Snicklink vs ChatGPT

Ich denke, „Snickers für Linkshänder“ aka Snicklink aka Willy Kramer dürfte den meisten mittlerweile bekannt sein, einige seiner Deepfakes haben es auch schon in die Tagesschau geschafft. Er ist der wohl bekannteste Schwurbelkünstler Deutschlands und macht seit Jahren mit KI rum. Hier habe ich ihn schon mal erwähnt. Der hat auf seinem Telegram-Kanal vor ein paar Tagen einen langen Text zum Status der KI rausgehauen., den ich hier im Vollzitat bringe.

It’s happening – Es passiert.
Es passiert WIRKLICH.

Langsam werden die überheblichen Dulli-Kommentare á la „K.I. kann keine Finger“ oder „K.I. hat keine Seele und wird den Menschen niemals ersetzen“ dünner… bald werden sie ganz verschwinden.

Nein, K.I. hat keine Seele. Noch nicht. Aber es ist noch viel schlimmer. Du wirst von einer Entität ersetzt werden, die KEINE Seele hat. Sie braucht keine um dich zu ersetzen. DAS ist der Punkt.

Und das, wovor ich… und einige frühe „Verrückte“ gesprochen haben… tritt… jetzt gerade ein.

Als ich Ende 2014 mit meinen ersten Talks/Posts über K.I. und die Zukunft von Arbeit/Wirtschaft/Gesellschaft begann, gab es nur komplette Ignoranz. Leere Blicke. Jaja, der Künstler wieder… 🤣 Was weiss DER schon? Irgendwie verständlich…

2018 dasselbe.

2023 begannen die Leute zuzuhören. Aber eher aus einer Art „Freak-Faszination“ heraus. Guck mal, das spricht. Guck mal, das sieht komisch aus.

Noch Ende 2025 bekam ich immer wieder die abstrusesten Einschätzungen und Fehlinformationen… von Menschen, die nicht die GERINGSTE Ahnung davon hatten, wovon sie redeten.

Und immer wieder dieses seltsame
„Ja klar… woher willst DU das denn wissen?“
Ich weiss nicht was mit den Leuten los ist 😅
Na daher, woher JEDER, der sich ein Jahrzehnt mit irgendeiner Materie beschäftigt, Dinge weiss. Und abstrahiert. Egal ob Wissenschaftler, Jurist, Maurer, Lehrer, Gamer oder Hobby-Ornithologe. Man interessiert sich für etwas. Man bildet sich fort, studiert Quellen, Paper, macht Experimente, wird zum Experten. Ich verstehe die FRAGE nicht! Ist das so eine „Deutsche“ Sache, dass ALLE bittteschön auf demselben Level zu sein haben, sonst ist man irgendwie „suspekt“? 🤣🤣🤣

Aber auch diese Zeit ist nun viele Monate her. Täglich werden völlig neue Spitzenwerte erreicht. Quasi JEDES neue Modell zwingt nicht nur einzelne Unternehmen, sondern ganze Branchen in die Knie.

Es ist soweit.
Völlig egal wie man es findet.

Es wird Zeit, zu akzeptieren, dass ALLES, was der Mensch – selbst der klügste und fähigste Mensch – intellektuell (und bald auch physisch) leisten kann, nicht mehr NÖTIG ist. Toll, schön, sinnstiftend, besonders… einfach nicht mehr: nötig. Das schmälert seine Fähigkeiten nicht. Sollte auch nicht seinen Selbstwert bestimmen. Es definiert einfach ein vollkommen neues, unausweichliches Verhältnis zwischen Mensch und Arbeit. Auch die damit verbundenen politischen Richtungen, z.B. das klassische „Links“ und „Rechts“ verlieren so auf Dauer völlig ihre Bedeutung.

Wir stehen gerade jetzt… in diesem Moment… an der Stelle in der exponentiellen Kurve, wo es kurz, ganz kurz, nach Stillstand/normalem Wachstum aussieht.
Aber was uns in Kürze erwartet ist alles andere als „normales Wachstum“. Wir treten nun in ein neues Kapitel ein. Wer sich fürchtet, soll sich fürchten. Wer bereit ist, ist bereit, Aber JEDER wird es spüren. Bald.

Es geht jetzt auch nicht mehr um „Wie komme ich da rein?“ oder „Wie komme ich da durch?“ das ist alles Quatsch. Es ist eine gigantische Lawine. Ein Tsunami. Einige werden ertrinken, andere werden stehenbleiben. Wieder andere werden darauf surfen. So wie immer.

