paul Reiffer hat einen Blogeintrag zum Thema Instagram, Fotografie und Umwelt geschrieben. Das betrifft auch mich. Denn ich mache Bücher und mein Verlag hat mich schon mal gebeten, die GPS-Koordinaten der Bilder mit abzudrucken, weil die Fotografen die bräuchten, um das Bild nachzuknipsen. Das war vor Jahren und ich habe mir immer gedacht, wer ist schon so doof, nach GPS irgendwohin zu fahren, nur um ein Bild, das er schon vorliegen hat, noch mal zu fotografieren. Man soll halt die Menschheit nicht unterschätzen.

Es gibt mittlerweile Fotografen, die ein Motiv, wenn sie es fotografiert haben, zerstören, nur damit es niemand anderes mehr fotografieren kann. Quasi „Last Chance to knips“. Und so sind wir gerade dabei, unsere ganze Erde zu zerstören, Hauptsache, wir haben vorher ein Foto davon gemacht, auf Instagram gestellt und 300 Likes kassiert.

Ein Fjord. In Norwegen. Irgendwo.

Leute, die meinen Blog lesen, werden merken, dass die Posts, in denen ich dieses Thema aufgreife, häufiger werden. Es beschäftigt mich. Ich habe jahrelang den Wissenschaftlern geglaubt, dass wir noch Zeit haben, was zu machen. Jetzt stellen die fest, dass sie sich grandios geirrt haben. Dass alles weit schlimmer ist, als sie berechnet haben. Murphys Law: Was schief gehen kann, wird schiefgehen.

Wir müssen jetzt handeln. Wir haben, nach optimistischen Prognosen, noch bis 2025 Zeit, auf Netto Null zu kommen. Es muss uns allen gelingen, in diesem Zeitraum klimaneutral zu werden. Wenn wir das schaffen, dann können wir weitermachen. Wenn wir es nicht schaffen – und das meint nicht nur uns Privatleute, sondern vor allem die Damen und Herren in den Vorstandsetagen und Parlamenten – dann haben wir endgültig verkackt.

Das hier ist eine Doku vom Klimacamp Erlangen, die ich mit ein paar Leuten von Fridays for Future gedreht habe. Vielleicht zeigt das ein bisschen, wie die Leute ticken, die versuchen, uns allen den Arsch zu retten.

16 Replies to “Die Grebulonier.”

    1. Wir müssen lernen, uns gegenseitig Hilfe zu leisten. Diese Leute, die da mitsamt ihren Häusern versenkt werden – da gibt es viele Dörfer in England, die das treffen wird. Pennan zum Beispiel, den Ort von „Local Hero“ in Schottland. Die Dämme zwischen den Orkneys werden verschwinden. Der Hindenburgdamm nach Sylt – jetzt noch fotografieren. All diesen Leuten muss geholfen werden. Denn nur wenn wir uns in der Katastrophe helfen, werden wir überleben. Niemand wird sich Sicherheit kaufen können. Die Superreichen diskutieren schon darüber, wie sie sicherstellen können, dass sie nicht von ihren Sicherheitsleuten, Wartungstechnikern und Köchen abgemurkst werden.

  1. Bin gerade in der Bretagne, am Meer. Eine Gegend, die wahrscheinlich absaufen wird. Das Meer 5 min vom Haus entfernt. Herrliches Sommerwetter. Im Nachbargarten stellen sie gerade einen elektrisch beheizbaren Whirlpool auf ! Uns rettet keiner mehr. Wir sind einfach zu dumm……….

    1. Ja Matthias,
      du beschreibst es treffend.
      Ich bin häufig im Elsass. Auch da kann man sehen, dass die Franzosen ein anderes Verhältnis zur Elektrizität haben (sehr häufig noch Nachtstromheizungen).
      Gruß

      1. Der CO2-Ausstoß eines durchschnittlichen Franzosen liegt bei etwa 6,9 Tonnen/Jahr. Ein Deutscher emittiert 11 Tonnen/Jahr. In Frankreich hat die Regierung den Klimanotstand ausgerufen.

        Wir müssen erstmal unsere Hausaufgaben in Deutschland machen. Da ist noch ein bisserl was zu tun.

        1. Naja…
          Du hast ja selbst „drüben“ gepostet, wie groß die Bereitschaft ist, überhaupt zuzugeben, dass wir „ein bisserl was zu tun“ haben:
          https://fotografierer.com/?p=634
          Solange es (eigentlich intelligente) Menschen gibt, die, warum auch immer, derartigen Schwachfug verbreiten, wird das mit dem „bisserl was tun“ nix werden.

