Olympus fährt seit einiger Zeit eine ausgefeilte, revolutionäre Vertriebsstrategie. Der Kunde versteht unsere Produkte nicht? Machen wir sie billiger. Und damit es nicht so aussieht, als wären unsere Knipsen nicht mehr wert, lassen wir den UVP oben und schenken den Kunden was. Egal ob sie’s haben wollen, oder nicht. Oder wir zahlen ihnen Geld zurück. Irgendsowas.

Geil!!!!

Der Effekt ist, dass man mittlerweile mit 30mm Makros Straßen pflastern könnte und die Handgriffe zur E-M1II preislich im freien Fall sind.

Der neueste Gag: Zuerst hat man die Kunden mit „100 Euro Katze-im-Sack-Rabatt“ geködert. „Bestell die E-M5III jetzt, unbesehen, und krieg sie 100 Euro billiger.“ Jetzt ist die E-M5III draußen, der Rabatt bleibt. Bis Januar 2020.

Warum hat man die Kamera dann nicht gleich beim UVP hundert Euro billiger gemacht?

Ja, ich weiß. Verkaufspsychologie. Wenn ich was „billiger“ kriege, schüttet mein Gehirn Dopamin aus.

Nur verkauft ihr hier keine Gummibärchen, Unterhosen oder Thermomixe. Ihr verkauft das Einstiegselement in ein hochkomplexes, optisches System, dessen Bedienung eigentlich ein dreijähriger Ausbildungsberuf ist. Und bei dem ihr darauf angewiesen seid, dass der Kunde nicht nur einmal eine Knipse mit Kitlinse kauft, sondern dass der Kunde nach und nach ein Vermögen in Optiken und Zusatzequipment steckt. Wenn ihr dauernd über den Preis verkauft, erreicht ihr diese Leute nicht – weil die in ihren Schrank kucken und anfangen zu weinen in welcher Geschwindigkeit ihr Krempel an Wert verliert.

Ihr habt vor vielen Jahren eine Kamera auf den Markt gebracht, die einmalig war und ist. Deren UVP immer noch um keinen Cent gefallen und deren Gebrauchtpreis immer noch astronomisch ist. Euer Vertrieb hat gejammert, man müsse sie für 899,- auf den Markt werfen. Es gab mal eine einzelne halbherzige Aktion in der Richtung, aber das war’s dann. Gottseidank.

Ihr habt diese Kamera als „Designgadget“ vermarktet. Und anfangs haben es viele auch so gekauft. Bis sie dann mitgekriegt haben, dass ein neues IPhone weniger kostet und nicht so Retro auskuckt. Als sich dann langsam rumgesprochen hat, dass die PEN-F die geilste Fotomaschine ist, die jemals gebaut wurde, habt ihr so langsam die Kameras verkauft. Zum Original-UVP.

Warum könnt ihr nicht alle eure Kameras einfach fair bepreisen und den Preis halten? Und das Geld, das ihr dadurch mehr einnehmt, in Maßnahmen stecken, die den Leuten klarmachen, was sie mit euren Knipsen Tolles anstellen können?

Ich lese begeisterte Reviews über die Canon R – und schüttel mit dem Kopf, weil das alles Dinge sind, die bei Olympus seit bald einem Jahrzehnt in jeder Kamera stecken. Aber keiner merkt’s.

Ich knöpfe euren Kunden 390 Euro für ein Wochenende ab, in denen ich nichts anderes mache, als ihnen zu erklären, was in der Knipse steckt, die sie da gekauft haben. Geht’s noch? Das ist euer Job, eure Produkte zu erklären. Und wenn die Leute wissen, was sie damit machen können, dann kaufen sie auch Zubehör, Objektive, Blitze. Ganz ohne Rabatt. Weil sie wissen, dass es das wert ist.

Heiße Maroni. Kapiert jeder. Zahlt jeder. Kein Cashback.

26 Replies to “Rabatt!!!”

  1. Wo der Mann Recht hat, da hat er Recht. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Oh Olympus, erhöre ihn!
    Für faire Preise verzichte ich gerne auf Rabattschlachten. Ich nutze immer noch meine E-M1 und habe noch immer einen großen Teil der Features nicht mal im Ansatz angetastet … OK, ich nutze diese schlicht auch nicht.