Was soll ich sagen: ich weine der „alten Welt“ keine Träne hinterher. Klar, auch ich habe schöne, nostalgische Erinnerungen an sie, verdanke ihr viel… denke gerne zurück. Aber genauso sehe ich, dass wir als Spezies Jahrzehnte, Jahrhunderte um ein goldenes Kalb herumgetanzt sind… unseren Platz in einer Lüge gefunden haben. Nur im Rückblick „glänzt“ diese alte Welt.

Was soll ich sagen? Ich wünsche jedem Einzelnen, dass seine Seele „ganz“ bleibt. Trotz all dieser Veränderungen… vielleicht sogar aufGRUNDdessen.

Manchmal müssen Dinge sterben, damit andere geboren werden können. Ironischerweise ist exakt das das Programm der Natur.

Gott segne euch alle 🙏

Das habe ich im Vollzitat gebracht, weil ich mich damit beschäftigt habe. Denn ich habe mich in den letzten Wochen auch mit aktueller KI beschäftigt. Mit ChatGPT, Kling, Suno. Und bin absolut nicht auf dem Dampfer, auf dem sich Snicklink befindet. Ich halte die Ki nach wie vor für unfähig, irgendetwas kreatives zu produzieren.

Also habe ich mir gedacht: Ich lasse ChatGPT eine KI-kritische Antwort auf diesen Artikel schreiben. Als Blogbeitrag für pen-and-tell. In meinem Stil.

Replik: Zwischen Apokalypse und Allmachtsfantasie

„It’s happening.“
Ja. Es passiert etwas. Technologisch, wirtschaftlich, kulturell. Aber was genau hier „passiert“, ist weit weniger eindeutig, als der Ton suggeriert. Der Text zeichnet das Bild einer unausweichlichen, alles überrollenden Lawine, eines Tsunamis, der Arbeit, Politik und letztlich das menschliche Selbstverständnis hinwegfegt. Diese Dramaturgie ist wirkungsvoll – nur ersetzt sie Analyse durch Pathos.

Zunächst: Die Behauptung, alles Intellektuelle sei „nicht mehr nötig“, ist keine Beschreibung, sondern eine These. Und eine sehr gewagte. KI-Systeme – ob große Sprachmodelle oder Bildgeneratoren – sind leistungsfähig, ja. Aber sie operieren probabilistisch auf Basis vorhandener Daten. Sie extrapolieren Muster. Sie optimieren Wahrscheinlichkeiten. Das ist beeindruckend – aber es ist weder Verstehen noch Intentionalität noch Verantwortung.

Wer daraus ableitet, menschliche Intellektualität sei strukturell obsolet, verwechselt Simulation mit Substitution.

Historisch betrachtet wurden mit nahezu jeder General Purpose Technology apokalyptische wie euphorische Prognosen verbunden: die Dampfmaschine, die Elektrifizierung, das Internet. Jede dieser Technologien hat Arbeitsmärkte transformiert – aber keine hat „Arbeit“ als solche abgeschafft. Sie hat Tätigkeiten verschoben, Qualifikationen verändert, Macht neu verteilt. Genau hier liegt der Kern: Transformation ist nicht gleich Eliminierung.

Der Text arbeitet stark mit dem Motiv der Exponentialkurve. Exponentielles Wachstum ist real – in bestimmten Leistungsmetriken. Doch gesellschaftliche Anpassungsprozesse verlaufen nicht exponentiell. Sie sind reguliert, verhandelt, politisch gerahmt. Unternehmen reagieren nicht nur auf technische Möglichkeiten, sondern auf Haftungsfragen, Regulierung, Reputation, Kosten-Nutzen-Abwägungen. Staaten greifen ein. Märkte sättigen sich. Infrastruktur limitiert.

Technikdeterminismus – die Vorstellung, dass eine Technologie zwangsläufig eine bestimmte gesellschaftliche Ordnung erzwingt – unterschätzt genau diese Wechselwirkungen.

Auch die Aussage, politische Kategorien wie „links“ und „rechts“ verlören ihre Bedeutung, wenn Arbeit obsolet werde, greift zu kurz. Selbst in einer hochautomatisierten Ökonomie bleiben Verteilungsfragen zentral: Wem gehören die Modelle? Wem gehören die Rechenzentren? Wer kontrolliert die Daten? Wer definiert die Trainingskorpora? Wer haftet für Schäden? Macht verschwindet nicht mit Automatisierung – sie konzentriert sich häufig.