          Ich befürchte ja, dass auch Donald Blondlocke wiedergewählt wird, u.a. weil er den Leuten verspricht, dass sie eben kein „bisserl was“ gegen den Klimawandel tun müssen 🙁

          jm2c, Martin

          1. Das Interessante ist, dass die USA unter Trump bessere Klimawerte haben als unter Obama – und auch besser als die BRD unter Merkel. Macht nicht viel aus, ist aber so. Das hängt garantiert nicht an Trump, sondern einfach am Bewusstseinswandel der Amerikaner.
            Und auch die Bayern sind ja eigentlich die Musterkinder bei der Energiewende. Es gibt nur noch ein einziges Kohlekraftwerk in Bayern, das nennenswert Co2 produziert. (Die Bayern haben einen Pro-Kopf-Ausstoss von CO2 von 5 Tonnen. Hamburg liegt bei 8 Tonnen, NRW bei 14 Tonnen. Alles Primärenergieverbrauch.) Das ist ja das Schräge. Die Chinesen haben Zubauraten von erneuerbaren Energien, von denen wir nur träumen können. Ausgerechnet die Briten senken ihren CO2-Ausstoß radikal.
            Der Chef des größten Versicherungskonzerns der Welt (Münchner Rück) stärkt den Fridays den Rücken und große Teile der Sozialdemokratie versuchen zu verzögern wo es geht. Die Gewerkschaften stehen mit beiden Beinen auf der Bremse. Meine altbewährten Freund/Feind-Schemata funktionieren nicht mehr.

            Ja, wir müssen mehr tun, als „a bisserl was“. Viel mehr. Ich versuche es im Rahmen meiner Möglichkeiten. Mehr kann ich nicht tun.

  2. „Die letzten Ihrer Art“ wie das Buch von Douglas Adams in deutscher Fassung heißt, ist lesenswert.

    Lesenswert sind auch immer die Hefte der Böll-Stiftung: https://www.boell.de/de/boellthema-alle-digitalen-ausgaben
    Und auch die Atlanten: https://www.boell.de/de/die-atlanten-der-heinrich-boell-stiftung?dimension1=division_stift
    Sehenswert ist der Dokumentarfilm: http://www.unsere-grosse-kleine-farm.de

    Ach: falls jemand aus München ist, nächsten Sonntag um 16:00 Uhr: https://munichforfuture.de

  3. Danke für das Video Reinhard,
    ich hoffe, dass viele Menschen es sehen und dass der Protest anhält – steter Tropfen – und bald Ergebnisse bringt.
    Ein wenig fühle ich mich an meine Zeit gegen Ende der 60ziger erinnert.
    Gruß Rainer

    1. Danke! Ging auch nicht gegen Dich. Es ist strange – niemand von uns kann im Alleingang irgendwas bewirken. Weder im Positiven, noch im Negativen Sinne. Nur große Firmen und Regierungen können. Ein Kreuzfahrtschiff ist irrelevant. 10.000 davon sind es nicht mehr. Aber trotzdem ist jeder Einzelne gefragt, sein Leben nachhaltiger zu gestalten. Denn die Summe macht’s dann halt doch wieder. Es gibt keinen Klima-Superhelden, der die Welt retten könnte. Wir können das nur gemeinsam tun. Wir alle, die wir alle keine Heiligen sind. Es hängt an jedem Einzelnen – und dann doch wieder nicht.
      Damit muss man erstmal zurechtkommen.

      1. Genau, man muss für sich selbst was im Kleinen tun , auch als Beispiel für Nachbarn (weniger Fleisch, Bio, weniger Auto, Naturgarten, ….) UND auch daran arbeiten, dass sich im Großen was tut (Wahl, Mitgliedschaft in Verbänden/Vereinen, Petitionen, Demos, …).

        1. Ich sehe da ehrlich gesagt wenig Chancen. Auf der einen Seite nutzen die Jugendlichen gerade die Möglichkeiten der Demokratie um auf unser Versagen hinzuweisen.

          Auf der anderen Seite…

          Wie soll ich in meiner Gewerkschaft (IG BCE) dafür eine demomratische Mehrheit erzielen? Gehe mal nach Cottbus und halte da einen Vortrag zum zeitnahen Ausstieg aus der Braunkohle. Selbst als da neulich ein Stromspeicher ans Netz ging wurde bemängelt, dass dieser von einem Konzern errrichtet wurde, der seinen Profit mit der Kohle macht. Ja aber wer sonst soll diesen Speicher finanzieren Greenpeace, der Staat? Klar wäre auch das denkbar, aber ist das bisher geschehen?

