Canon-Akku BP-511

Seit einiger Zeit liegen bei mir noch zwei Canon-Akkus rum, die ich seinerzeit von einem Leser bekommen habe. Beide sind mittlerweile völlig leer und so wird es Zeit, die Akkus aufzumachen und zu sehen, was drin ist.

Zuerst mal den Messschieber ausgepackt und nachgemessen: Originalakku: 55,3 x 21,2 x 38,2mm, Hähnelclone: 55,5 x 21,1 x 38,4mm. So in etwa. Kann man lassen.

An der Kontaktseite gibt es eine verdächtige, ovale Aussparung – da ist bei Canon eine metallische Folie drunter, beim Hähnel drei Löcher.

Das Voltmeter gibt natürlich nichts mehr her- wo nichts ist, kann man auch nichts messen. Und an Schaltungen, die man nicht kennt, mit dem Ohmmeter rangehen liefert nur selten irgendwelche verwertbaren Ergebnisse.

Also Griff zum Schraubenzieher und zuerst den Clone knacken. Wie üblich – zweimal hebeln und das Teil ist offen:

Verbaut sind Zellen von GP – einem ziemlich großen, chinesischen Batteriehersteller aus Hongkong. Immerhin haben die sogar eine Dependance in Düsseldorf, in der Prinzenalle 7. Wer in der Gegend wohnt, kann da ja mal hinkucken.

Beim Zerlegen fällt schon mal der Mittenabgriff zwischen den beiden Akkus von allein ab. Die Platine ist Type C58N PB-511. Es sind zwei ICs drauf, die übliche Ladelektronik und der Überladeschutz.

Beim Canon-Akku gestaltet sich das Öffnen etwas schwieriger. Da muss man heftiger hebeln und das Werkzeug eine Nummer größer wählen.

Innen drin ist eine Platine mit der Type GCMK-G2X. Die Schaltung ist nicht komplexer als die des Clones, die SMD-Bauteile sind noch ein bisschen futzeliger. Hinter der Metallfolie sind auch nur Löcher, keine extra Platine, wie sie bei Olympus dran ist. Es sind allerdings auf den Platinen jeweils drei kleine Kontaktpunkte, die wohl durch diese Löcher rausgemessen werden. Ob bei der Canon-Platine jemals dran gemessen wurde, sieht man nicht – die Punkte sind jungfräulich, nach kurzem Kontakt mit meiner Messspitze sieht man das – es ist also anzunehmen, dass da nie was gemessen wurde. Die Prüfkontakte bei den Oly-Akkus sind immer benutzt. Sieht man.

Lustiges Ratespiel: Links Hähnel, Rechts Canon.

Das Canon-Teil hat kein Loadbalancing und keine Thermoüberwachung an Bord. Die verbauten Zellen sind von Toshiba.

Was sagt uns das alles?

Der Canon-Akku ist ein bisschen sorgfältiger verarbeitet, man hat ein paar mehr doppelseitige Klebebänder verbaut und die Isolierungen sauberer gemacht. Aber von der blanken, elektrischen Qualität her – sorry, da ist der Hähnel eigentlich nicht schlechter als der Canon-Akku. Und der Hähnel hat sogar noch vergoldete Kontakte.

Und da verstehe ich dann auch, warum die Clonehersteller immer so angefressen sind, wenn ich an ihren Produkten rumnörgle – wenn die modernen Canon-Akkus immer noch kein Loadbalancing an Bord haben, dann gibt es eigentlich absolut keinen Grund, nicht zu den “Marken”- Clones zu greifen.

Ich muss sagen: ich hatte mir von dem Markenakku mehr erhofft. Der Canon wird für fast 100 Euro angeboten, der Hähnel kostet ein Drittel. Da sehe ich jetzt nicht, wo der Mehrwert sein soll. Klar, die Toshiba-Zellen sind teurer. Aber ohne Loadbalancing ist das Perlen vor die Säue geworfen. Da tun’s dann auch die Billigeren von GP.

One Reply to “Canon-Akku BP-511”

  1. Die BP-511 verwende ich seit seit 2005, sowie das Original, Nachbau von Hähnel sowie Billigheimer von Connect.
    Gefühlt halten die Hähnel sogar länger als das Original, kann mich auch täuschen.
    Obwohl Canon nur wenig im Betrieb ist sind die Akku der letzten cirka 8 Jahre noch ok.
    Grüße und bleib gesund
    Dieter

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