OMDS stellt Ersatzteilversorgung ein.

Es ist ja bekannt, dass Olympus schon seit Jahren sukzessive den Service für ältere Kameras und Objektive einstellt. Für „Altkunden“ war dann ViaDaVinci in Deutschland, beziehungsweise ähnliche Firmen im europäischen Ausland immer die letzte Rettung. Olympus hat diese Firmen auch immer mit Ersatzteilen versorgt, solange sie selber welche hatten.

Das wurde jetzt beendet. Europaweit erhalten diese Firmen ab 1.4. keine Ersatzteile mehr um Reparaturen durchzuführen und die Ersatzteile, die bereits letztes Jahr bestellt wurden, wurden bisher nur in kleinen Mengen ausgeliefert. Der Reparaturservice für alle FT-Kameras ist damit eingestellt. Außerdem für alle älteren mFT-Kameras – E-PM2 und früher. Auch der EC-14 wird nicht mehr repariert, EX-25, das FT9-18, das FT 70-300, der Sucher VF-2, die SH2, XZ-1, XZ-10, Stylus 1 und 1S, TG-860, und die beiden Audiorecorder LS-12 und LS-14. Die Liste ist unvollständig, wer sehen will, was vor einem Jahr noch repariert wurde, hier gibt’s die Liste, die neue Liste von OMDS gibt’s hier.

Olympus hat das gesamte Ersatzteillager weltweit an OMDS übergeben – und zwar gratis. Portugal hat nun die Anweisung erhalten, keine Ersatzteile mehr an externe Firmen zu versenden, Ausnahme sind reine Anbauteile, also Augenmuscheln oder Kontaktabdeckungen, für deren Montage keine Fachkenntnis erforderlich ist.

Nachdem OMDS die Liste der Hardware, die repariert wird, nicht etwa ausgeweitet, sondern zusammengestrichen hat, sieht es so aus, dass OMDS nicht plant, den Service für alte Kameras und Objektive wieder zu übernehmen. Die E-PM2 ist jetzt gerade 6 Jahre aus dem Markt, mal sehen, wann die E-M1-Reparaturen eingestellt werden.

Ein Carado T-132, 6 Jahre alt. Natürlich darf die jeder reparieren und die Ersatzteile gibt es auch noch. Und davon gab es deutlich weniger als E-PM1. Für fünf 150-400 gibt’s übrigens einen T-132.

Dass OMDS ganz bewusst die bisherigen Vertragspartner ausbootet, lässt nur den Schluss zu, dass man die Kameras und Objektive aus dem Gebrauchtmarkt haben will – in der Hoffnung, den Kunden nun neue Hartware verkaufen zu können. Anscheinend hat niemand den neuen Chefs in Tokio den Unterschied zwischen FT und mFT erklärt. Da das Ersatzteillager buchhalterisch nichts wert ist, da gratis, kann man es ja stillegen.

Ich habe OMDS um einen Kommentar zu dieser Information gebeten, aber bis jetzt lediglich zur Antwort erhalten, darüber habe man keine Informationen, ich solle den Artikel zurückhalten.

Mir liegen Unterlagen vor, wer in Hamburg mit diesem Vorgang befasst ist – Vertriebsleitung, sowie Service- und Logistik. Die zuständigen Abteilungen eben.

Wenn man berücksichtigt, dass OMDS versprochen hatte, dass der Service weiterläuft wie bisher, kann man nun offensichtlich einen Haken dahinter machen. Die Unternehmenskommunikation läuft weiter wie gehabt – aussitzen und auf die Reichweite der bezahlten Influencer hoffen, die alles bejubeln, was auf dem Zettel steht, denn morgen ist eine Werbeverkaufsveranstaltung von Olympus geplant. Da kann man natürlich keine schlechte Presse haben. Aber man kündigt ja an. „Wir lassen Herrn Kreuter nicht ohne klare Aussagen gehen.“ Man darf gespannt sein.

Wenn OMDS diese Entscheidung – die angeblich direkt „von oben“ gekommen ist – nicht rückgängig macht, kann ich niemandem mehr dazu raten, noch irgendein Gerät von OMDS zu kaufen. Zusagen sind dann nichts wert und Gerätschaften, die geplant schon nach wenigen Jahren nicht mehr repariert werden, sind schlicht und ergreifend Umweltverschmutzung.

So wird das nichts mehr, meine Herren.

