Zeiss-Cine-Prime an der E-P2

Heute (und morgen) ist Ringfoto-Messe in Erlangen, leider nur für Händler, aber ich war auf jeden Fall drin und konnte ein paar interessante Gespräche führen. Sehr nett war die obige Kombi. Eine Zeiss Cine-Prime 28 T/2,1 an einer E-PL1. Wen es interessiert, warum das Ding so riesig ist, und in der Mitte nur so ’ne kleine Linse hat, der sehe sich mal dieses Bild an:

Das ist die Cine Prime aufgeschnitten. Man sieht: das Volumen ist im wesentlichen der exakte, manuelle Antrieb von Blende und Fokus. Naheinstellgrenze übrigens 24cm…
Und ja, ich durfte kurz – die CinePrime an meine E-P2 dranschrauben. Ok, da am Stand halten sich die Motive natürlich in Grenzen, das Licht ist schlecht, das Stativ zu Hause und so habe ich halt die verwaiste E-PL2 fotografiert:

Wer sich wundert, dass man da den Sensor nicht sieht: das Ding ist nicht das neue Patent von Olympus mit staubgeschütztem Spiegelkasten, sondern ein sogenannter „Mock-Up“. Ein Messebody ohne Innenleben.
Die Cine-Prime ist natürlich etwas unhandlich, und der Fokusweg ist mit dem irrsinnigen Umfang natürlich schier endlos – aber dafür sehr fein einzustellen. Die ganze Sache läuft ultraexakt und ohne nachklackern oder irgendwelches Spiel. Die Videoobjektive stellt ja auch kein Mensch per Hand ein, sondern per Fokuszieher – dazu haben die Gläser ja auch die Zahnräder am Rand. Fühlt sich trotzdem sehr edel an – zum Fotografieren ist allerdings das Voigtländer praktischer. Es hat fast die gleiche Brennweite, ist zwei Blenden heller, ist schneller zu fokussieren  – und es ist deutlich handlicher… 😉

Neben den Spielereien mit teuerem Glas gibt’s auch ein paar handfeste Dinge:
Heute habe ich die E-PL2 an Olympus zurückgegeben, nicht ohne vorher noch ein paar Messungen bezüglich der AF-Geschwindigkeit zu machen.
Ich habe E-PL1 gegen E-PL2 antreten lassen, jeweils mit altem 14-42 und neuem 14-42.
Natürlich habe ich die Bedingungen etwas verschlechtern müssen (Indoor) damit ich überhaupt halbwegs messbare Fokuszeiten bekommen habe.
Bei 42mm ist das neue 14-42 etwa 10% schneller als das alte. Bei 14mm beträgt die Steigerung etwa 35%. im Telebereich ist das also noch nicht so dramatisch, aber je kürzer die Brennweite, desto frappierender der Unterschied. Selbst bei meinen miesen Lichtverhältnissen lag die Fokusdauer im Durchschnitt bei 0,7 Sekunden, mit dem alten 14-42 noch bei 1,1 Sekunden.
Interessant: die Steigerung der Fokusgeschwindigkeit lag einzig und allein am Objektiv. Die E-PL2 erzielte bei mir mit dem neuen 14-42 keine besseren Ergebnisse als die E-PL1, obwohl ich subjektiv durchaus der Meinung war, dass auch alte Objektive schneller fokussierten.

Na, jetzt ist wieder die E-P2 am Zuge, Bilder zu machen:

Das ist das Erlanger Rathaus – direkt neben dem Eingang zur Ringfoto-Messe. Sehr nett die E-P2 mit der eingeblendeten Kreuzlinie, an der ich die senkrechte Linie ausrichten konnte….
Ehe ich’s vergesse: auch das 7-14 wird mich am Montag verlassen, und so habe ich noch schnell die Nodalpunkte der beiden Objektive ‚rausgemessen:
7-14mm:
Brennweite    Nodalpunkt
7mm             76mm
8mm             73mm
9mm             73mm
10mm           72mm
12mm           72mm
14mm           73mm
Da haben wir eine großen Vorteil gegenüber dem Zuiko 7-14: der Nodalpunkt ist auch noch auf den kleinen Panoadaptern zu finden….

Und Gleiches noch für das neue 14-42
14mm         73mm
18mm         70mm
25mm         70mm
35mm         73mm
42mm         76mm

Und hier noch ein Bild, das eher nach dem aussieht, was ich so normalerweise ablichte: eine Zwillingstür in Erlangen – konnte ich mir nicht entgehen lassen:

Soweit für heute, drücken wir den Leuten in Japan die Daumen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert