Gibt’s das noch? Zeitungskioske

Das ist der „Chinesentempel“ in Emden im Jahre 1997. Damals war das noch ein Zeitungskiosk. Jetzt ist das Ding nur noch denkmalgeschützt und gilt als „Sehenswürdigkeit“. Wie ich da drauf komme? Heute habe ich eine Mail von der „jungen Welt“ gekriegt, ich solle sie doch kaufen und man bekäme sie ganz einfach am Kiosk.

Kopfkratz.

Wo ist hier der nächste Zeitungskiosk?

Wann habe ich das letzte Mal einen gesehen, außer in irgendeinem Film?

Recherche in meiner Bilddatenbank – der Chinesentempel ist der letzte Zeitungskiosk, den ich gefunden habe. Fast 30 Jahre alt. Und ja, den gibt’s auch nicht mehr.

2013 gab es noch das hier:

Aber das ist auch schon etwas her. Kann sich noch jemand erinnern? Früher standen die Verkaufskisten rum, Klappe auf, Zeitung raus, und da war dann irgendwo ein Schlitz, wo man 50 Pfennige reingeworfen hat. Bitte frankieren, falls Marke zur Hand. Als dann die Aufkleber auf den Papiercontainern auftauchten „Dieser Automat steht unter ständiger Beobachtung. Jeder Diebstahl wird angezeigt“ sank das Bedürfnis, Boulevard zu konsumieren. Wer wollte sich schon beobachten lassen, wenn er das 8-Uhr-Revolverblatt gekauft hat….

Dinge gab’s.

Gibt’s noch Zeitungskioske? Echte? Ich denke, in Berlin gibt’s die noch – in Berlin gibt’s ja alles. Aber schon in Nürnberg habe ich seit Jahren keinen mehr gesehen. Also: wenn ihr einen seht: Knipsen. Promoten. Eine aussterbende Spezies.

Und wenn ihr in der Metropolregion Nürnberg einen wisst – bitte hier in die Kommentare posten…

Und Bahnhofsbuchhandlungen gilden nicht.

12 Replies to “Gibt’s das noch? Zeitungskioske”

    1. Da kucke an…
      Laut Ausschreibung ging es hier aber vor allem um die kleinen Gemischtwarenläden. Mit Getränken, Tabak, Essen, Zeitungen. Also Tankstellen ohne Sprit. Ich meine aber tatsächlich Zeitungskioske. Ja, die wirtschaftliche Basis solcher Kioske dürfte seit Jahren nicht mehr existieren, aber vielleicht…..

      1. Ich bezweifle, dass es jemals welche gegeben hat, die nur von Zeitungen lebten. Dafür war der Rohertrag viel zu gering. 40Pf für Illustrierte, 20Pf für Tageszeitungen, wer hätte damit leben können. Das Geschäft waren schon immer Bier, Snacks, Zigaretten, Minischnäpse und ev Lotto. Jedes Einzelne zu wenig zum davon leben, aber zusammen hats gereicht.

        1. Die gab es wirklich. Man konnte tatsächlich davon leben. Zu Zeiten, als man 600 Märker im Monat verdient hat, war ein Zeitungskiosk echt Okay. Für den Rest brauchte es eine Konzession. Der Playboy kostete übrigens 1970 schon einen Dollar.

  1. Ganz reine Zeitungskioske wo es nichts als Zeitungen gibt, wirst Du wahrscheinlich gar nicht mehr finden.
    Das was ich (aus dem Ausland) noch kenne, sind dann eher so Tabak-Zeitungen-Kioske – und das oft auch nicht ganz auf die zwei Produktgruppen beschränkt.

    In Deutschland sind diese Läden mehr oder weniger in Einkaufszentren oder Bahnhöfen abgewandert, da sieht man sie noch, manchmal sogar noch als reine Zeitungsläden.
    Aber wann ich den letzten freistehenden und funktionierenden Kiosk in Deutschland gesehen habe, fällt mir jetzt auch nicht ein – obwohl ich mich noch lebhaft an viele dieser Exemplare auch hier in meiner Heimatstadt erinnern kann – aber das ist wie im Märchen: es war einmal.

    Sollte mir aber unterwegs noch was auffallen, dann denke ich an Dich und zücke die Kamera.
    Könnte aber sein, dass das erst wieder im Ausland wird…..

    Andy
    imkioskmodus

  2. Hab mal etwas rumtelefoniert, alles was mir aus der Vergangenheit bekannt war, existiert in der ursprünglichen Form nicht mehr. Da ist alles dabei, von zugenagelt bis Burger Bude.

  3. In Österreich gibt es die Insitution der Tabaktrafik. Alles an Rauchwaren und Zeitschriften. Der einzige öffentliche geschlossene Raum, wo das Rauchen noch gestattet ist. Früher gab es hier auch Briefmarken, Steuermarken und Stempelmarken. Weil das staatliche Einrichtungen sind oder zumindest einmal waren, haben sie sich relativ unverändert erhalten. Jetzt gibt’s dort auch alle Varianten von Rubbellosen und Lottoscheinen und man kann in vielen Pakete aller Dienste abgeben und abholen.

    1. Jau, die Tabaktrafiken. Und ab und zu findet man die auch noch freistehend als Kiosk. In kleineren Städten sehe ich die ab und an mal beim Vorbeifahren.

  4. Hier in Hamburg sehe ich durchaus Kioske, aber die verkaufen alles mögliche, aber keine Zeitungen. Da gibts Vapes, Getränke, Tabak usw. Vereinzelt, gerade in Supermärkten oder Einkaufszentren gibts mal welche, die dann aber Tabak mit verkaufen und teilweise Paketshops beinhalten.

    In den Collonaden steht noch ein freistehender Kiosk, in dem Zeitungen hängen, aber der ist eher ein Relikt und meines Wissens seit Jahren geschlossen.

    Also reine Zeitungskioske sehe ich hier nicht.

  5. Im Stuttgarter Westen am Vogelsang gibt es noch einen netten Zeitungskiosk. Nun gut, nicht nur Zeitungen – Süßigkeiten, Tabak und Co gibt es dort auch. ☝️ und: Er war kürzlich im Stuttgarter Tatort zu sehen.

      1. Danke für den Link. Kiosk ja – aber ich habe lediglich die Bild ausliegen sehen. Gildet nicht. Die liegt beim Bäcker auch aus.

Antworte auf den Kommentar von Andy Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert