
Ich hab’s letzthin wieder gesehen. Da fotografiert jemand bei Sonnenuntergang und die Bilder sind krass unterbelichtet. Und er merkt’s erst beim Chimpen. Warum dieses? (Kamera: OM-1)
Der erste Fehler ist der “S-OVF” oder bei den ganz neuen Kameras der “NightLV”. Im Studio sind die beiden unentbehrlich, bei der OM-1 braucht’s sogar den NightLV, weil der S-OVF mit OM-Capture nicht funktionert, Aber draußen ist der S-OVF kontraproduktiv. Wozu hat man einen LiveView mit Belichtungsvorschau, wenn man ihn abschaltet? Das Problem ist also: Man kuckt durch den Sucher, alles sieht einwandfrei aus, man knipst und wenn man dann die Bilder ansieht, kommt das böse Erwachen. Ja, man könnte sehen, dass da im Sucher die Unterbelichtung angezeigt wird. Aber wer kuckt da im Eifer des Gefechts schon? Eben. Also den S-OVF abschalten.
Und jetzt eben: Mit “M” stelle ich die Belichtung ein und wenn sich das Licht ändert und ich im Sucher den S-OVF habe, dann sehe ich in der Vorschau nicht, dass das nicht mehr stimmt.
“M” wird vielen Hobbyfotografen als “Königsdisziplin” verkauft. Nur in “M” bist Du ein guter Fotograf.
Nope.
Ja. Mit M geht alles. Völlig klar. Und manches geht überhaupt nur mit M. Vor allem, wenn man mit stark und schnell wechselnden Lichtverhältnisse zu tun hat. Externe Funkblitze. Studioblitze. So Zeug. Oder Sportfotografie, bei der die Lichtverhältnisse konstant sind, aber ein Team in schwarzem Dress gegen ein Team in weißem Dress spielt. Also M bei extrem schnellen Motivwechseln bei gleichbleibender Beleuchtung. Oder bei gleichbleibenden Motiven aber Licht, von dem die Kamera vor dem Auslösen nichts weiß.
In allen anderen Fällen bin ich mit M langsamer. Wenn ich genug Zeit zur Vorbereitung habe, dann klappt natürlich alles auch mit M. Aber ich muss buchstäblich jedes Bild einstellen. Das macht Mühe. Und kostet Zeit. Und lenkt vom Motiv ab.
OK, ja, es gibt Fotografen, die sind mit M fast genau so schnell wie ich mit A. Aber halt nur fast. Ich stelle bei mFT grundsätzlich Offenblende ein. Schärfentiefe reicht automatisch aus. Ich muss also nur die Kamera einschalten, draufhalten, klick. Fertig. Das einzige, was das Bild noch ruinieren kann, ist ein falsch positionierter AF-Punkt.
Mit M geht das nicht. Selbst wenn ich in M immer auf Offenblende habe, muss ich noch die Belichtungszeit einstellen.
Also: Wenn ihr eure Kamera aus dem FF könnt. Im Schlaf wisst, wie ihr den AF-Punkt einstellt – Größe und Position – wo WB und Bildmodus modifiziert werden und ihr auch noch grob den Lichtwert des aktuellen Bildes abschätzen könnt. Und – natürlich – die Korrektur der Belichtung trotz Nacht oder Mittagssonne korrekt vornehmen könnt.
Dann denkt über “Always M” nach.
Ich will niemandem den Spaß an der manuellen Einstellerei nehmen. Habe ich ja selber. Aber gebt dem “A” mal eine Chance. (Da gibt’s an der Belichtungskorrektur noch genug zum Drehen)
Ach ja. Was ist der S-OVF? Das ist der Simulated Optical Viewfinder. Der tut, als wäre er ein optischer Sucher. Mit automatischem Weißabgleich und automatischer Belichtung. Und wenn man immer nur durch den S-OVF kuckt, ergibt es natürlich auch keinen Sinn, den Weißabgleich zu verstellen. Ma sieht ja nicht, was man treibt.

Und hier noch ein bisschen Must-Knipps….

Wie oft hab ich mir anhören müssen dass richtige Fotografen alles manuell einstellen müssen und Blendenvorwahl im Modus “A” nur was für Knipser sei.
Ich kann “M”. Das hab ich schon vor 60 Jahren gelernt. Aber seit meinen analogen Nikons fotografiere ich mit Zeitautomatik bei Blendenvorwahl… auch heute noch mit meinen Olys. Manchmal in der Stadt sogar auch “P”. Merkwürdigerweise hat mich seinerzeit als ich ein Gewerbe im Fotografenhandwerk angemeldet hatte niemand gefragt in welchem Modus ich fotografiere…
Im übrigen halte ich es tatsächlich wie Reinhard und nutze im (Heim)Studio mit Blitz(en) natürlich “M” und “S-OVF”.
Gruß aus HH
Achim
Reinhard, Du schaffst es doch immer wieder mich zu beschäftigen 😉
Gruss Thorsten
“A”? Klar, zu 99% bei mir. Mangels Heimstudio. Ich weiß gar nicht, ob mein Drehrädle noch dreht. 😉
Auch ein meistens A Fotografierer und in M mit S-OVF bei entfesselt Blitzen. Capture muss ich mal ausprobieren, ich habe es einmal bei Dir gesehen und war sehr hilfreich. Danke für den Tipp mit Night-LV, da wäre ich von alleine nicht darauf gekommen.
Mein Schatz ist Profi:
Sie fotografiert im P-Modus.
Bei Reportage und im Urlaub etc. bin ich Amateur:
Ich fotografiere im A-Modus.
Wenn ich im Studio rumwerkel bin ich Monteur:
Dann benutze ich den M-Modus.
Geiles Bonmot!
Danke 🙂
P finde ich durchaus interessant, man kann recht einfach Blende und Zeit Kombi einstellen, als das automatische M. Der Rest über die Belichtungskorrektur.
Bin auch A Knipser. Hab aber immer wieder unscharfe Bilder, weil die Zeitautomatik nicht weiß, dss sich der Musiker auf der Bühne bewegt und die Belichtungszeit kürzer sein müsste. Umgekehrt bei statischen Motiven (und dem guten Stabi der Kameras) könnte oft die Belichtungszeit länger sein und der ISO-Wert eben niedriger. Da hätte ich gerne eine Möglichkeit zum Verschieben der Belichtungszeit, weg vom nicht immer passenden Kehrwert der Brennweite.
Hallo,
ich fotografiere auch oft im A oder S Mode. Alles gut, wenn man Zeit hat und die Lichtsituation bekannt ist.
Wenn es pressiert, habe ich damit schon öfter mal ins Klo gegriffen. Da schaut es am Sucher gut aus, zu Hause “Waaaaaaaas?”
Gerade bei Tageslicht passiert mir das öfter mal. Wenn man es da eilig hat, sollte man zumindest mal einen Sicherheitsschuss mit P machen, so als Laie.
Das Histogramm ist nützlich, nur wenn ich schnell schauen muss, ob alle her schauen, es alle eilig haben und nur kurze Zeit was möglich ist, wer schaut da auf das Histogramm. Zumal beim Testshot am Vortag die Lichtsituation zwar ähnlich, aber nicht identisch war. Dann ist man sich sicher und ist sicher verlassen… vom Fotografenglück XD
In meinem ersten Fotobuch stand noch, dass ein echter Fotograf gar keinen Belichtungsmesser braucht. 😉
Geschimpft wurde über die “Automatenkameras” aus Japan, gemeint war natürlich die Zeitautmatik. Da wird man automatisch zum Knipser, wurde behauptet.