MC20 vs MC14 vs ganz ohne

Telekonverter zu testen ist nicht so ganz einfach. Dass der MC-20 dem EC-20 bei FTs überlegen ist, obwohl er ja offiziell mit den Optiken gar nicht geht, habe ich ja schon festgestellt. Aber was kann er an den mFT-Optiken?

Die Frage ist weniger, dass er vergrößert- das hat er ja schon bewiesen. Die Frage ist, wie es mit dem Auflösungsverlust aussieht. Denn der Konverter vergrößert ja einen Ausschnitt aus der Mitte des Bildes. Und dass das ohne Verlust mit gleicher Auflösung wie ohne Konverter geht – das glaube ich erstmal nicht. Denn das würde bedeuten, dass das 40-150 und das 300er grob 80MP auflösen würden. (OK, es sind weniger, weil ja nur der Sweet-Spot in der Mitte vergrößert wird.)

Also habe ich mich drangemacht, das mal zu testen. Zuerst mal bin ich wieder auf das Kreuz der benachbarten Kirche los. Mit nacktem Objektiv, und mit MC-14 und MC-20

40-150 ohne Konverter
40-150 mit MC-14
40-150 mit MC-20

Ich denke, man sieht hier schon gut, was man mit dem MC-20 erreichen kann. Der Detailgewinn gerade gegenüber dem MC-14 ist frappierend. Alle Bilder sind übrigens mit Blende 8 und gleicher Belichtungszeit gemacht.

Jetzt wird’s aber haarig – jetzt habe ich den halbwegs gleichen Abbildungsmaßstab eingestellt – ich habe schlicht das Stativ immer näher ans Motiv gestellt. Auch hier wieder erstmal alle mit f/8.

Das hier ist das ganze Bild (weil’s netter aussieht mit f/2,8). Und hier kommen die Crops mit f/8:

Von oben nach unten: 150mm, 210mm, 300mm. Also das nackte 40-150, dann mit MC-14 und dann mit MC-20. Jeweils natürlich vom Stativ und mit MF scharfgestellt. Was auffällt: bei den beiden Konvertern finden sich breitere helle Kanten an den Kontrastkanten. Da sind im RAW klassische grüne/rote CAs, die das Objektiv allein nicht hat. Die Kamera entsorgt die natürlich, aber sie vermindern die Detailauflösung. Was auch auffällt: das 40-150 OHNE Konverter wirkt weicher als mit Konverter. Das liegt aber nicht daran, dass ich nicht manuell scharf stellen kann, sondern dass die beiden Konverter auf Kontrast=Schärfe optimiert sind. Sie opfern Farbverläufe um Kontrastkanten hervorzuheben. Die Orchidee hat kein Fell oder Federn, wo das prima aussieht. Die Orchidee wird dadurch „fleckig“. Und noch ein Problem gibt es dadurch. Durch den starken Kontrast bricht die Auflösung ab einem bestimmte Punkt zusammen. Fell oder Federn werden schlagartig matschig, Reflexe auf nassem Gefieder werden überbetont.

Fazit: Olympus kann nach wie vor nicht hexen, aber das, was sie mit dem MC-20 abgeliefert haben, kann sich wirklich sehen lassen. Der Konverter ist allerdings nicht ganz einfach zu handhaben. Ein Beispiel von einem Kollegen mit dem 300er:

Und hier der Crop:

Selbstporträt mit Huhn – Spaß beiseite. Durch den Konverter verändert sich die Naheinstellgrenze nicht – aber der Abbildungsmaßstab. Und damit die Schärfentiefe. Wie man sieht, ist das schon ein arg knappes Höschen. Übrigens ISO 2500. Da verliert man schon ein bisschen Farbdifferenzierung. Klar – Blende 8, da braucht’s Licht. Viel Licht.

Die Frage noch: ist der MC-20 mit dem 40-150 f/2,8 ein Ersatz für das 75-300? Ich würde sagen, ja. Die Kombi ist zwar deutlich größer, aber die Bildqualität ist überlegen. Und ohne Konverter hat man ein weit besseres Objektiv mit f/2,8. Allerdings kostet die Kombi auch das Doppelte. Aber wer ein 40-150 hat und sich überlegt, das 75-300 anzuschaffen – dann wohl eher den MC-20.

5 Replies to “MC20 vs MC14 vs ganz ohne”

  1. Vielen Dank Reinhard für den Test.
    Beim Lesen des MC20 Test habe ich schon daran gedacht, ob Du Dir den MC14 auch ansehen kannst…..

    Eine banale Frage zum MC oder EC14:

    Wenn ich jetzt 800mm habe und ein 1,4er ist dazwischen. Habe ich dann 1200mm oder 1120mm Brennweite am Sensor? F ist klar +1 Blende.

    Wenn ich 2 1,4er verwende: Sollte ich dann bei 1600mm landen (+2 Blenden langsamer) oder ?

    Siegfried

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