Corona bedeutet Sauregurkenzeit, also vergnügen sich die üblichen Verdächtigen mal wieder mit Hellseherei.

Kann ich auch.

Erstmal grundsätzlich: All diese “ich weiß es besser”-Helden – mich eingeschlossen – können nur von dem ausgehen, was derzeit ist. Wenn eine der beteiligten Firmen beschließt, ihre Politik zu ändern, sind alle Voraussagen Makulatur. Da aber in all diesen Firmen Leute sitzen, die definitiv näher an den Entscheidern sind, als Tony Northrup – und jeder von denen Zugriff auf Daten hat, von denen Möchtegern-Journalisten nur feucht träumen, ist die Wahrscheinlichkeit, dass alle Kamerafirmen innerhalb der nächsten Jahre versuchen, das Steuer rumzureißen ziemlich genau 100%.

Nix gwiiis waas ma need. Wie der Mittelfranke sagt. (Der Oberbayer sagt “gwiss woas”)

Meine ganz persönliche Kristallkugel sagt:

Gesamtmarkt: Bis 2023 wird der Kameramarkt gegenüber 2018 um 80% einbrechen. Kameras müssen in einer Mindeststückzahl von ca 50.000 gefertigt werden, sonst sind die Entwicklungskosten nicht zu amortisieren und Sensoren brauchen mindestens 100.000 Stück, damit sie gefertigt werden. 2018 wurden noch 10 Millionen Kameras mit Wechselobjektiven gefertigt. 2023 werden es noch 2 Millionen sein. Für alle Hersteller zusammen. (Corona wird das noch beschleunigen.) In Summe wird es also noch maximal 20 unterschiedliche Kameras geben. Von allen Herstellern. Das bedingt eine gnadenlose Marktbereinigung.

Nikon: Dunkle Wolken. Sehr dunkle Wolken. Die Nikon-Aktie ist ein klarer Fall von “Möglichst schnell abstoßen” denn auch langfristig ist damit seit zehn Jahren kein Blumentopf zu gewinnen. (Seit zehn Jahren im Durchschnitt über 5% Verlust pro Jahr). Die Kameras sind der Konkurrenz hinterher, der erste spiegellose Versuch mit der “One” ging krachend daneben, die Z-Serie finden nur unverbesserliche Nikon-Fan-Boys konkurrenzfähig. Nikon hat im professionellen Bereich noch einen Vorteil, weil sie auf existierende Infrastruktur in den Stadien zurückgreifen können. Nikon lebt also von der Substanz und sobald ein anderer Hersteller entweder durch Innovation oder Investition diesen Vorsprung egalisiert ist Nikon erledigt. Durch die Branche laufen bereits Jahren Übernahmegerüchte, teilweise mit konkreten Zahlen zum Finanzbedarf. Denn Nikon hat keine Cash-Cow, sondern ist auf das Kamerageschäft als Gewinnbringer angewiesen.

Panasonic: Die SL-Nummer ist erwartungsgemäß gegen die Wand gelaufen, man konzentriert sich jetzt wieder auf mFT. Da wird jetzt wieder Geld reingesteckt, die seit langem fertige GH6 wird nochmal aufgepimpt und auf den Markt geworfen. Problem: Die Konzentration auf den Kleinbild-Irrweg hat Geld, Zeit und Kundenvertrauen gekostet und es ist derzeit keine wirkliche mFT-Innovation in Sicht. Langfristig wird Panasonic diese Verlustsparte vermutlich einstellen – irgendwann haben die Chefs keine Lust mehr, noch Geld in die Nummer zu stecken. Imaging ist für Panasonic seit Jahren kein Umsatzfaktor sondern ein Verlustfaktor. Die professionelle Videosparte im Broadcasting-Bereich wird bleiben, weil die schwarze Zahlen schreibt, die Fotosparte eher nicht. Panasonic hat festgestellt, dass das Geschäft nicht nach unten zu skalieren ist.

