Backup – oder…

… was geht mich mein Geschwätz von gestern an.

Ich habe ja noch vor wenigen Wochen das hohe Lied von BluRays und DVDs gesungen.

So schnell kann’s gehen. Beim großen Datenaufräumen sind mehrere DVDs und Blurays als “Dead” oder “nearly dead” aufgefallen und ganz nebenbei auch noch ein BluRay-Laufwerk gestorben. Ein Backup ist halt immer nur dann wirklich gut, wenn man die Daten vom Backup auch noch lesen kann.

Interessanterweise sind es vor allem die MarkenDVDs, die sterben. Die Tevion-Rohlinge von Aldi laufen tadellos – nur gibt’s die nicht mehr. TDK, Intenso, Verbatim haben im Vergleich dazu Ausfallquoten im zweistelligen Bereich.

Nachdem ich nun nach einem Ersatz für meinen Asus-BluRay-Brenner gegoogelt habe und feststellen musste, dass das bei den heutigen BluRay-Brennern wohl üblich ist, dass sie nach etwa 100 Rohlingen die Grätsche machen, ist meine Taktik, auf Datenträger zu sichern nun wohl gescheitert.

Also: Festplatten. Stapelweise. USB. Extern. Doppelt.

Denn einen Streamer lege ich mir nicht wieder zu. Das ist es auch nicht. Und eine Sicherung in die Cloud – mit etwa 15 TB -Daten ist das albern, ganz abgesehen davon, dass das aufgrund der DSGVO gar nicht so einfach ist.

14 Replies to “Backup – oder…”

    1. Nope. Never. Ever. Das kann schon sein, dass der Datenträger 100 Jahre hält. Aber gibt’s die Lesegeräte dann noch? Es werden keine VHS-Abspieler mehr gebaut. Es gibt keine MiniDV-Abspieler mehr, DAT, ein halbes Dutzend Streamer-“Standards”, Syquest, ZIP, 5,25″ Floppy_Disks, alles tot. Archivare haben mittlerweile ganze Elektroschrottlager, nur damit sie die Datenträger lesbar halten. BluRay war sowas wie ein Standard, auf den ich Hoffnungen gesetzt habe. Aber offensichtlich will niemand mehr das Risiko eingehen, haltbare Geräte zu bauen und zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen.

  1. Hallo Reinhard,

    tja, irgendwie kenne ich das… Seit 1995 überspiele ich immer wieder mal alte Tonbandaufnahmen (bzw. auch von DAT-Bändern) von Radiosendungen auf CD, später dann auch TV-Aufnahmen auf DVD.

    Mein erster Brenner war von Philips – er kostete damals gute 2.000 DM; die dazu zusätzlich gekaufte Brennsoftware hat einfach nicht mit ihm zusammengearbeitet. Der Brenner hat sowieso nicht zuverlässig funktioniert, auch ein daraufhin gekaufter Brenner von JVC war einfach Schrott. Erst mit meinen SCSI-Brennern von Teac bzw. Yamaha konnte ich zuverlässig CDs brennen. Den von Teac (nunmehr etwa 24 Jahre alt) nutze ich heute immer noch gelegentlich…

    Goldene CDs von Mitsui/Kodak aus den 90ern laufen bis heute bei mir fehlerfrei. Billige CDs (na gut, “billig” waren damals Preise von über 10 DM je CD-Rohling…) habe ich haufenweise entsorgen dürfen… Und ähnlich erging es mir auch mit den von mir anfangs verwendeten DVD-Rohlingen, sowohl von Markenherstellern als auch No-Name…

    Keinerlei Probleme hatte/habe ich dagegen mit CDs und DVDs von Taiyo Yuden (zuletzt im Vertrieb von JVC). Sie verwende ich nach den diversen Flops ausschließlich, und es gibt seitdem bei mir keine Ausfälle mehr zu verzeichnen. Nur leider wurde die Produktion der Rohlinge von Taiyo Yuden schon vor Jahren eingestellt. Einen kleinen Vorrat habe ich noch, um meine letzten DSR-Radioaufnahmen aus den 90ern zu sichern… 😉

    Meine Fotos, die ich ja auch rein hobbymäßig mache, habe ich auf einem (Raid-)NAS gespeichert, und in kurzen Abständen erstelle ich davon Sicherungen auf mobilen Festplatten. Mehr Aufwand kann und möchte ich da auch nicht betreiben… 😉

    Viele Grüße
    Wolfgang

  2. Tja, Sony will mit der ODA in den Archiv-Markt. Theoretisch sind sie ja ganz ok aber was die simulierten Tests in der Praxis wert sind wird man sehen. Staub ist allerdings der Killer dieser Medien. Da Sony die Geräte im professionellen Archiv platziert dürfte der Lebenszyklus der Geräte länger und vorhersagbarer angelegt sein. Sonst ist der Markt um große Kunden schnell verloren.
    Was seit Generationen hält und auch abwärts kompatibel bleibt ist das LTO Band. Bei der aktuellen Datendichte kannst deine Bestände locker auf einem Band ablegen. Das geht gut ohne Jukebox und Roboter. Der Trend im Archiv geht aber zu HSM auf Festplatte (gespiegelt räumlich getrennt) und einer 3. Kopie offline auf einem anderen Medium (Band oder ODA).