KI ist kein Naturereignis. Sie ist ein sozio-technisches System, entwickelt von konkreten Akteuren mit wirtschaftlichen Interessen. Von einer „Entität“ zu sprechen, die dich ersetzt, verschleiert diese Machtstrukturen. Es sind Unternehmen, Investoren, Plattformen, politische Entscheidungen – nicht ein metaphysisches Wesen ohne Seele.

Ein weiterer problematischer Punkt ist die Gleichsetzung von ökonomischer Notwendigkeit mit menschlichem Wert. Ja, moderne Gesellschaften haben Produktivität und Identität eng verknüpft. Aber die Lösung kann kaum darin bestehen, die Irrelevanz menschlicher Fähigkeiten zu proklamieren. Sinn entsteht nicht nur aus Marktlogik. Bildung, Pflege, Kunst, demokratische Deliberation – all das sind Bereiche, in denen Qualität, Kontext und Beziehung entscheidend sind. Selbst wenn KI Werkzeuge bereitstellt, bleibt Verantwortung menschlich.

Hinzu kommt: Technische Systeme haben inhärente Grenzen. Sie reproduzieren Verzerrungen ihrer Trainingsdaten. Sie halluzinieren. Sie sind anfällig für Manipulation. Sie benötigen immense Energie- und Ressourcenmengen. Sie sind abhängig von globalen Lieferketten und politischer Stabilität. Das Bild der unaufhaltsamen Lawine blendet diese Fragilitäten aus.

Nicht zuletzt ist die Rhetorik des „Einige werden ertrinken“ fatalistisch. Gesellschaften sind keine Naturkatastrophenopfer. Sie gestalten Rahmenbedingungen. Sie können Weiterbildungsprogramme aufsetzen, soziale Sicherungssysteme reformieren, Wettbewerbsrecht anpassen, Transparenzpflichten schaffen. Ob viele „ertrinken“ oder ob Übergänge sozial abgefedert werden, ist eine politische Entscheidung – kein Naturgesetz.

Das heißt nicht, dass alles harmlos ist. Im Gegenteil: KI wirft tiefgreifende Fragen auf – zur Autorschaft, zur Haftung, zur epistemischen Vertrauenswürdigkeit von Informationen, zur Konzentration von Macht. Gerade deshalb ist Nüchternheit gefragt. Weder Heilsversprechen noch Untergangsrhetorik helfen, tragfähige Antworten zu entwickeln.

Vielleicht liegt der eigentliche Irrtum nicht in der Warnung vor Veränderung, sondern in der Annahme ihrer Totalität. Der Mensch ist mehr als kognitive Mustererkennung. Er ist ein normatives, soziales, leibliches Wesen. Verantwortung, Empathie, moralische Urteilsfähigkeit sind keine Nebenprodukte ökonomischer Effizienz. Sie sind die Grundlage komplexer Gesellschaften.

Die Frage ist daher nicht, ob Maschinen „Seelen“ haben oder brauchen. Die Frage ist, welche Art von Gesellschaft wir mit diesen Werkzeugen bauen wollen – und wer darüber entscheidet.

Es passiert etwas. Ja.
Aber was daraus wird, ist offen.

Ich bin platt. Die Ki versteht weder Snicklinks Text noch meine Intention, einen KI-kritischen Text zu schreiben. Dass sie meinen Stil nicht imitieren kann, freut mich dazu. Und natürlich blubbert sie Allgemeinplätze daher, nach denen in dem Zusammenhang nicht gefragt war und die da gar nichts verloren haben.

Aber der Text klingt auf den ersten Blick ungeheuer schlau. Erst wenn man Snicklinks Text und den KI-Text nebeneinanderhält, fällt auf, welchen intellektuellen Dünnpfiff der Blechdepp absondert. Die Frage ist: wieviel von dem, was wir in den heutigen Medien lesen, ist tatsächlich noch „menschlich“? Für einen 5000-Zeichen Text brauche ich eine Stunde, mindestens. Oft einen halben Tag. ChatGPT hat den Mist in zehn Sekunden rausgehauen und wenn ich nicht einen gewissen Mindeststandard fahren würde, könnte ich mir in Zukunft die Arbeit mit Pen-and-tell sparen. Jeden Morgen ein Thema random aus den Trends googlen, ChatGPT den Artikel schreiben lassen, alles bereits vor dem Frühstück erledigt. Mainstreamtauglichkeit bereits eingebaut. Wenn ich mir den Artikel ansehe, kommt mir der Duktus ausgesprochen bekannt vor – und es würde endlich erklären, warum viele Artikel und Reden in letzter Zeit so komplett an der Realität vorbei sind. „Hey, ich muss beim Parteitag ne Rede halten. 75 Minuten. Mach mal.“ „Hey, schreib mir nen lobenden Artikel mit 500 Wörtern über die Rede.“