Fuji: Fuji macht sehr viel richtig. Fuji hat ausreichend Geld in der Hinterhand, dass sie sich irre Dinge leisten können, investiert in die Fotografen und bringt Kameras raus, die immer leistungsfähiger werden, gut aussehen – und hat prima Optiken. Fuji weiß, dass sie mit ihrem X-System vor allem auf Hobbyisten zielen und im Pro-Bereich noch Luft ist. Die nächste Offensive von Fuji wird eine schnelle Mittelformatkamera sein, die im Pricetag den Kleinbildknipsen von Sony und Canon das Leben schwer machen wird. Die “Pros” werden zwangsläufig zum Mittelformat wechseln – und dann wird Kleinbild zwischen mFT/APS und Mittelformat zerrieben.

Canon: Canon hat das Problem, dass sie technologisch hinten dran sind. Den gesamten Kontrast-AF haben sie gründlich verschlafen und müssen nun viel Geld aufwenden um an die Technologieführer ran zu kommen. Olympus, Fuji und Panasonic haben allerhand Patente angemeldet, um die die Canons erstmal außenrum entwickeln müssen. Die Jungs bei Canon haben aber einerseits richtig Geld zur Verfügung und andererseits sind die nicht auf den Kopf gefallen. Der Farb-AF der dort entwickelt wird, ist eine ziemlich abgefahrene Sache. Das größte Problem von Canon ist Sony.

Sony: Die Sensorschmiede Nummer Eins. Geld wie Heu und alle Hersteller außer Fuji sind von ihnen abhängig. Sony macht sein Geld mit Sensoren für die Industrie, das Kamerabusiness ist da fast ein Hobby. Für die Industrie gibt es ganz andere Sensoren und ganz andere Technologien – bis hin zur Kontaktlinse mit eingebauter Kamera, die per Funk auf das Aufnahmegerät in der Hosentasche speichert. Lästig für Sony ist nur Olympus, weil die halt bei ein paar Technologien die Nase vorne haben – und Fuji, die mit ihrem Mittelformatzeug die Kleinbildalphas oder zumindest deren Preis platt machen können. Sony hat zudem durch die jahrzehntelange Erfahrung mit Playstation, Sonymusic, Walkman und Handys einen Draht zu den jungen Fotografen. Also zum Nachwuchs.

Ricoh/Pentax: Ricoh ist groß. Und Pentax ist nur noch ein Name. Solange Ricoh an dem Spielzeug Pentax Spaß hat, wird es Pentax weiter geben – auch wenn sich die Innovation in Grenzen hält. Der bunte Ziegelstein seinerzeit und die “Q” (Brancheninsider: “Wie kriegen wir die Q vom Eis?”) waren lustig, aber kein kommerzieller Erfolg. Das Pentax Mittelformat 645Z hat leider noch einen Spiegel und ist damit ein Auslaufmodell.

Olympus: Die Olympus-Kamerasparte hängt am Tropf der Medizintechnik. Und umgekehrt. Und zwar schon seit hundert Jahren. Die Kameras sorgen für die Masse und die Medizintechnik für den Profit. Durch die Zusammenlegung der beiden Entwicklungsabteilungen sind in den letzten Jahren allerhand Ideen aus der Kameratechnik in der Medizin gelandet und umgekehrt. Und ganz nebenbei hat man auch gleich ein paar Kleinbild-Patente angemeldet – schlicht weil man es kann. Und weil man die an einen großen Mitbewerber verticken kann, der dringend gute Optiken braucht. Olympus ist im Endoskop-Bereich nicht umsonst Weltmarktführer. Die haben es drauf. Das größte Problem von Olympus ist nicht die Technik, sondern das Marketing und die strategische Produktplanung. Wenn Olympus das in den Griff bekommt, dann ist Olympus auf einem guten Weg.

Leica? Die leben von ihren Fans. Und davon, dass Panasonic ihnen die Elektronik liefert.

