Hands On: Rotolight Neo2

Ich habe es ja schon seinerzeit auf der Ringfotomesse bewundert: Das Rotolight Neo2, das mittels Elinchrome-Blitzauslöser auch als Blitz verwendet werden kann. Nun habe ich das im Studio und es mal etwas genauer unter die Lupe genommen.

So sieht das von hinten aus, wenn man den Batteriefachdeckel abgenommen hat. Da passen normale Eneloops rein, ich habe allerdings nicht ausprobiert, wie lange die halten sondern das Rotolight mit dem mitgelieferten Netzteil betrieben. Vorne auf dem Rotolight ist eine Plastikscheibe drauf, die gerne mal abfällt, also aufpassen. Auch der Fuß unten ist aus Plastik und hat einen Standard-Blitzschuh mit Stativgewinde drin. Man kann das Rotolight also auf ein simples Stativ stellen. Und außenrum sind nochmal zwei Stativgewinde verteilt, diesmal mit Metallgewinde.

Das Rotolight ist extrem leicht. Mein Setup sah so aus:

Abstand Rotolight – Motiv etwas unter zwei Meter. Wenn man näher rangeht, wird die Sache schnell in den Augen unangenehm.  Welche Leistung bringt das Rotolight nun aufs Motiv?

Bei ISO 200 und Blende 2,8 braucht das Rotolight bei 10% 1/6s und bei 100% 1/30s. Der Regelbereich sind also grob zwei Blenden. Zwischen 60 und 70% konnte ich keinen Unterschied feststellen, auch nicht zwischen 80% und 90%.  Einziges Problem: Die Farbtemperatur zwischen 10 und 20% Leistung ändert sich.

Oben 10% Leistung, unten 20% Leistung. Ab da bleibt die Farbe stabil. Ich habe dann mal die Farbtemperatur von 3200 Kelvin bis 6200 Kelvin durch getestet, jeweils am Rotolight und an der Kamera identische Werte eingestellt, die Leistung auf 60%.  Interessanterweise änderte sich die Lichtleistung mit der Farbtemperatur erheblich. Bei 3400 Kelvin benötigte die Kamera 1/20s, von 3800 Kelvin bis 4600 Kelvin 1/30s und ab 5600 Kelvin wieder 1/20s.  Auch die Farbwiedergabe war nicht stabil.

Das Foto rechts unten ist mittels Novoflex-Graukarte gemacht.

Die Frage war dann: was taugt die gehypte Blitzfunktion?  Ich habe den Rotolight-Blitz gegen einen Metz 54er antreten lassen. Die Leistung des Blitzes reichte aus bei 1/160s Blende 2 und ISO 200 für ein korrekt belichtetes Bild. Den Metz musste ich bei gleichem Setup auf 1/254 abregeln, damit er so wenig Leistung liefert. Die HSS-Geschichte, bei der man den „Blitz“ und die Kamera auf die gleiche Belichtungszeit stellt, funktionierte nicht – obwohl ich den Elinchrom-HS-Auslöser drauf hatte. Der „Blitz“ löste auch aus – nur viel zu früh. Erst nachdem ich den „Blitz“ auf 1/250s gestellt hatte, bekam ich ein Bild.  Weitere Tests habe ich mir verkniffen. Die Leistung der Blitzfunktion ist  – naja, noch nicht wirklich praxistauglich. Die Stabilität des Lichtes weder von der Leistung noch vom Spektrum her wirklich brauchbar.

Das Rotolight macht nicht sonderlich hell und für das was es kann, ist es meiner Meinung nach hoffnungslos zu teuer. Wirklich nett ist es als Effektbeleuchtung für Videodrehs. Man kann zum Beispiel Mündungsfeuer simulieren. Oder ein Kaminfeuer. Oder einen laufenden Fernseher.  Wer’s braucht.

Wenn es nur um eine gute LED-Leuchte geht, ist ein Metz Mecalight 1000BC die bessere – und deutlich preiswertere Wahl.

 

 

 

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