Ach ja, auf der Preisliste steht „Bezüglich der Produkte, die nicht in der Preisliste stehen, wenden Sie sich an unsere Kundenbetreuung.“ Nur leider besteht der Support bei OMDS seit Sylvester lediglich aus einer Bandansage.

41 Replies to “OMDS stellt Ersatzteilversorgung ein.”

  1. Beim Oly-Forum (com) habe ich mal eine entsprechende Frage für die morgige Veranstaltung gestellt. Selber kann ich diese Veranstaltung nicht verfolgen, weil ich mich dafür (aus Datenschutzgründen) nicht angemeldet habe. Falls es eine schlüssige / verbindliche Antwort geben sollte, wäre es nett, wenn jemand darüber berichten würde…

    Viele Grüße
    Wolfgang

    1. Der ganze Artikel von Reinhard Wagner hier ist seit gestern Abend eigentlich obsolet. Ich habe klare Aussagen gehört, die weit klarer und eindeutiger waren als ich erwartet hatte:

      – Anspruch des Hauses Olympus (und so will man weiter heißen) Ersatzteilversorgung bis mindestens 10 Jahre nach Einstellung des Produktes!

      Und falls man den Eindruck hat, keine kompetente Hilfe über den Service zu erhalten, soll man sich bei Olympus selbst in Hamburg melden.

      1. Das ist super. Glückwunsch. Hast Du diese klare Aussage auch schriftlich? Und – wo genau soll ich jetzt in Hamburg anrufen, um meinen SHV-1 reparieren zu lassen? Und – wenn das alles so glasklar ist, warum wurde mir das von OMDS auf Anfrage nicht mitgeteilt? Dann hätte es diesen Artikel nie gegeben!
        BTW: Eine Marke ist kein Firmennanmen. Nur weil OMDS die Marke „Olympus“ noch knapp drei Jahre verwenden dürfen, sind sie nicht Olympus.

  2. Das ist richtig übel. Geplante Obsoleszenz aufwendiger Produkte ist einer der Wege, die uns in die Klimakatastrophe führen. Also sollten wir als Kundengemeinschaft jede Gelegenheit nutzen, den Finger in diese Wunde zu legen und zu bohren. Kann man bei der morgigen Veranstaltung auch Fragen und Kommentare eingeben? Das wäre doch hoffentlich ein guter Multiplikator!

    1. Es ist schon eine Starke Behauptung von „geplanter Obsoleszenz“ zu sprechen, wenn nach 6 – 15 Jahren ein Reparaturservice eingestellt wird.
      Wir reden hier immer noch von elektronischen Geräten (wenn auch von ziemlich hochwertigen!) – was ist denn da unsere Erwartungshaltung der Nutzungsdauer?
      Wer eine Kamera möchte, die auch in 50 Jahren noch repariert sollte eine Leica M6 wählen – die hat auch den angenehmen Nebeneffekt, dass der Wert nicht fällt.
      Wir alle würden die Preise nicht Zahlen wollen, wenn die Geräte (und das Drumherum!) auf eine Lebens- und Servicedauer von 30 Jahren hin konstruiert würden.

      Im Übrigen wissen wir nicht, warum die Geräte aus der Reparaturpreisliste gestrichen werden?
      – Lohnt es sich wirtschaftlich nicht mehr den Service für dieses Gerät anzubieten?
      – Gibt es vielleicht einfach keine Teile mehr? Die wird man bei Standardware (E-PM2, FT9-18. FT 70-300) nicht nachfertigen.
      – Oder gibt es strategische Überlegungen, die alten Geräte aus dem Markt zu bekommen? Auch das kann ich mir bei den „Brot-und-Butter-Modellen“ nicht vorstellen.

      Versteht mich nicht falsch, ich bin nicht vom Team „hau-Weg-und-Neu“ (Mein Auto wird dieses Jahr 17 und geht auf die 300Tkm zu) aber man muss irgendwo auch mal seine Erwartungshaltung hinterfragen. Komplexe elektronische Geräte halten nicht ewig.

      1. Ist das so schwer zu verstehen? Die Geräte KÖNNTEN repariert werden. Die Ersatzteile existieren. Sie werden nur nicht mehr ausgeliefert!

