Nachklapp zum PATLive

Ich weiß nicht, wem es aufgefallen ist: Am Ende war meine Stimme so gut wie weg. Über zwei Stunden waren nicht geplant. Aber ich habe es ja bei den ganzen Influencern und Fotoyoutubern gesehen – in zehn Minuten kann man gerade mal Sternenspuren grob erklären. Und das oft genug auch noch falsch.

Und – natürlich habe ich gaaanz viel weggelassen. Denn zu jedem zweiten Bild hätte man noch eine Vorlesung zu Blende, Hyperfokaldistanz, Strömungsgeschwindigkeiten von Wasser und deshalb notwendigen Belichtungszeiten usw. halten können. Nur, das kann sich kein Mensch merken.

Anspruchsvolles LiveComposite ist die Königsdisziplin. Da muss man Licht, Farben, Entfernungen, Blenden, Belichtungszeiten verstehen und vierdimensional im Kopf kombinieren können. Und sorgfältig arbeiten.

Diese „PATLive Vortragsreihe“, die wir da angefangen haben – wir zeigen, was fotografisch geht. Keine flatternden Vögel, keine rennenden Hunde. Basics. Für die man keine Objektive für 7k Euro braucht, sondern einfach nur Kamera und – im Falle von aufwendigem LC – vielleicht ein 11-22 oder 14-54, die man für 150 Euro nachgeworfen kriegt und die eine Entfernungsskala haben. Und halt KnowHow. Brainpower.

Das mit LC war jetzt mal ein Test. Die Funktion wird ja von vielen als ziemlich albern angesehen. „Sternenspuren. Wooooow. Booooooring.“ Deshalb wollten wir mal zeigen, was tatsächlich geht. Dass das eben weit mehr kann, als die Firmen in ihren Werbewaschzetteln erzählen. Und es der Knüller wäre, wenn man die Funktion weiterentwickeln würde. (Ideen dafür liegen hier gestapelt rum, also sehr geehrter Hersteller, bitte um Kontaktaufnahme.) Und ganz offensichtlich haben wir dem einen oder anderen ein paar Ideen vermittelt.

Nur – was sollen wir jetzt vorstellen? Was ist von Interesse?

Eines ist auf jeden Fall sicher: Nicht noch mal zwei Stunden.

9 Replies to “Nachklapp zum PATLive”

  1. Hallo Reinhard,
    ich fand Deine Ausführung mega. Bei manchen Dinge wäre ich nie auf die Idee gekommen LC dafür einzusetzen.
    Herzliche Grüße
    Thomas

  2. Also ich fand’s faszinierend bis zum Schluss, deshalb herzlichen Dank für’s Durchhalten mit der Stimme! Aber klar, 120 min. Dauer ist auch nicht mehr wirklich allgemeinkompatibel. Einen Nachklapp zu LC mit einzelnen Details fänd‘ ich dennoch auf jeden Fall spannend. Da ist ja außerdem ein Bild nicht gezeigt und eine Erklärung dazu ausgelassen worden … 😉

  3. Ich hatte es ja schon im live Chat während des PATLive geschrieben, dass ich an diesem Abend so viel über LiveComposite gelernt habe wie noch nie.

    Reinhard hat so viele Beispiele gezeigt und diese erklärt, dass ich mur schon fast Stift und Papier zum mitschreiben geholt hätte aber ich war doch zu fasziniert von dem ganzen dass ich lieber aufmerksam aufgepasst habe.

    Ist jetzt keine Anregung für das nächste PATLive aber ihr habt sicherlich viel Arbeit in die Vorbereitung und das raussuchen von Beispielen gesteckt, dass es vielleicht der Mühe wert wäre eine kleine Fibel herauszubringen.
    Es gibt die Kapitel in den Kamerabüchern, aber das “PATLiveComposite” war nochmal ne ganz andere Hausnummer.

    Vielleicht bin ich der einzige aber eine PATLiveComposite Fibel im Bookshop zu finden wäre echt cool.

    Nochmal Danke für das tolle PATLive am Freitag!!!

    1. Das ist fast bei allem in den Kamerabüchern so. Wirklich ausführlich ist das nicht darstellbar. Dann wären das nicht 300 Seiten, sondern tausend Seiten.
      Das ist ein Punkt, den PATLive halt hat. Mal ne Stunde Druckbetankung.
      Das ist weder mit Büchern, noch mit Blog wirklich zu leisten. Selbst mit Seminaren funktioniert das nicht. Da gibt es auch nur eine Einführung. Ein „Reinschnuppern“. Weil das alles halt irrsinnig komplex ist und wenn man da abends in Rocksdorf arglos beim Sauerbraten sitzt und dann überfällt einen der Reinhard mit dem Anspruch „Jetzt lasst euch mal ein Bild für LiveComposite einfallen“ dann kommt man erst mal ins Schleudern.
      Am Ende des Tages hilft nur, selber ausprobieren. Zuerst Tabletops. Kamera verschwenken, Wanderblitz, Abschatter, Oberflächenreflexionen testen. Und dann größer werden. Helligkeitsübergänge testen. Am Anfang vielleicht versuchen, die Dinge nachzuknipsen, die ich gezeigt habe. Dann besser machen. Da ist überall Luft nach oben. Dann neue Motive, neue Geschichten.

      1. Vielleicht ähnlich aufgebaut, wie Dein Buch „ Kreative Fotografie mit Olympus OM-D & PEN“. So als Inspiration bzw. Ideengeber. Aber das weisst Du am Besten, was machbar wäre und vor allem, ob sich so ein Buch überhaupt lohnt zu schreiben.

        Gibt es das Buch „Kreative Fotografie mit Olympus OM-D & PEN“ mal als PDF HighRes?

  4. Wenn ich das so hier lese ist im Thema Livecomposite schon genug Stoff für ein eigenens Buch drin!
    Ich würd’s glatt schon mal vorberstellen wollen, solltest Du Dir das überlegen.
    Du hast echt ne Menge vorgestellt zum Thmea LC, ein paar Ideen habe ich mir jeden falls mitgenommen.

  5. Super interessantes Thema. Auch in den Seminaren schon. Meistens recht aufwändig und nur im Team zu meistern.
    Ich glaube eine Vertiefung wäre von vielen gewünscht. Ich habe mal ein Thema bei Oly-e eröffnet.
    Für mich war live composite anstatt live ND bei Wasser zu verwenden eine Inspiration.
    Ich werde mir dieses PATlive mehrmals anschauen müssen.

  6. Eigentlich unglaublich welche vielfältigen Möglichkeiten LC bietet. Danke für die ausführliche Darstellung!
    Im letztjährigen Urlaub hatte ich eine Anwendung im Bereich „Wildlife“: fliegende Glühwürmchen am späten Abend. Mein Foto ist keine fotografische Offenbarung aber bestens als Erinnerung geeignet. Und ohne LC wohl nicht machbar.

    Grüße Helmut

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