Olympus – Tolle Reiseziele für Fotografen

Vor einigen Tagen habe ich von Olympus einen Newsletter bekommen, Titel eben „Tolle Reiseziele für Fotografen“. Darin auch der Hinweis auf einen namentlich genannten Fotografen, der von Olympus eine Reise auf die Galapagos-Inseln gewonnen hat – samt fachkundiger Begleitung von Olympus.

Ich habe mal locker den CO2-Fußabdruck dieses tollen Preises berechnet. Macht gemütliche 20 Tonnen CO2. Nur die Flugreise. Tolle Inseln. Leider werden unsere Enkel sie nicht mehr besuchen können – weil sie dann zu heiß sein werden. Der Flughafen in Hamburg wird nach neuesten Berechnungen dann 40 Meter unter Wasser liegen. Der Hamburger Michel wird allerdings noch fast hundert Meter aus dem Wasser kucken – und vielleicht auch noch die obersten Stockwerke des Olympus-Headqarters, das gerade gebaut wird. Falls die Fluten und Stürme diese Gebäude nicht längst zu Bröseln verarbeitet haben.

Der Schliersee gestern – einen halben Meter über dem Normalstand.

Und ein englischer Influencer hat gehört, dass der Pik Lenin in Kasachstan der einfachste 7000er sei und ist mit seiner Oly rauf. Der Pik Lenin heißt zwar eigentlich seit 2006 Pik Abuali ibni Sino (nach dem persischen Philosophen Avicenna) aber das sind ja nur kleine, kulturelle Feinheiten. Weil der so einfach ist, kann man beim DAV Summit Club den Gipfel für knapp 4500 Euro buchen. Und weil das nicht so teuer ist, wird der auch fleißig gebucht – und deshalb gibt’s am Berg auch öfter Leichen. Nur sind die natürlich einfacher zu entsorgen als am Everest. Und die mediale Aufmerksamkeit ist am Pik „Lenin“ nicht so hoch und deshalb wird das nicht an die große Glocke gehängt. Könnte ja den Umsatz schmälern.

Es gibt keine einfachen Siebentausender. Das ist unter Bergsteigern eine Binse. Warum verbreitet Olympus so etwas? Die Berge sind kein Spielplatz.

Vor 30 Jahren hat Dieter Hildebrandt gesagt „Der Berg ruft nicht mehr – der kommt jetzt selber“ – als die Felsen in den Alpen aufgetaut sind und die Bergstürze und Muren zunahmen.

Newsletter wie der von Olympus, in denen zum ungehemmten Reisen rund um die Welt aufgerufen wird, sind aus der Zeit gefallen. Wer es immer noch nicht mitbekommen hat, dass die Zeiten, in denen fossile Brennstoffe rausgeballert wurden, als gäbe es kein Morgen, vorbei sind, der sollte sich vielleicht mal die diversen wissenschaftlichen Veröffentlichungen reinziehen. Es ist nämlich so weit. Wenn wir so weitermachen, wird es kein Morgen geben. Das wird so schnell gehen, dass es auch uns „ältere Generation“ noch betrifft.

Auch das ist der Schliersee – in Schliersee, wo er normalerweise nichts verloren hat.

Wer denkt, die verschiedenen „* for Future“-Bewegungen seien Spinner, die in ein paar Wochen die Nase voll haben, irrt sich. Und wer als Unternehmen in ein paar Jahren noch am Markt tätig sein will, der sollte sich tunlichst mit seinem CO2-Abdruck beschäftigen. Denn diese „Spinner“ werden die Politik in den nächsten hundert Jahren bestimmen. Und wenn sie es nicht tun, wird es diese Unternehmen nicht mehr geben, denn die Katastrophen, die dann unseren Planeten heimsuchen werden, werden keinen Platz für Klimagewinnler mehr lassen. Wir befinden uns mitten im größten Artensterben seit den Dinosauriern. Die Dinos wurden durch einen Kometen gekillt. Nicht direkt – sondern durch die Klimafolgen des Einschlages. Und wir bauen gerade das Klima so um, dass wir die nächsten Dinos sein werden. Zu viel Panzer, zu wenig Hirn. Ausgestorben. Und zwar ganz, ganz schnell.

Eine Frage an meine Leser: Wenn Olympus als Preis nicht Flüge auf die andere Seite des Erdballs, sondern ein irres Fotoprojekt in Deutschland stiften würde – würde Olympus dann weniger Kameras verkaufen? Würden weniger am Wettbewerb teilnehmen? Wie wichtig ist euch, dass euer Kameralieferant Nachhaltigkeit nicht nur predigt, sondern auch lebt?