        Aber ich habe es jetzt mal probiert.
        Ich habe meinen EX-25 zur Rep angemeldet. Kann man alles eingeben und dann heißt es „dieses Gerät wird von uns nicht mehr repariert. Bitte wenden Sie sich an OM Digitalsolutions.“ Kein Link, keine Telefonnummer. Aber man kann anklicken, dass einen der Support vielleicht kontaktieren darf.
        Man darf gespannt sein.

          1. Der ist nicht kaputt. War nur gerade das erste Trumm, das ich dahatte. Zum Ausprobieren des Service reicht es ja. (Ich habe gerade noch mal den LiveStream durchgeackert. „Sprecht uns an!“ Ja, wie denn?
            Das hier ist das Kontaktformular auf der Website:
            https://my.olympus-consumer.com/de/p/contact-customer-support
            Mehr gibt’s nicht. Und selbst das muss man erst mal finden. „Sprechen“ geht für mich anders.

  3. Nun ja, man muss schon sagen, dass es um Kameras und Objektive geht, die zumeist seit etwa 8 Jahren im Handel nicht mehr angeboten werden (im Einzelfall auch 6 Jahren, siehe Reinhards Blogeintrag). Das ist halt manchmal so und sicherlich ist das allgemein gesehen nicht unüblich. Von Olympus war man so eine Verfahrensweise (ggf. Wegfall von Ersatzteillieferungen) bisher halt nicht gewohnt.

    Also ich sehe da durchaus einen (ersten) energischen Schritt, aber leider in die falsche Richtung… 🙁

    Viele Grüße
    Wolfgang

    1. Dann würde mich mal eine Firma interessieren, bei der das üblich ist, dass man existierende Ersatzteile nicht an Vertragspartner ausliefert um die Reparatur alter Geräte zu verhindern. Im Gegenteil, seit 2021 gilt sogar eine Reparaturverordnung der EU.

      1. Mich wundert es nicht wirklich, dass aus der Reparaturpreisliste immer wieder einmal ältere Kameras/Gerätschaften herausfallen – das war ja auch bisher so.

        Die nun von Dir berichtete Weigerung von OMDS, (bisherige?) Vertragspartner wie Via da Vinci nicht mehr mit speziellen Ersatzteilen zu beliefern, ist für mich nicht verständlich. Und der Marke OMDS schädlich. Wie ich schon in meiner Frage für die morgige Veranstaltung geschrieben habe: “ Ist es wahr, dass OMDS künftig z.B. Via da Vinci nicht mehr mit speziellen Ersatzteilen versorgen wird? Falls dieses richtig ist, ist es OMDS wirklich bewusst, dass damit ein Imageverlust und auch ein starker Vertrauensverlust in die Nachhaltigkeit der Produkte von Olympus/OMDS verbunden wäre?“

        Der aus meinem obigen Beitrag auch herauszulesende Tenor, dass es bei anderen Firmen üblich sei, dass vorhandene Teile an Vertragspartner nicht geliefert werden, war so nicht von mir gemeint, auch wenn es das vielleicht irgendwo mal gegeben haben mag.

        Der Service einschließlich der Reparaturpreislisten sowie der anschließende gesicherte Service über Via da Vinci war immer ein starkes Argument für die Firma Olympus. Wenn nun OMDS davon Abstand nehmen sollte, wäre auf jeden Fall eine solche Verfahrensweise ein schwerer Schlag gegen Nachhaltigkeit und Image der neuen Firma OMDS. Der dadurch entstehende Schaden wäre meines Erachtens immens. Gerade Stammkunden dürften dann sehr enttäuscht sein.

        Viele Grüße
        Wolfgang

        1. Dass die offizielle Rep-Liste immer kürzer wurde, ist nix Neues und seit Jahren Usus – da hatte auch niemand ein Problem damit, solange eben die Fremdfirmen die Reps machen konnten. Als ich erfuhr, dass OMDS die Ersatzteillieferungen eingestellt hat, dachte ich zuerst, auch gut, wenn OMDS jetzt wieder alles repariert, ist mir das egal. Ich bin mit Via da Vinci nicht verheiratet und habe von denen noch nie was umsonst oder auch nur billiger gekriegt. Aber dann bin ich eben an die aktuelle Rep-Liste gekommen – und die sieht nicht danach aus, als würde der Rep-Service ausgeweitet. Und dann noch die Reaktion aus Hamburg…..