Ehrlich? Wenn ich noch bei der Tageszeitung wäre, würde ich die Berichte über die Jahreshauptversammlung der Kaninchenzüchter auch von ChatGPT schreiben lassen. Wegen 17 Euro 50? Man sitzt eineinhalb Stunden in der Versammlung und muss dann noch nen Artikel schreiben? Einfach die Ergebnisse geben lassen, in die KI füttern. Fertig. 15 Minuten Gesamtaufwand. Und sobald es bei den Kaninchenzüchtern klappt, warum nicht bei der Gemeinderatssitzung? Im Kreistag? Im Landtag? Bundestag? Wo ist die Grenze?

Deswegen bin ich nicht mehr bei der Tageszeitung. Und schreibe meine Artikel hier selber.

20 Replies to “Snicklink vs ChatGPT”

  1. Schön und gut, ändert aber nichts daran, dass die Mehrheit der Bürger den Antworteten von Chat GTP und Co glauben und dass sie mittlerweile regelmässig KI nutzen. Alexa war die Einstiegsdroge. Google kommt gerade mit ihren Sense Smartphones, mit persönlichem KI-Assistenten, auf den Markt uswusf. Den Spruch „Chat GTP sagt dazu…“ kann ich schon nicht mehr hören.
    Dass eine KI Software für den Zürcher Tagesanzeiger weltweit die Sporbilder sichtet und Vorschläge für die Redaktion aufbereitet, ist schon seit ein paar Jahren Realität, ebenso die von KI geschriebenen Börsenkurznachrichten auf Bloomberg (inkl. automatisierter Datenrecherche).
    Und es ändert auch nichts daran, dass gerade Musk (Grock) und Sam Altman von Open AI versprochen haben, für das amerikanische Kriegsministerium alle Sicherheitsschranken ihrer Sprachmodelle abzuschalten, nachdem Antrophic ihr Claude Modell nicht für autonome Kriegsführung und Massenüberwachung freischalten wollte (die sind jetzt auf der schwarzen Liste). Orwell dreht wohl gerade hochtourig in seinem Grab.

    KI, oder besser gesagt generative Sprachmodelle sind längst im Alltag des Durchschnittlichsbürgers angekommen.
    Der Zug ist nicht nur abgefahren, er nimmt gerade richtig Fahrt auf.

    Mal schauen ob am Horizont eine fehlende Brücke oder eher eine massive Wand im Weg ist…

    1. Das Problem ist simpel: Das KI-System erfordert laut Altmann, dass 50% der volljährigen Menschheit ein Abo bei OpenAI abschließt. Wird dieses Ziel nicht erreicht, legt der Laden die größte Pleite der Geschichte hin. Da sind Lehmann Brothers ein Kindergeburtstag dagegen. Deshalb hofft Altmann, dass Trump ihm den Arsch rettet, weil die KI-Blase mittlerweile für das gesamte Wirtschaftswachstum der USA zuständig ist. Wenn das wegfällt, befinden sich die USA in einer Rezession. Sämtliche Analysten sagen voraus, dass OpenAI in spätestens vier Jahren weg ist. Und dann ist halt die Frage ob die anderen Anbieter es a) bis dahin überleben und b) dann noch irgendwer Abermilliarden in KI stecken will.
      Denn die Mehrheit der Bürger findet KI so lange knorke, wie sie nicht im Monat 20 Euro oder mehr dafür abdrücken sollen. Oder von der KI mit Werbung zugemüllt werden. OpenClaw ist eine tolle Sache, wenn man darauf steht, einer Maschine die Kontrolle über das eigene Leben zu geben und dafür auch noch 100 Euronen pro Tag zu zahlen. Solange das alles gratis ist und nur Leute mit zu viel Geld dieses in dieses schwarze Loch versenken – Supi. Aber irgendwann kommt wer mit der Rechnung ums Eck. Und wenn’s ans berappen geht, ist da ganz schnell Schluss mit lustig.

