
Die BLS-Akkus gibt es seit einer halben Ewigkeit. Sie kamen mit der Olympus E-400 2006 auf den Markt, die ältesten Exemplare haben nun also 20 Jahre auf dem Gehäuse. Sie hatten schwarze Gehäuse, drei Kontakte und 1150mAh (minimal 1080mAh). 2011 bekam der Akku einen vierten Kontakt „S“ für die Sicherheit, hieß BLS 5, bekam ein graues Gehäuse und ein neues Ladegerät, das BCS-5. Auch grau statt schwarz.
2016 kam dann der BLS-50, graues Gehäuse, weiße Aufkleber, 1210 mAh, minimal 1175mAh.
Alle diese Akkus können noch mit dem BCS-1 geladen werden – oder auch mit dem BCS-5. Und alle funktionieren in allen Kameras, die diese Größe brauchen. Also ob E-400 oder OM-5, egal.
Entsprechend habe ich mittlerweile eine ganze Sammlung dieser Akkus, weil ich ja zu all den Kameras immer eben auch die entsprechenden Akkus dazu gekauft habe. Ab und zu hat ein Akku auf dicke Hose gemacht, der ist dann entweder geschlachtet oder entsorgt worden. Klar, die neueren Akkus hielten länger als die alten, aber solange die Akkus keine roten Anzeigen im Display verursachten, dachte ich mir – go for it.
Ich weiß nicht, ob es an der Kamera liegt, oder das nur Zufall war: jetzt ist mir erstmals ein Problem mit den alten Akkus untergekommen: Die OM-5II hat sich geweigert, mit dem 100-400 einen C-AF zu starten. S-AF ist kein Problem, C-AF keine Reaktion. Kurz gewartet, dann geht es wieder. Nicht lange danach hat dann die Kamera „Akku leer“ angezeigt, Akku gewechselt, Akku war deutlich warm. (Nein, es war kein BLS-1, sondern ein BLS-5)
Mit neuem Akku alles wieder schick.
Offensichtlich belasten die neuen Kameras mit den „Neuen“ Sensoren die Akkus stärker. Klar, nicht umsonst hatte die E-M1II einen doppelt so großen Akku mit 1750mAh. Das kann bei älteren Akkus dazu führen, dass die Akkus eben den Strom nicht liefern können, der für den AF großer Objektive nötig ist. (Eventuell noch in Verbindung mit Serienbild.)
Also wenn ihr seltsame Erscheinungen bei den Kameras mit eigentlich nur halbleeren Akkus habt, die Akkus mal separat halten und beobachten.
Und natürlich ist das jetzt kein Akku-Bashing. Wenn Akkus nach 20 Jahren anfangen zu schwächeln, dann haben sie schon ziemlich lange durchgehalten und ihr Geld eigentlich verdient.
“Wenn Akkus nach 20 Jahren anfangen zu schwächeln, dann haben sie schon ziemlich lange durchgehalten und ihr Geld eigentlich verdient.”
Das sehe ich auch so, schade nur, dass der Hersteller nicht für frische Ware sorgt.
Gemäss Olympus „Battery Compatibility Chart“ vom Januar 2011 kann der BLS-5 nur im BCS-5 und nicht im BCS-1 geladen werden. Der BLS-1 hingegen kann angeblich nur im BCS-1 und nicht im BCS-5 geladen werden.
Ich habe beide Ladegeräte (und beide Akkutypen) und fand das immer schade. Aber womöglich stimmt das mit der fehlenden Kompatibilität gar nicht?
Herzliche Grüsse, Gregor
ich weiß, dass es offiziell nicht geht, aber ich lade sowohl alle Akkus mit dem BCS-1, als auch mit dem BCS-5. Inoffiziell geht’s wohl….
Toll! Danke für den Hinweis. Ich habe eben einen grauen BLS-50 mit Produktionsdatum 2014-08-26 in einen schwarzen BCS-1 gelegt, und der Ladevorgang startete problemlos. Ein gutes Jahrzehnt lang getraute ich mich nicht, das zu tun. 🙂
die Zellen verlieren über die Zeit ihre Hochstromfestigkeit.
Zu Modellbau Zeiten, haben wir, ich, mit Computer Ladegeräten Zellen selektiv Ausgelesen und unsere Powerpack selbst gelötet.
Über das Laden/ Entladen, war es nicht immer eindeutig zu bestimmen, was im Pack nicht in Ordnung war.
Verkürzte Laufzeit im Rennen, schnelle Abnahme der Geschwindigkeit waren die ersten Anzeichen.
Deshalb kann ich mir beim Fotografieren die Ausfälle gedanklich vorstellen.
Wenn die Hochstromfestigkeit nachlässt, ist der Innenwiderstand erhöht. Eine grundlegende Kenngröße von Zellen, die außerhalb von Datenblättern kaum Erwähnung findet. Mit der Angabe „Maximalstrom“ wird aber indirekt darauf hingewiesen, zB bei Starterbatterien. Der Innenwiderstand erhöht sich mit der Alterung, was sich aber bei geringen Lasten kaum bemerkbar macht. Anders bei sehr hohen Strömen, nach Adam Riese und Georg Simon Ohm wird dann der Spannungsabfall am Innenwiderstand so hoch dass für den Verbraucher kaum was übrig bleibt. Deshalb auch die starke Erwärmung des Akkus hier, der Innnenwiderstand wirkt wie ein Heizwiderstand.
Besonders ausgeprägt ist das bei NiMH Akkus, wo der Innenwiderstand hoch geht deutlich bevor die Kapazität merklich nachlässt. Die Ladezeit zur Blitzbereitschaft wird dann immer länger (Blitzgeräte ziehen kurzfristig extrem hohen Strom, mit eneloop können das 10 A peak sein). Aber entsorgen muss man diese Akkus dann nicht, die kriegen als Markierung einen Ring von einem edding und tun es dann noch in Radio oder Taschenlampe. Wenn die auch dafür zu schlapp sind, kriegen die einen zweiten Ring und kommen in schwache Verbraucher wie Fernbedienung.
Danke. Die Einschätzung zu den Ladegetäten teile ich. Und das meine derzeitigen Akkus anach über 12 Jahren noch problemlos laufen zeigt die wirklich gute verwendeten Materialien. Einen CAF Test-Check an der OM5* kann ich aktuell nicht testen, aber interessanter Hinweis. Am 300er kürzlich nichts bemerkt, ausser der fehlenden Vogelerkennung ( war ja kürzlich ein anderer Artikel hier ). Gedanke: Könnte da mit der Leistungsresource und Energiebedarf ein Zusammenhang bestehen?
Die Akkus unterscheiden sich in den Ladeströmen, wobei der BLS-5 mit 760mA den geringsten hat.
BLS-1 mit 1100mA, BLS-50 mit 1760mA, alle jeweils mit 8,4V.
Das könnte eventuell den BLS-5 im alten Ladegerät zu flott laden. Müsste man einmal nachmessen.
Good Point.
Hallo Helge, das hätte ich jetzt eher andersrum vermutet.
Ich wäre davon ausgegangen, dass bei Li-Ion-Akkus die Akku-Elektronik den Ladestrom regelt, bzw. begrenzt und da nix passiert.
Von daher hätte ich eher gedacht, dass die BLS-50 und BLS-1 im „kleinen“ Ladegerät einfach ziemlich langsam laden, es aber ansonsten keine Auffälligkeiten gibt.
Wahrscheinlich will der Hersteller einfach möglichst viele Ladegeräte verkaufen 😉