Die älteste Demokratie der Welt

OK. Das Althing wurde von den Norwegern und dann den Dänen abgeschafft, aber sobald die Isländer wieder selbständig sein durften, wurde es wieder eingeführt. Und jetzt ist Island, ähnlich wie Norwegen, zwar im Schengenraum, aber nicht in der EU. Den Leuten dort geht es ziemlich gut und sie passen darauf auf, dass sich das nicht ändert.

Sie haben keine Armee.

Und haben jetzt Beitrittsverhandlungen mit der EU abgelehnt.

Ihnen gehen schon die Amis auf den Senkel, die sich auf der Luftwaffenbasis breitmachen. Praktischerweise entwickelt sich direkt neben dem Stützpunkt gerade ein veritabler Vulkan.

Die letzten Verhandlungen sind gescheitert, weil die EU wollte, dass die Banken, die beim Bankencrash auf Island Geld verloren haben, entschädigt werden. Kommentar der Isländer: „Pech für die Kuh Elsa“. Da waren die Bankster stinkig und haben Druck aufgebaut. Druck ist aber etwas, was die Isländer schon ausreichend unter der Erde haben. Damit können die umgehen.

Die isländischen Helden sind die Jungs der Küstenwache, die seinerzeit die Fischereikriege gegen England und Deutschland gewonnen haben. Was nicht nur den Isländern, sondern auch den Kabeljaubeständen in der Nordsee gut getan hat.

4 Replies to “Die älteste Demokratie der Welt”

  1. Die Fischereikriege wurden durch Druck der USA auf die Briten beendet. Da die Isländer gedroht haben die USA während des kalten Krieges raus zu schmeißen.

    Das Thema kam wieder auf weil eben jenes Land welches Island aus (militärischem Eigeninteresse) einst schützte darüber philosophiert ob man Island nicht besetzen sollte.

    Ob das jetzt klug war oder nicht wird die Geschichte zeigen. Das lässt sich aus unserer Perspektive kaum beurteilen.

    Island ist ein kleines aber komplexes Land mit komplexen Problemen.

  2. „Sie haben keine Armee“ – spart eine Menge Geld, klar, dürfte nur für die meisten Länder nicht lange gutgehen. Vom US-Stützpunkt hat Island auch recht lange profitiert, die Krimis von Arnaldur Indriðason geben ein gutes Bild vom Aufbruch in moderne Zeiten.
    Dass die Isländer ebensowenig in die EU wollen wie Norwegen ist verständlich – offenen Handel haben sie, Schengenabkommen sind sie dabei… und als Nettozahler zum nächsten EU-Haushalt 2028-2034 von 2 Billionen Eur beizutragen ist nun auch nicht so verlockend.

  3. ich hab mit einigen Isländern darüber geredet, was denn die EU bringt und da konnte ich ihre Zweifel, dass sie ihre Fischerei nach einem Beitritt an den Nagel hängen können nicht so recht zerstreuen können.
    Die Fischer in der Bretagne haben das ja schon mal vorexerziert. Die sehen jetzt den Großen beim Fischen zu.

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