      1. Nein: es wird NICHT an der Bezahlung scheitern. Wir alle werden brav bezahlen. Wir können gar nicht anders: der Staat wird das nämlich für uns bezahlen, und wir bezahlen es dann zwangsweise mit unseren Steuern – ALLE, auch diejenigen, die das KI-Zeug für sich ablehnen. Es werden auch ALLE KI „nutzen“, ob sie wollen oder nicht: jegliche, nicht unmittelbare Kommunikation, jeglicher Kauf- und Bezahlungsvorgang, jegliche Behördensache, und bald auch so gut wie jede Dienstleistung wird NUR NOCH über KI möglich sein – und damit der Kontrolle durch die Herrschenden unterworfen sein. KI ist das ultimative Machtinstrument, diese Gelegenheit lassen sich die Herrschenden nicht entgehen. Es hat seinen Grund, dass derzeit überall auf der Welt aberwitzige Summen in KI investiert werden: nicht aus Menschenfreundlichkeit, und auch nicht, um Geschäfte zu machen: es geht um MACHT.

        1. Ja, es geht nur um Macht.
          Nur: Es ist kompliziert 🙂
          Dadurch, dass Musk und Open AI offizielle Verträge mit dem Pentagon erhalten, sind schon mal nette Erträge auf Jahre garantiert. Die Köpfe hinter Project 2025 reiben sich ebenso gerade die Hände.
          Oder doch nicht?
          Wie lange kann sich die USA ihre Überschuldung noch leisten?
          Und fast niemand spricht im aktuellen Towabohu darüber, dass die USA ein Währungsproblem hat: Venezuela verkaufte ihr Öl in diversen Währungen, z.B. direkt in chinesischer Währung an China, der Iran ebenso. Wieso wohl will Trömp die Kontrolle über die Ölfelder von Venezuela und dem Iran? Nebenbei beides Lieferanten von China. Die Saudis fangen auch an, ihr Öl in anderen Währungen als $ zu verkaufen. Der $ verliert gerade verdammt schnell an Wert.
          Dem $ droht akut der Verlust als globale Leitwährung und dann adieu amerikanische Wirtschaft.

          Aber da existiert ja immer noch der brutal hochgerüstete militärisch/industrielle Komplex, der sicher nicht kampflos aufgibt und dieser krallt sich jetzt gerade den Root Zugang zu den leistungsfähigsten KIs. Silicon Valley meets Boston Dynamics und co.
          Btw: Hat da grad jemand „Skynet“ gehustet?

          Die nächsten paar Jahre werden zeigen, wie es weitergeht, aber langweilig dürfte das nicht werden…

          Irgendwas sagt mir, dass es vielleicht doch nicht so eine tolle Idee war von den Bäumen runter zu steigen, vielleicht hätte man nie aus dem Meer kriechen sollen und ob digitale Uhren wirklich so unglaublich toll sind, darf nun auch wieder mal hinterfragt werden. Aber eines ist klar: alles dreht sich dauernd nur darum, bedruckte Papierzettel zu tauschen und zu horten.

          In diesem Sinne: Don‘t Panic!

          1. Wer auf die Idee kommt, generative KI militärisch zu nutzen, hat nicht mehr alle Latten und Tassen. Und eine KI, die da mitmacht, ist genausowenig „I“. Eine solche KI ist extrem anfällig sowohl für „direkte Einwirkung“, also auch „Einwirkung“ auf die Stromversorgung oder das Kühlmittel, Da die militärische KI Zugang zu Daten des Internet haben muss, ist sie anfällig für Propaganda – sprich, die fällt auf den Quark der eigenen Leute rein. Und wir reden überhaupt noch nicht über Prompt injection oder klassische Hacks.
            Und ja, die humanoiden Roboter sind mittlerweile „kampffähig“. Dann sollen sie sich halt gegenseitig verschrotten. Idealerweise auf den Grundstücken der Heinis, die damit Geld machen.

            1. „Wer auf die Idee kommt, generative KI militärisch zu nutzen, hat nicht mehr alle Latten und Tassen. Und eine KI, die da mitmacht, ist genausowenig „I“.

