Celebrity-Filter

Hier wieder ein Beitrag aus der Rubrik: weit unter der Grasnarbe geht es immer noch in die Tiefe.

Die Vintage-ArtFilter kamen im September 2014 mit der E-PL7 und dann bekam sie auch die E-M1 als Firmwareupdate. (Auf der Photokina haben sie übrigens eine mFT-Kamera gezeigt, die verdächtig so aussah, wie das neue Ding von GoPro.)

Und jedes mal wenn ich in den letzten zehn Jahren was von ArtFiltern erzählt habe, kamen die Hüter der reinen Lehre ums Eck und erklärten, dass man das doch gefälligst in der Post machen soll – das wäre viel besser und überhaupt sind die ganzen ArtFilter Spielerei für Knipser.

Irgendwann haben dann andere Firmen so Zeug auch gemacht, sie aber als „LUT“s bezeichnet- Look Up Tables. Schon war das cooooool. Und alle Firmen haben in ihre Kameras „LUT“s reingebaut. Und wenn man das „Filmsimulation“ nannte und mit ein paar legendären Filmnamen garnierte – „Velvia“ oder so – dann war das auch voll cool. (Ich habe immer den „400-ISO-Agfa-Aldi-Grabbeltisch-Film“ vermisst.) Denn mit ner „Filmsimulation“ zu knipsen klingt nach viel mehr Profi als mit einem „ArtFilter“.

Dabei konnte man das natürlich auch in der Post….. und ich würde gerne eine Kamera sehen, bei der die Filmsimulation dann eben auch den Weißabgleich und die ISO blockiert und erst nach 36 Bildern und dem Einwurf von 6 Euro wieder freigibt. „Du Honk hast einen Kunstlichtfilm mit 30 DIN eingelegt. Selber schuld. Heul doch.“

Und was passiert? Irgendeine unterklassige Ex-Country-Sängerin, die in einem 2025er-Video sogar den 70er Kaleidoskop wieder rauskramt (von dem ich eigentlich dachte, er sei längst endgültig in einem Sarg mehrere hundert Meter unter Graf Dracula verscharrt worden) knipst mit ner Oly und Vintage-Filter. Und postet das auf Insta.

Bummschakala. Schon heißt der Filter „Taylor-Swift-Filter“ und ist „awesome„.

Kaum sind fast zwei Jahrzehnte rum und der Wagner hat etwa ein halbes Hundert Bücher drüber geschrieben, schon sind ArtFilter „awesome“.

Naja, wir hatten es ja auch mit LiveComposite. Mal sehen, wann endlich jemand von den Celebrities erkennt, was man damit machen kann, damit sich einer der Kamerainfluencer dranhängen kann.

Aber ich bin beruhigt. Das dürfte noch dauern. Kumpels beim Feiern knipsen funktioniert mit LiveComposite mehr so semi. Das macht auf Insta nichts her….

Titelbild: Vintage III

5 Replies to “Celebrity-Filter”

  1. Eine besseres Marketing wäre doch kaum vorstellbar. A+++++ Promi knipst mit Olympus (heute OM-System). Wenn das mal viral geht.

    1. Die knipst schon seit Jahren mit Oly – ist aber nur in der Oly-Community rumgegangen. Damit damit Werbung gemacht werden könnte, müsste man einen Vertrag mit deren Management schließen – und die kennen keine Freunde sondern nur die Anzahl der Ziffern auf dem Scheck. Und es ist ein bisschen schwierig, wenn man es als Firma gewohnt ist, mit kleinen Influencern Verträge zu schließen und dann auf einmal jemand auf der anderen Seite hat, der keine größeren Probleme damit hat, die ganze Firma zu kaufen und alle Nerver rauszuwerfen.

      1. DAS wäre mal was: Das Taylor Swift Management kauft OMDS, weil deren Chefin A+++++ Bock hat, eine richtig gute, kundenorientierte und coole Kamerafirma draus zu machen.

  2. Moin
    Die Art Filter finde ich irgendwie gut, irgendwie aber auch nicht.
    Ausser für Social Media finde ich sie maßlos überzogen, ich würde mir eine Funktion in der Kamera wünschen in der man die Artfilter stufenlos mit dem Original mischen kann, dann wäre das Top.
    Ich nutze sie aber auch um zb bei Shitwetter überhaupt zum Fotografieren animiert zu werden und bastel dann schonmal was ähnliches weniger überzogenes aus dem RAW.
    Gruß
    Hartmut

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