  2. „Heiße Maroni. Kapiert jeder. Zahlt jeder. Kein Cashback“
    doch hatte ich vor Jahren mal. Da war eine matschig, dafür gab es eine neue Tüte 🙂
    Ansonsten ist das Preisgemauschel nur zum k….
    Klare Preise und evtl. Rabatte mit dem Händler besprechen. Mir kommt das so vor, als ginge es nur um Stückzahlen und nicht um Umsatz. Die Leute, die kaufen was sie brauchen und nutzen werden mit solchen Aktionen nur vergrault.
    Als Zugabe einen Kurs in Rocksdorf lasse ich gelten. Musst du dann halt anbauen und Dozenten einstellen. Dafür gibt es dann EU- Fördermittel für strukturschwache Regionen 🙂

    1. „.. als ginge es nur um Stückzahlen ..“

      Hat nicht letztens Reinhard genau das erklärt? Dass es bei der Kamerasparte von Olympus darum geht, Stückzahlen für Sensoren für die Medizintechniksparte geht? Insofern wäre das konsistent.

      Ich habe mich lange Zeit strikt geweigert, irgendetwas zu kaufen, wofür es Cashback gibt. Ich will auch nicht verhandeln. Ich will dass mir der Hersteller/Händler einen aus seiner Sicht fairen Preis nennt. Dann überlege ich mir, ob ich den zahlen will und kann. Ich will nicht zu viel zahlen und ich will nichts geschenkt. Wenn es Cashback gibt, ist das Produkt entweder ohne Cashback zu teuer oder mit Cashback zu billig.

      Olympus hat mich dann gekriegt. Die E-M5 Mark II hab ich mit 200 € Cashback genommen. Dafür habe ich jetzt eine wunderbare Kamera, die zwar für mein Können weit überdimensioniert ist, die aber dazu inspiriert dieses zumindest ein bisschen auszubauen.

  3. Marketing will sich als Kunst zu verstehen wissen, jemandem etwas zu verkaufen, was er gar nicht braucht. Rabattschlachten gehören dazu, weil es deren einfachstes Instrument ist.
    Auch ich war versucht, eine Mark2 zu kaufen, für 1189 €. Dabei mache ich etwas Hobby- und Urlaubsfotografie.

  4. Und woher kommt der Mist wieder? USA oder hat es das so krass vorher noch anderswo gegeben?

    Es machen alle, Panasonic und Nikon und Canon besonders schlimm.
    Sie vernichten absichtlich den Wert unserer Produkte. Aus meiner Sicht hätten DSLM-Kameras ohnehin bis zu 30% günstiger sein müssen und die Objektive für die hohen Auflösungen teurer.
    Heute sind die UVPs praktisch Fake!
    Halbwegs durchblickende Menschen antworten mit Kaufzurückhaltung… das ist sicher in der jetzigen Situation kaum hilfreich.
    Was an einer PEN-F so genial sein soll, verstehe ich zwar weiter nicht… aber Olympus braucht einen ernsthaften Strategiewechsel.
    Weniger Canon-Nachahmung bei den Gehäusen und bloß nicht versuchen im Sport- & Naturfotobereich – wo es auf kurze Zeiten und geringstes Bildrauschen ankommt – mit mFT zu bestehen. Das klappt nicht.
    Aber auf das 150-400 mm bin ich trotzdem gespannt – aber es braucht neuen Sensor, Prozessor, AF, Sucher – in einer Profi-Kamera.

