E-M1III – Hidden Gems

Ich habe ja vor kurzem das 12-45 verrissen. Als böser Blogger habe ich natürlich bewusst Situationen gesucht, in denen ich Objektive an die Grenze bringe. Fotos, bei denen die eingestellten Parameter nicht wirklich nötig gewesen wären. Das oben ist ein Gegenlichtfoto mit dem 12-45 ganz ohne rotes Grid. Und trotzdem mit Blendenstern. Auch Blende 22 und 15mm, aber ich habe halt die Sonne nicht voll auf den Sensor gebraten, sondern noch sowas wie Sorgfalt walten lassen. Wenn ich die Sonne nicht mehr durch das Windrad abdecke, habe ich natürlich dann wieder das rote Grid, nen irren Blendenstern und ein Bild für die Tonne. Überraschung.

Aber diesmal soll’s um eine Eigenschaft der E-M1III gehen – für Besitzer vermutlich ein alter Hut, aber für Leute, die sie noch nicht haben – meines Wissens nach hat sie keiner der Promotoren bisher “gefeatured”. Ich finde sie auf jeden Fall super.

12-45 f/4. Weitwinkelmakro. Streulichtblende abgenommen. 12mm.

Und zwar geht es um einen neuen Parameter bei den MySets – Custommodi: “Speichereinst. Anwendermod.” (Wer eine alte Oly hat, das ist ein zusätzlicher Parameter im Anwendermenü1 – Zurücksetzen/Anwendermodi. Unter “An Anwendermodus zuweis.” ) Wenn Sie den auf “Beibehalten” statt auf “Verwerfen” stellen, behält der gerade gewählte Anwendermodus alle Änderungen bei, die sie gerade gemacht haben. Wenn Sie etwa einen Custommodus mit Serienbild-C-AF-Modus haben und den auf S-AF Einzelbild stellen, dann bleibt der auch so. Wenn Sie den Custom-Muds wechseln und dann zurückschalten, dann haben sie keinen C-AF-Serienmodus mehr, sondern den gerade eingestellten S-AF-Single-Modus. (Früher war das Verhalten so, dass der Custom-Modus nach Moduswechsel alle späteren Einstellungen wieder verloren hat. “Verwerfen”. Wenn man also den Modus gewechselt hat, hatte man wieder die Einstellungen, die man seinerzeit getroffen hat, als man den Modus übers Menü definiert hat.)

Das ist dann interessant, wenn Sie On Location dauernd zwischen zwei Modi hin- und herschalten müssen, sich aber z.B. die Beleuchtung ändert und sie dauernd nachjustieren müssen. Das ist mit einer Nachspeicherung übers Menü oft nicht zu leisten – die Zeit ist zu knapp. (Also Ins Menü gehen, an An Anwendermenü zuweisen, Speicherplatz auswählen, Übernehmen, usw..)
Mit dieser neuen Option können sie quasi zwischen zwei stetig veränderbaren Optionen hin- und her schalten. Dass da jemand in Tokio mitgedacht hat, sieht man auch daran, dass diese Option für jeden Custom-Modus einzeln aktivierbar ist. Man kann also zum Beispiel zwei fixe Modi konfigurieren – etwa für’s Studio – und zwei flexible Modi für Sport- oder Naturaufnahmen.

Jeden, den das bisherige unflexible Umprogrammieren genervt hat – hier ist endlich die Lösung. Und – ehrlich – für mich ist dieser unscheinbare Parameter mehr wert als der Sternenlicht-AF. Den kann ich nämlich durch nen sauberen MF ersetzen und mit FTs und mechanischen Objektiven geht er eh nicht. Aber dieser flexible Custom-Modus geht immer.

Von mir: Thumbs Up!

12mm 12-45 f/4 ArtFilter PopArt

4 Replies to “E-M1III – Hidden Gems”

  1. Verstehe nur noch Bahnhof.
    Habe das Trappele (südtirolerisch: “das kleine Ding”) = Mark III auch noch nicht. Speichere solche Tipps unter meine Favoriten, um sie irgendwann zu studieren. Träume noch von einem Hardpaper zur M1 MIII, so wie ich deine anderen älteren harten Bücher zu den Olys am Strand und im Zelt von Korsika und Sardinien studiert habe. Das war Urlaub, mehr Zeit hatte ich nicht. Wird es nicht geben, ich weiß, aber in dieser Zeit bleiben nur Träume.

    1. Ich hab’s versucht, besser zu erklären. Die ganze Custom-Modi-Geschichte ist, wenn man sie theoretisch präsentiert kriegt, Gehirnjogging. Einfach mal machen, dann wird die Sache klarer. Wenn man das fünfmal gemacht hat, ist das ziemlich logisch und man fragt sich, wie man je damit Probleme haben konnte.

  2. Ich wage hier noch eine Ergänzung zu beschreiben, die mir persönlich sehr gut gefällt.
    Derzeit lassen sich die Custom-Modi in der OI-Share App speichern. Und man kann beliebige Custom-Modi speichern und dann entsprechend beschriften und beschreiben. Damit kann man eine C-Einstellung wie oben beschrieben im Laufe einer Session ändern, beim Wechseln nicht verlieren und am Ende noch einmal in der OI-Share speichern. Vorteil, ich kann bei der nächste Session wieder auf der ursprüngliche Einstellung wieder zurückgreifen.

  3. Das beschriebene Feature ist mir direkt bei der Ankündigung der Neuerungen aufgefallen und ich habe so gehofft, dass diese Funktion im Firmeware-Update für die E-M1 Mk2 dabei gewesen wäre… war sie aber nicht :/
    Dieses Feature würde die Custom-Settings für mich überhaupt erst brauchbar machen 😀 (klar, jeder hat so seine Vorstellungen und Arbeitsweisen – und für mich war DAS genau die Art wie ich dachte, dass die C-Modi funktionieren sollten ;))

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