Nikon gibt es nun auch seit mehr als hundert Jahren. Bis 1945 gehörte Nikon zum Mitsubishi-Konzern und ist seit der Zerschlagung des Konzerns rechtlich und finanziell unabhängig, wenn es auch noch zum Mitsubishi-Netzwerk gehört.

Allein Nikon Imaging hat im letzten Jahr 187 Millionen Euro Gewinn gemacht. Auch wenn in der Branche schon geunkt wird, Nikon sei kurz vor der Pleite – mit 702 Millionen Euro Gewinn aus dem Nikon-Gesamtkonzern in 2019 dürften solche Mitteilungen wohl eher „stark übertrieben“ sein. Nikon ist neben der Medizintechnik auch in Präzisions- und Satellitentechnik aktiv.

Was kann Nikon nun in Sachen Umwelt liefern?

Nikon hat wie Fuji und Olympus neben dem primären CO2-Ausstoß auch den CO2-Ausstoß der Lieferkette erfasst. Leider erschöpft sich der Ansatz zur Reduktion in reinen Absichtserklärungen. „In Zukunft werden wir daran arbeiten, unsere Vorausssagen zu verbessern und Maßnahmen einzuführen um den CO2-Ausstoß zu verringern.“

Trotzdem hat Nikon es immerhin geschafft, seinen CO2-Ausstoß aus dem Energieverbrauch von 230.000 Tonnen CO2 in 2014 auf 200.000 Tonnen in 2018 zu senken. Zu langsam, zu wenig, und angesichts der Gesamtproduktion von grob 1,5 Millionen Tonnen CO2 ist eine Reduktion um 30.000 Tonnen gar nichts.

Die Einsparung durch Solarenergie ist seit 2014 von 77 Tonnen CO2 auf 73 Tonnen gefallen. Dazu wurden 2018 Kompensationszertifikate für 124 Tonnen gekauft. Das bedeutet, dass Nikon kaum mehr als 500 Solarmodule zur Stromerzeugung verwendet, also etwa eine Fläche von 750qm. Das ist in etwa das, was eine einzige Aldi-Filiale auf dem Dach aufweisen kann.

Die restlichen Maßnahmen erschöpfen sich in Maßnahmen wie „Lichter abschalten, die nicht benötigt werden“ und die Klimaanlagen genauer einzustellen. Wer’s nicht glauben kann, hier der komplette Bericht von Nikon.

Wirkliche Fortschritte können sie immerhin bei der Logistik vermelden. Durch die Umstellung von Flugtransport auf Schiffstransport konnte der CO2 Ausstoß pro Tonne und Kilometer auf fast die Hälfte reduziert werden. Spareffekt nach 5 Jahren: 80.000 Tonnen CO2

Als Fazit: Angesichts des üppigen Finanzpolsters von Nikon macht Nikon in Sachen CO2 so gut wie nichts. Von klimaneutralen Fabriken wie bei Panasonic oder komplett klimaneutralen Neubauten wie bei Olympus ist Nikon noch Lichtjahre entfernt – solche Dinge sind noch nicht mal geplant. An eine komplett klimaneutrale Company wird nicht mal gedacht. Auch wenn man die Klimaplanungen des Mitbewerbs nicht ernst nimmt – dort gibt es zumindest Planungen. Bei Nikon gibt es nicht mal das – und wenn, kommunizieren sie sie nicht.

Für die Fotos bin ich einfach mal hier in Hammeville ein bisschen um den Block gelaufen.

4 Replies to “Nikon und CO2”

  1. Man kann ja etliche Szenarien nachlesen, die untersuchen, was im besten und im schlimmsten Fall passiert, wenn wir oder wenn wir nicht den CO2-Ausstoß deutlich reduzieren. Mich würde jetzt interessieren, ob auch schon Szenarien simuliert wurden, bei denen, wie aktuell in Südamerika und Sibirien, gewaltige Waldflächen durch Feuer oder Rodung vernichtet werden, bei denen die auftauenden Permafrostböden anfangen, große Mengen CO2 und Methan auszustoßen, und man realistischerweise berücksichtigt, dass der globale CO2-Ausstoß durch den Menschen NICHT verringert, sondern im Gegenteil weiter erhöht wird.
    Ich denke, dass in spätestens 5 Jahren das passieren wird, was Greta schon lange fordert: Dass selbst konservative Politiker in Panik geraten werden, als würden ihre Häuser brennen.

    1. Die Szenarien sind da – man hat sie nur erst für 2090 erwartet. Es geht immer schneller und die Ignoranz der Leithammel ist unbeschreiblich. Dass Politiker bei der augenblicklichen Lage sogar noch Parlamentsferien machen ist geradezu absurd. Man wähnt sich in einem richtig schlechten Hollywoodstreifen und denkt sich – welcher Trottel hat dieses völlig unrealistische Drehbuch verbrochen. So dooof können die Menschen doch gar nicht sein. Und man denkt, irgendwann muss doch der strahlende Held kommen, der den Leuten sagt „Mädels, ich zeig euch mal wie das mit dem Weltretten geht.“ Jetzt endlich gäb’s doch mal die Chance – Welt retten. Nicht bloß Freiheit, oder Kultur oder Demokratie oder so Zeug. Richtig Welt retten. Und man muss dazu noch nicht mal Leute umbringen. Hoffentlich.

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