    1. Naturfotografie und „Pro“ widerspricht sich… 😉 Die Naturfotografen, die von ihrer Fotografie leben können, kannst Du in Deutschland an einer Hand abzählen. Das ist kein Markt. Es gibt in Deutschland nur 10.000 Berufsfotografen. Auch das ist kein Massenmarkt (Die wechseln ihre Kamera erst dann, wenn es der Kunde verlangt. ) . Und was die Sportfotografie angeht: Die EM1II etc. liefern im professionellen Bereich locker ausreichend Pixel mit locker ausreichender Rauschfreiheit mit unerreichter Geschwindigkeit und konkurrenzlosen Features, z.B.ProCapture. Professionelle Sportfotografie geht heutzutage ins Web. Und selbst im Print spielt Rauschen überhaupt keine Rolle mehr. (Ich kann das Rauschen der E-M1II im Print nicht mal in Doppelseite sichtbar machen.) Das Problem von Olympus sind nicht die Sensoren oder die Prozessoren oder der Sucher. Das Problem ist die Connectivity. Mit der augenblicklichen WiFi-Anbindung ist selbst die E-M1X indiskutabel für jeden Profi. Ganz abgesehen davon, dass Olympus in den Stadien keine Infrastruktur hat, wie sie Nikon und Canon bereitstellen.
      Unabhängig davon – klar wird es neue Sensoren geben. (Gib’s ja schon. Nur noch nicht in ner Kamera.) Aber der Flaschenhals ist seit Jahren der Fotograf – und nicht mehr die Kamera. Da hilft auch neue Hardware nichts. Ich seh doch, was die Leute für Kameras haben. Die haben ne E-M5II – und sind immer noch glücklich damit und haben die noch nicht mal ausgereizt.

      1. es geht ja nicht ums ausreizen – das ist seit jeher ein anderes Denkmuster der Japaner (alles in einem Gehäuse vereinen zu wollen, wo es wichtig wäre auch spezielle Kameras für bestimmte Motive/Lichtsituationen anzubieten).
        Kommt auf die Definition PRO an – sicher gibt es nur eine stark begrenzte Anzahl Menschen die über Jahre monatlich mit ihrer Fotoausrüstung Geld verdienen können und dann eben Berufsfotografen sind – und selbst die werden langsam obsolet – in Stadien kommen Roboter, Natur- und Tier-Motive werden mit Programmen, Drohnen oder Robotern fern gesteuert und selbst das Porträt liese sich heute schon problemlos ohne Zutun von einem Fotografen „perfekt“ erstellen.
        Der Beruf stirbt rasch aus, wie einst der Maler.
        Deshalb sind Profis heute Menschen die sich mit aller Energie, Wissen, Leidenschaft einem Motiv widmen, mit den Ergebnissen auch Einkommen erzielen und sich ihre Fotos professionell erarbeiten.
        Monatsverdienst alleine macht einen nicht PRO.
        Davon ab, würde ich heute nie eine Kamera mit kleinerem Sensor, unterlegenem Sucher, Prozessor für Sport und Wildlife einsetzen. ProCapture und Co helfen allenfalls in wenigen Situationen – die wirkliche Beherrschung von Licht, Kamera und Motiv helfen immer.
        Und ja, ich sehe auch im Print leicht – wenn am Limit fotografiert wurde – wo Störsignale und verminderte Dynamik kein besseres Bild zulassen. Da kann trotz bester Objektive mFT nie VF-KB das Wasser reichen – nicht heute und nicht morgen.
        Olympus war lange die innovativste Firma, aber mit M1X und dem Anspruch der da vertreten wird, laufen sie leider in die dunkle Sackgasse – wie damals mit der fabelhaften E1 – das müssen sie jetzt schon wieder schmerzlich lernen.
        Ich werde immer mFT als Zweitsystem dabei haben, nur zeigen PF-Objektive (DO) und kleine, superschnelle Kameras mit hochwirksamen VF-Sensoren heute deutlich mehr Reserven ohne einen bedeutsamen Gewichts-/Größennachteil zu haben.
        Ich fotografiere seit GH1 mit MFT und noch viel länger mit Olympus – aber ich habe nie nur ein System verwendet und sehe auch klar die Vorteile von größeren Sensoren oder Smartphone-Algos.
        Sicher gibt es kaum eine APS-C Kamera ohne Spiegel, die ich heute einer Oly vorziehen würde (Fuji vielleicht), aber die werden auch bald lieferbar sein und es wird immer enger für mFT – leider.
        Ich sehe da auch keinen Ausweg – außer viel bessere Sensoren, Prozessoren, Sucher , Objektive – die andere noch nicht haben – aber dieses Marketing und die Preisverrisse sind ganz sicher kein Ausweg.
        Jetzt muss rasch eine E-M1III mit komplett anderem Sensor kommen.
        Als Flaschenhals sehe ich außerdem eine Motiverkennung und Verfolgung – wobei das dann für Menschen auch beängstigende Nachteile haben wird und ich gebe zu, um ein schnelles Motiv abzulichten bin ich heute oft zu langsam, zu unbeweglich, zu schwach vorbereitet und seltener die Kamera. Trotzdem sind mit VF-Technik heute Fotos möglich, die mit mFT-Olympus allenfalls mit erheblich mehr Aufwand annähernd erreicht werden könnten.
        Der „falsche Preis“ muß bei allen Herstellern wieder aufhören, aber er wird es nicht, denn genau wie bei Lebensmitteln, Kleidung und vielem mehr, werden alle bei ihren niedrigsten Instinkten gepackt, mehr, mehr, mehr und geiz ist eben doch geiler – daher wird mit Produktvorstellung das alles bereits eingepreist – ich vermute Leica und Apple beherrschen zumindest das besser.

