Panaleica 9mm f/1,7

Ich hatte ja schon ein paar Fotos aus dem 9mm Panaleica gepostet. Und wie angekündigt, kümmere ich mich jetzt nur noch um die Performance an einer Oly.

Als erstes mal das, was aus dem Objektiv rauskommt:

Und nein, die Maler in Rocksdorf hatten keineswegs ein paar Kästen Bier zu viel. Aus der Kamera kommt das hier raus:

Der Auflösungsverlust an den Ecken ist natürlich deutlich sichtbar. Allerdings ist es offenblende eh nicht sonderlich scharf. Die CAs werden von der Kamera im JPG ziemlich gut entfernt – was hässliche weiße Streifen an den Kanten hinterlässt – gegen das Purple Fringing kann die Kamera nichts machen.

Der Autofokus ist flott – alles andere wäre für ein 9mm an mFT auch ein absolutes Armutszeugnis.

Die optische Qualität – sieht man. Sie verlässt sich komplett auf die digitale Korrektur und Nachschärfung. Schön ist anders, aber für den, der das mag ist es das Höchste.

Die haptische Qualität: es ist sehr leicht und wirkt – gerade im Gegensatz zum Nisi – wie Spielzeug.

Es hat eine Lichtstärke von 1,7 und das ist eine Bank. Das bedeutet eben auch, dass man sowas machen kann:

Ob man das Bokeh hübsch findet, steht auf einem anderen Blatt, aber mit 2,8 geht sowas natürlich nicht so gut.

Das Objektiv hat von Haus aus ein wenig ausgeprägtes Cats-Eye-Bokeh, das durch die elektronische Korrektur auf „fast Rund“ korrigiert wird. Durch die Korrektur wird das Halo außen um das Bokeh verstärkt und Ränder der Zerstreuungsscheiben hart – weil die Kamera der Meinung ist, das wäre ne Kontrastkante, die müsse man schärfen.

Hier habe ich in das JPG Ooc rechts einen Ausschnitt aus dem RAW reinkopiert, wie es ohne Objektiv- und Kamerakorrekturen entwickelt wird. Man sieht die Veränderung des Bokehs und auch, wie die Scheiben durch die Objektivkorrektur „aufgeblasen“ werden. Dass oben die Hälfte einer Scheibe fehlt, ist einfach eine Folge davon, dass die Korrektur oben heftig abschneidet. Sieht man ja an den Bildern oben.

Mein persönliches Fazit: muss man wollen.

Und hier noch ein bisschen Outdoor:

10 Replies to “Panaleica 9mm f/1,7”

  1. Vielen Dank für die intensive Analyse der UWW!
    Habe selbst das Panaleica 9mm und das 6mm Laowa. Die Ergebnisse kann ich komplett bestätigen.
    Beide Linsen haben eine hervorragende Nahgrenze und gute Schärfe – wobei für mich das Laowa den besseren Job fürs Geld macht. Auch das Panaleica ist für Lichtstärke und Abdichtung nicht überteuert. Hier nerven aber auch im Gegenlicht-Alltag die Flares und Fringings. Das Objektiv ist dann eher für sonnenfreies Wetter und Innen im Einsatz, liefert hier da ordentlich ab.
    Das Laowa ist mit großartigen Blendensternen und guter Korrektur ein Schnäppchen, das keinen Platz in Foto- oder Hosentasche wegnimmt und immer dabei ist, wenns nicht regnet.

  2. Schade, das wollte ich mir eigentlich zulegen für unterwegs als Ergänzung zum Reisezoom. Lichtstark, Autofokus und Spritzwasserschutz… Traurig, was heute unter dem Namen Summilux vermarktet wird.

    1. „… Namen Summilux vermarktet“
      Die Bezeichnung „Summilux“ steht für hohe Lichtstärke (lateinisch für „höchstes Licht“). Hat nichts mit der optischen Qualität wie Schärfe und Verzeichnung zu tun.

  3. Das war halt mal anders! Da waren Namen wie Summilux, Summicron etc. automatisch auch Qualitätsgaranten. Ist aber zugegebenermaßen schon sehr lange her. War ein anderes Jahrtausend .

  4. Ich mag das PanaLeica 9mm sehr für Aufnahmen vom Sternenhimmel und Milchstraße. Auch in den Bildecken werden Sterne noch halbwegs punktförmig abgebildet, was nicht bei jedem Objektiv der Fall ist. Die Lichtstärke und der AF (mit SternenAF) passen auch gut zum Anwendungszweck.

    Und als stille Leserin hier möchte ich mich auch mal für die vielen interessanten Beiträge hier bedanken!

  5. Ich denke mal, es ist nicht umsonst sehr verlockend für die Hersteller, Linsen digital zu „optimieren“. Das spart jede Menge teure, optische Korrekturen im Glas. Und das ist dann vermutlich deutlich lukrativer, monetär gesehen.

  6. Moin,

    – wenn ich Panasonic-Entscheider wäre würde ich meine Objektive auch auf Panasonic Cams hin optimieren lassen.
    Was mit den Kameras eines (vielleicht sowieso bald historischen) Mitbewerbers herauskommt wäre mir ziemlich latte.
    -Auf den ach so tollen Linsen mit den Namen „Summicron“ und „Summilux“ steht auch Leitz drauf und nicht Panasonic. Ausserdem ist da das Preisschild für ein bis 2 Stellen breiter. You can’t have it all.
    Schiebt die Raws durch DXO und 95% der Kritikpunkte sind ausgeräumt. Für die letzten 5% und/oder OOC müsstet ihr halt richtig tief in die Tasche greifen.

    1. sehe ich auch so – ein paar „cron“ und „lux“ habe ich noch aus M-Zeiten liegen, heute unbezahlbar!!
      Wenn ich die Mängel via DXO beseitigen kann, wäre ich zufrieden, aber ob es auch die oft kritisierte, massive Randunschärfe beseitigt ?!
      Momentan sieht es für mich so aus, als wenn ich für die seltene Nutzung auch mein randscharfes Olympus 9-18 mFT weiter nutzen kann…
      Und die manuellen Nisi etc. sollen auch nicht immer einfach zu fokussieren sein.. bin mal gespannt, was Reinhard noch herausfindet :-))
      Auf jeden Fall, wie immer bei ihm, voll aus der Praxis und nix von den dämlichen Ju Tubern…weiter so!

      Gruß
      Rainer (lese seit Jahren auch nur mit)

  7. Hallo,
    den Test von Reinhard fand schon sehr interessant und das Ergebnis durchaus etwas überraschend.
    Aber ich denke, Dirk hat die Situation mit seinem Kommentar auf den Punkt gebracht.
    Und ganz nebenbei, innerlich hoffe ich, dass er mit seinen Nebensatz „vielleicht sowieso bald historischen Mitbewerber“ ja doch daneben liegt.
    Vorweihnachtliche Grüße in die Runde!
    Jens-Uwe

    1. Dann verwendest Du aber nur unkorrigierte RAWs. Da ist die brutale Tonne natürlich von Vorteil. Aber da kann man dann auch gleich ein 1,8er Fish nehmen.

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