      2. Es ist eine Weile her, dass Canon in der Schweiz genau das gemacht hat. Sie hatten ein Angebot für alle FD-Zubehörteile (Analogkameras vor der Autofokuszeit). Es war ihnen aber zu wenig und so haben sie es vorgezogen, alles zu kübeln. Bisherige Kunden waren egal, sie wollten bloss alle drängen, die neuen EOS-Kameras zu kaufen. Die Steigerung kam vor einigen Jahren, wo der Profi nur noch von Distributoren beliefert wurde. Das bedeutete, dass kleine Profifotografen ihre Vergünstigungen verloren. Heute ist das Nostalgie, da die Onlinehändler mit minimalen Margen den Markt bestimmen und die Info zu den Geräten aus dem Web geholt werden muss. Service kann man vergessen – der grösste Onlinehändler holt seine Olys aus Israel und verkauft sie zu Preisen, die weit unter dem Einstand von regulären Händlern liegen (Beispiel: neues Oly 12mm f2.0 für 429 CHF, Tagespreis). Service und Kundendienst geht da nicht über die Rücksendungsmöglichkeit hinaus. Die passende Originalsonnenblende kam erst nach 6 Wochen. Ich kaufte dort, weil kein einziger Foto-Händler das Objektiv auf Lager hatte. Die verpönten Grauimporte machen immer mehr Sinn, da bei Defekten ein Neukauf die einzige Möglichkeit ist.

        Reparatur heisst neudeutsch Upgrade. Und Klima: war gestern – heute ist Corona. Danach kommt Konsum – schliesslich gilt es dann nachzuholen, was man verpasst hat. Ich versuche zwar, mein Leben nachhaltiger zu gestalten, aber es wird immer schwieriger. Ich glaub, ich gehe meine FT-Objektive streicheln, damit sie lange durchhalten.

          1. Kannst du hier einen Tipp geben im Rahmen der Regeln, wo du deine FDs hinschickst? ZB. ein Suchbegriff, der mich hinführt. Danke

  4. Äußerst betrüblich. Ich mache mir dann doch Sorgen, um meine alten FT-Schätze und meine E-M1. Habe zwar auch neuere Teile, dachte aber nicht, dass die „Haltbarkeit“ so gering ist. Habe auch mal eine Frage im Olympus-Forum gestellt. Sollten wirklich möglichst viele tun. Einfach dort nach „Online Fotoevent am 18. Februar“ suchen und Kommentar/Frage eingeben.

  5. Na dann………..
    muss man sich doch langsam mal Gedanken zu einem System-/Fabrikatswechsel machen,
    zumindest wenn die Teile nach und nach den Geist aufgeben.

    Wenn das die neue Unternehmens-Philosophie sein wird……… meine wird das nicht 🙂
    Gruß Uwe

  6. Wie ist denn die vergleichbare Ersatzteilversorgung bei Panasonic? 3 schöne Zoomobjektive habe ich von dieser Firma ja schon 🙂 , und mit entsprechenden pana-Gehäusen könnte ich zukünftig den dualen Stabi nutzen… Wäre nur schade um meine EM-1, wenn die tatsächlich aufgeben würde.
    Gruß Wilhelm

  7. Da bisher sämtliche kritische (auch die konstruktiven) Fragen sogar bei den Olympus-Stammtischen aussortiert wurden, kann ich mir nicht vorstellen, dass das diesmal anders läuft.

    Die Pessimisten, zu denen ich mich auch zähle, hatten seit der Ankündigung hauptsächlich ein Thema. Was wird aus dem Service unter OMDS oder gar bei einem etwaigen zeitnahen Weiterverkauf. Viele Firmen verblieben ja nur 2-3 Jahre bei JIP. Wer eine Menge hochpreisiges mFT oder gar FT-Geraffel besitzt, hatte berechtigte Sorgen – auch bezüglich künftiger Anschaffungen. Es war also eigentlich leicht für OMDS zu erkennen, wo den Kunden besonders der Schuh drückt. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell kommt. JIP hat bei den VAIO-Kunden schon anfangs eine Menge Porzellan zerschlagen und wer seine analogen Olympus-Kameras hegt und pflegt wird sicher auch vom Reparateur seines Vertrauens erfahren haben, wie Olympus damals dort in Erscheinung getreten ist. Vielleicht kann es ja auch diesmal etwas bewirken, wenn Kunden ihren Unmut direkt an OMDS richten. Zumindest in Bezug auf die hochpreisigen Artikel aus dem mFT-Sortiment. OMDS wirbt mit Tradition, jetzt kann jeder sehen was sie darunter verstehen.