    1. LTO 8 ist nur noch bis LTO 7 kompatibel. Die Abwärtskompatibilität bis LTO 1 ist kurzerhand über Bord geworfen. Bänder gibt’s für 130 Euro, ein Laufwerk kostet 3800 Euro. Da bin ich mit meinem System: Raid 1 und davon abgezogen zwei Backups räumlich getrennt und ein drittes Backup nochmal auf nem räumlich getrennten RAID 1 billiger… Quasi Do-it-yourself-Cloud…. 😉

  3. »Denn einen Streamer lege ich mir nicht wieder zu. Das ist es auch nicht. Und eine Sicherung in die Cloud – mit etwa 15 TB -Daten ist das albern, ganz abgesehen davon, dass das aufgrund der DSGVO gar nicht so einfach ist. «
    Und wenn man die Daten vorher verschlüsselt? Birgt natürlich ein neues Problem: https://pen-and-tell.de/2019/12/kleinigkeiten/#comment-3452. Wegen der Datenmenge fordere ich schon seit ein paar Jahren Gigabit-Internet, aber symmetrisch (also auch mind. 1Gbit im Upstream). So würden die Daten verschlüsselt dort liegen, wo Leute arbeiten, die wissen, wie man Daten ausfallsicher speichert (ausreichend viele Festplatten benutzen, kaputte rechtzeitig auswechseln). Da geht das nicht nur professioneller sondern durch die Skalierung vielleicht auch günstiger. Apple macht das ja eigentlich schon so mit seinen Kunden, wenn ich das richtig sehe, nur nicht verschlüsselt. Neben dem Remote-Backup würde ich aber trotzdem auch alles lokal sichern. Es bleibt die Frage, wie man defekte Backups erkennt, bevor man keine Kopien mehr hat.

    Übrigens ist die Langzeitarchivierung nicht nur von der Verfügbarkeit passender Geräte abhängig, sondern auch von Maschinen, auf denen die Software läuft, mit der man die Daten (zum Beispiel .orf-Dateien) lesen kann.

  4. Noch was, zum Thema Festplatte. Die wirs auch dann kaputt wenn sie nicht bewegt wird, nur dann still und leise.
    Also Platten immer wieder mal komplett lesend benützen, eventuell Prüfsummen auf Dateien vergleichen. Idealerweise automatisiert. Die Hardware-Fehlerrate steigt schon vor dem endgültigen Ausfall an. Auslesen, überwachen und die Platte austauschen. Nur dann sind Festplatten sichere Speicher. Raid 5 im Zugriff und eine geordnete Backup-Strategie sowieso.

  5. Wie wärs hiermit ?
    2 TB Portable SSD externe Festplatte 2TB (bis zu 1050 MB/Sek., USB-C, robust und wasserbeständig)
    kosten so um die 480 € je Stück

    in nicht ganz so schnell für 300 € je Stück

    Gruß Thorsten

  6. ScanDisk‘s brand is now mud.
    ( wer es noch nicht mitbekommen hat: einfach mal nach ScanDisk und Schlagzeilen suchen )

    Daher ist meine neue Strategie: Festplatten. Stapelweise. USB. Extern. Doppelt. Verschiedene Hersteller

    1. Du meinst wohl die Fa. SanDisk (Teil von Western Digital) ? Den Class Action lawsuit wegen den ext. SSDs ? Na, diese Suppe wird kaum so heiss gegessen. Denn: Wer Daten verliert, wenn ein Device den Geist aufgibt, der hat wohl kein Backup gemacht !?
      Hm, ich müsste glaub’ ich auch mal wieder ….

    2. … und die treuen Datensilos einmal im Jahr anlaufen lassen, damit die nicht vollkommen aus der Übung kommen 😉

  7. Und wie immer von mir in dem Zusammenhang.
    Eine Sicherung ist keine Sicherung.
    Zum RAID das ich auch benutze.
    Ist auch nur für kurzzeitige Speicherung wirklich Sicher. Wenn Laufwerke kaputt gehen ok feine Sache. Aber der Kontroller???? Findet mal nach 10 Jahren das gleiche Board oder exakt den gleichen Kontoller. Bey Bey Datensicherung. Was bleibt ist leider immer wieder auf gerade Aktuelle Medien 2x umkopieren.
    Gruß Gerhard

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