Hasselblad: Gehört mittlerweile DJI und die haben gerade einen Patentprozess gegen einen anderen Drohnenhersteller verloren. Immerhin hat Hasselblad 2019 die X1D II vorgestellt, quasi eine gepimpte X1D. Da tut sich also was, der Pricetag von Hasselblad liegt natürlich nicht im Bereich des Massenmarkts und deswegen ist Hasselblad wie Leica außen vor. Für DJI ist Hasselblad natürlich eine prima Investition, weil sie ihre Drohnen mit – zugegebenermaßen ziemlich guten – Hasselblad-Optiken ausstatten können.

Zusammenfassung und Hellseherei: Fuji schafft es erfolgreich, sich als Künstlerkamerahersteller zu gerieren. Leica für Arme sozusagen. Die ganze Kleinbildfraktion, die auf das Prestige ihrer Kameras setzt, damit ihre Bilder besser wirken, werden über kurz oder lang auf Fuji Mittelformat umsteigen. Das System ist zukunftssicher und lange genug auf dem Markt. Nikon wird verschwinden oder aufgekauft werden, ob von Samsung wird sich rausstellen, die haben auf jeden Fall die Kontrast-AF-Expertise und wenn sie die Qualitätsanmutung von Nikon auf NX-Weiterentwicklungen transportieren können, dann kann das was werden. Und genug Geld hat Samsung. Und Samsung hat ja seine Kameraentwickler nicht rausgeschmissen, die sind ja weiterhin noch dort tätig. Canon wird seine Kleinbildsystemkameras zusammen mit der M weiter entwickeln. Sie haben keine andere Chance und sie haben ausreichend Geld um das durchzuhalten. Wenn sie schlau sind, nutzen sie das Jahr bis zur nächsten Olympiade für eine brauchbare, spiegellose Sportkamera. Panasonic wird ihre Kamerasparte in den Videobereich übernehmen und auslaufen lassen. Die Preisvorstellungen der Kaufinteressenten sind derzeit noch nicht kompatibel mit dem, was Pana dafür haben will. Leica wird sich dann einen neuen Lieferanten für die Innereien suchen müssen – vielleicht Olympus. Sony wird weiter immer genau die Kameras rausbringen, die notwendig sind, um die Konkurrenz ein bisschen alt aussehen zu lassen, aber nicht so heftig, dass die keine Sensoren mehr kaufen. Und Olympus wird sich darauf zurückbesinnen, dass es Fame bringt, geile Kameras auf den Markt zu werfen.

mFT ist mittlerweile das mit weitem Abstand am weitesten verbreitete, aktuelle Bajonett, die Vorstellung, dass das Bajonett stirbt, ist absurd, selbst wenn Panasonic ausfällt – im Gegenteil, wenn Pana als Objektivhersteller ausfällt stehen schon Hersteller wie Sigma und Tamron in den Startlöchern um die Lücke zu füllen.

Wie gesagt, all dies sind Extrapolationen aktueller Entwicklungen. Ob das so kommt – wird sich zeigen. Wenn irgend eine Firma einen genialen Marketing-Move auspackt oder einen echten fotografischen Knüller zeigt, kann sich das alles ändern. Und wenn die zweite Corona-Welle kommt, wird sich die Entwicklung brutal beschleunigen. Und die Entwicklungen in Amerika kann auch niemand seriös voraussagen.

Eine Entwicklung ist allerdings sicher: Die Entwicklung der Fähigkeiten der Fotografen wird nicht mit der Entwicklung der Möglichkeiten der Kameras Schritt halten.

22 Replies to “Glaskugel”

  1. Vielen Dank für den Bericht mit Deiner persönlichen Prognose – bin gespannt was dann wirklich auf dem Markt passieren wird, alles sehr interessante Ansätze/ Infos…

