Das Sigma 16mm f/1,4 gehört zur 1,4er-Serie der Primes. Die Objektive sind für APS gerechnet und das 16mm f/1,4 ist dementsprechend auch durchaus nicht so gaaaanz klein. Es wird neu derzeit um die 400 Euro gehandelt und im Gegensatz zum Olympus 17mm f/1,8 wird die Streulichtblende mitgeliefert.

Von links nach rechts – Olympus 17mm f/1,8, Sigma 30mm f/1,4 und das 16mm f/1,4.

Das Sigma liefert Licht für etwa f/1,5, ist also nur unbedeutend unter seiner Soll-Lichtstärke. Da kann man gut mit leben, der Unterschied zwischen 1,4 und der realen Ausbeute ist nur im direkten Vergleich zu sehen. Da habe ich bei Olympus schon weit Heftigeres gesehen.

Auch die Tonnenverzerrung des Objektivs hält sich in Grenzen:

Korrigiertes JPG
unkorrigiertes RAW

Das dürfte auch ein Verdienst der Tatsache sein, dass das Objektiv auf APS gerechnet ist – da kann man sich eine so brutale Tonne wie beim 17mm f/1,8 nicht leisten,

Die Schärfe fällt bei Offenblende zum Rand hin deutlich ab, aber immerhin gleichmäßig. Ich bin damit gut zurechtgekommen, 1,4 ist 1,4 – da wird die Schärfentiefe sowieso ein recht knappes Hemdchen.

Bei Blende 4 ist das Objektiv knackscharf von Rand zu Rand, da gibt es nichts mehr zu maulen:

Die 16mm bei mFT sind eher eine ungewöhnliche Brennweite. 17er kennt man, 14er auch, die 16 sind für viele Motive zu viel oder auch zu wenig. Man muss sich ein bisschen anders hinstellen, ein bisschen mehr laufen. Aber mit den 1,4 kann man wirklich lustige Effekte produzieren.

Das hier ist jetzt Blende 1,4. Obwohl sich die Sonne wirklich brutal spiegelt, sind keine Flares zu entdecken. Blendet man nun auf f/16 ab, so sieht das so aus:

Ein bisschen grünes Grid um den Stern, aber ansonsten sauber. Die bei Sigma können das. Das muss ihnen der Neid lassen.

In Summe: ein sehr dezent designtes Objektiv, das zwar nicht schwer, aber groß ist, einen absolut konkurrenzfähigen Preis hat und an dessen Bildwinkel man sich gewöhnen muss. Der AF ist schnell, exakt und fast lautlos.

Eine geile Scherbe mit 67mm Filterdurchmesser. Kann man kaum was falsch machen, wenn man lichtstark im Weitwinkelbereich unterwegs sein will. Das 17mm f/1,8 ist nicht billiger, eine halbe Blende lichtschwächer, hat eine weit größere Verzerrung und ist kaum schärfer. Wenn man jemanden findet, der einem das Objektiv gebraucht verkauft, ist es fast ein “No-Brainer”.

Man kann mit dem Bildwinkel auch prima Retro-Aufnahmen machen oder auch mal wieder den Dramatic Tone einsetzen:

Und noch mal ne Bank – wegen des Schärfeverlaufs:

Je näher man rangeht, desto unschärfer wird natürlich der Hintergrund.

Ja. Taugt.

7 Replies to “Sigma 16mm f/1,4”

  1. Je nach Use-Case durchaus eine Überlegung wert. An der E-M1 fände ich das Sigma super, wenn ich aber mit der kleinen E-M10 unterwegs bin, dann möchte ich den Kaventsmann nicht am Gehäuse haben. Da spielt das 17mm f/1.8 dann größentechnisch doch die erste Geige.

  2. Das Sigma ist ja recht gross. Mein Gedsnke ob es nicht auch eher mit dem 17er Pro 1,2 in Relation steht? Kannst du auch Erfahrungen mit der Naheinstellgrenze vertiefen?

  3. Hallo Reinhard
    danke, dass Du Dir wieder die Zeit genommen hast, ein Objektiv zu “testen” und uns die Ergebnisse so gut präsentierst. Mir geht es allerdings wie den drei Schreibern der obigen Komentare: Als Amateur bin ich bei Einzelbrennweiten mit den 1,8 er Oly-Objektiven glücklich und erfreue mich an ihrer Kompaktheit.
    Lutz

  4. In diesen Vergleich kann man auch noch das Leica 1,7/15 einbeziehen. Ist auch eine etwas ungewöhnliche Brennweite, die mir aber als „immerdrauf“ oder in Verbindung mit dem 75er gut gefällt. Es ist ebenfalls sehr klein und leicht, ich konnte es aber noch nie direkt gegen das 1,8/17 vergleichen. Für mich ist die Abbildungsleistung aber sehr gut.

  5. Hätte ich nicht inzwischen das Pana 10-25 als “Standardzoom”, wäre jetzt mein Interesse doch nochmal geweckt. So aber denke ich, ich belasse es dabei, und behalte daneben das Oly 17/1.8 fürs leichte Gepäck…

  6. Die Festung Markt Lichtenau ist ein tolles Foto-Motiv. Haben wir diesen August auf der Fahrt Richtung BaWü entdeckt. Dort fehlte mir eine 7mm BW, die ich erst jetzt besitze.

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