Das hier ist ein Strauß. Mit 7mm. Die Viecher haben harte Schnäbel, fette Muskeln und davonlaufen ist keine Option. Und gelegentlich sind die auch schlecht gelaunt.

Das sind jetzt 8mm. Bei Blende 2,8 mit dem Pana 8-18. Hier handelt es sich natürlich um eine Straußenfarm, ich bin ja nicht lebensmüde. Aber um solche Fotos zu machen, braucht es einen AF, auf den man sich verlassen kann. Mit langen Brennweiten auf Strauße losgehen, ist kein großes Thema, mit Ultraweitwinkeln sieht das anders aus. Und zwar nicht nur im übertragenen Sinne. Das Titelbild dieses Beitrags ist mit der FT-Kristallkugel und der E-M1II gemacht, das hier mit der E-M1X. Jeweils S-AF.

Komplett sehen die Tiere übrigens so aus:

Der Herr im schwarzen Gewand erreicht mit seinem Kopf reichlich über zwei Meter und kann auch außerhalb des Zauns knackige Kopfnüsse austeilen. Also Abstand halten.

Während eben der S-AF mit den Telebrennweiten Kindergeburtstag ist, wird es unterhalb von 14mm spaßig. Da sind die Strauße auf Tritt- und Hackweite und ich kann immerhin versichern, dass die Frontlinsen und Streulichtblenden unserer Objektive einen gezielten Schnabelhieb aushalten. Bei UV-Filtern wäre ich mir da nicht so sicher.

Aber jetzt endlich zum AF. Verwendet wurde meistens ein zentrales 9er-Feld, in der Hoffnung, dass der Schnabel zentral auf die Linse zumarschiert. Das funktioniert nicht so häufig wie gewünscht, auch weil es ein bisschen ein Problem ist, die unterhalb des Zaunes durchgehaltene Kamera über das ausgeklappte Display im Ziel zu halten und mit dem anderen Auge die Laune des Sauriers einzuschätzen. Wenn die Strauße dann in der Überzahl sind, wird es knifflig… 😉

Nochmal. Die kucken hier so süß und putzig aus. Kindchenschema. Aber ich will keinen Tritt mit diesen Krallen abkriegen. (8-18 8mm 2,8). Sehr oft habe ich deshalb nicht den Kopf oder die Augen scharf bekommen, sondern das Fellkleid. Nicht das Problem der Kamera, sondern des Fotografen. Was definitiv der Fall ist: die Kamera liefert beim S-AF keinen All-Time-Nearest-is-best. Wenn sie sich auf dem Fellkleid wohlfühlt, dann kann da der Kopf in den Bereich der AF-Punkte kommen, das stört die Kamera nicht. Vor allem, weil natürlich der Kopf sich schneller bewegt als der Körper und der Schnabel der Strauße weniger schöne AF-Punkte hat. Also: dafür sorgen, dass man den AF-Punkt auch im Ziel hat. Die E-M1X hat eine etwas höhere Empfindlichkeit als die E-M1II und deshalb sucht sie sich hin und wieder auch mal ein paar Haare als Ziel raus, an die man jetzt als Fotograf nicht gedacht hat – ist mir Anfang der Woche im Studio passiert.

Und jetzt mal eine gute Nachricht für die FT-Jünger. Die Ansteuerung der FT-Optiken mit S-AF ist bei der E-M1X geändert worden. Gerade wenn man größere Wechsel der Fokusebenen hat, neigten die FTs an der E-M1II zu lautstarkem Geratter. Das ist mit der E-M1X vorbei. Es macht Sst – und die Fokusebene ist vom Hintergrund auf den Vordergrund gewechselt. Wer mit der Kristallkugel oder dem 11-22 an der E-M1II gearbeitet hat, kennt das: Das Objektiv „ruckelt“ sich so langsam in den Fokus. Das geht mit der E-M1X deutlich schneller – und lautloser. Gerade die Hochzeitsfotografen, die mit der E-M1II und dem 35-100 f/2 in der Kirche gelegentlich noch Rabatz machten, wird’s freuen.

Und zum Schluss noch die Aufnahme einer Straußenzunge. Wieder mit dem 8-18. Bei mFT-Optiken habe ich in der Praxis keine Geschwindigkeitssteigerung des S-AF festgestellt. Der Unterschied bei FT-Optiken ist allerdings deutlich. Gerade bei UWWs und bei Fokusebenenwechsel mit langen Brennweiten.

Nachtrag: Alle Bilder unbeschnitten OoC…

5 Replies to “Straußenfarm”

  1. Da fehlt der Warnhinweise: „Liebe Kinder, das solltet ihr nicht nachmachen“.

    Mit dem UWW auf Strauße gehen, das kann schmerzhaft enden.
    Danke für‘s testen!

  2. Das mit den Krallen der Strauße habe ich auch so gedacht, als ich mir im Zoo den Strauß länger angesehen hab und vor allem die Beine und die Krallen. Da hab ich einen sehr großen Respekt davor. Da fühle ich mich mit 150 bis 300 mm sicherer aufgehoben 😉

    Zum X: Ich habe die Kamera seit März und mir ist vor paar Wochen mit meinem FT 7-14 aufgefallen, dass die Serienbildgeschwindigkeit bei der HDR-Aufnahme sehr schnell durch rattert. Und das beim FT 7-14/4. Ich dachte im Moment, ist denn meine Kristallkugel „wieder gesund“? Daraufhin habe ich das Objektiv an meine E-M1 II angeflanscht und … die Serienbildgeschwindigkeit beim HDR tuckert gemütlich durch, langsam!

    Da muss bei der X der Ablauf nun ganz anders sein als bei dem II. Wohlgemerkt, die II hat die aktuellste Firmware. Kannst du mal, falls du die X noch hast, mit dem 7-14/4 die HDR-Funktion die Geschwindigkeit testen?

    Danke und Gruß
    Pit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.