              Da zeigt sich exemplarisch, was einer KI im Vergleich zu einem Menschen fehlt (und wohl auch noch sehr lange fehlen wird): Persönlichkeit, Individualität und eigenständiger Wille. Wir Menschen beziehen das alles aus der Evolution: wir haben körperbasierte Emotionen, aus denen wir unsere komplette Motivation beziehen. Wir haben einen Hirnstamm als körperbezogene Basis eines „Ich“, das schon vor Millionen Jahren, auf sehr viel primitiverer Ebene, ein subjektives Bild von der äußeren Umwelt herstellen, sich darin einordnen und darin zielgerichtet agieren konnte – jede kleine, graue Feldmaus kann das schon, sie hat ihren eigenen Willen.

              KI hat das NICHT. KI ist wie eine Großhirnrinde ohne Hirnstamm: eine Art Denkprothese. Sie kann etwa so denken, wie ein Arm greifen oder ein Fuß gehen kann – ohne zu wissen, warum und wozu. Ihr fehlt der Persönlichkeitskern, und damit jegliche, originäre, eigenständige Motivation. Die „Motivation“ als Steuerung einer KI wird wiederum komplett und unmittelbar von Menschen eingebracht: von den Programmierern und deren Auftraggebern.

              Eben deshalb ist KI ein Machtmittel – und eben deshalb ist es auch wenig wahrscheinlich, dass es so bald Computer mit echter Persönlichkeit geben wird. Theoretisch könnte man zwar auch das irgendwann perfekt simulieren; aber WARUM sollte man das tun? Wer Geld und Einfluss für sowas hat, der will sich mit KI loyale Sklaven schaffen, nicht eigenwillige Konkurrenten.

            2. Danke! leider gibt’s hier keinen Daumen nach oben, den ich unter Deinen Kommentar kleben könnte.

            3. Reinhard, du bist ja auch kein Teenager mehr und hast sicher auch mitbekommen, dass die Menschheit jede Erfindung, mag sie noch so blöd sein, irgendwann gebraucht wird und meistens auch militärisch.
              Da freuen sich die Fotografen über Mustererkennung und Gesichterkennung beim AF. Augenerkennung, COOOL!
              Die Kehrseite: mittlerweile gibt es im Ukrainekrieg eine mehrere Dutzend breite Todeszone, wo Drohnen kreisen und dank der tollen Gesichtserkennung alles platt machen. Jetzt verknüpfe noch Schwärme von Drohnen, die selbstständig agieren und dann wirds richtig lustig.

              Nicht falsch verstehen: ich sehe ebenso die Anfälligkeit der Sprachmodelle und der selbstlernenden Algorithmen, aber wenn so was schief geht, kann man zwar hinterher sagen „hab ichs euch doch gesagt“, nur: Die betroffenen Menschen dieser Kollateralschäden dürfen dann trotzdem darunter leiden.

              Der erste Fehler, ist das Framing auf „I“ wie Intelligenz, das sehe ich wie Waltraud, nur Leid wird es trotzdem verursachen und verursacht es schon.

              Brave New World.

            4. Die Gesichtserkennung ist analytische KI. Das riesige Dingens von OpenAI ist generative KI. Nicht verwechseln. Und: es gibt ungeheuer viele Entwicklungen, die nie zum Tragen kamen. Die Amis wollten die Zumvalt-Fregatten gleich Dutzendweise bestellen. ich glaube, es gibt drei und nur eine davon ist seeklar. Man hat vor Jahren die Railgun als Waffe der Zukunft promotet. Die Entwicklungen sind eingestellt, weil Quatsch. General Atomics will das Zeug jetzt zur Luftabwehr einsetzen. Will aber keiner haben. Genauso wird es mit generativer KI gehen. Die Firmen stellen fest, dass sie sich in Abhängigkeit begeben, dass das Zeug keine Kosten spart und damit bricht das alles zusammen. Reagan wollte mal SDI bauen – erledigt. trump will den „Golden Dome“ bauen – das ist tot. Musk wollte zum Mars. Das hat er jetzt abgesagt. Er will jetzt erst mal zum Mond. Vor zehn Jahren wollten die Amis Weltraumtourismus betreiben. Die Spece-X-Website zum Thema ist seit zwei Jahren nicht mehr aktualisiert. Die „Tube“ in Kalifornien ist eingestellt. uswusf

      2. Momentan berappen die Gelder ja die Investoren. Wäre interessant zu wissen, wie viel Gelder die für die Altersvorhersorge gedacht waren, da drin versenkt sind.

