Luminar 3.1.1

Es ist wieder ein Update draußen. Mit ganz vielen Verbesserungen. Schreibt Skylum.

Ich habe das Update gemacht. Und tatsächlich. Es startet schneller als vorher. Vorher: 2:35, nachher 1:04. Bei 170.000 Fotos auf einem NAS.

Ich habe daraufhin, optimistisch geworden, weitere 230.000 Fotos einlesen lassen. Das hat einen halben Tag gedauert und dann hat Luminar die EXIFs grob gescannt und kann sie nach Aufnahmedatum sortieren – aber leider zeigt es keine Thumbnails mehr an. (Zumindest nicht „zeitnah“ – sprich, innerhalb der ersten zehn Minuten)

Das macht keinen Spaß. Bis zu einer bestimmten Menge hat Luminar wenigstens die Verzeichnisse noch relativ flott angezeigt.

Immer noch ein Problem: Multitasking. Es ist nicht möglich, ein Verzeichnis im Hintergrund einzulesen oder einen Ordner zu überwachen, so dass Bilder, die aus einer anderen Anwendung dort neu anlanden, automatisch eingelesen werden. Zu oft blockiert die Anwendung jede Eingabe, weil sie mit irgendwas im Hintergrund beschäftigt ist.

Und man sollte die Ordner in der später gewünschten Reihenfolge einlesen. Umsortieren geht nicht. Spaßeshalber habe ich einen Ordner mal umbenannt. Das geht problemlos und ändert den Namen nicht nur in Luminar, sondern auch auf dem NAS. Dann blockiert Luminar. Zuerst dachte ich – und Microsoft – dass Luminar abgeschmiert ist „Luminar reagiert nicht mehr“. Aber Luminar reagiert eben nicht mehr – weil es gerade damit beschäftigt ist, seine Datenbank umzusortieren. Das kann auch ein paar Minuten dauern, nicht so ungeduldig werden.

Etwas lästig ist auch, dass sich Luminar beim Einlesen der Ordner nicht den zuletzt verwendeten merkt – das ist eigentlich auch Standard des letzten Jahrtausends….

Wo man hinfasst, hat man das Gefühl, in die Steinzeit zurückversetzt zu sein.

IPTC-Daten und Stichworte, nach wie vor Fehlanzeige. Hier in der Roadmap heißt es, IPTC sei „under Development“. Die Seite steht da schon seit bald einem Jahr. Und geplant ist eine „Suche“.

Ok. Welchen Sinn hat das Eingeben von Stichworten, wenn man nicht danach suchen kann? Das nur nebenbei.

Bei Facebook soll es ein kontinuierliches Update über den Entwicklungsstand geben. Also scrollen wir mal. Fehlanzeige. Ankündigungen, Landschaftsfotos. Und zwischendrin immer wieder tief enttäuschte Nutzerkommentare.

Augenblicklicher Stand der Software: Nutzbar, wenn man nur ein paar Fotos hat – und die idealerweise lokal. In etwa der Stand, der vor einem halben Jahr versprochen war – mit den oben angemerkten Einschränkungen. Wenn die Entwicklung in der Geschwindigkeit weitergeht, dürfte Luminar 2022 vielleicht den Stand erreicht haben, den Picasa vor Einführung der Gesichtserkennung hatte. Das war irgendwann 2007.

In der Adobe-Chefetage dürfte das Stichwort Luminar allgemeines, ungebändigtes, fröhliches Gelächter verursachen…

Warum wird Luminar trotzdem überall gehypt? Die haben ein Affiliate-Programm. 10 Dollar pro verkaufter Luminar-Version. Top-Seiten verdienen mit dem Hypen von Luminar lässig 50.000 Dollar im halben Jahr.

Wer schon gekauft hat: Prinzip Hoffnung, dass Luminar mal verwendbar wird, bevor für Updates Geld verlangt wird. Wer noch nicht gekauft hat: Finger davon, bis die Software tatsächlich das hält, was sie verspricht.

Das Beitragsbild ist übrigens mit Luminar aufgepeppt worden – es ist nicht ideal dafür, aber ich kann mir ja keines mehr raussuchen – es gibt keine Thumbnails mehr. Das hier ist direkt aus der Kamera, von vorgestern abend bei Schobüll. Gelegentlich kommt man auch ohne Luminar aus….

14 Replies to “Luminar 3.1.1”

  1. Naja, in einem Punkt waren sie erfolgreich:
    „Überall“ sieht man Bilder, die man in echt nie so sehen würde!

    Was heute als „Landschaftsfotografie“ durchs Internet geistert lässt Caspar David Friedrichs Sonnenuntergänge aussehen wie verblasste Buntstiftzeichnungen.