    Schön das Du diesen Blog betreibst 🙂

    Grüße Ralf

  2. Ich finde Deine Glaskugel sehr spannend, es sind viele Punkte dabei, die ich unterschreiben würde. Nur in einem Punkt bin ich ganzlich anderer Meinung: Das aktuelle Mittelformat wird das KB niemals zerreiben und bestenfalls eine lukrative Nische wie Leica bleiben. Aus einem einfachen Grund: es kann niemals so universell wie KB werden. Wegen Größe, Gewicht, Geld und Geschwindigkeit wird MF nie KB überholen, dagegen spricht schon die Physik. Auch größere Zooms und Teles sind im Mittelformat richtig doof. Die Top-Riege der Sport- und Tierfotografen ist auf Kameras und Optiken angewiesen, die es aktuell nur im KB gibt. Da könnte MFT sich sicher ein gutes Stück vom Kuchen abschneiden, bräuchte aber dazu ein paar richtig geile technische Fortschritte…
    Ich bin mit meiner 1M2 und dem 300er sehr zufrieden und will da auch nichts anderes. Wenn ich aber Bilder von Kollegen mit der Canon 1DX3 und entsprechenden Optiken bei 6400 Iso sehe, sind bei MFT in der BQ und Geschwindigkeit einfach Grenzen da.

    1. Es geht um professionelle Fotografie. Bei professioneller Fotografie bestimmt nicht der Fotograf das Sensorformat sondern der Kunde. Und viele Kunden verlangen bereits seit Jahren Mittelformat. Für alles. Bilder mit ISO 6400 sind nicht professionell. Entweder der Kollege hat dann die Blende so weit zugemacht, dass er auch mit mFT hätte knipsen können, oder hat lächerlich lichtschwache Optiken oder er hat wo fotografiert, wo es stockduster ist. Und wenn ich eines gelernt habe: Wer sich nicht leisten kann, das Zeug, das man fotografieren soll, zu beleuchten, der kann sich mein Honorar auch nicht leisten. Klar – bei den Naturfotografen wird oft mit solchen ISOs geknipst – um die Belichtungszeiten kurz zu halten. Aber in Deutschland gibt es ein halbes Dutzend Naturfotografen, die davon leben können. Der Rest sind Hobbyisten. Und die werden irgendwann auf mFT umsteigen. Weil die Objektive kleiner sind, die Kameras schneller sind, der AF besser ist. Eine 1DX3 kann maximal 20fps. Und 1/8000s . Mit dem elektronischen Verschluss produziert die 1DX3 haarsträubende Kammstrukturen. Eine E-M1II von vor drei Jahren kann 60fps mit 1/32000s. Mit absolut praxistauglichem elektronischem Verschluss. Da braucht mir ein Dinosaurier wie die 1DX3 nicht kommen.

      1. Gerade bei professioneller Fotografie sehe ich bei der 1er Reihe von Canon und dem Nikon Gegenstück enorme Vorteile gegenüber allen Mitbewerbern. Müsste ich mein Geld mit Sportfotos verdienen (und würde es kein Corona geben…) würde ich eine (besser zwei) 1DX3 kaufen oder leasen. Letztes Jahr habe ich zwei Sportveranstaltungen mit einer gemieteten 1DX2 und 300mm f/2.8 fotografiert. Um diesen „Dinosaurier“ zu kritisieren muss man sich erstmal drauf einlassen und damit fotografieren. Für mich (!) ist dieser Dinosaurier die beste Sportkamera, die es gibt. Wenn man den AF-Leitfaden dazu gelesen hat, geht einiges. Und es ist für mich viel angenehmer ca. neun Std. mit nur kurzen Pausen durch einen echten Sucher zu gucken als durch einen Elektronischen ( und bei einer Veranstaltung waren die Sportler regelmäßig vor einem Fenster. Mit meinen Olys konnte ich sie nicht mehr erkennen, weil der Sucher die Belichtung des angezeigten Bildes auf das Fenster angepasst hat…). Und die Bilder von der Kamera auf einen FTP Server zu schicken ist auch nicht mit vielen anderen Kameras möglich. Dann kommt noch dazu, dass die Kamera super ergonomisch ist.
        Letztens habe ich mir die 1DX2 mit 300er und 400er je f/2.8 sehr günstig gemietet, um die auch mal „nur so“ zu benutzen. Für mich ungeeignet (allein schon finanziell). Und ich habe viele Bilder verpasst, weil ich zu faul war die Kamera mit 400er hochzunehmen…

        ISO 6400 und professionell: Sport- und Reithallen sind häufig dunkel. Bei vielen Randsportarten haben die ausrichtenden Vereine, auch von DMs, EMs und WMs, nicht genug Geld für tolle Beleuchtung. Ich habe bei einer WM in den Niederlanden teilweise mit ISO12800 fotografiert, um die nötigen Verschlusszeiten zu bekommen. Klar, ich bin kein Profi, also nicht professionell, aber was hätte ein Profi anders gemacht?