        1. Es gibt einen ganzen Haufen Punkte, an denen ich Dir nicht zustimme. Nicht mal im Entferntesten. Ein ganz wichtiger Punkt: Roboter werden nie Porträts machen können. Ich sehe es jedesmal, wenn ich wieder im Studio stehe und mir die Leute vorheulen, wie Scheiße der Fotograf war, bei dem sie zuletzt waren.
          Fotografie ist Kommunikation. Das kannst Du nicht mit Robotern machen. Du kannst Knipser durch Roboter ersetzen. Aber niemals einen echten Fotografen. Das ist der fundamentale Irrtum der ganzen Branche. Dass man glaubt, den Handwerker durch das Werkzeug ersetzen zu können. (Ging auch vor ein paar Tagen durch die Presse: Eine Software, die jetzt kreative Artikel schreiben kann. Gelächter. Ich hab’s ausprobiert.)
          Ich bin einer von der aussterbenden Spezies, die ihren Lebensunterhalt mit der Kamera verdienen. Ich brauche keinen neuen Sensor. 20Mp reichen mir. Die Dynamik, das Rauschverhalten, der AF, alles schick. (Wenn irgendwo das Licht so Scheiße ist, dass ich nicht mehr knipsen kann und blitzen verboten ist, dann hat der Kunde auch kein Geld für einen Fotografen. Die Regel gilt schon seit zehn Jahren. ) Was ich haben will ist ein 35-100 f/2 für mFT. Ein 150er f/2 für mFT. Ein 14-35 f/2 für mFT. DAS würde weiterhelfen. Aber derzeit komme ich auch mit dem FTs klar.

          1. Mit meiner Buchung für nächsten Freitag werde ich dann wohl über 15.000 Menschen dieses Jahr portraitiert haben.
            ICH bin der Roboter, der da Fließbandarbeit verrichtet. Aber ich kommuniziere mit den Menschen und liefere offenbar brauchbare Bilder ab.
            Meine (unsere) Kameras dafür sind mindestens von der vorletzten Generation. Wir reduzieren die Auflösung schon in der Kamera, weil wir mehr als 5 MPix bei derartigen Volumina gar nicht handeln wollen.
            Ich behaupte mal, ich bin „Profi“, der seinen Lebensunterhalt u.a. genau damit verdient.
            .
            Und mein Freund Achim sagt immer:
            Ich wäre einer, der einfach ignoriert, dass das mit Olympus-Kameras nicht geht, was ich da mache… ;-)))

          2. brauchst du auch nicht – ich habe meine Erfahrungen und du deine – so ist das mit Menschen. Keiner hat deshalb mehr recht.

