Taufe mit der E-M1X

Taufen mag ich nicht. Viel Gelaber, und die Action ist in ein paar Sekunden rum. Wiederholung geht nicht. Und meistens ist die Kirche auch ziemlich leer. Fotografiert werden muss trotzdem. Meine Erkenntnisse mit der E-M1X:

Die FTs sind schneller geworden und zuverlässiger. Nicht hammermäßig, aber spürbar. Für Leute, die ihre Brötchen in Kirchen verdienen, lohnt sich das Upgrade zur E-M1X. Das 35-100 wird unauffälliger und exakter.

Das 150 2,0. Immer noch eine Bank, auf die man sich verlassen kann. Und mit der E-M1X noch besser.

Was die Kamera mit FT-Objektiven immer noch nicht mag, ist starkes Gegenlicht. Es ist einen Hauch besser geworden als bei der E-M1II, aber wenn der Hintergrund strahlt und der Vordergrund (Gesicht) im Schatten liegt, steigt der Ausschuss immer noch erheblich an. Ein Objektiv, bei dem das besonders krass ist, ist das alte FT-Sigma 50-500. Da wird es im Gegenlicht – etwa bei Sonnenuntergängen, wo eigentlich das Gesicht per Funkblitz aufgehellt werden soll – nahezu unmöglich, einen Fokus zu finden. Allerdings war das auch bei der E-M1II schon so – und es ist bei der E-M1X immerhin etwas besser geworden.

Gelegentlich habe ich mit dem 35-100 leichte Unschärfe bekommen, beim nächsten Bild, gleicher Bildausschnitt, gleiches Motiv (macht man in der Kirche oft, weil man ja einen bestimmten Gesichtsausdruck haben will) war das Bild dann knackscharf. Das wirkt fast so, als zeige die Kamera, um schneller fokussieren zu können, erst mal etwas mehr Toleranz beim Fokus. Aus dieser Feststellung kann man aber nicht schließen, der S-AF hätte ein Problem. Ich habe, als die Eltern den Mittelgang entlangliefen, bewusst mit S-AF (und nicht mit C-AF) draufgehalten. 35-100, jedes Bild knackscharf, in dem Fall kam aber das Licht auch aus meiner Richtung. Auch hier wieder: Gegenlicht ist suboptimal.

Hier ist die Taufe rum, die Akteure verlassen die Bühne. S-AF problemlos, alle Bilder knackscharf, zum Einsatz kam das 35-100 f/2. Hier ist natürlich das Licht für eine Kirche optimal. ISO 200, 1/320s. Am Taufbecken war das Licht deutlich schlechter. Gegenlicht, ISO 800, 1/125s. (Natürlich kann ich die Fotos von dort hier nicht veröffentlichen. Kundenbilder.)

Ich habe, nach meinen Tests zum AF-Verhalten am Wochenende, hier ausschließlich mit dem großen Einzelfeld gearbeitet. Die Kamera liefert keinen „Nearest is best“ und beim 9er-Feld passiert es sehr gern, dass sie sich im Hintergrund festkrallt. Gerade bei den lichtstarken Optiken kommt sie dann nicht mehr „nach vorne“, weil der Zerstreuungskreis zu groß ist.

Auch der Empfindlichkeitsbereich des AF-Feldes hat sich gegenüber der E-M1II geändert. Bei der E-M1II letzte Firmware reichten die Kreuzsensoren beim Einzelfeld über die grünen Kästchen hinaus – bei der E-M1X enden sie an der grünen Grenze. Außer beim kleinen Einzelfeld. Da sind sie so groß wie das große Einzelfeld. Vom Erfassungsbereich her ist also zwischen den beiden Feldgrößen kein Unterschied. Es kann allerhöchstens sein, dass beim kleinen Feld die Priorisierung innerhalb des Feldes geändert ist, das kann ich nicht testen.

Ich weiß nicht, ob ich es innerhalb der Zeit, in der mir die Kamera zur Verfügung steht, wenigstens eine Doku zum AF machen kann – denn dass das notwendig ist, sieht man bereits in den Foren. Denn ein „No-Brainer“, wie die Visionary-Videos suggerieren ist der AF der E-M1X nicht. Es wäre mal klasse, wenn sich die Techniker bei Olympus auf ein Verhalten bei allen Kameras einigen könnten. Dann müsste man nicht bei jeder neuen Kamera erst langwierig forschen,

2 Replies to “Taufe mit der E-M1X”

  1. Danke für diesen Beitrag – wenn man selber einige FT Schätze zu Hause hat, interessiert einen das natürlich sehr.
    Viele Grüße, Michael

  2. Ich bedanke mich ebenfalls für diesen Beitrag.

    Auch wenn die E- M1X in der Summe aller Eigenschaften wohl die beste Kamera sein dürfte, die Olympus bisher gebaut hat, fehlen mir bisher noch die guten Argumente, warum ich sie kaufen sollte. Der verbesserte AF bei den FT-Objektiven ist für mich ein sehr interessanter Punkt. Hast Du auch schon mal ausprobiert, wie sich FT 14-35 und FT 35-100 bei schlechteren Lichtverhältnissen (ca. ISO 3200 – 6400) verhalten? Sind sie da auch etwas schneller und treffsicherer als an der E-M1 II?

    Gruß
    AchimF

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