        Elektronischer Verschluss in der 1DX3: Der ist vermutlich nur fürs Kameraquartett, oder?

        Mein Fazit wegen der 1DX3: Müsste ich mit meiner recht neuen (und gerade leider unmöglichen) Leidenschaft der Sportfotografie Geld verdienen, unbedingt mit dem Dinosaurier. Für alles andere mFT 🙂

        1. Es geht nicht darum, was jetzt ist. Im Augenblick ist Canon allein schon durch die FTP-Möglichkeit in Stadien die erste Wahl. Es geht darum, wo die Reise hingeht. Und der Spiegel ist tot. Canon entwickelt vor allem spiegellos. Und damit sind alle alten Canon-Objektive über kurz oder lang Edelschrott. Vitrinenmaterial. Und – so weit ich weiß, fotografierst Du mit der alten E-M1 (von vor sieben Jahren) und nicht den TopPros. Mit entsprechendem aktuellem Equipment kannst Du mit den Canon-Boliden mithalten. Trust me.

          1. Stimmt, ich fotografiere mit der alten E-M1. Die „X“ wollte mir letztes Jahr kein Verleiher/Händler mitgeben, schlicht weil sie sie nicht hatten. Somit konnte ich nicht ausprobieren. TopPros hat auch kein Verleiher. Und gehen die TopPros nicht auch bald aus dem Service?
            Schade, dass der Spiegel tot ist. Er hat beim Sport für mich und sicher auch für andere Fotografen Vorteile. Aber du schreibst ja von der Zukunft. Da werden die elektronischen Sucher sicher noch besser. Aber wenn Oly in die nächste „X“, falls es eine gibt, keine Möglichkeit einbaut, um Bilder via FTP bspw. an Picdrop zu senden, kommt sie nicht in Frage. Diese Schnelligkeit ist einfach genial!

          2. Dass Olympus mit der Datenübertragung was machen muss, wissen die. Diese Capture-Krücke, die sie derzeit haben, geht gar nicht. Nicht im professionellen Bereich. Sie können es ja auch – das ist ja kein Hexenmwerk. Man baut den Chip in die Kamera ein, fertig. Das ist nur eine Entscheidung der Produktplanung, das Zeug nicht nur in Prototypen einzubauen, sondern in die Serie. Und Olympus wird da nicht drumrumkommen.

      2. Eeeemmm
        Die Objektive bei mFT sind keineswegs kleiner – nur der Sensor ist kleiner!
        Ich kann Objektive wie Nikon/Canon 4/300 an mFT setzen, die sind sogar viel leichter und mit PF auch kürzer. Oder nimm das 14-30 mm Nikkor.
        MFT hat in der Tier- & Naturfotografie nur bei Anwendern, die sich nicht auskennen u Schönewetter-Safari-Reisenden eine Chance.
        Ich habe ja selbst seit Anfang an FT u mFT in Nutzung, aber nur wenn genug Licht da ist und die Motive nicht zu schnell sind.
        Und MF wird da nie mehr ein Thema sein und eine lahme Fuji in der Form sowieso nicht.
        Bei Fuji ist viel mehr technisch im Argen als bei Nikon, Canon, Sony und Co . Wenn Fuji Nikon kauft, kann es etwas werden, sonst nicht.

        1. 300 f/4 Nikkor: 750 gramm. 150 f/2,0 Zuiko: 1450 gramm. 40-150 2,8 Pro 880 gramm.
          Leider gibt es bei mFT keine 150mm f/4 Festbrennweite. Braucht irgendwie keiner…..

