
Und wieder ein PATLive. Ein ganz normales. Es ist einfach wieder fällig, und es gibt diesmal ein Fotothema. ArtFilter. Genau. Dieser kindische Kram, den kein Fotograf, der was auf sich hält, auch nur anfasst. I SHOOT RAW. Und so.
Auch wenn ich in meinen Büchern die ArtFilter jedes mal thematisiere, ihr Ruf ist verheerend. Diesmal zeige ich einfach, was damit geht (eine Menge), was man damit falsch machen kann (sehr viel) und wie einem ArtFilter einen anderen Blick auf Licht und Farbe lehren können.
Wieder so ein Thema, bei dem man nichts kaufen muss. Einfach ausprobieren, machen, kucken.
Ach ja: das Titelbild ist Artfilter partielle Farbe I.

Das ist das Original. Durch den Artfilter verschwindet zwar die rosa Nase, aber vor allem die roten Markierungen.

Die Art-Filter die Fuji bewirbt, heißen bei denen Filmsimulationen meine ich und sind der Stolz vieler Fuji Knipser. Es gilt mittlerweile bei vielen durchaus als supercool jpg zu fotografieren und uneditiert zu zeigen.
ART-Filter sind cool. Freue mich schon auf das Thema.
Art-Filter ist das nicht dieser Spielkram, der nur unnötig Rechenleistung frisst und den ein Fotograf der was auf sich hält nie benutzen würde? Dem auch „A“, „P“ und „S“ der Inbegriff von knipsen sind, weil fotografiert wird ausschließlich in „M“. Und Profis, also Menschen die mit Fotografie ihr Geld, oder zumindest einen Teil ihres Geldes verdienen benutzen so was schonmal gleich garnicht. Genausowenig wie diese alberne Photostory der heute immer noch einige nachtrauern… „I shoot RAW“
Wie oft hab ich mir das anhören müssen.
Aber das ging zum einen Ohr rein und zum anderen gleich wieder raus.
Gerade zu Zeiten, als ich öfter mal Hochzeiten und sonstige Events fotografiert habe (bevor jemand fragt… natürlich mit Eintrag in die Handwerkerrolle und Steuern zahlend) war der Einsatz von Art-Filtern ein wichtiges Hilfsmittel für mich. In der Wiedergabe hab ich bei „Art-Filter BKT“ meine bevorzugten Art-Filter hinterlegt (Dramatic-Tone war nicht dabei. Schließlich wurden ja Menschen fotografiert) So konnte ich bereits beim Vorgespräch mit den Brautleuten, bei dem ich immer schon ein paar Bilder mache, durch das Zeigen der Art-Filter Aufnahmen sehr genau herausfinden was den Geschmack des Paares trifft. Für mich ein unbezahlbarer Vorteil. Ich spare mir in der Nachbearbeitung der Hochzeitsfotos unfassbar viel Arbeit durch langes herumprobieren. Jeder der schon mal ne Hochzeit fotografiert hat weiß von was ich rede.
Oder beim fotografieren auf der Straße z.B. wenn ich von den Menschen die ich fotografiert habe die Kontakt-Adresse
erfrage um die Bilder zu senden, zeige ich meist eine Auswahl an Art-Filter Varianten um zu sehen wohin die Reise geht.
Aber das ist ja sicher alles ganz unprofessionell …
Ähnlich verhält es sich bei dem Kinderkram der sich Photostory nannte. Auf Hochzeiten war das der Knaller. Kamera aufs Stativ, Photostory eingestellt, nen Haufen Masken, Brillen, Hüte, Tücher usw. auf nen Tisch in der Ecke vom Saal positioniert, Blitz und Hintergrund eingerichtet, Drucker mit 10×15 Papier in der Nähe und der Spaß konnte beginnen. Jemand aus meinen Fotokursen hat das (natürlich gegen Bezahlung) betreut.
Aber auch das ist natürlich reiner Spielkram und wieder völlig unprofessionell. Für sowas muss man als ernstzunehmender Fotograf natürlich eine Mords-Photo-Booth auffahren…
Ich könnte noch lange weiterschreiben über die Spielereien wie Live-Composite und was es da sonst noch so gibt…
Aber über so nen Pipifax lohnt es sich ja gar nicht Worte zu verlieren…
Und in RAW fotografiere ich natürlich auch… ist es nicht toll, dass beides geht und sich einem somit ungeahnte Möglichkeiten eröffnen?
Gruß aus HH
Achim
PS: Ich denke ich schaue am Freitag tatsächlich mal rein
Hallo Achim,
genau auf dem Punkt gebracht! OK, ich fotografiere nicht professionell, aber ich mag diese Spielerei und die Leute schauen danach verwundert: „Was? Das geht auch ohne Bildbearbeitung?, Krass!‘
Zitat: „Genausowenig wie diese alberne Photostory der heute immer noch einige nachtrauern…“
Ich gehöre zur trauernde Photostory Gemeinde. Ich habe es bei Ausflüge eingesetzt: 3 Bilder (Gruppe, Ziel, Aktivität, z.Bsp. Eisdiele Besuch), schnell aufs Handy runterladen und an der Gruppe verteilen (2 bis 3 Minuten). Ergebnis: alle zu Wow-Gesichter und Erstaunen gebracht.
VG Willy
Ich frage mich, was Andy Warhol und Roy Lichtenstein
mit den Olympus-ArtFiltern hätten machen können.
Der aktuelle Besitzer des „ArtFilter-Patents“ könnte
ja auch ein Warhol/Lichtenstein-ArtFilter entwickeln.