
Es ist mal wieder so weit. Am Freitag gibt’s “Flaichküchla mid bodaggensalad”. Unser Bauer in der Nachbarschaft hat die Kartoffelsorte gewechselt, die für Salat toll ist – aber mit der man keinen brauchbaren “Schdambfer” mehr hinbekommt.
Anlass ist wieder mal, dass wir viel Stoff für den Unwahrscheinlichkeitsdrive haben. Abgefahrene, unglaubwürdige Dinge. Am Freitag ist sozusagen Aluhut-Edition.
Und wir haben ein Fotothema. Da wollte ich eigentlich einen PAT-Artikel draus machen, das wäre aber viel zu lang geworden. Also halte ich wieder einen Vortrag mit mehr oder weniger abschreckenden Bilderchen. Was kann man falsch machen. Wie könnte man es richtig machen. Und, vor allem, wann merke ich, dass ich wohl was falsch gemacht habe. Ich räume mit Legenden auf. Mit ein bisschen Foto-Voodoo.
Ach ja: Das Thema ist “Porträt”. Also quasi die Ergänzung zu den “Gruppenfotos”.
Wer denkt, Porträt mache ich nicht. Muss ich nicht wissen. Jo. Kann man sich so denken. Ich empfehle jedem, der noch Eltern hat, diese rechtzeitig zu fotografieren und zu filmen. Gute Porträts zu machen. Die Stimme aufzunehmen. Das ist das, was noch übrigbleibt, wenn man seine Eltern begraben hat. Immer wieder sind Leute zu mir gekommen, mit irgendeinem Passbild oder einem unscharfen Facebook-Profilbild “Sie ist gestorben, jetzt brauchen wir für die Kirche und die Kärtchen ein Bild. Kannst Du da was draus machen?”. Zu dem Zeitpunkt ist “Warum habt ihr nicht….” eine dumme Frage. Also dransetzen, hochskalieren, retuschieren …
Macht die Fotos vorher.

Und als kleine Ergänzung:macht nicht nur Fotos, sondern stellt auch Fragen und schreibt es auf. Was haben mir meine Oma und eine Eltern in meiner Kindheit nicht alles für Geschichten zur Familie und allem Anderen erzählt. Hat mich damals nicht wirklich interessiert und jetzt kann ich niemanden mehr fragen.
Manchmal passiert alles viel schneller als man es für möglich hält! Das Leben ist nicht unendlich, die dazu Erkenntnis kommt oft leider zu spät…
..speziell für den Kartoffelsalat gibt es bei uns eine alte Sorte, leider kaum noch zu bekommen: Kipfler
Sind eher klein und oft nicht ganz so leicht zu schälen……
Siegfried
das heissen bei uns Bamberger Hörnla. Viel Arbeit, viel Geschmack und schwer zu bekommen.
Tja, und manche Leute bauen vor. Neulich haben mich die Eltern einer Bekannten gefragt, ob ich von ihnen Portraits machen kann, damit sie was für die Kärtchen haben, wenn’s soweit ist …
ich hoffe ich bin rechtzeitig zu Hause, aber dann bin ich dabei 🙂
Eltern fotografieren: Diesen Appell möchte ich wiederholen. Macht es. Spätestens morgen. Wir haben Mama letzte Woche beigesetzt. Seit einem Jahr wollte ich sie “mal richtig fotografieren”. Das wird jetzt nix mehr und ist sehr traurig. 🙁