          “MFT hat in der Tier- & Naturfotografie nur bei Anwendern, die sich nicht auskennen” Tschoja – irgendwie seltsam, dass Frank Rückert http://pen3.de dann trotzdem seine Fotos verkauft. Dass Frank Kretschmann https://frankkretschmann.de die Fotos vom El Capitan und von der Eiger Nordwand mit mFt gemacht hat. Klar, die kennen sich alle nicht aus.

  3. Interessante Einschätzung – mit einer Anmerkung dazu. Ich denke nicht, dass die Mittelformatkameras von Fuji die Zukunft für die KB-Fraktion ist. Die GFX liefert überragend gute Bildqualität: Aber das System ist zu schwer und zu langsam. Ich habe es zwar hier, aber fotografiere (Hobby) fast nur mit mFT.

    Beste Grüße, Andreas

    1. Die Objektive werden leichter werden, es gibt neue Glassorten, die bis zu 30% Gewicht sparen. Und die Mittelformatsensoren werden schneller werden. Man darf nicht von dem Zeug ausgehen, was auf dem Markt ist. Das ist da. Es geht um das, was in den nächsten drei Jahren auf den Markt kommt.

  4. Guten Morgen
    Herzlichen Dank für Deine Einschätzung. Ich finde diese sehr spannend und erfrischend. Vielen Dank.
    Liebe Grüsse aus der Schweiz
    Peter

    1. Diese ganze Spekulationen sind alles Quatsch. Schon 2005 hat Tom Nikon Hogan das Ende von Sigma vorhergesagt. Aber es ist immer noch die einzige Firma die innovative Konzepte liefert.
      Aber die sind so unbedeutend dass sie inzwischen vergessen werden.
      Wenn Mitsubishi Nikon nicht sterben lassen will werden sie ewig leben. Die gehören denen ja schon seit 100 Jahren.
      Wenn der ganze Markt so schrumpft wird natürlich auch das ganze Umfeld schrumpfen. Software Zubehör etc.

      1. Stimmt. Ich hatte Sigma vergessen. Die werden keine Probleme haben. Die haben richtig geile Optikentwicklungen auf der Pfanne um die die anderen nicht drumrumkommen. Im Gegenteil, die werden immer mehr OEM-Fertigungen machen. Einfach, weil sie es drauf haben.

  5. Hab grossen Dank für diese spannenden und unterhaltsamen Einschätzungen – die mir als Olympus-Fotograf natürlich sehr gefallen (E-M1 MkIII mit 10 Zuikos, darunter 3 der PRO- Reihe). Ich habe bisher mit Sony-KB fotografiert, finde aber mFT in den meisten Belangen praktischer, und im Endprodukt sieht man meistens den Unterschied in der Bildqualität nicht, wie viele Blindtests beweisen.
    Wer wirklich eine Top-Bildqualität braucht nimmt Mittelformat, in Zukunft wohl noch mehr als heute, nicht Kleinbild, das halte ich auch für wahrscheinlich.

  6. …die Fotobranche hat nach meiner Meinung keine Zukunft, denn dazu haben alle Hersteller zu komplizierte, zu grosse und zu aufwendige Kameras; die “paar” Hobby-Fotografen und Profis zählen letztendlich nicht, denn mit denen kann man keine Stückzahlen erreichen, ab denen sich wenigstens eine kostendeckende Fertigung erzielen lässt. Immer nur die Technik in den Vordergrund zu stellen, Kameramenüs zu kreieren, die sich letztendlich mit jedem Modell ändern und den Spass, die Freude am gelungenen Bild nicht in den Vordergrund zu stellen, dass rächt sich jetzt. Einige Firmen können Geld genug haben, aber wenn in den verschiedenen Sparten weder ein Synergieeffekt noch Gewinne auf Dauer ausbleiben, dann gibt’s nur eine Entscheidung a la Konica/Minolta und zwar für den Verbraucher von heut’ auf morgen!

