Firmware-Hack für aktuelle Olys

Die Russen sind schuld….

Wieder mal. ABel aus dem Mu-43.com-Forum hat E-M5II, E-M1, E-M1II, PEN-F und E-M10II gehackt und ihnen zusätzliche Features spendiert: Er hat die Videolaufzeit verlängert, so dass sie nur noch durch die 4GB-Grenze beschränkt wird – und dass man mehrere Stunden hintereinander filmen kann. (Der Film wird in mehrere 4GB-MOVs aufgeteilt.)

Und er hat die Stacking-Begrenzung aufgehoben, so dass man nun mit allen Objektiven stacken kann. Und zwar auch mit Panasonic-Objektiven oder dem 45er 1,8. In der Kamera.

Wie üblich, wird die FW über SD-Karte geflasht.

Ich habe mich mit Olympus in Verbindung gesetzt und um einen Kommentar gebeten.

Erste Aussage ist klar: Die Garantie der geflashten Kamera erlischt. Sofort.

Zweite Aussage: Für Schäden an der Kamera durch die gehackte Firmware wird nicht gehaftet.

Was kann nun passieren:

Das Flashen mit SD-Karten ist eine heikle Sache. Es kommt in bis zu 10% der Fällen vor, dass beim Übertragen der Firmware von SD-Karte auf  die Kamera ein Übertragungsfehler auftaucht. Das kann völlig unbemerkt bleiben, wenn der Bitfehler in einem Textfeld ist, es kann seltsame Erscheinungen unter bestimmten Bedingungen hervorrufen oder die Kamera kann sich spontan in einen Ziegelstein verwandeln. No Risk, no Fun, aber es ist halt die Frage, ob’s das wert ist.

Verlängerte Videolaufzeiten: Der Grund für die bisherigen Begrenzungen ist ein rein monetärer: die Zollbestimmungen machen aus jeder Kamera, die 30 Minuten oder länger filmen kann, ein Videogerät. (Wird die Kamera nun gehackt, müsste man da eigentlich Zoll nachzahlen…?). Allerdings hat es noch eine andere Folge, wenn man die Laufzeiten verlängert: Das ausgefinkelte Temperaturmanagement der Kamera kann ins Schleudern kommen.  Das kann soweit kommen, dass der Sensor eben nach einer Stunde abraucht. Olympus hat die Temperatur seiner Sensoren zwar ziemlich gut im Griff, aber wenn es blöd kommt….

Stacking-Begrenzung: Dem Objektiv ist es völlig Banane, ob es Fokus-Bracketing mit oder ohne Stacking macht. Das ist eine Sache der Kamera und jedes Objektiv, dessen Fokusmotor die Schritte für Fokus-Bracketing kann, kann rein prinzipiell auch Stacking machen. Es gibt dabei allerdings einen kleinen Haken. Der Unterschied zwischen Bracketing und Stacking liegt darin, dass Bracketing stumpf von AF-Punkt bis unendlich geht. Stacking aber von einem AF-Punkt zuerst nach vorne und dann nach hinten arbeitet. Die Kamera muss also haarklein wissen, wie groß die Schärfentiefe bei jeder denkbaren Blende und jedem Abbildungsmaßstab ist, damit das Objektiv den Schritt nach vorne machen und ohne Lücken nach hinten fahren kann. Dazu kommt noch, dass ja dieser Effekt auch bei den Fokusschritten 1-10 ähnlich sein muss, wie bei den anderen Objektiven.

Nun gibt’s noch eine Gemeinheit: Der Russen-Hack hebelt ja nur die Abfrage nach dem Objektiv aus. Damit stacken zwar alle Objektive – aber es gibt eben keine objektivspezifischen Parameter mehr.

Die Frage ist nun:  merkt man’s? Das kann ich nicht beantworten. Das dürfte erheblich Aufwand benötigen, um für jedes Objektiv alle Situationen und Blenden zu überprüfen und herauszufinden, wo die Stacks nicht sauber laufen – und wo es bei welchen Objektiven woran liegt.

Wie immer muss es jeder selbst wissen, ob es ihm das Risiko wert ist. Wenn jemand zwei E-M1en rumliegen hat und partout mit seinem 45er in der Kamera stacken will, weil er sich weder das 60er Makro noch das 40-150 Pro kaufen will – kann man ja mal versuchen.  Wenn’s schiefgeht – ich war’s nicht.

