Das ist eine OM-3 an einem Zuiko 300mm f/2,8. Dürfte man nicht allzuhäufig sehen. Die Kombi wird natürlich nicht an der Kamera gehalten – da ist nichts, womit man so einen Trümmer halten kann – sondern am Objektiv.

Warum habe ich die OM-3 an den Dinosaurier geflanscht? Das ist ja jetzt nicht die Kombi, die irgendwer verwendet. Der Grund ist simpel: Das Objektiv ist defekt. Es hat einen veritablen Backfokus. Als ich es gekauft habe, war das kein Problem, weil man die Kameras auf das Objektiv einstellen und dadurch den Backfokus ausgleichen konnte. Die Justage hätte damals über 600 Euro gekostet, habe ich mir gedacht, die spare ich mir.

Dann kam die OM-1 raus, die auf einmal keine Justagemöglichkeit mehr hatte. Upsi? Mit S-AF hat die OM-1 das Objektiv mit Phasen-AF angesteuert und dann mit Kontrast-AF ins Ziel geruckelt, also war das Bild scharf und ich glücklich – mit C-AF ging das nicht. Alle Bilder unscharf. Dann kam Firmware 1.6 und siehe da – auch bei C-AF wurde der Kontrast-AF nachgeliefert und auf einmal alles prima.

Schleppen. Knipsen. Glücklich sein.

Bei der OM-3 haben sie kurzerhand den nachgeschalteten Kontrast-AF bei S-AF und C-AF wieder abgeschafft. Autofokus Zack. Unscharf. Und der AF ist irgendwo. Denn, Überraschung, Phasen-AF ist ungenau. Wer jemals versucht hat, mit Michael Tapes Software FocusTune seine Objektive zu justieren wird das festgestellt haben: Der Phasen-AF liegt jedes mal woanders. Der Phasen-AF ist ein analoges Verfahren und die Fokusmotore haben nur eine begrenzte Wiederholgenauigkeit. Deshalb war der nachgeschaltete Kontrast-AF so eine geniale Geschichte. Bisschen langsamer, aber schärfer.

Die OM-3 hat das, nach meinen Tests, anscheinend nicht mehr.

Wer also mit FTs und der OM-3 fotografiert und sich wundert, dass die Schärfe des Öfteren etwas danebenliegt: hier ist der Grund.

Und deshalb eben das defekte 300er. Damit kann man sehr genau feststellen, wie der AF der Kamera mit den FT-Objektiven funktioniert. Denn die Fokusvarianz – die kann man auf persönliche Blödheit und ein wackeliges Stativ schieben. Aber wenn der vorhandene Backfokus hartnäckig nicht korrigiert wird, dann funktionieren diese Ausreden nicht mehr.

Und natürlich hat das mit mFT-Objektiven nichts zu tun. Wer keine FTs hat, für den ist das irrelevant.

16 Replies to “OM-3 und FTs”

  1. Hmmm … im Vergleich mit OM1 Mark II
    – Schlechterer Sucher
    – Eingeschränkter AF mit Altglas
    – Technisch und Haptisch kastriert
    – Bleiben als + die Farbmodi, die ich als reines Softwareupdate sehe, nachdem es keine Schaltwippe wie bei der PEN-F gibt.
    – Keine Kameraplatte von RRS verfügbar
    und dafür 100,- Teurer als die OM-1 Mark II, wenn man alle Rabatt und Cashbackmöglichkeiten einrechnet.

    Muss man nicht verstehen.
    Ich hatte mir im Dezember noch eine zweite OM-1 Mark II geholt, die war dann pünktlich zum Polarlicht vor 2 Wochen da. Damit hab ich zumindest 2 Kameras mit gutem Sucher deren Bedienung und Einstellung ident ist und die mit meinen FT’s gut performen. Und für Video (Zoomrahmen) hab ich noch eine M1X und E-M1 Mark II in petto für die es am Gebrauchtmarkt nichts mehr gibt. Ich hoffe meine PEN-F hält noch lange durch.

    1. Ich bin wieder mal dran, eine Liste zu machen: The good, the bad and the ugly. Die OM-3 hat Dinge, die definitiv besser gelöst sind, als bei OM-1 und OM-1II. Da sind Nickeligkeiten und Lästigkeiten beseitigt, die ich in meinen Büchern bei den anderen Kameras bemängelt habe. Und eben an anderen Teilen haben sie den Rotstift angesetzt, der ihnen kein Geld spart, sondern die Kamera völlig ohne Not kastriert.
      Was mich da wütend macht: Fast alles, was die OM-3 besser macht, ist Firmware. Update für OM-1 und OM-1II und die Kunden wären glücklich. Aber nein, man hat drei Kameras mit nahezu identischer Hardware, nahezu gleichem Preis und unterschiedlichen Kastrationen. Warum?