    Fotos ooc, selbst in vivid aufgenommen, darf man heute wohl nicht mehr zeigen. Was nicht mittels Luminar „Automatismus“ oder entsprechender Alternativsoftware bis zur Schmerzgrenze in die Farbsättigung getrieben wurde fällt beim Betrachter absolut durch. Oder aber es wird farblich verfremdet (ganz hip ist aktuell wohl ein deutlicher Blau-/Türkis-/Grün-Stich). Passenderweise bieten alle möglichen „Trendsetter“ gleich die benötigten Software-PreSets mit an (Geschäftsmodell?!).

    „Photorealismus“, und zwar bei Fotografieren (!), ist ja wohl sowas von out…

    😮

    1. Das liegt zwar IMHO mehr an dem Filterkrempel in den smarten Föns – die anderen haben da wohl eher nachgezogen – aber auch ich finde das fürchterlich. Aber kein Problem, ich mache es halt einfach nicht.

    2. >> „Photorealismus“, und zwar bei Fotografieren (!), ist ja wohl sowas von out… <<

      Es gab doch Zeiten und "Epochen", dass poppige Farben in waren. Manchmal haben Magentastich aus Polaroid mit den breiten weißen "Beschriftungsflächen" unten eine Wiederauferstehung.

      Alles halb so schlimm, Geschmäcker wandeln, auch der eigene mit steigendem Alter 😉

      Auch die Filter in der PEN-F waren mal oder sind hipp. Was haben wir mal (auch ich) im Forum über die Artfilter der E-30 hergezogen 😉

      Gruß Pit

  2. Pit, es geht (mir) nicht um Verfremdung. Das Problem ist der Einheitsbrei: „bis zur Schmerzgrenze in die Farbsättigung getrieben“ und möglichst mit SWW von gaaanz weit unten.

    Langweile tut sich da auf.

  3. Ich weiß nicht was ihr habt aber für mich leistet das Programm erstaunliches für das Geld! Auch verstehe ich nicht, dass ein Foto danach entsteht, plötzlich nicht wahr sein soll; und ich „schraube“ gerne wo es sich lohnt! Selbst die genutzten ART-Filter sind doch nichts anderes! Verteufeln – nein, ich wundere mich hier über die „Meinungsflexibilität“ Dinge zu betrachten, die heute zum Selbstverständnis gehören. 😉
    Aber wie immer, die Grenze zum Übertreiben ist variabel und liegt im Auge des Betrachters. 😉
    … weitere 230.000 Fotos, da kann ich nur schweigen, denn meine Bezugsgrößen liegen eher im Bereich wenn zwei Nullen weniger angesetzt werden und gottlob kommt meine HW und SW damit gut zurecht

    1. Das Programm wird als professionelles Programm vermarktet – mit einem Haufen Boah Ey-Trailblazern. Aber sobald es mit Datenmengen konfrontiert wird, die professionell sind, ist Feierabend. Jetzt gibt’s zwei Möglichkeiten: Entweder diese Profis, die das Programm so toll finden, haben gar keine Bilder – oder sie haben das Programm nie getestet. Naja, „Influencer“ erzählen ja alles, wenn die Kasse stimmt.

      Ich habe nichts gegen das Aufpeppen von Bildern. Ich habe mir Luminar ja genau für diesen Zweck zugelegt und ich verwende den SkyEnhancer hin und wieder, um Bilder zu retten, die ich ansonsten mühsam per Hand retuschieren müsste. Und dass eben manche es übertreiben und sich der „Luminar-Look“ wie die Masern ausbreitet, so what? Als der Regler „Klarheit“ bei Lightroom neu war, bekamen alle Fotos auf einmal einen „Adobe-Look“.

      Muss man ja nicht mitmachen.

      Aber die ganze Nummer um Luminar ist eben ein Lehrstück über Marketing, korrupte Influencer, Spyware und die Gier der Fotografen nach dem „Look“ um sich von anderen abzusetzen und Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Leute von Skylum wissen natürlich um diese Klaviatur und spielen darauf virtuos. Das muss ihnen der Neid lassen. Aber ich kann ja trotzdem sagen, dass ich einen anderen Musikgeschmack habe….

