
Das ist das Reichsmonument in Haugesund. 1872 eingeweiht, zur Erinnerung an die Schlacht von Hafrsfjord 872. Die hat seinerzeit Harald Schönhaar gewonnen. Und damit das erste mal Norwegen vereinigt. Mittlerweile ist diese Nummer nicht mehr so sicher, weil das alles eigentlich auf Snorri zurückgeht, der gerne Geschichten erzählt hat. Hier kann man ein bisschen zu Harald dem Ersten lesen. Unabhängig davon, dass niemand wirklich weiß, ob Harald Schönhaar nun ein böser Eroberer oder der Beender der ewigen Bürgerkriege war, (Die Wikinger haben nämlich, bevor sie anfingen, in Europa zu plündern, vor allem ihre eigenen Kumpels geplündert.) ist das Reichsmonument bei den Linken in Norwegen unbeliebt. Weil die davon ausgehen, dass der einer von den Bösen war. (Es ist die Frage, ob im 9 Jahrhundert überhaupt schon Leute existiert haben, die nach heutigen Maßstäben “gut ” waren….)
Auf jeden Fall ist vor kurzem ein weiterer König von Norwegen gestorben. Harald V. Und am 9. war das Begräbnis in Oslo. Die Begräbnisfeierlichkeiten wurden live übertragen und ich war zu diesem Zeitpunkt auf einer norwegischen Fähre.
Auf der Fähre wehte die Flagge auf Halbmast, es gab eine Schweigeminute an Bord und in der Lounge wurde die Feier übertragen. Und ich habe tatsächlich dort Menschen weinen sehen. Harald V war extrem beliebt – weil er sich nie weggeduckt hat und einen auf fetten Adel gemacht hat, sondern auch dorthin ist, wo es schlammig und dreckig war. Seine Frau Sonja ist ebenfalls beliebt – über das Queens Grey habe ich ja hier schon geschrieben.
Das oben ist auf jeden Fall das Reichsmonument heute. Halbmast geflaggt. Es gibt Staatstrauer und Trauer eines Staates. Letzteres habe ich hier erstmals erlebt.

Wir waren auch gerade in Norwegen als Harald starb. Es ist extrem beeindruckend, wie beliebt er in der Bevölkerung war. Vor den Kirchen und auf zentralen Plätzen lagen Blumen, in den Fenstern vieler Geschäfte stand sein Foto mit Trauerflor, Kinder malten Bilder mit kleinen Botschaften … Harald hat die Gesellschaft integriert, in ihm konnten sich die Norweger mit ihren Staat identifizieren. Man stelle sich dagegen Deutschland vor, wo Politiker nur noch spalten und selbst Bundespräsidenten nicht mehr sind als bessere Sonntagsredner. Wir haben uns im Dom von Tromsø in das Kondolenzbuch eingetragen (nachdem wir brav gefragt hatten, ob wir das als Ausländer dürfen) und die Beisetzungsfeierlichkeiten im Irish Pub “Brian Boru” in Bergen am TV verfolgt.
Hoi Reinhard
Ich liebe solche Reise(foto)reportagen ! Danke.
Gruss
Georg