  8. tja – die Pessimisten unter uns haben wohl so etwas erwartet. Es erinnert mich fatal an die Vorgehensweise von Olympus mit dem analogen OM-System vor Jahrzehnten – aus den Augen aus dem Sinn.
    Wenn OMDS nicht schleunigst klar wird, dass die alten FT-Kunden eben auch die Kunden sind, die in neue (mFT-) Hardware investieren – dann geht das hier an den Baum. Schade.
    Aber es ist wie immer: da sitzt irgendwo so ein Blödmann von Controller bzw. irgendein Affe von Geschäftsführer oder ähnliches, die nicht langfristig und nachhaltig denken können oder wollen und nur kurzfristig den Gewinn maximieren.
    Liebe Freunde von OMDS: das wird jetzt die Nagelprobe. Entweder ihr garantiert die Ersatzteilversorgung oder ihr werdet viele, viele Stammkunden verlieren. Sofern das nicht durch diese Veröffentlichung schon geschehen ist…
    Traurige Grüße aus dem Harz
    Hans-Joachim

  9. „Olympus hat das gesamte Ersatzteillager weltweit an OMDS übergeben – und zwar gratis“
    Das halte ich für Unsinn, Entschuldigung für die klaren Worte. Die Vertragsbedingungen für die Überführung der verschiedenen rechtlichen Einheiten an OMDS füllt sicher viele Ordner und dürfte niemandem hier bekannt sein. Aus den verschiedenen Verträgen ergeben sich aber finanzielle Verpflichtungen und ganz sicher ist da nichts gratis.

    Wenn ich den Bericht richtig deute, geht es darum, das Drittfirmen Reparaturen durchführen, die Olympus selbst gar nicht durchführt und jetzt bekommen diese Drittfirmen für bestimmte Kameras keine Ersatzeile mehr?

    Ob es aber überhaupt eine „Weigerung“ von OMDS gibt, „vorhandene“ Ersatzteile auszuliefern, dahinter muss ebenfalls ein dickes Fragezeichen gesetzt werden.
    Ersatzteilservice und Reparaturen müssen mit einer gewissen Ernsthaftigkeit betrieben werden. Vielleicht war ja jemand in dem fraglichen Lager und kennt den genauen Zustand, wage es aber zu bezweifeln.
    Ein weiteres Fragezeichen muss hinter die Vertragsbeziehungen zwischen den dritten Reparaturbetrieben und Olympus gemacht werden. Diese Beziehungen werden oder wurden gerade neu geordnet. Was das genau für die Endkunden bedeutet muss sich erst noch zeigen.

    Inwieweit es sinnvoll ist, eine 6 Jahre alte Kamera zu reparieren, betrachte ich mit Vorsicht. Wenn der Wert der Reparatur den Zeitwert übersteigt, dann ist es auch ökologisch sinnvoller, sich eine funktionierende, existierende Kamera zu kaufen. Gleich von Umweltverschmutzung zu sprechen, ist mir etwas zu emotional und zu wenig faktenbasiert.
    Ich weiß auch nicht, wie relevant das Thema ist, würde es also auch nicht so hoch hängen.
    Vielleicht wäre ein weniger aufgeregter Bericht besser gewesen.

    1. Hallo Klaus-Dieter.
      Dafür, dass Du überhaupt nichts weißt, sondern lediglich vermutest, lehnst Du Dich ziemlich weit aus dem Fenster mit Deinen vielen Fragezeichen……

      Ich habe Original-Unterlagen vorliegen, Du nicht.

      Es geht nicht um „bestimmte Kameras“ sondern ALLES. Olympus liefert überhaupt keine Ersatzteile mehr an Fremdfirmen. In ganz Europa.

      Und ob jemand eine Kamera repariert haben will, oder nicht, ist bitte dem Besitzer der Kamera zu überlassen.

      1. Hallo Reinhard,
        ich verstehe, dass Dich die Kündigung persönlich trifft. Da kann ich nichts dafür, es tut mir trotzdem für Dich ehrlich leid.
        Ich habe auch im Service gearbeitet, auf der Seite eines „Originalherstellers“, der immer ein Problem mit Fremdanbietern beim Service hatte. Dieser Originalhersteller, kämpft übrigens seit Jahren ums Überleben. Auf diesem Weg gab es auch schmerzliche Entlassungen. Ich bin sicher nicht der einzige, der solche Erfahrungen hat.