            Ich schrieb „liese“ und „perfekt“ – das was die weitaus meisten Menschen von einem Porträt erwarten, könnten auch Roboter liefern – nicht umsonst sind nahezu alle mit Smartphone Knipsbildchen am langen Arm zufrieden. Da bleibt in Zukunft immer weniger zu tun für einen Porträt-Fotografen – prinzipiell ist mir das genauso verhasst wie dir – aber eben den allermeisten Leuten schnuppe.

            Ja alles „schick“ – aber eben nicht höchste Leistungsstufe – klar kann man mit dem jetzigen 20 MP Sensor leben und fotografieren, aber inzwischen gibt es deutliche Steigerungen – in jeder Hinsicht.
            Die zu Erkennen, überlasse ich jedem selbst.
            Mit Licht oder Blitz Wildtieren hinter her zu laufen, haben ja schon einige Witzbolde versucht – die Ergebnisse waren von Ausnahmen abgesehen, eher bescheiden – besonders wenn sich Tiere rasch und unvorhersehbar bewegen.
            Das gleiche gilt auch für meine Industrie- und Geräte-Fotografie – entweder ist man mit besten Equipment schnell genug oder man landet irgendwann am Schreibtisch.
            Also das es da feste Regeln gibt, bezweifle ich, die besten Fotos werden meistens das meiste Geld und Ansehen einbringen.
            2/35-100 mm 2/14-35 mm werden ja nicht leichter und kleiner, als das was von den Mitbewerbern für Vollformat geboten wird. Ein 2.0/150 mm wäre allerdings eine gute Option – wenn mit schnellsten AF-Antrieb ausgerüstet.

            Wir sprechen aus unterschiedlichen Welten – es geht immer ums beste Bildergebnis – aber bei schnellen Bewegungen und/oder wenig Licht ist mFT eben eher hinderlich.
            20 MP sind ja auch für mFT schon extrem viel – ich spreche also auch nicht zwingend von Auflösungssteigerung – aber ab 1600 ISO wird es eben „rauschhaft“ und bei mir vergleichbar erst ab 12.800 ISO – das holt kein lichtstärkeres Objektiv auf.
            Aber egal, verschiedene Welten – jeder wie er mag und kann.
            Nur diese abartigen Preise machen alles kaputt und schaffen nur Frust.

          3. “ das was die weitaus meisten Menschen von einem Porträt erwarten, könnten auch Roboter liefern“

            Ich habe heute eine Familie mit einjährigem Kind und zwei mittelgroßen Hunden fotografiert. Roboter? Grööööl.

            Es gibt bereits „Porträt-Roboter“ seit etwa 50 Jahren. Nennt sich Passbildkabinen. Sie haben es nicht mal geschafft, den Passbildfotografen den Garaus zu machen.

            Warum haben Influencer, die was auf sich halten, immer einen Top-Fotografen dabei? Weil sie eben keine Selfies haben wollen.

            Und nochmal: Wildtierfotografie ist Hobby. Dass da Leute mit der Lupe an den Fotos hängen – jo. Unbestritten. Warum? Weil es schon zigtausend Fotos des gleichen Viechs gibt – und die Unterschiede der Fotos nur noch mit der Lupe festzustellen sind. Aber das hat eben überhaupt nichts mit „Professionell“ zu tun. Das ist Hobby – ist ja auch OK. Es gibt da ne Szene und wenn die der Meinung ist, mit Kleinbild kommt die Fellstruktur besser – alles Gut. Ist halt nicht meine Welt.

  5. moin,
    bin Amateur und mit der 5II glücklich, brauch nichts anderes. Meine Fotos werden mit VF nicht besser und schon gar nicht wenn ich jedes Jahr eine neue Kamera kaufe. Mein Endprodukt ist ein maximal 30X40 großer SW Druck. Der wird besser als alles was ich den der analogen Dunkelkammer mit Mittelformat zustande gebracht habe. Wer Freude an der Fotografie hat sollte das Internet meiden und mit der Kamera seiner Wahl gücklich werden. Es wird ein irrsinniger Druck aufgebaut, stets mit der neuesten Technik unterwegs zu sein. Ich denke die digitale Fotografie hat zur Zeit einen so hohen Stand, dass Verbesserungen nur noch mit hohem Aufwand zu realisieren sind ( 1. Gossensches Gesetz vom abnehmenden Grenznutzen). Es gibt keine „schlechten“ Kameras mehr am Markt nur zu viele. Zu analogen Zeiten gabs gefühlt deutlich weniger Kameras. Das Problem ist aber nicht der abnehmende Grenznutzen, sondern die fallende Profitrate. Es muss auf Teufel komm raus produziert, konsumiert und …. weggeschmissen werden. Bis die Rohstoffe alle sind und uns die Luft ausgeht. Meine letzte analoge Kamera war eine zweiäugige Rolleiflex von 1957. Funktioniert heute noch, hält ewig und macht Riesenspaß. Rollei ist allerdings pleite.