    2. Goly, „Meinungsflexibilität“ ist das Wesen der Demokratie und zeichnet intelligente Menschen aus:
      Der Kopf ist rund, damit die Gedanken (und Meinungen) die Richtung wechseln können… 😉

      Es geht (mir) nicht um das Verteufeln von Bildbearbeitung. Sondern darum, dass es offensichtlich eine „Geschmacksführerschaft“ oder ähnliches gibt, die aktuell in Richtung extrem und übertrieben bunt geht. Auch und gerade bei Landschaftsfotografie…
      Mein Eindruck ist, dass dies durchaus etwas mit den Filterautomatismen u.a. von der hier besprochenen Software zumindest mit verursacht wird. Bestimmt auch durch entsprechende Filter in Smartphones. Aber gerade Werbung a la „mit wenigen Klicks zum perfekten Bild“ suggeriert ja, dass das Bild ohne diese heftige Bearbeitung unperfekt wäre.

      Und, ähnlich wie bei OhWeh, erzeugen die Ergebnisse bei mir Langeweile. Bzw. ich habe keine Lust, das Bild zu betrachten, wenn es mich zu sehr anquietscht. Und das eigentliche Bild, aka die Landschaft, geht unter vor brüllenden Farben.
      Es gibt Musik, die macht (auch) laut Spaß. Andere Musik genieße ich lieber etwas leiser. Oft kommen Details bei mittlerer Lautstärke am besten zur Geltung.
      So wie es in der Popularmusik einen „Loudness-War“ gibt scheint es wohl aktuell bzgl. der Bilder einen „Buntheits-Krieg“ zu geben…

      Allerdings, wie Reinhard schreibt, Hut ab vor dem Marketing, welches diese Bewegung in Gang gesetzt hat!

      jm2c
      Martin W.

  4. Reinhard, danke für das Update!
    Was mich mal interessieren würde: läuft Luminar ohne Netzwerkverbindung ins WWW? Ich habe von Anwendern, die sehr genau darauf achte, was von ihnen nach draußen getragen wird, gehört, dass das Programm arg geschwätzig ist, und z.B. die Installation ohne Internetverbindung nicht funktioniert.

    Danke und Grüße
    Martin

    1. Ohne Verbindung braucht Luminar 1:35 zum Starten, mit Verbindung 1:10. Da wird also offensichtlich ein TimeOut abgewartet. Dafür wird Luminar mit Internet-Verbindung langsamer geschlossen, als ohne. Skylum macht da auch gar kein Geheimnis draus:
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      Sprich, Skylum fragt genau ab, was Du wie oft und wann mit Luminar machst und wertet das aus. Und natürlich auch genau, was Du für einen PC hast und so Zeug.
      Wenn das alles Gratis-Software wäre – kann man sagen, OK, es gibt nix umsonst. Das ist aber Pay-Ware.

      1. Leider gang & gebe und wenn die Softwaremacher ein klein wenig fair sind während der Installation, fragen sie mit der getarnten Frage wenigstens nach: >>möchten Sie zur Verbesserung der SW beitragen?<< 😉
        Aber dazu braucht es kein Luminar zu! Denn was meint ihr, was beim Chrome, Firefox oder Edge los ist im Hintergrund mit jedem Klick! Hat sich jemand mal die Mühe gemacht und einen Sniffer mitlaufen lassen – macht es nicht … man bekommt höchstens eine Depri davon! 🙁

  5. Ich habe gerade 3.1.2 installiert:

    >>Skylum hat heute das Update auf Luminar 3.1.2 veröffentlicht. Es bringt für Mac und Windows die „On this day“-Funktion. Auf dem Mac unterstützt sie zudem Plugins der Nik Collection. Bei der Windows-Version wurde das Scrollen und Umschalten zwischen Einzelbild- und Galerieansicht verbessert. Ferner hat Skylum eine Reihe von kleineren Fehlern behoben.<<

    Mit der "On this day"-Funktion kann ich mir die Fotos ansehen, die ich am selben Tag in unterschiedlichen Jahren gemacht habe. Wie spannend!
    Dass Luminar mal die im Explorer angelegte Ordnerstruktur übernimmt, ist anscheinend zu viel verlangt.

    1. Ich habe das Update auch installiert. Leider weiß ich nicht, wie das Update läuft, weil es nach dem Updaten der Datenbank noch nicht wieder zur Mitarbeit zu überreden war.

  6. Nach der Installation auf PC und Laptop (Win 10 Version 1903) kam die Meldung „Database Migration needed“. Das habe ich weggeklickt und es läuft.
    Wenige Tage nachdem ich mir Luminar gekauft hatte kam Olympus mit Workspace um die Ecke. Ich mache ja nicht viel mit EBV und hätte mir echt wohin beißen können weil mir Workspace im Grunde reicht.

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