        Eine andere Frage ist, wie relevant die Kündigung von Verträgen für Ersatzteile für die meisten Olympus-Fotografen ist.
        Dabei möchte ich es auch belassen….

        1. Hallo Klaus-Dieter oder wie Du heißt.
          Die Nichtbelieferung der Fremdreparateure ist mir so wurscht wie nur was. Ich habe da keine Aktien drin und ob mein Krempel in Hamburg oder Coimbra repariert wird, ist mir piepegal. Ich will nur, DASS er repariert wird. In Hamburg kann ich anrufen, bei Olympus im Service nicht – da gibt’s nur einen Anrufbeantworter.
          Und auch Du denkst anscheinend, nur weil ich über einen Missstand berichte, wäre ich davon persönlich betroffen, beleidigt, oder sonstwas? Habt ihr noch nie was von Journalismus gehört? Kennt ihr alle nur noch Meinungsartikel? Ich habe keine defekten Artikel, die ich gerade reparieren lassen müsste, und meine TopPros und meine Kameras werden noch repariert. Aber andere möchten ihre Kamera halt gerne repariert haben. Und für die ist interessant, dass das in Hamburg nur noch begrenzt möglich ist. Und nur aufgrund meines Artikels gab es die – missverständlichen – Aussagen im LiveStream. Das ist die Aufgabe von Journalismus. Dinge zu bewegen.

    2. „Wenn der Wert der Reparatur den Zeitwert übersteigt, dann ist es auch ökologisch sinnvoller, sich eine funktionierende, existierende Kamera zu kaufen.“

      Also der Satz schreit nach Erklärung. Klare Wenn-Dann-Aussage – aber auf welchen Fakten beruht sie? (Im Folgesatz werden ja faktenbasierte Aussagen präferiert.)

      1. Man kann es auch anders formulieren.
        Je höher die Reparaturkosten im Vergleich zum Zeit- oder Wiederbeschaffungswert liegen desto weniger wir die Reparatur in Anspruch genommen werden.
        Da aber allein schon die Möglichkeit die Reparatur anbieten zu können (Ersatzteile) schon mit Kosten verbunden ist macht es irgendwann wirtschaftlich keinen Sinn mehr die Reparatur, bei sinkenden Reparaturzahlen, weiterhin anzubieten.

        Oder, irgendwann könnten auch einfach die Teile aus sein. Wenn ich kein E-MP2 Display mehr habe, dann kann ich auch keines mehr tauschen. (Das Display war aus der Hüfte geschossen – gilt aber eigentlich für jedes Teil, welches nichtmehr zukaufbar ist.)

        1. Das aber eine ganz andere Aussage. Eine ökonomische, keine ökologische. Ich würde ja vermuten, dass der Vorredner Ökologie und Ökonomie verwechselt hat – wenn da nicht im Satz danach explizit die Umweltverschmutzung angesprochen würde.

          1. Nein, ich habe Ökonomie und Ökologie nicht verwechselt.
            Ein Mensch, der Kameras repariert, atmet Luft, isst Essen, fährt zur Arbeit, arbeitet in einem Gebäude, das geheizt wird, das Lager wird auch geheizt, die Firma hat Lohnbuchhaltung, Chefs, Computer, Telefone, die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
            Ob etwas ökologisch sinnvoll ist, oder nicht, kann man ja im Einzelfall gerne untersuchen,
            pauschal ist es aber eben nicht ökologisch sinnvoll, alter Geräte immer weiter zu reparieren.
            Eine interessante Frage wäre, ob Digitalkameras ökologisch schlechter abschneiden, als die guten alten mechanischen. Ich könnte noch eine Kamera aus den 60igern bekommen, für die es übrigens weiter Ersatzteile gibt…..Wäre ja vielleicht ein Beitrag zur Rettung der Erde 😉

  10. Ich denke man sollte die beiden Themen differenzieren.

    1. alte Geräte nicht mehr auf der Reparaturpreisliste.
    Das einzige Gerät von den genannten, das ich kenne ist die E-PM2. Das war meine erste mFT Kamera und ich habe diese bis vor kurzem noch sporadisch genutzt.
    Aber, wenn ich mich nicht täusche war der letzte Reparaturpreis 112,-€? Dafür würde ich sie nicht mehr reparieren lassen, das ist ja mehr als der Restwert. Und so denken wahrscheinlich viele. Und folglich wird ein kaum noch genutzter Reparaturservice eben eingestellt. Das ist natürlich schade für denjenigen, welcher aus welchem Grund auch immer, seine E-PM2 noch repariert haben möchte.
    Bei der E-M1 sieht es anders aus, solange hier der Reparaturpreis unter dem Zeitwert liegt wird dieser wohl auch genutzt werden und folglich denke ich nicht, dass er so schnell eingestellt wird.