    1. Die Kamerabranche wurde schon oft für mausetot erklärt. Es rentiert sich sogar, wieder Polaroid-Filme herzustellen, die der exakte Gegenentwurf zu Smartphones sind. Die Massenbewegung Digitalfotografie ist rum – weil die Hersteller immer nur aufs Verkaufen aus waren, die Marktöffnung sollten die anderen Hersteller bezahlen. Aber mit der Fotografie wird man noch viele Jahre Geld verdienen können, genauso wie mit Hobbymalerei.

  7. Wer es schafft die Kameras zu bauen, welche die Leute unbedingt haben wollen, der wird überleben. Welche Hersteller das am Ende sein werden ist für mich als Hobbyisten total uninteressant. Selbst wenn der Herr TN mit seinem seltsamen, gewollt provokativem Geschnatter recht haben sollte und MFT in 3 Jahren so tot wäre wie er das schon seit mindestens 2 Jahren vorbetet, könnte ich mit meinem Gerümpel dann immer noch jahrzehntelang photographieren. Falls nötig fände ich dann immer noch irgendwo ein neues Gehäuse. Glas hält sowieso länger als ich.
    Ergo: “Iss mir alles Latte”. Laßt uns lieber über Photographie reden.

  8. Hallo Reinhard,
    Ende 2019 hattest du schon mal geschrieben “Und in der Branche stehen die Streichkandidaten für die nächsten zwei Jahre auch schon fest. ” (Artikel: Wo Rauch da auch Feuer), auf meine Nachfrage wen du da betroffen siehst wolltest du keine Namen nennen, da hat sich deine Sicht der Dinge scheinbar geändert – wie kommts ?

    Was MF betrifft – da werden doch speziell die Objektive immer grösser und schwerer sein, wenn Glassorten leichter werden kommt dieser Vorteil doch auch anderen Formaten zugute. Und Pros die von MF leben wirds nicht so viele geben … und für den Edelamateur reicht eine Sony R mit Toplinsen meist aus.. denke so an den vorzeitig aus dem Arbeitsleben ausgeschiedenem Gutverdiener, den man dann bei der Edelfotoreise an der winterlichen Gletscherlagune trifft.

    1. Wegen der Kandidaten: Es ist ein ein anderes Ding, solche Sachen als erster rauszuhauen. Mittlerweile ist das in der Branche und auch in den Foren kein Geheimnis mehr. Da kann ich auch ein bisschen plaudern. Und es ist einfach Fakt, dass sich dauernd was ändern kann. Es kann jederzeit passieren, dass irgendwer Geld auspackt, ein Manager die Strategie umkrempelt oder ein Virus rumgeht. Nichts ist sicher.

      Wegen der Glassorten: Das ist nix, was jetzt jeder nutzen könnte. Das ist patentierte Hightech. Die Firma, die das hat, die kuckt sich sehr genau an, was sie damit baut. Und für wen.

      Und wegen des Mittelformats: es gibt die unterschiedlichsten Gründe, warum jemand viiiel Geld für seine Kameraausrüstung ausgibt. Weil’s der Kunde will. Oder weil man die Models beeindrucken will. Weil man 100MP oder 200MP haben will. Was auch immer. Tatsache ist: die meisten großen Kameras werden von Leuten gekauft, die sie nicht brauchen, die sie sich aber leisten können. Es gibt für Dinge, die man nicht wirklich braucht aber eine Schmerzgrenze – und wenn MF von den Anschaffungskosten her unter diese Schmerzgrenze rutscht, dann wird für Kleinbild der Massenmarkt zusammenbrechen. Viele Profis werden das deswegen trotzdem noch brauchen, etwa für Sportfotografie. Aber die Stückzahlen werden einbrechen. Noch stärker. Und die Chance für MF ist derzeit der Umbruch von Kleinbild auf spiegellos. Alle alten DSLR-Fotografen werden das System wechseln müssen. Und ob sie jetzt für spiegellos Kleinbild alles neu kaufen, oder gleich “was Gscheits” nehmen – wenn’s das Gleiche kostet ist Kleinbild draußen. Denn im Fotoclub brauchen sie sich mit dem Spielzeug dann nicht mehr blicken lassen. Bei Olyfanten ist das anders, die waren schon immer durchgeknallt. Denen verzeiht man ihren Kram….

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