Autovergleiche …

Autovergleiche sind immer dann gefragt, wenn man einem widerspenstigen Forenten irgendwas zu Fototechnik erklären will, was der Vollhonk sich ansonsten weigert zu kapieren. Hat jeder schon gesehen und wie alle Vergleiche hinken die natürlich ohne Ende. Ansonsten kann man fast drauf wetten – werden Autos angesprochen, hat jeder was dazu zu sagen – genauso wie absolut jeder Hobbyfotograf mit Freuden seinen fotografischen Werdegang darlegt. Ich kombiniere nun alles: Ich baue einen Lebenslauf anhand von Autofotos…..

Das Titelbild: Das Auto, mit dem ich von der Geburtsklinik abgeholt wurde. ID19. Hier steht die Kiste am Bodensee. Aufgrund von galoppierendem Rost wurde die gebrauchte ID19 1970 von einem brandneuen DS20 abgelöst:

Bordeauxrot. Neue Front, aber noch die alten Türen.

Meine große Schwester stieg 1974 mit einer Ente ein, finanziert von Papi:

Wintertuning a la Baumarkt: Einfach ne Styroportapete unter das Dach klemmen. Da durfte ich ein paar mal mitfahren – goiiiil. Wie Achterbahn. Da war DS mitfahren voll lame dagegen. Wie Wohnzimmer. Als ich dann den Lappen hatte, habe ich von meiner Schwester nen fast 20 Jahre alten Käfer bekommen. Rost. Noch mehr Rost. Die Trittbretter waren nicht zum drauf treten geeignet. Eineinhalb Jahre Spachtelmasse und Sprühdosenlack später hat der TÜV dem Drama ein Ende bereitet und meine erste Ente war fällig. Ein gebrauchter 2CV4.

6 Passagiere und der Fahrer. Im Winter. Mit den Standardreifen der Ente. Der Motor war innerhalb kürzester Zeit im Entenhimmel – hatte wohl schon nen Treffer weg – und wurde durch ein Aggregat aus einem 2CV6 ersetzt. Hui. Statt 95km/h jetzt 120 Sachen, die Türen flatterten so, dass man bei geschlossenen Türen nach außen winken konnte und die vorderen Trommelbremsen waren heillos überfordert. Der Spaß war kurz, der Rost war schon mit an Bord und eine Polizeistreife und der TÜV beendeten die Gaudi nach einem halben Jahr.

Was nun? Logisch. Eine neue Ente musste her:

In Taubenblau. 83er Baujahr. 29PS. Normalbenzin. Treue Kiste, die mehrere unverschuldete Unfälle überlebte und schließlich 1990 zerlegt wurde, alle guten Bauteile wurden eingelagert und der Rest ging zum Schrott. Warum? Weil 1990 die Fertigung der Ente eingestellt wurde und ich mir eine der letzten Enten sichern wollte.

Bidda schön. Baujahr 1990, 27PS, Schadstoffarm. Hier als Hochzeitsauto. Und ja 1990 sind noch solche Straßenbahnen in Nürnberg gefahren. Eigentlich könnte die Story hier rum sein, weil diese Ente noch heute in meinem Schuppen steht. Angemeldet und mit TÜV. Leider nagte auch an der Ente der Rost und so bekam sie nach 14 Jahren ein neues Rückgrat implantiert:

Der Rahmen hatte es hinter sich. Das lag daran, dass die letzten Enten in Portugal (!) gefertigt wurden, wo man mehr so zusammenschraubte, was man noch so im Garten gefunden hatte. Die 90er Entenrahmen starben reihenweise.

Wie man sieht – sie fährt noch. Und wenn man genau hinsieht, sieht man am hinteren Kotflügel, wo die Farbe abblättert, das Taubenblau des Kotflügels der Ente von 1983 vorspitzen…. Und ja, sie sieht etwas orange aus. Das “Vallelunga”-Rot von Citroen bleicht aus.

Die Marke mit dem Doppelwinkel hat mich natürlich auch sonst begleitet:

Ein BX 15TRE als Lastentier, leider beschloss der Motor zu zicken. Also umsteigen auf Bewährtes:

Ein DS Break in Bordeauxrot. Auch wenn’s mir keiner glaubt: Das Auto hat mal in einer Folge Polizeiruf 110 mitgespielt, Die, die sie in Nürnberg gedreht haben. 100.000 km später musste die DS wieder gehen, es wäre eine Totalrestaurierung angestanden. Ich hatte da gerade eine Vollzerlegung der Ente hinter mir und keine Zeit mehr. Parallel fuhr ich als Geschäftsauto einen Xanthia. Schnell, leise, sparsam, langweilig.

Als das Leasing auslief, kam ein XM, dessen Motor schneller verreckte als ich ein Foto davon machen konnte. Ein paar Jahre später ein Berlingo.