    1. Zitat: „Rollei ist allerdings pleite“.

      Rollei, Agfa u.a. sind nicht pleite gegangen, weil die Kameras nichts taugten, sondern weil sie den Markt (= die Kunden) und vor allem die Konkurrenz falsch eingeschätzt hatten. Es waren Managementfehler. Die Konzentration auf dem Markt in Zeiten der Digitalfotografie ist auf die gleiche Ursachen zurückzuführen. So schätze ich das zumindest ein.

      1. Managementfehler? Egal wie man es macht, es ist falsch. Höhere Preise = zu geringer Absatz. Rabatte, um den Absatz zu erhönen = zu geringe Marge. Es war nie einfach im Kamerasektor. Wären da nicht Retter gewesen, wäre das Traditionsunternehmen Leica schon vor Jahren den Bach runter gegangen – mehrmals, schon in den 80ern.

        1. Gelegentlich sind es auch die falschen Produkte…. 😉 In der freien Wirtschaft ist es immer schwierig und groß ist die Anzahl derer, die hintennach alles viel besser gemacht hätten. Es ist aber überall das Gleiche. man baut erklärungsbedürftige Produkte – und erklärt nicht. Und wundert sich dann, wenn die Masse das neue Zeug nicht kauft weil sie das alte Produkt schon nicht kapiert haben.

  6. genau das isses: der Markt. Es muss profitabel sein. Eine Kamera von hervorragender Qualität, die 60 Jahre funktioniert ist ruinös für den Hersteller. Es muss in immer kürzeren Zyklen immer Neues her und den Konsumenten suggeriert werden, ihr altes hervorragendes und noch immer funktionierendes Equipment (um im Kamerasektor zu bleiben) taugt nichts mehr. Obwohl es vor ein paar Jahren das tollste und innovativste Zeugs der Welt war. Klare Nummer Eins in der Bestenliste und so. Die ganze Veranstaltung heißt Kapitalismus und führt uns gerade in den Abgrund. Aber das führt hier wohl doch zu weit…..

    1. Eigentlich ist das die wichtigste Diskussion überhaupt. Wie kann die Kamerabranche nachhaltig funktionieren? Ich habe darauf auch keine Antwort. Ich kann sagen „Kauf nur eine Kamera, wenn Du Deine Alte aus dem FF beherrschst und an ihre Grenzen gestoßen bist.“ Das ist ein prima Tipp für den Einzelnen – aber die Branche ist darauf angewiesen, den Leuten immer wieder neuen Krempel zu verkaufen. Canon und Nikon versuchen es jetzt gerade wieder: „Werft endlich eure alten Objektive weg und kauft alles neu.“ Olympus hat es geschafft, dass die heutigen Kameras die alten FTs schneller ansteuern als die alten DSLRs. So weit sind C und N noch lange nicht. Ich versuche den Leuten beizubringen, was in ihren Kisten steckt – und viele legen sich dann Zubehör zu, das ihre Möglichkeiten erweitert. Aber ist das Nachhaltiger? Ist die Knipserei überhaupt nachhaltig? Ist es wichtig, dass Dinge dokumentiert werden können? Ist es wichtig, dass die Welt sieht, dass Venedig fast zwei Meter unter Wasser steht? Ist der Nutzen der Kameratechnik größer als der Schaden?