40 Replies to “Olympus – Tolle Reiseziele für Fotografen”

  1. Tja, ich muss mir da an die Nase fassen lassen:
    Ich fliege auch gerne um die Welt. Alle 1,5 bis 2 Jahre durchaus auch mal etwas weiter.
    Ich fahre Auto und benutze Produkte, die aufwendig hergestellt wurden.

    Alles in Maßen, aber eben auch nicht ohne. Bin kein Öko-Alm-Ödi.
    Und deshalb darf ich da keine Steine werfen…

    grübelt
    Martin

    1. Du wohnst in Hamburg. Schau Dir Deine Straße nochmal genau an. Und überleg Dir, ob es das wert ist, um die Welt zu fliegen um dann nichts mehr haben, wohin Du zurückkehren kannst. Die Riffe gehen durch die Übersäuerung hops. Das was Du siehst, gibt es dadurch, dass Du es ansiehst, bald nicht mehr.
      Ich fahre selbst noch Auto. Und ich plane im nächsten Jahr ein letztesmal ans Nordkapp hoch zu fahren. Und ich weiß noch nicht, wie ich das kompensieren kann. Das hat mit Alm-Öhi nichts zu tun. Es hat damit zu tun, dass ich zwei Kinder habe – und wenn ich mitmache, diesen Planeten in die Tonne zu treten, dann haben die nichts mehr, auf dem sie wohnen können. Ich weiß nicht, ob mein Verzicht hilft, den Planeten zu retten. Mein Nicht-Verzicht hilft aber garantiert nicht.

      1. „Die Riffe gehen durch die Übersäuerung hops. Das was Du siehst, gibt es dadurch, dass Du es ansiehst, bald nicht mehr.“

        Stimmt. Unbenommen.

        Nur…
        Würden da nicht seit einigen Jahrzehnten Leute hinfliegen, um sie sich anzuschauen, wären die Riffe schon tot!

        Von Ägypten weiß man es ganz genau:
        Die Einheimischen haben irgendwann angefangen, auch etwas (ein ganz klein wenig) vom Wohlstand abhaben zu wollen. Nur dass sie leider bei ihrem Aufholen in Bezug auf Müllentsorgung nicht aufgeholt haben. Heißt: Müll, Abwasser und Co in die Wüste und ins Meer.
        Die Riffe wären schon vor zwanzig Jahren tot gewesen, wenn die Ägypter nicht begriffen hätten, dass sie nur am Wohlstand teilhaben können, wenn sie ansehbare Riffe haben. So etwas wie eine rudimentäre Müllentsporgung und Kläranlagen gibt es erst, seit Taucher auf das Sterben der Riffe durch Abwässer und Müll hingewiesen haben. Und die Verantwortlichen den Zusammenhang zwischen unserem (Touri-) Konsum und ihrem eigenen Wohlstand (benötigt halbwegs heile Riffe) begriffen haben.

        Klar rechtfertigt das nicht unseren hemmungslosen Konsum.
        Aber ein Nicht-Konsum ist auch keine Lösung, solange wir nicht alle und global wieder auf Selbstversorgung umstellen.
        Es gilt, einen vernünftigen Mittelweg zu finden (wie eigentlich immer im Leben).

        jm2c
        Martin

        1. Vorgestern kam eine Studie raus, nach der der Methangehalt der Atmosphäre aktuell stark ansteigt. Noch weiß niemand, wo das herkommt, man verdächtigt den Permafrostboden, die Erdgasförderung oder das Arktis-Eis. Egal wo es herkommt, es steigt stärker an, als es bisherige Modelle vorausgesehen haben. Houston, wir haben ein Problem. Wir beschleunigen derzeit leider immer mehr in Richtung Wand und es weiß keiner, ob wir überhaupt noch die Zeit haben, zu bremsen. Vor einem Jahr haben Science-Blogs noch getitelt „Die Methan-Apokalypse fällt aus!“. Derzeit sieht es so aus, als hätten die sich leider geirrt. So schön Kompromisse sind – aber wir haben keine Zeit mehr, „ein bisschen zu bremsen“ oder „etwas weniger stark Gas geben“ zu diskutieren. Leider. Und es hilft den Leuten in Ägypten nicht, wenn sie jetzt Geld machen und dafür in 20 Jahren gegrillt werden.
          Ich weiß, es klingt wie ein schlechter SciFi-Streifen. Aber die Messergebnisse sind eindeutig: Die Klimawissenschaftler haben sich geirrt. Es wird weit schlimmer als gedacht. Murphys Law: Was schief geht, wird schiefgehen. Und genau das tut es gerade.

