LiveStream mit OM-Ds und ATEM Mini

Das ATEM Mini von Blackmagic ist ein Videomischpult für kleine Produktionen und Streaming, das bis zu vier HDMI-Quellen und zwei Audio-Quellen aufnimmt und sowohl ein HDMI-Kontroll-Signal ausgibt, als sich auch am USB-Anschluss als Webcam mit Ton ausgibt.

Das Teil ist bei Thomann unter 300 Euro zu haben. Es wird geliefert nackig mit Netzteil – und das war’s. Software zum selber runterladen von Blackmagic (Das entsprechende Zip-File heißt „ATEM Switchers“, da ist dann auch das Handbuch in viiielen Sprachen drin, das knapp 2000 Seiten hat. )

Die Software ist für den Betrieb des ATEM Mini essentiell – dazu später.

Was man sich noch zulegen muss: HDMI-Kabel für die Olys. Das ist Micro-HDMI Typ D auf Normal HDMI (Typ A). Und ein USB 3.1-Kabel (C) für den Anschluss an den PC. Die liegen nicht bei.

Nicht alle Olys eignen sich für den Anschluss an den ATEM. Damit man damit sauber streamen kann, braucht man Kameras, die „Clean HDMI“ liefern. Also HDMI ohne irgendwelche Batterieanzeigen oder solches Zeug.

Das sind einerseits die E-M5II und die PEN-F und, wenn man unter Video – HDMI-Ausgabe. den Modus auf „Speichermodus“ stellt, die E-M1II, E-M1III, E-M1X und E-M5III. Bei allen anderen ist immer irgendwas im Bild, mindestens die Batterieanzeige, was natürlich nichts mit dem Mischpult zu tun hat, sondern mit den Olys.

Das Pult hat keinen Ausschalter. Wenn das Steckernetzteil Strom hat, läuft das Pult. Das ist auch sinnvoll – dann kann es niemand versehentlich „On Air“ ausschalten. Hier ist es stromlos. Die Helligkeit der Tasten kann über die Software eingestellt werden.

Das Mischpult funktioniert direkt aus der Verpackung schon ziemlich lustig, Kameras anstöpseln, Mischpult an PC LiveStream starten und YouTube erkennt sofort das ATM als Blackmagic Design-Quelle. Besser ist aber, da noch das OBS dazwischenzuhängen und dort die „virtuelle Kamera“ zu aktivieren. Dann hat man eine saubere Vorschau und kann erstmal alle Kameras durchklickern und dann über OBS auch andere Video- Ton- oder Standbildquellen dazuschalten. Als Ton gibt man dann Blackmagic Design Standard an, dann nimmt YouTube den Ton, der aus dem Videomischer über USB eingespielt wird.

Und hier kommt die Software ins Spiel, die praktischerweise parallel zu OBS laufen kann. Damit kann man unter „Audio“ die Latenz des Tonsignals für jeden der beiden Kanäle einstellen. Wenn da nämlich ein paar Kameras dranhängen, wird das Videosignal verzögert, das Audio-Signal aber nicht. Damit nun der Ton nicht vorläuft, muss er „gebremst“ werden. Das kann man nur in der Software einstellen. Bei meinem Setup mit drei Olys habe ich die Latenz auf 5 Frames eingestellt, das hat dann gepasst.

Wichtig ist, dass die erste Kamera, die angeschlossen wird, bestimmt, mit welchen Frameraten gearbeitet wird. Und dass das ATEM keinen 4K-Stream kann. Wenn die Oly auf 4K steht, zeigt sie am Display eine rote Grafik an, die einen Disconnect symbolisiert. Abhilfe: auf FHD stellen.

Bei meinem ersten Stream mit dem ATEM Mini hatte ich einen Laptop, auf dem OBS lief, wo ich sehen konnte, was aktuell rausging – und einen zweiten Laptop, auf dem ich den YouTube-Chat beobachtet habe. Während der „Performance“ sollte man sich angewöhnen, nicht auf die Videos zu kucken. Das Video auf dem OBS hat ja 5 Frames Verzögerung und das auf YouTube mal locker 20 oder 30 Sekunden. Da wird man kirre. Auch Ton geht natürlich gaaar nicht.

Das Setup für meinen Stammtisch gestern. Die X mit dem 35-100 diente als Kamera für Details von Kameramenüs.