    2. Ich verfolgte die OM-3 ja nur am Rande. Aber mit der kürzlich vorgestellten astromodifizierten OM-3 hatte ich mir die natürlich auch angesehen.

      Der Sensor, der mit der OM-1 eingeführt wurde, ist tatsächlich um 1 Blende besser, was Rauschen betrifft. Hatte ich damals gemessen gegen den der Vorgänger E-M1.III. Also wenn ich früher ISO1600 nur im Notfall einsetzte, kann ich mit der OM-1 das selbe mit 3200 erreichen….

      Ob das ein Gamechanger ist ist, muß jeder für sich entscheiden, es ist halt der oft rezitierte Quantensprung.
      …..der nur etwas Wissendere weiß aber: Das ist aber verdammt wenig 😉

      Abgesehen vom Preis:
      Was mich aber wirklich entsetzte war das die OM-3 über keinen Kabelfernauslöser mehr verfügt.
      Ein so kleines Detail ist aber dann für mich und meinen Einsatz ein absulutes NoGo!

      Siegfried

  2. Ja, warum? Weil sie es können. Und weil ihnen Kundenpflege am A… vorbei geht. Wieder ein Grund mehr, keine OMDS Neuware zu kaufen.

  3. Merkt man denn den schlechteren Sucher?
    Ich gehe mal davon aus, dass er besser ist als bei der PEN-F? Aber halt schlechter als bei derOM-1-I?
    Stört dich das oder ist es okay?

    1. Falls Du mich meintest: Für mich war der OM-1 Sucher (und ist!) eine Offenbarung, da ich bevorzugt darüber gestalte. Ist aber alles Präferenzsache….

    2. Etwa mit der E-M1 Mark II vergleichbar, soweit ich das noch in Erinnerung habe.
      Wenn man mit der OM1 fotografiert hat will man da eigentlich nicht zurück. (Zumindest bei einem neuen Modell das für teuer Geld verkauft wird).
      Wolfgang

      1. Hier die Daten der Sucher im Vergleich:

        Pen F 2.36 Mio Dots. Magnification:1.23x
        E-M1 Mark II 2.36 Mio Dots. Magnification:1.48x
        E-M1X 2.36 Mio Dots. Magnification:1.65x
        OM-1 5.76 Mio Dots Magnification:1.65x
        OM-3 2.36 Mio Dots. Magnification:1.37x

        1. E-M5 Mark II 2.36 Mio Dots. Magnification:1.48x
          E-M5 Mark III / OM-5 2.36 Mio Dots. Magnification:1.37x

          Auch bei den kleineren Bodies bedeutet neuer nicht unbedingt besser. Auch wenn man dafür einen High Eyepoint für die dickste Hornbrille bekommt.
          Wer wie ich ohne Brillle durch den Sucher schaut, stört sich weder an der Pola-Brilllen Kritik des LCD’s noch pprofitiert man von dem Super-High-Eyepoint.

          1. Der OM-1-5.76M-Sucher und die 1.37x-2.36M-Sucher sind OLED, alle anderen LCD, richtig?

            (Ich hatte auch als Gleitsichtbrillenträger bisher nicht die geringsten Probleme mit irgendeinem dieser Oly/OM-EVFs, außer das Polarisationproblem der LCDs mit entsprechender Sonnenbrille, und abgesehen von der E-M1X, mit dem Sucher kam ich überhaupt nicht klar. Und ja, der OM-1-Sucher war eine Offenbarung. Gehört zu den paar Dingen, die ich im Falle eines Wechsels auf eine kompakte Konkurrenzkamera, in die sowas halt derzeit nicht reinpasst, wirklich vermissen werde.)

  4. Der OLED Sucher der OM-1 ist dem LED-Sucher der E-M1 Mark II deutlich überlegen. Versuch Mal, mit einer polarisierten Sonnenbrille durch den Sucher der E-M1 Mark III zu gucken, dann siehst Du praktisch nichts mehr. Daneben hat der Sucher der OM-1 mit 5,76 Mio Bildpunkten eine deutlich höhere Auflösung als die 2,36 Mio der E-M1 III usw.

    1. Ich bevorzuge ‘ohne Brille’ wenn ich Fotografiere.
      Polarisierte Sonnenbrillen hab ich keine, daher ist mir das nie aufgefallen.
      Und es ging hier im speziellen um den Sucher der OM-3 der aus meiner persönlichen Sicht gegenüber den o.a. Kameras die ich besitze nur auf Platz 4 landen würde.

