Offener Brief an den Präsidenten des DVF

Hallo Herr Rau,

Wir haben uns vor ziemlich genau einem Jahr in Nürnberg persönlich kennengelernt. Sie fragten mich damals, ob ich beim DVF Protokollführer bei der nächsten Veranstaltung machen würde, Sie bekämen niemanden her. Ich bin ja eine hilfsbereite Seele, habe darauf hingewiesen, dass ich kein Mitglied des Verbandes bin und mich bereit erklärt. Und den Termin für mich blockiert. Sie wollten sich dann mit den Details rühren.

Es kam wochenlang nichts mehr. Keine Absage, keine Details, nichts.

Kurz vor dem Termin kam dann die Nachfrage – aber da hatte ich den Termin anderweitig verplant. Ich kann nicht auf Zuruf mal drei Tage durch die Republik fahren. So zwei Wochen Vorlauf, wie ausgemacht, wären nett gewesen.

Der nächste Kontakt mit Ihnen war dann, als Sie mich anfragten, ob ich bereit wäre, den Wettbewerb für Oberstdorf zum Thema „Abenteuer“ zu jurieren. Sie bekämen keine Juroren her. Ich bin ja hilfsbereit, also habe ich zugesagt. Nach der Vorjurierung wurden dann auf einmal die Regeln geändert und bei der Endjurierung hat dann ein Juror mitgeteilt, dass das Wettbewerbsthema „Abenteuer“ völlig egal sei, es ginge drum, schöne Fotos für die Ausstellung zu bekommen. Anstatt den Juror zurechtzuweisen, haben Sie ihm recht gegeben. Ich habe mich daraufhin aus dem Online-Meeting abgemeldet, da ich unter solchen, für die Fotografen unfairen Bedingungen, nicht juriere. Meine Mail an Sie haben Sie nicht beantwortet.

Nachdem ich das Interview mit Frau Liebertz geführt habe, hatte ich Sie ebenfalls angeschrieben um Ihnen Gelegenheit zu geben, unter den gleichen Bedingungen -keine abgesprochenen Fragen, Aufzeichnung, Interviewter kann fertiges Interview vorab ablehnen – mit mir zu sprechen. Auch hier bekam ich keine Antwort.

Ich habe Frau Liebertz seinerzeit den Schnitt des Interviews vorab per Vimeo zur Verfügung gestellt. Irgendwie haben Sie und Frau Henn von diesem Link erfahren und ihn selbst verteilt, ein Informant hat mir unter Zusicherung der Anonymität mitgeteilt, dass dies mit dem Hinweis geschehen sei, dass Frau Liebertz ungeeignet sei, weil sie auf meine provokanten Äußerungen zum DVF nicht aggressiv reagiert habe.

Daraufhin habe ich die Vorabversion aus dem Netz genommen, weil das natürlich nicht in Rücksprache mit mir passiert war.

Nun haben Sie den LivStream PATLive, in dem das Interview ausgestrahlt worden war, komplett von der Homepage des DVF aus verlinkt, mit der Beschreibung, dass dies die Bewerbung von Frau Liebertz sei. Auch dies wurde weder in Rücksprache mit mir, noch in Rücksprache mit Frau Liebertz gemacht.

Zu diesem Interview möchte ich bemerken, dass Frau Liebertz bewusst auf meine provokanten Fragen sehr gemäßigt geantwortet hat um eben fair zu bleiben. Sie hat das alte Präsidium nicht persönlich angegriffen und auf solche Angriffe meinerseits nicht reagiert. Es ging ihr nicht darum, Bashing zu betreiben, sondern auch für Nichtmitglieder den Verband positiv darzustellen. Es war ganz klar keine Bewerbung, die an Mitglieder des Verbandes gerichtet war, sondern ein Statement an Nichtmitglieder.

Anstatt dass Sie die Ihnen bekannte Website von Frau Liebertz verlinken, verlinken Sie unter einer bewusst falschen Beschreibung auf diesen LiveStream.

Hier nun ausdrücklich meine persönliche Meinung zu diesen Vorgängen.

