
Heute geht es nicht drum, wie man die erkennt, wie man sie beseitigt oder wie man den Sensor putzt. Das setze ich jetzt mal als bekannt voraus. Ansonsten beschreibe ich das seit Jahren in meinen Büchern.
Heute geht es mir um die Sensorflecken in fertigen Bildern.
Ich habe heute eine Landesfotomeisterschaft juriert und gefühlt bei jedem dritten Bild haben meine Mitjuroren Sensorflecken angemahnt. Mir sind die relativ Banane, weil sie ja, gerade bei Kleinbildknipsen, relativ simpel zu entfernen sind. Deshalb suche ich nicht danach. Mir geht es bei der Jurierung darum: hat das Bild ne Aussage? Ist es kreativ? Zeigt es einen neuen Aspekt oder ist es nur ein Bild, das einfach nur nachgeknipst ist? Schließlich geht’s ja da um sowas wie eine “Fotomeisterschaft” – und bei einem Meisterstück sollte man halt nicht Dinge anderer Leute nachbauen, sondern sich selber was einfallen lassen.
Auf jeden Fall wurde mir erklärt, dass Sensorflecken überall drin seien. Und als ich gesagt habe, dass ich bei gut zwei Millionen Bildern in 20 Jahren gerade mal bei drei Dutzend Bilder mit Sensorflecken hätte, und die sorgsam aufbewahre, damit ich den Leuten zeigen kann, wie Sensorflecken bei den Olys aussehen, haben sie mich ganz ungläubig angekuckt. “Echt”?
Auch bei den Bildern – immer wieder war das Thema “Schärfentiefe reicht nicht aus.” Nicht “Da ist der Hintergrund nicht unscharf genug” sondern “Schärfe reicht nicht.” Meistens im Vordergrund zu wenig Schärfe. Naja, das Konzept “Hyperfokaldistanz” ist halt doch in einigen Kreisen noch nicht so richtig bekannt. Und Schärfentiefe wird halt bei vielen DOF-Rechnern noch mit 1/1500 der Sensordiagonale berechnet wird und damit wird es halt eng, wenn man, wie ein Juror, genauer hinkuckt. (1/1500 reicht für 5MP. Da ist das Bild schon bei einem 4K-Monitor am Ende. Wenn man noch beschnitten hat, ist es vorbei.)
Also: mal wieder Advantage mFT. Es waren so viele Bilder dabei, wo ich mir gedacht habe “Was haben die da gemacht? Wie kriegt man das hin, dass bei Ultraweitwinkel die Schärfe nicht ausreicht?”
Was ich auch oft gesehen habe: Nachträgliche Korrektur der stürzenden Linien. In den meisten Fällen ist das buchstäblich schief gegangen, weil der Fotograf im Vertrauen auf die “Post” unsauber ausgerichtet hat und dann wild die Linien angepasst hat, so dass zwar am Rand die Linien parallel verlaufen, aber in der Mitte des Bildes auf einmal die Geometrie verschoben ist. Wenn man halt den vielgeschmähten Keystone in der Kamera verwendet, dann sieht man bereits vor Ort, was geht und wo man besser genauer aufpasst. Man kann das immer noch hinterher am Computer aus dem RAW hinpfriemeln, aber wenn das Material aus der Kamera bereits passt, dann funktioniert das eben auch.
Das Letzte, was mir aufgefallen ist: im Vertrauen darauf, dass Juroren keinen Plan von Licht haben, werden Lichtquellen wegretuschiert, Hintergründe und Fußböden ausgetauscht und neue Lichtquellen dazugestrickt. Da steht die Sonne hoch am Himmel und am Horizont ist Abenddämmerung. Und dann muss ich den Leuten erklären, dass es ja gut und schön ist, dass Bildbearbeitung zulässig ist – aber dann sollte das Licht trotzdem passen. Sonst kann man den Elefanten auch Flügel verpassen und behaupten, man habe Dumbo geknipst. (Wobei ich mich frage, warum das noch keimer gemacht hat. Da werden Vögel geklont und mehrfach ins Bild gesetzt und ein Frosch kriegt einen Grashüpfer aufs Hirn gemalt. Warum keine Katze mit Flossen oder ein Rentier mit Stoßzähnen? Wenn schon, denn schon.)
Ich habe auf jeden Fall die Juriererei jetzt wieder aufgegeben. Menschen, die sich mit Bildern Mühe geben, haben verdient, dass man sich ausführlich mit dem Bild beschäftigt und man dann vielleicht auch ausführliches Feedback gibt. Fünf Sekunden Bild ankucken und dann einfach wortlos “Nein” drücken – das ist OK für Bilder, bei denen auch nur gedankenlos auf den Auslöser gedrückt wurde. Aber da sind eigentlich bereits die fünf Sekunden rausgeworfene Zeit.
Also keine Jurierung von mir mehr. Und wer was zu seinen Bildern wissen will, soll sich bei mir rühren.
Titelbild: Asgard. Hat nichts mit Sensorflecken zu tun und hätte wahrscheinlich in einem Wettbewerb zum Thema “Menschen” keine Chance, weil nicht jede Pore ultrascharf herausgearbeitet ist.

Handelt es sich bei diesem Foto-Wettbewerb um denselben, wie beim
vorletzten PAT-Live beschrieben (Veranstalter: DVF, Thema: Abenteuer)
oder handelt es sich bereits um einen anderen Foto-Wettbewerb?