Sehr schönes Auto, irgendwann fing der Motor an, Ärger zu machen. Also in Zahlung geben, neuen C3 kaufen. ein paar Jahre, kaum war die Garantie rum, macht der Motor Ärger. Parallel noch einen Pluriel für die Tochter, der ja auch mal in einem Zingst-Video eine Rolle gespielt hat:

Kein Rost, aber Lenkgetriebe zickt. Wirtschaftlicher Totalschaden. Weg damit. Seitdem keinen Citroen mehr. Ich interessiere mich nicht einmal mehr für irgendwelche neuen Modelle. (Gibt es da überhaupt welche?) Das neue Logo sieht aus, als hätten sie eine KI beauftragt, die “SUV”s sind MeToo-Produkte, die Ausgliederung von “DS” ist albern und die Autos wirken, als hätten sie einen Chinesendesigner beauftragt, der bei den Herstellern in China rausgeworfen wurde.

Tja, es gibt nicht nur Kamerafirmen, die treue Fans vergraulen….

3 Replies to “Autovergleiche …”

  1. Mein erstes Auto 79 war auch eine Ente – eine Gelbe 😉
    Darauf zwischendurch mal VW Polo vom Schwager und dann der AX den ich auch 10 Jahre hatte (eine Mitarbeiterin hatte da aber eine Montagsauto erwischt!) und so gegen 200.000 km und als Diesel um 4lt/100km, dann der erste Berlingo der für Personentransport geeignet war ;-), auch brav fast 10 Jahre. entsprechen viele km, und wenn man sparsam fuhr war man mit 5,5lt Diesel dabei 😉 Danach ein C3 e-irgendwas – Kriterium möglichst wenig Sprit: Das stimmte auch, ich fuhr wieder mit 4lt/100km. Den verschenkte ich an meine Schwägerin und wurde vor kurzem mit >230 000 km in den Ruhestand versetzt.
    Während Corona schaute ich mich mal nach einen Auto um, bevor all der technische Schnickschnack Pflicht wurde -so dachte ich! Leider hatte Citroen keine passendes Auto mehr für mich: Mit wenig Verbrauch und Diesel wie damals der C3 e.
    Und ja, das Neue Logo finde ich auch schlimm. Und schlimm sind auch die “Farben” – eher “nicht Farben” der Automodelle !

    Ich fand einen Händler in der Nähe der Citroen und Toyota hatte, falls ich meine Citroen zurückgeben wollte. Dann den C3 eben an die Schwägerin verschenkt und in der Auslage eines großen Toyota Händlers, gerade mal 10 Gehminuten von meiner Stadtwohnung weg (günstig bei Service) stand ein Yaris der neuesten Generation. Hatte mich vorher auch nicht wirklich erkundigt über das Auto nur mit Frau angesehen und gefragt ob er passt. Es war der einzige auf Lager und in der höchsten Ausstattungsoption. Und so fahren wir aktuell, nur dieses mal mit unter 4 lt Benzin auf 100km. Mittlerweile auch >120 000 km.
    Tja und es ist ein “Computerauto” … also doch allen technischen Schnickschnack.

    Das nächste Auto wir aber ziemlich sicher rein Elektrisch. Am kleinen “Landsitz” werde ich mein Selbstbau Balkonkraftwerk durch eine größere Photovoltaik Anlage am Schuppendach ersetzen.

    Siegfried

  2. Oh – Citroën … 2017 ging mit dem letzten C5 die hydropneumatische Federung in Rente und damit DAS Alleinstellungsmerkmal verloren. Von den jüngeren Modellen sind für mich noch der C6 (2005-2012) sowie der DS5 (2011-2019) charaktervoll, der e-Méhari ist originell. Konzerne wie Stellantis lassen keine großen technischen Individualisierungen zu. Die Hülle ist anders, der technische Einheitsbrei darunter macht es rentabel.

    Die vereinfachten Markenlogos sind ein Trend und ziehen sich wie eine Seuche durch alle Hersteller.
    Vielleicht war es die Idee eines dieser Unternehmensberater, dem mal wieder alle folgen müssen ohne darüber nachzudenken, was sie da eigentlich machen.

  3. “… Seitdem keinen Citroen mehr. …”
    Und dieser Satz fällt erst nach mehreren Jahrzehnten der
    Benutzung von Citroen-Fahrzeugen. 😉

    Bei der Wahl des zukünftigen Autos fallen dann vmtl. auch
    alle Autos des Stellantis-Konzerns weg, weil die Modelle
    der Schwester-Marken ähnlich konstruiert sind und deswegen
    ähnliche Probleme haben werden.

    Die japanischen Autos sind weniger rost-/fehleranfällig,
    als die Citroen-Autos. Wobei die japanischen Autos von
    chinesischen Autos mittlerweile technisch überholt werden,
    genauso wie bei den Kameras.

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