Auf mich macht das den Eindruck eines verzweifelten Mannes, der im Laufe seiner Vorstandsarbeit dermaßen viele Leichen im Keller angesammelt hat, dass er mit allen Mitteln verhindern muss, dass jemand in diesem Keller nachgraben kann. Die Aktionen, die da laufen, sind für mich allerunterste Schublade. Ich halte Sie für ungeeignet, auch nur eine Geburtstagsfeier unfallfrei zu organisieren. Den Verbandstag haben Sie in Konkurrenz zur wichtigsten Fotomesse Deutschlands terminiert. Sie haben es in meinen Augen fertiggebracht, den Verband während ihrer Amtszeit in die völlige Bedeutungslosigkeit zu bringen und die Mitgliederzahlen fast zu halbieren. Ich habe während meiner journalistischen Tätigkeit Dutzende Jahreshauptversammlungen von Vereinen jeder Art besucht und habe kontroverse Diskussionen erlebt, aber noch nie eine dermaßen üble, vom Präsidium inszenierte Schlammschlacht. Zu den zahlreichen Verstößen gegen die Satzung sage ich nichts, da können andere qualifizierter reden.

Herr Rau, Sie können so viel mit Dreck schmeißen, wie Sie wollen, aber lassen Sie mich da raus. Wechseln sie den Link auf ihrer Website aus oder beschriften Sie ihn korrekt.

Reinhard Wagner

Titelbild: Altes Haus in der Nähe von Hauske, Rogaland.

8 Replies to “Offener Brief an den Präsidenten des DVF”

  1. Ich habe als Landesvorstand des DVF noch schlimmere Erfahrungen mit dem damaligen Präsidium gemacht. Als ich auf das Fehlverhalten aufmerksam gemacht habe wurde ich vom Verband ausgeschlossen.

    1. Verbandsausschluss – ein beliebtes Werkzeug, mit dem Herr Rau Kritiker versucht mundtot zu machen. Nur gelingt ihm dies glücklicherweise nicht (immer). Die unsäglichen Erfahrungen mit diesem Herrn zu beschreiben, würde viele, viele Seiten füllen.

      Ich habe – zusammen mit meiner Frau und weiteren engagierten Mitgliedern – eine Konsequenz gezogen. Einen Verband, wie den DVF in seiner jetzigen Form, brauche ich nicht. Rücktritt vom Landesvorsitz des LV Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Austritt zum Ende des Jahres 2026.

        1. Hallo Jürgen,

          gib deine Stimme Tanja Liebertz, denn sie will ja versuchen, den Verband zu reformieren.

          Ich bin – nach einigen Jahren doch aufreibender ehrenamtlicher Tätigkeit und im Sinne des DVF eingegangener finanzieller Risiken – erst einmal fertig mit diesem Verband und verspüre auch kein Bedürfnis neuerlicher Verbandstätigkeit. Wenn sich mit Tanja Liebertz etwas positiv entwickelt, was ich sehr hoffe und ihr zutraue, ist eine neuerliche einfache Mitgliedschaft im DVF jedoch durchaus nicht ausgeschlossen. Was dich aber nicht abhalten muss mit Gleichgesinnten etwas Neues in Angriff zu nehmen.

          Viele Grüße, Uwe

  2. DVF ist doch genauso unnötig wie alle aktuellen „selbst Zensiert“.
    Einfach grauenhaft was sich neben „KI“ heutzutage entwickelt.
    Da lobe ich mir doch „kleine und feine Forentreffen;“…

  3. Der Herr Rau scheint den Laden nicht im Griff zu haben.
    Die Frau Liebertz scheint eine bessere Option zu sein.

    Falls die Frau Liebertz nicht gewählt werden wird, dann
    sollte sie einen Gegen-Verein gründen, denn dem DVF
    ist mit dem aktuellen Präsidenten nicht mehr zu helfen.

  4. Ich habe gerade die aktuelle Ausgabe des DVF Journals bekommen. Schon auf dem Klappentext wird angekündigt, dass jemand Klartext sprechen will und dann wird auf einer Doppelseite Frau Liebertz mit ihrer Kandidatur unter Beschuss genommen. So etwas geht in der offiziellen Mitgliederzeitschrift eines Vereins meines Erachtens gar nicht! Auch im Vorwort positioniert sich der amtierende „Präsident“ mit abfälligen Aussagen zu der Bewerberin.
    Ich bin froh, dass ich schon vor längerer Zeit meine Kündigung beim DVF eingereicht habe und meine Mitgliedschaft zum Ende des Jahres ausläuft.

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