      Ich weiß es nicht. Vielleicht sollte man da mal auf oly-e drüber diskutieren.

      1. Was ist Nachhaltigkeit? Obwohl kein neues Kartenupdate in den Navispeicher meines knapp 6 Jahre alten BMW passt, kaufe ich mir keinen neuen. Hätte man das nicht vor 6 Jahren ahnen können?
        Ich weiß nur eins: Wenn Akkus in Kameras fest verbaut werden, so wie heute in Smartphones, dann ist für mich Schluß mit der Knipserei.

  7. Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, was Olympus anders machen könnte.

    Ein paar Leute schreiben was zu Gewährleistungsfällen, dann folgen einige Kommentare was den Leuten nicht gefällt und schon ist ein Kameramodell verrissen. Lässt man Kunden und Presse an der Entwicklung teilhaben, dann werden Bilder aus der Vorserie madig gemacht und das mit bleibenden, schwer zu korrigierendem Eindruck. Hält sich ein Hersteller mit Veröffentlichungen gerade aus diesem Grund zurück, wird er totgesagt.

    Olympus hat mit Workspace seinen Kunden quasi die PEN-F als Softwareversion zur Verfügung gestellt. Doch ich habe verstanden, was die PEN-F ausmacht, eben diese Funktionen schon bei der Erstellung des Bildes einsetzen zu können und dadurch „eventuell“ das Bild nochmal ganz anders zu gestalten. Hatte ich meistens nicht die Muße zu, hat mir mit dem Sucher auch keinen Spaß gemacht. Eine Belichtungsreihe machen und dann die Funktionen in Workspace anwenden, ja das ist schon eher was für mich. Workspace ist langsam, ja aber die Fotografie mit der PEN-F doch eigentlich auch. Man kann Workspace belächeln, für mich ist es das Geschenk zum 100.

    Olympus hat mich in der analogen Photographie begleitet und mit mFT auch in Digital. Für mich als Amateur wäre ein Systemwechsel eh nur Irrsinn, bei der Ausrüstung die ich mir bereits aufgebaut habe. Ich muss das Hickhack in den Foren oder Zeitschriften nicht mehr lesen, selbst die Modellreihe liegt mit der 1er (classic) fest.

    Kamera ausreizen? Das verstehe ich als Argument schon gar nicht. Die erste 1er habe ich mir wegen dem guten C-AF gekauft, bei der E-M1 II war das ebenfalls der Grund. Heute könnte ich nach der E-M5 III schielen – nur ist die in einigen Bereichen so künstlich beschnitten (z.B. fehlender Griff, kleiner Akku), dass sich das auch wieder erledigt hat. Die Kameras sind dann 6 Jahre im Einsatz und weitere drei Jahre als Reservegehäuse während Wartungen/ Reparaturen oder größerer Reisen in Verwendung. Nach dann neun Jahren geht es in die Vitrine – ausgereizt sicher nicht, aber über der Marke von 200.000 mechanischen Auslösungen garantiert. Es geht doch darum, die Kamera zu verwenden, die Dir hilft Deine Bilder zu machen und nicht darum jede Funktion sklavisch abzuarbeiten. Keystone-Korrektur findet bei mir häufiger Verwendung mit Live Composite habe ich, auch wenn es wirklich toll ist, bisher eher nur gespielt.

    Ungefähr alle drei Jahre ein neues Gehäuse, bei einer Verwendungsdauer von 6+3 Jahren ist für mich ok. Was die Kamera in der Zukunft braucht, darüber soll sich Olympus den Kopf zerbrechen, dafür zahle ich ja. Das ist mein persönliches Break Free. Rabattaktionen, ehrliche Preise oder was auch immer haben da eher keinen wirklichen Einfluss auf meine Kaufentscheidung, sorgen aber für ein kleines Glücksgefühl

    Nur einen Wunsch hätte ich in diesem Zusammenhang, nicht allzu sehr mit der Anordnung der Bedienelemente herumzuexperimentieren.

