Sie wurde am 15.6.2009 bei einem Mordsevent in Berlin vorgestellt. Alle Journalisten wurden ins Ritz Carlton eingeladen – die grünweiße Banderole mit dem Willkommensgruß, die über die Betten gelegt wurde, hängt heute noch an meiner Pinwand.

Dresscode war 50ties und ich bin tatsächlich mit nem Original-Ledermantel aus der Zeit angerückt – und ner Exacta Varex von 1961. Ich war allerdings ziemlich der Einzige. (Das war das letzte Mal, dass ich mich an den Dresscode von Olympus gehalten habe – und bin dann auch ein paar mal reingefallen, als die das mit dem Anzug ernst meinten und ich wieder in Fotografenkluft unterwegs war. )

Das da in der Mitte war die neue E-P1. Das war allerdings die silberne. Beim Teaserbild habe ich eine weiße abgebildet, die als erstes ausverkauft war. Drangeschraubt ist das 17mm f/2,8, das damals mit der Kamera rausgekommen ist und der optische (!) Aufstecksucher, der anfangs mit dem 17mm mitgeliefert wurde. Sowohl das 17mm f/2,8 als auch der VF-1, wie der Sucher offiziell heißt, sind mittlerweile so gut wie ausgestorben. Wer beides bei Olympus auf der Website sucht – gibt’s nicht mehr. Auch auf der Website four-thirds.org wird die Optik nicht mehr gelistet.

Hier amüsiert sich Anders Uschold mit der Kamera am Tag nach der Vorstellung auf der Spree in Berlin. Und genau so eine ist da oben abgebildet.

So sieht sie von hinten aus. Die ist so neu, da ist noch die Folie auf dem Display und der Akku, der ja mittlerweile 10 Jahre auf dem Buckel hat, so tiefentladen, dass sie keinen Mucks von sich gibt.

Von dieser Kamera habe ich geträumt, seit ich mit der silbernen Schwester und der Ente seinerzeit ans Nordkap gefahren bin. Die silberne E-P1 habe ich ja nach der Fahrt zurück zu Olympus geschickt und irgendwo unterwegs hat sie offensichtlich jemand brauchen können – weg war sie.

Damals gab’s noch ne CD mit Olympus Master (!) und drei gedruckte Handbücher in verschiedenen Sprachen. Und natürlich das ganze Zubehör einzeln verpackt.

Ich bin noch schwer am überlegen, ob ich mit dem Schmuckstück überhaupt jemals auf Fototour gehen soll. Könnte ihm ja was passieren.

Das ist eines der Fotos, die ich damals von den Models gemacht habe, die uns Olympus vor die Nase gesetzt hat. Natürlich habe ich mich mal wieder geweigert, mit dem mitgelieferten 14-42 zu knipsen. Ich habe das alte 50-200 aus der Tasche gezogen, mir einen der raren MMF-1 geschnappt und damit gearbeitet. Das hier sind 78mm, f/3,5 und ISO 1600 (!) . Kann man ankucken.

Auch was wir seinerzeit vom Nordkap mitgebracht haben, hat immerhin für ein Buch gereicht.

Aber sie ist halt so schööööön. Nicht, dass sie nen Kratzer kriegt….

Helmut hat mir die Kamera letztes Wochenende mitgebracht. DANKE!

Und, weil ich’s mir doch nicht verkneifen konnte:

Das hier ist aus der Exakta. Ich hatte sie nicht nur zur Deko dabei, sondern auch zum Knipsen. Beim Entwickeln stellte sich dann leider heraus, dass der Verschluss hängt – sieht man rechts. (Jo, bei der Exakta läuft der Verschluss waagerecht. ) Auch hier wieder: Die Belichtung wurde mittels HE und PD vorgenommen. (Human Eye und PiDaumen). Echte Fotografen brauchen keine Belichtungsmesser… 😉

8 Replies to “Alte PEN: E-P1”

  1. Ich hatte meine damals Klaus Weidemann abgekauft, auch mit 17 2.8, auch in weiss, meine hat Kratzer und tut jetzt Dienst in dieser Kombi bei meiner Tante.

    1. Normalerweise habe ich keine Probleme mit Kratzern und abgeplatztem Lack. Patina gehört dazu, Kameras sind Werkzeuge. Wenn Kameras benutzt werden, darf man ihnen das ansehen. (Und ich verkaufe sowieso keine Kameras und Objektive, mit denen ich unterwegs war. ) Aber diese weiße E-P1…..

  2. Wir haben in der Schweiz offiziell vier Landessprachen! Bei uns gibt es die Bedienungsanleitungen immer mindestens mit den drei Sprachen Deutsch, Französisch und Italienisch. Auf Rätoromanisch habe ich bei Olympus Produkten noch nie eine gesehen. Darum waren in Deinem Set diese drei Bedienungsanleitungen mit dabei.

    Ich wünsche Dir viel Spass mit ihr, egal ob Du damit fotografierst und/oder sie Dir nur anschaust. Hauptsache ich konnte Dir damit eine kleine Freude bereiten… 😉

  3. Ich habe eine E-P1 fast seit Anbeginn. 2008 war ich kurz davor mir eine Canon zu kaufen (wollte eigentlich eine Kompaktknipse, mußte dann aber einsehen, daß die nichts taugen). Olympus hat die Pen gerade noch rechtzeitig angekündigt, ich habe dann noch Monate gewartet. Der Originalakku funktioniert noch immer. Die Kamera ist vermutlich die, mit der ich von meinen guten Bildern die meisten gemacht habe (weil sie am meisten dabei war). Sie wird auch weiter mitgenommen, damit sie viel herumkommt. Sie hat bei mir schon fast den Stand einer OM-2. Den VF-1 habe ich allerdings nie benutzt. Habe nie verstanden, was das Teil soll.

    Die weiße Variante gefällt mir übrigens überhaupt nicht. Das Kunststoffteil auf der Rückseite hat eine seltsame Farbe.

    Ja, die E-P1 ist schon eine schöne Kamera. Die kommt bei den Fotografierten immer gut an. Und sie liegt viel angenehmer in der Hand als alles, was danach kam, finde ich. Leider dauert das Speichern fürchertlich lange, und das flache Einstellrad ist nicht der große Bringer. Ich glaube, es registrieren sogar beide Räder nicht alle Klicks, wenn man zu schnell dreht.

    Vielleicht sollte ich mir noch einen BLS-5 zulegen, solange es den noch gibt (der paßt auch in die E-P1).

      1. Oh, tatsächlich. Auf Bildern sah es so aus, als wäre er kleiner als der BLS-5, ist er aber nicht. Und etwas mehr Kapazität hat er auch. Schön.

        Danke!

  4. „(Jo, bei der Exakta läuft der Verschluss waagerecht. )“

    Aber Reinhard, das musst Du uns Olympus-Knipsern nicht als Ausnahme verklickern. Bei den OMs läuft das Gummituch ja auch waagrecht. 😉

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