Historisch: BLM-1-Clone Uniross

Ich beschäftige mich ja nicht erst seit gestern mit dem Thema Nachbauakkus. Vor ziemlich genau 13 (!) Jahren habe ich damals alles durchgeackert, was es zum Thema BLM-1-Clones gab und nachdem wir bei oly-e seinerzeit diskutiert haben, haben wir eine Sammelbestellung von Uniross-BLM-1-Clones gemacht. Warum seinerzeit Uniross? Weil das die einzigen waren, die bei verschiedenen Tests eine komplette Sammlung an Schutzschaltungen mit an Bord hatten und mit dem Originalakku mithalten konnten.

Die eklige weiße Spur auf dem Gehäuse des Uniross kommt übrigens nicht aus dem Akku, sondern der kaputte Akku lag ne Zeit unter einer normalen Batterie, die ausgelaufen ist.

Uniross ist übrigens einer der größten Akkuhersteller der Welt. Leider sind sie schon vor zehn Jahren aus dem Geschäft mit Endkunden ausgestiegen und machen nur noch B2B. Seitdem gibt es keine guten Clones mehr. Die Clones waren übrigens seinerzeit auch nicht wirklich „billig“. Fast 20 Euro war zwar immer noch deutlich billiger als die Olys – vor allem weil die meisten Uniross mit vergoldeten, gefederten Kontakten gekommen sind – aber die China-BLMs gab’s schon für 5 Euro.

So sieht die Platine innen aus. Kurzschlussicherung, funktionierender Thermowiderstand, alles, was man braucht. Die Akkus sind 18500 „RoHS„. RoHS ist die Abkürzung für Restriction of Hazardous Substances und der Hinweis auf diese Richtlinie weist darauf hin, dass der Akku dieser EU-Richtlinie entspricht. Überflüssig zu sagen, dass ich noch nie auf einem Clone aus Fernost diese vier Buchstaben gesehen habe. Uniross ist aber eigentlich eine französische Firma – und die halten sich halt an die Vorschriften.

Der Akku ist mit 1500mAh angegeben und die Zellen haben diese Kapazität auch laut Datenblatt. Die Platinenversion ist PL101. Wer wissen will, wie die Billigkonkurrenz innen aussieht, kucke hier, bei meiner Schlachterei von vor einem Jahr.

Ich habe übrigens noch einen Uniross-Akku hier – und der funktioniert immer noch. Nach 13 Jahren. Und kann immer noch mit den Olys mithalten.

11 Replies to “Historisch: BLM-1-Clone Uniross”

  1. Hallo Reinhard
    lang ist’s her… ich hab noch von den UniRössern – durch Deinen Beitrag neugierig geworden, habe ich schnell mein altes Gerödel durchsortiert und hab noch 2 davon gefunden. Ich hab vor ein paar Monaten entsorgt, was nicht mehr ging. Den einen bin ich grad am Laden, der andere tut noch. Die Akkus dienen nur noch als ‚Stützbatterien‘ in meinen alten Olys (E-3, E-1, E-330), die ich alle halbe Jahre mal anwerfe, um zu sehen, ob sie noch funktionieren.

    Weiterhin frohe Fotopirsch
    Yvonne

  2. Ich habe nie wissentlich einen BLM-1 Clone von Uniross gekauft, dennoch habe ich einen. Bis Dato dachte ich tatsächlich, der sei von Olympus. Ist es möglich, dass Olympus die E-1 oder die E-3 mit einem Uniross-Akku ausgeliefert hat?

      1. Reinhard, Du hast bestimmt Recht! Mir ist in den Sinn gekommen, das ich vor ca. 9 Jahren einen gebrauchten Akku geschenkt bekommen habe. Das müsste dann der von Uniross sein!

  3. Patona bietet zwischenzeitlich einen PS-BLH-1 „Protect“ an, mit laut Angaben:
    – Schutz vor Überladung, Überspannung, Kurzschluss.
    – NTC-Temperatursensor
    Was ist davon zu halten?
    Gruß
    Markus

    1. Naja, der ist dann aber nicht so weit vom Originalpreis entfernt – dann lieber das Original, so verfahre ich!
      Allerdings benötige ich (bisher) auch „nur“ 2 x einen Satz für die E-M1X.

      1. Was ist denn deine Definition von „nicht so weit vom Originalpreis entfernt“.
        Als günstigsten Preis finde ich (via Preissuchmaschine) für den Originalen: € 65,89.
        Für den Patona „protect“ (bei Abnahme von 2 Stück: € 56,90 (für 2 Stück!)
        Das sind 43,2%

        Ich verstehe jeden, der sagt „nur Original“.
        Für meinen Anwendungsfall aber werde ich wohl bei den Clonen bleiben.
        Ich brauche mehr oder weniger das ganze Jahr nur einen Akku und verwende meist das Original. Und dann gibt es die 2-3 Tage im Jahr an denen ich dann 3 oder 4 Akkus brauche. Und dafür bin ich bisher immer gut mit den Clonen gefahren. Ich muss aber ehrlicherweise auch sagen, dass sich meine Erfahrungen auf die E-M10ii und den BLS-x beziehen. Für meine E-M1ii habe ich bisher nur den Original-Akku.

  4. Kann ich das als Laie messen?
    Dann würde ich mich im Dienste der Allgemeinheit dazu bereiterklären.
    Aufmachen werde ich keinen.
    1. Fliegt mir das Teil mit meinem Glück direkt um die Ohren.
    2. Dafür bin ich zu sehr Schwabe 😉
    Gruß
    Markus

    1. Widerstand zwischen T und – messen. Bei verschiedenen Temperaturen. Wenn der Widerstand immer gleich bleibt, ist kein NTC verbaut.
      Ich habe den Chef von Patona angemailt, ob ich die entsprechenden Akkus (BLN,BLS, BLH) zur Verfügung gestellt bekomme.
      Laut Website ist der Vorteil der Akkus, dass das Plastikgehäuse 90° aushält, ohne sich zu verformen. Und flammhemmend ist. Und ja, angeblich haben sie jetzt einen NTC drin. Von einem LoadBalancing steht aber immer noch nichts dabei. Aber immerhin. Kaum sind vier Jahre rum….. Wenn die Innovation so weitergeht, ist der Loadbalancing-Chip 2025 verbaut – Revolution am Akkumarkt…
      Ich bin derzeit skeptisch. Die Prüfpunkte, die der Original-BLN hat, sind beim „Protect-Patona“ immer noch gefaket. Da hat sich nix getan.

      1. Hallo Reinhard,
        sag doch bitte Bescheid, solltest Du keine oder eine negative Rückmeldung erhalten.
        In den Fall werde ich einen BLH-1 „Protect“ bestellen und den Widerstand bei unterschiedlichen Temperaturen messen und vergleichen.
        Gruß
        Markus

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