Akkus – Wieder mal

Ich hab’s ja beim letzten PATLIve schon erzählt: Ich habe den ersten originalen BLX-1 geschlachtet. Der Akku war tot, ließ sich nicht laden und lieferte 0,00 Volt. Also habe ich ihn zerlegt.

Dafür brauchte ich einen kleinen Schraubendreher und etwa zwei Minuten. Dann war das Ding offen. Eine Seite öffnen, hochhebeln. Fertig.

Das Gehäuse ist wirklich dünnes Plastik und das Seitenteil der Deckschale ist von alleine rausgebrochen. Qualitätsklasse: Billig-China-Clone. Ein paar Tropfen einer harten Masse sollten die Akkus im Gehäuse halten, nur hat die am Gehäusematerial nicht gehaftet, wie man sieht. Die Fertigungsqualität ist unterste Schiene.

Die Zellen sind von Murata. Das ist die Tohoku Murata Manufacturing Co. Ltd in Fukushima, die vor zehn Jahren die Lio-Ionen-Fertigung von Sony gekauft hat. Wie außen drauf steht, Zellen made in Japan, Fertigung in China. Die Zellen lieferten nach dem Ausbau 0,23 V und 0,48 V. Anscheinend hat die Elektronik die Zellen als defekt klassifiziert und die nach außen hin abgeschaltet. der Akku ist von 2021, die Wahrscheinlichkeit, dass beide Zellen tot sind, ist eher nicht so groß. Eventuell war die Elektronik der Meinung, dass sie so stark unterschiedlich sind, dass das LoadBalancing nicht mehr funktioniert. Who knows.

Das da ist die Platine. Also wer die Chips zuordnen kann, viel Spaß, ich hatte da keine Lust dazu.

Jetzt wird’s interessant. Es gibt mittlerweile nicht nur die Patona Platinum oder die Jupio BLX-1 Clone, sondern auch einen Clone von „Powersmart“. Der sieht so aus:

Braun. Die Type ist DOY022-240. Verkauft wird sie über Otto, oder MediaMarkt oder ebay oder Akkugigant.de, die dafür 17,99 aufrufen. USB-Port. Und natürlich Ladekontrollleuchte.

Nun haben wir den Akku gegen den originalen BLX-1 antreten lassen. Beide Akkus brandneu. Die Ergebnisse: Wiederholbar war der „Powersmart“ ausdauernder. Etwa 3%. Das ist nicht die Welt, aber verdächtig. Also mal ein Messgerät angeschlossen und festgestellt, dass der Originalakku eine Kapazität von 2162 mAh erreichte, der Clone 2312 mAh. Das sind 6% Unterschied. Offensichtlich ist der „Braune“ ausdauernder. Er ist auch 3 Gramm schwerer und hat ein Gehäuse, das sich stabiler anfässt.

Die Zellen innendrin sollen laut einem Fachmann aus Vietnam sein. Und zwar entweder von CATL oder Sunwoda. CATL ist der größte Batteriehersteller der Welt, SunWoda immerhin Nummer 6. In letztere Firma hat Apple investiert und Tesla verbaut mittlerweile Akkus von Sunwoda. (Und ja, die Firmen sind zwar Chinesen, haben aber eben auch Fabriken in Vietnam)

Das hier sind Wärmebilder von Original (links) und Clone (rechts). Man sieht den USB-Port am Clone. Und dass der Akku nach dem Ladevorgang deutlich kühler bleibt.

Man sieht natürlich nicht, wie der Akku innen aufgebaut ist. Der Akku ist in Ordnung, und ihn zu zerstören, nur um rauszufinden, ob da nun Kleber drin ist, oder nicht, ist Umweltverschmutzung. Aber weniger als nichts kann nicht drin sein und im Akku scheppert auch nichts.

So billig der „Braune“ auch aussieht – er ist nicht nur praktischer, sondern offensichtlich auch besser.

Und kostet halt nicht mal ein Viertel des Originals.

2 Replies to “Akkus – Wieder mal”

  1. Danke, dass Du für uns die Akkus zerlegst oder mindesten von außen unter die Lupe nimmst. Dass der „braune“ sein Geld mehr als wert ist, ist auch interessant!

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