    2. Ein anderes Thema ist die Einstellung der Ersatzteilversorgung.
    Eine Entscheidung die Reparaturen nur noch selber anzubieten könnte ich noch verstehen.
    Aber für Geräte, die ich selber nicht mehr repariere, keine Teile mehr anzubieten kann ich nicht verstehen.
    Außer vielleicht, die Menge ist so gering, dass ich das nicht annähernd kostendenkend umsetzten kann.
    Aber selbst in diesem Fall würde ich den kompletten Posten der Teile an jemanden verkaufen, der sich zukünftig um die Ersatzteilversorgung kümmern möchte.
    Aber mich fragt ja keiner 😉

    Gruß
    Markus

    1. Es gibt Leute, die mit der E-5 immer noch fotografieren. Die ist erst mit der E-M1 aus dem Markt. Das ist jetzt sieben Jahre her. Für diese Kamera gibt es noch Ersatzteile. Aber OMDS weigert sich, diese an die Reparaturfirmen auszuliefern. Die Leute, die damit fotografieren, finden es sehr wohl lukrativ sie reparieren zu lassen und die Firmen, die sie reparieren, finden es auch lukrativ, sie zu reparieren.
      Olympus repariert sie aber nicht mehr.
      Gerade eben hat Herr Olaf Kreuter kaltlächelnd behauptet , Olympus würde Reparaturservice bis zehn Jahre nach der Abkündigung leisten. Die E-5 wurde vor zehn Jahren aber überhaupt erst vorgestellt.

      1. Ich bin so ein E-5-er. Die Reparaturmöglichkeit ist nur das eine. Die Akkus werden irgendwann schlapp machen. Wenn man Reinhards Tests zu Fremdakkus kennt, wird die Sorge noch grösser. Ich könnte ja auch mit einer mft arbeiten, aber als ich in der neulichen Kälte die Pen-F mit Handschuhen bedienen wollte, war die E-5 sofort wieder neu belebt.
        Reinhard: Danke für den Tipp mit der Reinigung der Akkukontakte – keine Probleme mehr!

  11. Die Veranstaltung war doch verfügbar – der Link dazu wurde veröffentlicht.

    Nun ja, die Frage der Ersatzteilversorgung für aus dem Service gefallene Gerätschaften wurde mittlerweile gestellt. Die Antwort war recht wortreich, aber inhaltlich eher leer.

    Es wurde auf den Einzelfall heruntergebrochen. Wenn eine Reparatur erforderlich sei, solle man sich – auch mit älterem Gerät – erst einmal mit dem Oly-Service in Verbindung setzen. Dann werde man alles Mögliche versuchen, eine für den Kunden gute Lösung zu finden.

    Sehr hübsch und schön gesagt, aber die eigentliche Fragestellung war ja, dass nach neuesten Informationen keine Lieferung von Ersatzteilen, z.B. an Via da Vinci, mehr erfolgen sollen. Stimmt das und ist man sich bei OMDS über den dann damit entstehenden Image- und Vertrauensverlust bewusst? Dazu gab es leider keine konkrete Antwort, die Frage wird wohl als abgearbeitet angesehen.

    Nun gut, Wunder konnte man ja keine erwarten, denn die Entscheidung bezgl. der Ersatzteilversorgung wurde sicherlich anderweitig getroffen. Und so hat man sich mit vielen netten, aber nichtssagenden Worten aus dem Thema gestohlen. Aber vielleicht gibt es künftig in der Sache doch noch eine andere Entscheidung – denn die (leider nur schwache) Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt… 🙁

    Viele Grüße
    Wolfgang

    1. Da leider nicht nur nicht geantwortet wurde, sondern im Gegenteil Dinge in die Welt gesetzt wurden, die schlicht nicht wahr sind, bin ich extrem enttäuscht. Denn natürlich haben die betroffenen Firmen sich zuerst mit Olympus in Verbindung gesetzt und erst als von dort die schriftliche Antwort kam, dass man generell keine Fremdfirmen mehr mit Ersatzteilen unterstütze – und eben auch die Liste kam – die nicht „irgendwoher“ ist, sondern von OMDS, haben die sich an mich gewandt.
      Ein erbärmlicher Move.