Sobald man einen Techniker hat, der das alles kontrolliert, ist das natürlich Super-Entspannt, aber ohne muss man Qualitätskompromisse eingehen. Aber mit dem Mischpult ist es zumindest möglich, ein Multicam-Setup allein zu bedienen und trotzdem noch zu „performen“.

Besonders cool: Mir ist während des Streams bei einer Kamera der Akku leergegangen. Man kann dann einfach die Kamera ausschalten, Akku raus, Akku rein und der Stream läuft währenddessen auf einer anderen Kamera störungsfrei weiter.

Kein Vergleich mit einem direkten YouTubeStream mit der Oly am WebCamtreiber. Wenn da die Kamera zickt, ist der Stream zu Ende.

11 Replies to “LiveStream mit OM-Ds und ATEM Mini”

  1. Kannst Du evtl. nochmal kurz referieren, wie man die E-M5 II dazu kriegt, ein “Clean HDMI”-Videosignal auszugeben? Ich habe meine mal über einen HDMI-USB-Stick an den Computer angeschlossen, aber ich kriege nur den Wiedergabemodus zu sehen (d.h., schon aufgenommene Fotos). Firmware-Version ist 4.1.

    Bei der PEN-F erscheint nach dem Einschalten das Live-Bild und mit einem langen Druck auf INFO bekommt man auch die Batterieanzeige usw. weg. Bei der E-M5 II sollte es theoretisch genauso funktionieren, aber da kommt bei mir, wie gesagt, gar nicht mal erst das Live-Bild.

      1. Super, das war’s. Genaugenommen die “HDMI Kontroll.”-EInstellung, die auf “Aus” stehen muss. (In der Anleitung steht das natürlich nicht, grr, und der Zusammenhang drängt sich zumindest mir auch nicht zwingend auf.)

        “1080p” oder “720p” funktionieren beide im Prinzip – aber der HDMI-USB-Stick macht eh aus allem 1080p für den Computer, und da sieht es schöner aus, wenn auch von der Kamera schon 1080p kommt.

        Vielen Dank und fröhliche Weihnachten!

  2. Clean-HDMI geht auch noch mit der E-M10 II. Ich habe eine und habe das schon ausprobiert.
    Bei bestehender HDMI-Verbindung lang auf die Info-Taste drücken (Hinweis darauf von Rob Trek).

  3. Hallo. Betrifft ATEM mIni pro …
    Du schreibst: YouTube erkennt sofort das ATEM als Blackmagic Design-Quelle
    Macht es bei mir leider nicht. Ich muss bei Livestream immer erst OBS dazwischen schalten.
    Auch unter dem Reiter Webcam wird mir Blackmagic nicht angezeigt, nur die Webcam vom Notebook und die Virtual Cam von OSB. Was mache ich falsch?
    Wenn ich mit dem ATEM online gehe (also mit Streamschlüssel von Youtube) passiert bei Youtube Livestream auch nichts. Immer nur der Hiweis, dass ich meine Streamingsoftware aktivieren soll.
    Danke, falls dir was einfällt …

  4. Das habe ich alles gemacht, ich streame ja schon längst, muss aber immer OBS-Studio dazwischen schalten, weil YT meinen ATEM nicht als Webcam erkennt. Das war doch meine Frage – da du schreibst: YouTube erkennt sofort das ATEM als Blackmagic Design-Quelle. Das macht YT bei mir eben gerade nicht!

    1. Sorry, ich weiß, dass es prinzipiell funktionieren muss – weil es das bei mir und anderen tut. Gerade auch das Streamen mit Streamingschlüssel von YouTube – als ich das das erste Mal probiert habe, gab’s Probleme, mittlerweile funktioniert das prima. Ich verwende Win10 und die neueste OBS-Version. Sorry, eventuell mal in ein spezielles OBS-Forum gehen.
      Ach ja: es empfiehlt sich überhaupt nicht, direkt vom ATEM auf YT zu gehen. Zumindest bei mir hat sich YT geweigert, den Ton von ATEM zu übernehmen. Also auf jeden Fall OBS dazwischenschalten – und versuchen, direkt von OBS aus zu streamen. Wenn man den Stream händisch von YT aus startet und dann versucht, mit der Virtual Camera auf YT zu gehen, dann nimmt YT nicht den Ton von OBS, sondern den Ton des ATEM. Wenn man nun irgendwelchen Sound aus Quellen vom Computer abspielen will wird das nix.
      Aber wie gesagt: Ich bin noch kein Fachmann für OBS/YT.

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