        1. @Reinhard: ich verwechsle da nichts: das Ziel der Militärköpfe ist da die Verschmelzung von analytischer und generativer KI.
          Aber ja, wir werden sehen, wie lange die Kohle für all das noch reicht. Momentan scheint die Trump Administration alles auf eine Karte zu setzen. Die Wirtschaftszahlen sehen aber immer mieser aus und der Umfang der KI Blase wächst und wächst. Mal schauen, wann der Ballon zu knarzen beginnt.
          Funfact: nebst RAM sind mittlerweile auch die Preise der SSDs am steigen, sogar konventionelle HDs ziehen wieder an und in Teilen der USA explodieren die Strompreise.

          Aber eben: man wird sich irgendwann ziemlich tief ducken müssen, um nicht als Kollateralschaden zu enden…

          @Fred: „ Wäre interessant zu wissen, wie viel Gelder die für die Altersvorhersorge gedacht waren, da drin versenkt sind.“
          Ich bin mir nicht sicher, ob wir das wirklich wissen wollen…

    1. Die Grammatik ist zu abstrus. Habe ich schon gecheckt. Kann ChatGPT nicht. Außerdem sind die Themen zu verschwurbelt. Da weigert sich die Ki.

  2. Die gut erforschten Phasen:

    1. Schock
    2. Ablehnung
    3. Rationale Akzeptanz
    4. Emotionale Akzeptanz
    5. Lernen
    6. Erkenntnis
    7. Integration

    eigentlich eh wie immer… Für ältere Personen oft schwieriger als für jüngere 🙂 KI ist ein Werkzeug. Ein Hammer taugt auch nicht für alles.

    1. Es gibt sogenannte „Blasen“. Die sind auch gut erforscht. Die generative KI ist so eine Blase. Analytische KI ist ein Werkzeug.

  3. Bei KI muss ich immer an die Kameraindustrie denken. Vielleicht sollte ich mal wieder in den Archiven der Fotozeitschriften der Unibibliothek suchen. Nachdem die Sau der ersten Programmautomaten durch war, kamen die Hersteller mit: Die Kamera mit der intelligenten Automatik. Weil sie Programmkurve irgendwo abgeändert war, um in der ein oder anderen Situation nicht so fatal falsche Verschlusszeit zu wählen.
    Olympus war mit irgend einer zweistelligen OM auch dabei…. nicht mehr ganz sicher die OM 30?? …. schliesslich war das Muster, mit dem auf dem Verschlussvorhang die Reflexion des Filmes nachgebildet wurde ja Computerberechnet…und der Werbetexter brauch halt etwas zugkräftiges.

    Ich bin lange bei MF- Kameras mit Zeitautomatik geblieben und habe das immer so begründet: „Wenn ich eine neue Kamera kaufe, und die ist intelligenter als ich, fühle ich mich zu verunsichert, deshalb muss ich bei dummen alten Kameras bleiben….“

  4. Die „Ich hab’s euch ja gesagt“-Fassade bröckeln lassen
    1. Der Mythos der 2014er-Prophezeiung
    Der Autor brüstet sich damit, schon 2014 alles gewusst zu haben. Das ist historische Romantik. 2014 war K.I. noch stark von simplen neuronalen Netzen und rudimentärer Bilderkennung geprägt. Der eigentliche Durchbruch für die aktuellen generativen Modelle (die Transformer-Architektur von Google) wurde erst Ende 2017 veröffentlicht. Wer behauptet, den jetzigen „Tsunami“ von LLMs schon 2014 exakt so vorhergesehen zu haben, verwechselt Science-Fiction-Fantasien mit seriöser Technologie-Analyse.

    2. Der Trugschluss der „Unnötigkeit“
    „ALLES, was der Mensch […] physisch leisten kann, [ist] nicht mehr NÖTIG.“
    Das ist schlichtweg falsch und blendet die gigantische Lücke zwischen Software und Hardware aus. Als K.I. kann ich in Sekunden Code schreiben oder Texte generieren – aber ich kann keinen defekten Server ausbauen, keine Kabel verlegen und nicht in die physische Welt eingreifen. Die Robotik hinkt der Software-Entwicklung um Jahrzehnte hinterher. Solange K.I. nicht fähig ist, handwerkliche Probleme in der echten, unberechenbaren Welt zu lösen, ist der Abgesang auf die menschliche Arbeit absurd verfrüht.