      1. Wie ich im „Werksforum“ sehe, gibt es auch gänzlich andere Auffassungen über die bei der Veranstaltung getroffenen Aussagen zum Service. So sagt wteichler, dass seinem Verständnis nach „extrem klar“ auf die Frage geantwortet worden sei. Es gebe „keine aus dem Service gefallenen Produkte“ mehr. „Es gibt aber Produkte, die nicht nach Pauschalpreisen abgewickelt werden.“
        Und “ Der Service erfolgt nur über Olympus. Damit bleiben die verfügbaren Teile bei Olympus (OMDS).“

        Ich zitiere das hier, um eine abweichende Meinung zu dem Thema kurz zu erwähnen. Zwar habe ich die Aussagen anders verstanden bzw. aufgefasst, werde mir aber das (noch zu veröffentlichende) Video dazu noch mal anschauen.

        Sollte OMDS künftig wirklich auch für ältere Gerätschaften – quasi zeitlich unbeschränkt – den ganzen Service auf Dauer selber übernehmen, dann wäre dazu eine entsprechende offizielle Mitteilung von OMDS sehr hilfreich… Und wie die Praxis dann aussehen würde, bliebe abzuwarten…

        Viele Grüße
        Wolfgang

        1. Tja – genau das ist das Problem. Herr Kreuter hat versucht den Eindruck zu erwecken, dass die Altgeräte jetzt von Olympus repariert werden. Aber er hat es nicht gesagt. Weder klar, noch unklar. Er hat es gar nicht gesagt. Er hat gesagt, man solle sich mit „Olympus“ in Verbindung setzen. Nur leider hat er nicht verraten, wie.
          Eine andere Aussage war sehr klar: Sie reparieren zehn Jahre nach Verkaufsende die Geräte. Zumindest die Meisten. Ich habe hier den „Produktberater 2010“ liegen, mit allen 64 lieferbaren Imaging-Produkten. Davon sind in dieser OFFIZIELLEN Liste noch genau 16 vorhanden. Der Rest ist teilweise schon seit Jahren aus dem Service. Ich habe es mit einigen Produkten ausprobiert: ich bekam sie unrepariert zurück. Es gibt keine Aussage, dass sich daran irgendwas ändert. Es wird wie in den letzten Jahren laufen. Wer sich ausreichend aufführt, wird einen Austausch kriegen, der Rest kuckt in die Röhre. Denn natürlich wird ein Normaluser nicht Nils anrufen und ihm sagen, dass er seine E-5 repariert haben will. Die Aussage „sprecht uns an, wir schauen, was wir tun können“ – das kann eine drei-Mann-Klitsche in Wippenhausen machen. Aber wir haben es hier mit der Europavertretung eines Weltkonzerns zu tun.

  12. Stellen wir uns mal vor, mit den Ersatzteilen ist es wie mit dem Klopapier und Corona.
    Es gibt den Verdacht mit dem neuen Eigentümer werden die Ersatzteile knapp.
    Alle bestellen jetzt wie wild um ihre Bestände aufzufüllen.
    Dann würde ich als Hersteller auch erst mal alle Lieferungen stoppen bis Ruhe eingekehrt ist.

  13. Danke Reinhard für diese aufschlussreichen Hintergrundinfos und die klaren Anmerkungen dazu. Wirklich traurige Aussichten…..
    Hab mich schon bei Apple schwarz geärgert, dass für mein MacBook Pro (!) aus dem Jahre 2010 bereits im Jahre 2015 keine Ersatzteile mehr durch Apple oder ihre „Premiumseller“ mehr angeboten wurden und auch der Service mit Fremdteilen abgelehnt wurde, von der Einstellung der Softwareunterstützung für ältere MacBooks ganz zu schweigen. Immerhin haben die Teile auch mal richtig Geld gekostet. … Zum Glück gibt es dazu eine Szene von Retro-Enthusiasten, die auch diesen älteren Teilen noch etwas Lebensverlängerung gönnen….
    Wie schön, dass ich gerade meine analoge OM2-SP aus dem Jahre 1984 beim OM-Doktor in Hamburg zum Service hatte und nahezu neuwertig zurück bekam…..

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