      E-M1 Mark II ist wie die Pen-F ein Oldtimer.
      Und in Punkto Sucher wäre vermutlich die optische Ausführung von der E-M1X in Verbindung mit dem Display der OM-1 der beste.

  5. Also, wenn die OM-3 quasi identisch wie die PEN-F optisch außen und feinmechanikmäßig ebenbürtig wäre (ich hätte dann auch kein Problem mit der OM-3 Bodygröße), und die Suchergröße der OM-1 hätte, dann…never say never again. Wie oft wurde das hier schon besprochen. Aber OMDS will offenbar keine Kamera bauen, die ihnen aus den Händen gerissen werden würde. Auch das haben viele hier schon angemerkt. Vielleicht denkt man irgendwann unter einem anderen CEO in Tokyo darüber nach und handelt….Bis es soweit ist: Es gibt neuwertige OM-1.1 Bodies für die Hälfte (oder weniger) des OM-3 Neupreises. Also…

  6. Ich finde es auch peinlich (bzw. ärgerlich, wenn ich eine OM3 kaufen wollte), dass der Sucher dieser Kamera eigentlich der selbe ist, den meine E-M10 II vor 10 Jahren schon hatte, “Einsteigermodell” damals!
    Ich liebe den Sucher der OM1 auch, aber er ist nicht perfekt: bei Sonnenlicht und eingeschalteter automatischer Helligkeitsanpassung wird er etwas farb- und kontrastlos. Das ist wahrscheinlich der hochgezogenen Maximalhelligkeit geschuldet. Wäre er aber nicht so hell, könnte ich mit meiner phototropen Brille kaum noch was sehen. Ich hatte mal kurz eine Lumix G9, die habe ich deswegen schnell wieder verkauft, weil ich bei Sonne kaum was gesehen habe im Sucher mit meiner Brille, die ja bei weitem nicht so stark abdunkelt wie eine Sonnenbrille.
    Die hohe Pixelzahl des OM1-Suchers ist toll, trotzdem habe ich noch den Sucher der Canon EOS R6 zum Vergleich, nur 3,7 Megapixel, dafür aber lebendiger und natürlicher in der Farbwiedergabe. Die geringere Auflösung nehme ich kaum wahr. Der gefällt mir mindestens genauso (wird aber auch nicht so richtig hell in der Sonne).

  7. Ich habe ein bisschen getestet.

    Zuerst habe ich ein Sigma 30/1.4 FT ausprobiert, aber die Ergebnisse waren sehr ungenau, selbst mit Kameras mit Kontrast-Autofokus wie der E-M10. Also vielleicht hat das Objektiv große Toleranzen.

    Ich habe auch getestet, wie es mit einem mFT-Objektiv funktioniert.
    Das Olympus 17 mm f/2.8 mFT eignet sich gut für diesen Test, da man die Bewegungen sehen und hören kann.
    – E-M1 Mark II mit 17/2.8: schneller in C-AF als S-AF, man hört mehr Bewegungen in S-AF. Es scheint also CDAF für die finale Feinabstimmung in S-AF zu verwenden. (Ich weiß nicht, ob S-AF für die Anfangsbewegung PDAF verwendet.)
    – OM-3 mit 17/2.8: sehr ähnlich der E-M1 Mark II.

    Weitere Tests mit einige FT-Objektive. Das AF-Verhalten des FT 14-54 II (auf der OM-3) ist dem des mFT 17/2.8 ähnlich.
    Bei der OM-3 scheint sich das Autofokusverhalten im S-AF- und C-AF-Modus zu unterscheiden, auch mit dem FT 14-54 II. C-AF scheint die Bewegungen schneller aufeinander abzufolgen und weniger davon auszuführen. Bevor es in S-AF die Fokuskonfirmation gibt, scheint es mehr Bewegung zu geben. Also es sieht so aus, als ob eine abschließende Feinabstimmung mit CDAF erfolgt. Das würde aber Ihren Ergebnissen widersprechen.

    Vielleicht hat es sich mit dem Firmware-Update auf Version 1.1 geändert?
    (Ich habe es mit Version 1.0 getestet.)

    Noch eine Beobachtung:
    Wenn es so wenig Licht gibt, dass Autofokus schwierig wird, versagt der Autofokus oft mit S-AF, funktioniert aber mit C-AF. Also ich denke, das C-AF nicht dasselbe Kriterium verwendet, um festzustellen, ob ein Fokus gefunden wurde. (Vielleicht unterschiedliche Phasendifferenz-toleranzen?)

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