Falls es ein anderer Foto-Wettbewerb war: Haben sich die Juroren
wenigstens dieses mal an das Thema gehalten oder wurde das Thema
auch hier ignoriert und einfach das allgemein schönste Foto prämiert.
Es war ein anderer Wettbewerb. Und die Juroren haben sich an das Thema gehalten. (Und die Zusammenarbeit mit den Juroren war ausgesprochen gut. Man hatte unterschiedliche Meinungen, aber valide Argumente wurden von allen Seiten vorgebracht und gehört und dann passt sowas.)
Passt irgendwie wie Faust auf Eimer auf den Artikelteaser einer Zeitschrit – « Nichtwissen als fotografische Methode » … Übersetzungsschluderei hin oder her, das Unterbewusstesein war da sicherlich voll bei der Sache, denn das passt auf die dilemmabehaftete Situation heutzutage : Keinen Plan bei grosser, lauter Frethe.
Sah man bei diesem Foto-Wettbewerb so viele Flecken, weil die
meisten Fotos bei diesem Foto-Wettbewerb mit Kleinbild-Kameras
gemacht wurden bzw. weil man bei den Kleinbild-Kameras abblenden
muss (im Vergleich zu mFT), sodass bei KB eine relativ kleine Blende
benutzt wird und die Flecken eher bei kleinen Blenden sichtbar sind?
Keine Ahnung. Man sieht beim Jurieren keine EXIFs.
Ich sehe das Problem eher allgemein bei Kleinbildkameras. Die Olys haben schon seit Jahren eine sehr effektive Sensorreinugung, die den meisten „großen“ Kameras deutlich überlegen ist. Ich sehe das regelmäßig in meinem Fotoclub: die älteren DSLR sind zwar durch den immer geschlossenen Verschluss relativ gut geschützt, dafür ist die Reinigungsfunktion eher mies. Bei den neueren Spiegellosen wird die Reinigung immer besser, dafür ist bei den meisten Modellen der Sensor immer offen…
Machen meine EM1II und die OM1 zwar auch so, dafür wackelt der Sensor wirklich alles weg. Muss schon ganz fieser Schmutz sein, damit auf den Sensoren was hängen bleibt. Meine beiden Lumix (S1R und S5II) können da nicht annähernd mithalten
MFT hat einen ca. 4mm dicken Filterstack per Normung vor dem Sensor. Die meisten KB-Kameras verwenden deutlich dünnere Filterstacks. Das ist schön für Alt-Glas Nutzer, macht Sensorflecken aber auch deutlicher sichtbar.
Der Staub ist nicht auf dem Filterstack, sondern auf dem SSWF. Und der ist noch VOR dem Filterstack.
Jo. Jedenfalls, selbst ein Fleck der nicht weggeschüttelt wird, ist vergleichsweise weit von der abgebildeten Schärfeebene weg. Jedenfalls deutlich weiter als bei anderen digitalen Kameras.
Du schreibst selbst, dass es um eine „Fotomeisterschaft“ geht. Da sehe ich nicht nur die Kür der neuen Ideen, sondern auch das Pflichtprogramm eine ordentliche Qualität abzuliefern. Dazu gehören auch ordentliche Bilder ohne Sensorflecken, so wie du auch schlechte Technik bemängelst. Bei richtig genialen Bildideen kann man sicher mal ein Auge zudrücken, aber für Medaillen sollte im Normalfall die Texhnik zumindest nicht negativ auffallen.
Bin gespannt auf die Ergebnisse dieser Lafo
Wenn 1/1500 veraltet ist: Mit welchem Anteil der Sensordiagonale sollten
die modernen DOF-Rechner rechnen?
Ein DOF-Rechner der ernstgenommen werden will, sollte dieses Parameter der freien Wahl des Nutzers überlassen. Höchstens je nach Bildverwendung Vorschläge anbieten. Schliesslich hängt es vorallem und letztlich nur von der Betrachtungssituation und den Augen des Bildbetrachters ab.
Wer seine Fotos wie damals nur in 15×10 cm Abzügen ausbelichtet und im Sessel auf seinem Schoß durchblättert, der kann auch heute noch mit 1/1500 Bilddiagonale rechnen. Nur sollte er dann nicht meinen sein 45M Pix- Kleinbildsensor würde Ihm gegenüber meinem 16 Mpix-MFT Sensor irgend einen spürbaren Vorteil bringen.
Wobei ich schon damals, als ich noch mit Dia und Festbrennweiten gearbeitet habe, wenn ich nach Skala gearbeitet habe 1 Blende weiter abgeblendet als ich Entfernung eingestellt habe, und diese sollte Max. Blende 11 sein.
Damit arbeitet man etwa mit 1/2000 Sensordiagonale als Auflösungskriterium wo KB bei Blende 11 statt Blende 16 in Beugung läuft und fand ich konnte das mit meinen Visus 100+ aber nicht Visus 125 Augen in der Projektion besser als da wo ich das nicht zugegeben habe.
Und letztlich kann auch mein alter MFT-Sensor diese Kriterium noch locker abbilden , so ich die Aufnahmeparameter sorgfältig genug eingestellt habe.
Es kommt schlicht auf die Auflösung an. 5MP: 1/1500. 20MP 1/3000. 80MP: 1/6000.
Meistens wird aber der Zerstreuungskreisdurchmesser angegeben. Und der ist eben das Doppelte des Pixeldurchmessers. Pixeldruchmesser ist bei FT 17,3 mm / Anzahl der Pixel der langen Seite.