          Die Schweiz und Österreich haben ihre Basistunnel durch Gotthard, Lötschberg und Brenner fertig oder liegen relativ im Zeitplan. Die Anschlussverbindungen durch Deutschland werden nicht fristgerecht fertig, nein schlimmer noch, sie sind noch nicht mal projektiert. Was bisher existiert sind Bürgerbewegungen dagegen. Aber die gibt es ja auch gegen Stromtrassen, Windräder…

          Ich habe kein Auto, nichteinmal einen Führerschein, weil ich das in Berlin nicht brauche. Ist aber keine Lösung für Leute auf dem Land. Es sei denn die ziehen da weg in die Region ihrer Arbeitgeber. E-Autos – so wie die Mehrheit sie will – schnell, geräumig, große Reichweite haben erst nach 10 Jahren eine bessere Öko-Bilanz – vorausgesetzt der Strom ist sauber und der Akku lebt dann noch. Kleine Fahrzeuge mit Reichweiten bis 100 km wären nach 3 Jahren sauber. Achso, wie das Lithium abgebaut wird und die Folgen daraus für Mensch und Natur – dagegen ist dann Braunkohleabbau Kindergarten.

          Ja, es ist spät und vielleicht reicht es diesmal im Vergleich zum Ozonloch oder Waldsterben nicht, um noch sauber die Kurve zu kriegen. Nur man muss sich auch darüber im Klaren sein, was die Folgen aus den Forderungen nach der Öko-Wende sind. Die Mehrheit der Bevölkerung steht eben nicht hinter einem konsequenten Wandel, wenn sie sich bewusst wird was das bedeutet.

          Mir persönlich stellen sich zwei Fragen:
          Wieviel Demokratie bin ich bereit preiszugeben für den Wandel. Denn darauf wird es hinauslaufen, wenn die Forderungen erfüllt werden sollen. Was ist sonst noch der Preis, wenn die Gesellschaft gespalten wird – Gewalt auf beiden Seiten?

          Wie steht es um unsere Moral. Der „Klimawandel“ existiert nicht erst seit ein paar Jahren. Es war uns egal als Urwälder zu Agrarland oder Agrarland sogar zu Wüste wurde. In GB saufen ein paar Orte ab, viele Menschen haben aber ihre Heimat längst verloren weil sie abgesoffen oder versalzt ist. Zerstörte Inseln durch Atombombenversuche gehören wie Seuchen, Hunger oder politische Instabilitäten (wegen früherer Kolonialisierung) zwar nicht zum Klimawandel. Nur wie wirkt das wohl auf die Völker, die schon seit Jahrzehnten in den Abgrund blicken. Wir haben ja unsere Chance gehabt. Wenn die Rübe auf dem Hauklotz vom Henker liegt, kommt das Jammern einfach zu spät. Der Wechsel zur Zahnbürste mit Holzgriff ist nett für das Seelenheil. Aber solange wir Regierungen dafür Abstrafen, dass sie uns etwas abverlangen… Wer wird nach Schröder nochmals riskieren seine Partei zu versenken (mal unabhängig vom Thema).

          Mit dem Flixbus zur Demo kann wachrütteln, aber wer sich nicht intensiv mit dem Anliegen der Jugendlichen befasst sieht auch nur eine Demo gegen den Klimawandel und nicht eine Forderung nach persönlichen Einschnitten.

          Viele Grüße
          Frank

          1. Hallo Frank,
            Zu dem, was Du geschrieben hast, kann man ganz viel schreiben. Erstmal: Die Jugendlichen können die Möglichkeiten der parlamentarischen Demokratie gar nicht nutzen – sie haben kein Wahlrecht.
            Gegen den Klimawandel gehen Menschen jeden Alters auf die Straße – kuck Dir das Video an. Die Reduktion der Proteste auf Kinder ist bequem – aber falsch.

            Ansonsten wehre ich mich dagegen, dass wir aufgeben, bevor wir überhaupt angefangen haben, es wenigstens zu versuchen. Genau damit rechnen die, die noch den letzten Rest aus dieser Erde rauspressen wollen. Leute, die die Illusion haben, der Katastrophe mit ihrem Geld entfliehen zu können. Das dollste Privatkino ist aber etwas langweilig, wenn niemand mehr neue Filme dreht. Dosenfraß ist auf die Dauer öde, wenn es kein Bauern mehr gibt. Deshalb sind amerikanische Millionäre jetzt auf den Trichter gekommen, zugunsten von Klimaaktivisten wie Extinction Rebellion zu sammeln. Weil nur von dort noch genug Druck aufgebaut werden kann, um das Rad noch rumzureißen. Prince Charles hat gesagt: „Wir haben noch 18 Monate.“ Ist Sauknapp. Dann sollten wir langsam loslegen. Wenn es in eineinhalb Jahren nicht geklappt hat, dann können wir immer noch jammern, dass alles zu spät ist.

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