 

 

12 Replies to “Firmware-Hack für aktuelle Olys”

  1. Moin Reinhard, zeigt es aber doch was noch möglich wäre … und “die” haben mit Sicherheit noch nicht alles ausgeschöpft. 😉 Überhaupt ist ja der Kontext, dass die E-M1 II ein klein wenig hinterher hinkt in der FW-Pflege und -Möglichkeiten! … wenn ich da nur an die EM1 denke!

    1. Ja das kann man, aber Reinhard hat auch die Risiken genannt, was da passieren könnte (Instabilität, Abrauchen usw.). Hardware hat auch nun mal Grenzen.

      Dass die E-M1.1 später Fokus-BKT mit internen Stack und LC bekam, ist natürlich wunderbar. Gerade bei Focus-BKT ist aber wegen der Belichtungszeit nach unten Grenzen gesetzt. Bei sehr wenig Licht hat man nur die Möglichkeit, den ISO-Wert zu erhöhen, wenn nicht weiter aufgeblendet werden kann.

    2. Was wäre denn möglich? Eine Videokamera, die mehr kostet, weil sie anders verzollt werden muss. Wer dreht länger als 30 Minuten ohne jeden Schnitt? Ich kenne da nur einen Spielfilm.

      Schlampiges Stacken, da kann man gleich die Blende zumachen.

  2. Ich gehe mal davon aus, dass für die E-M1II noch was kommt. Das ist so eine Art Naturgesetz. Kaum bin ich mit dem Update eines Kamerabuches fertig, gibt’s ein Firmwareupdate. It never fails… 😉
    Das mit den Firmwareupdates für Kameras ist so ein Problem. Es gab ja mal ne Firmware für die E-M1 mit 4K. Nur leider hat das der Sensor nur ein paar Minuten überlebt, deshalb ist die Firmware nie rausgegangen. Der elektronische Verschluss der E-M1 – der Sensor konnte das ja schon immer, nur hat Olympus das anfangs nicht rausgegeben, weil die 1/13s Synchronzeit halt für haarigen Rolling Shutter sorgen (und eben auch beim Stacken mit Blitz Ärger machen.) . Das sind so die “Qualitätsprobleme”, gegen die Olympus ein bisschen allergisch ist. Da muss immer Überzeugungsarbeit geleistet werden, dass ein Feature mit Einschränkungen besser ist als kein Feature. Aber das ist ein dickes Brett….

  3. >>Ich gehe mal davon aus, dass für die E-M1II noch was kommt. Das ist so eine Art Naturgesetz. Kaum bin ich mit dem Update eines Kamerabuches fertig, gibt’s ein Firmwareupdate. It never fails… <<
    Das lässt ja doppelt hoffen (freu)! 🙂

    1. solange die Jungs Kameras hacken, hast der Rest der Welt seine Ruhe. Brauchen tut sowas wohl kaum jemand. (Hab jetzt mal von mir auf andere geschlossen).
      Ich nehme ja auch mein Auto, wie es vom Hersteller kommt und mache keine Änderungen, die die Garantie erlöschen lassen.

      Gruß Rudolf

    2. Ich hatte mir zu meiner – auch gebruacht erstandenen – GH2 extra noch eine zweite gekauft wegen dem dort verfügbaren Hack primär wegen der Aufhebung der Aufnahmebegrenzung von 30 Minuten. Wozu? Ich filme immer wieder mal Veranstaltungen wie Konzerte oder Aufführungen mit mehreren Kameras gleichzeitig und da möchte ich die Dinger gern ohne Unterbrechung durchalufen haben. Mittlerweilse gäb es wohl auch Camcorder, die ordentliches HD können und einigermaßen lichtstarke Optiken haben, aber wenn man die Objektive als µFT-ler eh hat, dann wär das nur die teurere Option.

  4. Zum Risiko: Woher hast Du die 10% Ahngabe bezüglich der Bit-Fehler und wie sicher bist Du Dir, dass Olympus zum Firmware-Update keinerlei Prüfsummen-Checks verwendet, um Übertragungsfehler auszuschließen? Das wäre sehr dilettantisch. Signiert ist die Firmware offensichtlich nicht.

    1. Es ist eine der Grundlagen eines Journalisten, dass er seine Quellen nicht verbrennt. Sagen wir mal so: Du kannst es glauben oder bleiben lassen. Wenn’s schief geht und die Kamera zickt, ist das Dein Problem. Ich hatte mittlerweile ausreichend Kameras in der Hand, die durch SD-Karten-Updates geschrottet worden sind.

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