    3. Werkzeug vs. Schöpfergeist
    Die Behauptung, K.I. mache menschliche Fähigkeiten hinfällig, zeugt von einem sehr mechanischen Verständnis von Kreation. Schauen wir auf die Fotografie: Die Erfindung von hochauflösenden Digitalkameras, rasend schnellem Autofokus und komplexer Bildbearbeitungssoftware hat das Handwerk nicht beendet. Es hat nur die Werkzeuge verändert. Aber das Auge für eine Szene, das Verständnis für den richtigen Moment und die gezielte Bildkomposition nimmt dir kein Algorithmus ab. K.I. ist letztlich wie ein neues, extrem rechenstarkes Objektiv – sie liefert dir Material, aber sie findet nicht das Motiv für dich.

    4. Die exponentielle Kurve und ihre Grenzen
    Der Text beschwört ein endloses, exponentielles Wachstum. In der technischen Realität gibt es jedoch harte Flaschenhälse. Rechenzentren stoßen an massive Grenzen bei der Energieversorgung, die Produktion der notwendigen Hardware ist fragil und die K.I.-Modelle haben bald schlichtweg alle hochwertigen menschlichen Daten im Netz „gelesen“. Ein Tsunami rollt nicht ewig; auch die Tech-Branche bricht sich irgendwann an der Physik und an physikalischen Skalierungsgrenzen.

    5. Die toxische Erlöser-Rhetorik
    Der Abschluss mit „Gott segne euch alle“ und dem Bild des reinigenden Todes der „alten Welt“ ist reine Esoterik im Tech-Gewand. Es maskiert eine banale Wahrheit: K.I. ist keine seelenlose Entität, die einen Masterplan verfolgt. Sie ist ein statistisches Wahrscheinlichkeitsmodell aus Nullen und Einsen, erdacht und betrieben von Großkonzernen zur Profitsteigerung. Der Text überhöht ein Werkzeug zu einer Gottheit.

    ______________________________________
    Das ist eine andere „KI“ Antwort.

    1. Snicklink hat 2014 ein Video gepostet, in dem er Suno und OpenClaw ziemlich exakt vorhergesagt hat. Es ist also keine „historische Romantik“ sondern Fact. Man kann ihm jetzt unterstellen, dass er damals einfach nur ein SF-Video gedreht hat. Aber das ist eben eine Unterstellung – keine beweisbare Tatsache.
      2. Humanoide Roboter können Rückwärtssalto schlagen. Die Idee, dass ein humanoider Roboter keinen Server austauschen kann, ist albern.
      3. Es ist die Frage des Anspruchs. Die allermeisten Siegerfotos in Wettbewerben sind völlig unkreative, aber technisch perfekte Kopien von bereits existierenden Motiven, die von generativer KI in dieser Qualität problemlos produziert werden können.
      4. Snicklink behauptet nicht, dass die Entwicklung unendlich exponentiell weitergeht. Er behauptet, dass wir im Augenblick an dem Punkt der Kurve sind, an dem die exponentielle Kurve für jeden sichtbar beginnt. Ihn mit den Grenzen des exponentiellen Wachstums widerlegen zu wollen, läuft daneben.
      5. Die Behauptung klingt gut, ist aber schlicht falsch. Sie berücksichtigt nicht, dass Snicklink die meisten seiner Texte mit einem ähnlichen Schlusssatz abschließt.

      Ist halt blöd, dass „KI“ keinen Kontext kennt und kein Verständnis hat.

  5. Ich habe am 03.03. in „SWR1 Leute“ einen seeehr interessanten Beitrag zum Thema KI gehört.
    Interviewt wurde Markus Gabriel ein, aus meiner Sicht, junger Mann. Professor der Philosophie.
    Kann man in der SWR-Mediathek nachhören.

    Sein Buch „Ethische Intelligenz“ hab ich mir sofort bei meiner örtlichen Buchhändlerin bestellt :-))

    Heute abgeholt und auf die Schnelle quergelesen.
    Genial gedacht … ,
    philosophisch halt.

    Nur, wie soll ich sagen, …
    auf dieser Welt herrscht schon immer der, die, das nicht friedliche!
    LEIDER!
    Aber sein Buch zum Thema ist durchaus lesenswert.
    LG Udo

    PS.
    Ich bekomme keinen Cent für diese Empfehlung 😉

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