  8. „Ich knöpfe euren Kunden 390 Euro für ein Wochenende ab, in denen ich nichts anderes mache, als ihnen zu erklären, was in der Knipse steckt, die sie da gekauft haben.“

    Von knöpfen kann keine Rede sein! Das Kursgeld ist allemal wert. Und wenn wir schon dabei sind: Die neuen Kursdaten von Rocksdorf sind publiziert! Ich habe schon einen Kurs gebucht! 😉

    Gruess
    Helmi

  9. Die Aktionen von Olympus sind unter dem Aspekt der reinen Betriebswirtschaftslehre sehr sinnvoll, denn sie dienen der Gewinnmaximierung. Zuerst mit hohen Preisen starten, um die Kaufkraft der finanzstarken early adaptors abzuschoepfen, dann mit niedrigeren Preisen die ‚breite Masse‘ anzugreifen.

    Unter dem Aspekt der Kundenbindung ziehe ich jetzt allerdings ein säuerliches Gesicht, hätte ich meine 1X einige Monate später gekauft hätte ich satte 500 € sparen können… Die 5.3 würde ich aber unabhängig davon nicht gekauft haben, sie erscheint mir als ‚1.2 lite‘ in billigerem Gehäuse primär für ein- bzw Aufsteiger konzipiert zu sein, ganz ohne Innovationen die alle früheren Modelle der 5er und 1er ausgezeichnet haben. Schade eigentlich.

    1. Betriebswirtschaftlich sinnvoll glaube ich eher nicht. Denn das funktioniert nur kurzfristig, aber nicht nachhaltig. Kunden sind nicht dumm. Das Prinzip hoher Anfangspreise und späterer Nachlässe durchschauen sie schnell. Und dann sind sie für angemessene Preise verdorben.

      Ich bin überzeugt davon, dass nur noch eine absolute Minderheit Olympus-Produkte zum UVP kauft. Nach den ganzen Einführungesrabattschlachten seit der M1.1 wartet doch jeder darauf, dass es zumindest noch einen Batteriegriff, 2. Akku oder ein Objektiv gratis extra gibt.

      Dank SSV, WSV, Pre-Sale, Black Friday, Cybermonday etc. kauf ich persönlich bei Klamotten zum Beispiel nichts mehr mit weniger als 20-30% Preisnachlass. Bei Kameras fast ausschließlich gebraucht. Bei Notebooks und Smartphones nur noch Auslaufmodelle, refurbished oder B-Ware. Die Wirtschaft gräbt sich ihr Grab selbst.

  10. Oje, ich habe mich verleiten lassen und die E-M5 MkIII vorbestellt; auch dank einer überraschend erfreulichen Inzahlungnahme meiner E-M5 MkII.
    Ich bin erst dieses Jahr von der E-M1 MkI -> MkII umgestiegen und an der neuen M5 MkIII ist mir gerade sympathisch, dass es „nur“ eine E-M1 MkII-light ist. Mich freut es zu sehen, dass die Kameras als Gesamtes und im Detail von Modellwechsel zu Modellwechsel immer ausgereifter werden; ob da jetzt der neueste Sensor drin ist oder nicht, ist mir eigentlich wurscht. Bei Autos beschweren sich die Leute ja auch nicht darüber, dass in den neuesten Modellen immer noch ein vorsintflutlicher Verbrennungsmotor mit bescheidenem Wirkungsgrad verbaut ist.

    Dass Olympus auch diesen Rabatt-Cashback-kaufeinsbekommnochwasdazu-Trend vorsichtig mitmacht, finde ich bedauerlich. Das wertet eine Marke definitiv ab. Zumal man als Konsument über den wahren Wert der Ware verunsichert wird. Ich selbst habe es bei einer Küche erlebt, dass ein Küchenstudio plötzlich 50% Rabatt auf die Sachen gewährt hat. Ich habe dann ein aktuelles Angebot mit einem etwas älterem verglichen und tatsächlich, für das gleiche Gelump vom gleichen Hersteller haben sie 150% draufgeschlagen damit sie hinterher 50% Rabatt geben konnten. Gefühlt war der 50%-Rabatt Preis aus der „richtige“ Gegenwert, das Angebot ohne Rabatt war völlig überzogen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.