  2. Leben als gäbe es kein Morgen – also weiter machen, es gibt kein Morgen.
    Für nachhaltiges wirtschaften ist es 50 Jahre zu spät. Die Menschheit hat den Planeten auf dem Gewissen und den Verantwortlichen ist es sch…. egal.

      1. und du glaubst, dass sich da noch was tut?
        Deutschland hat die Steinkohleförderung eingestellt. Der Brennstoff für die Kraftwerke wird jetzt per Schiff aus Venezuela geholt, das verändert die CO2-Bilanz nachhaltig, nur nicht zum besseren.

  3. Es ist nie zu spät umzudenken. Dauert beim Einzelnen, bis er/sie das einsieht. Man muss einfach anfangen. Ich habe aufgehört, Fleisch zu essen; Mineralwasser aus PET Flaschen ist nicht mehr. Demnächst kommt meine Kaffeekapselmaschine in den Keller. Dann gibt es frische, fair gehandelte Bohnen und frisches Leitungswasser. Übrig bleibt nur der Kaffeesatz und der kann auf den Kompost. Noch mehr das Rad nutzen, ist auf dem Radar. Und da kommt sicher noch mehr.
    JA, ich finde, dass Olympus (und alle anderen Unternehmen) sehr wohl auf den CO2 Fußabdruck achten müssen. Die werden garantiert nicht weniger Kameras verkaufen. Vielleicht sogar bald mehr, wenn mehr und mehr Leute achtsam mit dem Planeten umgehen.
    Gute Anregung, Reinhard…

  4. Hier einmal die zehn größten Umweltferkel weltweit:
    China – 28,03 %
    USA – 15,9 %
    Indien – 5,81 %
    Russland – 4,79 %
    Japan – 3,84 %
    Deutschland – 2,36 %
    Korea – 1,78 %
    Kanada – 1,67 %
    Iran – 1,63 %
    Saudi-Arabien 1,47 %

    Wenn in Deutschland 50% verringert würde, ändert das an den weltweiten Verschmutzungen fast nichts!

    1. Das ist ein Irrtum. Deutschland ist mittlerweile einer der größten Bremser was Klimaschutz betrifft, aufgrund der Wirtschaftsmacht mit weltweiten Auswirkungen. Die deutsche Regierung steuert de Facto die EU ins Sachen KLimaschutz. Wenn die Deutschen Vorreiter spielen, geht es mit dem Klimaschutz wieder vorwärts. Das hatten wir alles schonmal. Stichwort FCKW. Stichwort Sauerer Regen. Gerade WEIL auch Deutschland damals radikal umgesteuert hat, sind diese beiden Themen mittlerweile weltweit vom Tisch. Da gab es einen ostdeutschen Hersteller, Foron, eine winzige Firma, die gezeigt hat, dass die Aussagen der Firmen, die behaupteten, ohne FCKW gäb’s keine Kühlschränke, blanke Lügen waren. Kleine Firmen, wie Olympus, können die Welt verändern. Wenn sie nur wollen!

    2. In absoluten Zahlen mag Deine Tabelle ja stimmen, Aber ich glaube diese Zahlen relativieren sich, sobald man sie in Relation zur Einwohnerzahl und der Fläche des jeweiligen Landes setzt. Dann wird Deutschland vermutlich auf einmal sehr viel schlechter da stehen. Ich habe mir mal China vs Deutschland näher angeschaut.
      Unter dem Punkt Energiehaushalt findet man unter nachstehendem Link folgendes dazu. Recht krass finde ich den CO2 Ausstoss pro 1000 Bürger.

      https://www.laenderdaten.info/laendervergleich.php?country1=CHN&country2=DEU

  5. Hmmm – sehr komplexes Thema.
    Einerseits ist der Klimawandel extrem bedrohlich – andererseits trägt Deutschland mal gerade 2% zum weltweiten CO2-Ausstoß bei. Insofern ist es zwar sinnvoll und nützlich alle möglichen persönlichen Anstrengungen zu unternehmen, um den eigenen Fußabdruck zu minimieren, allerdings werden wir in D die Welt nicht alleine retten.
    Wir müssen also den schmalen Grat treffen, einerseits die Umwelt zu schonen und andererseits dafür zu sorgen, dass wir weiterhin genug Arbeitsplätze haben, um für die Menschen im Land mehr oder weniger sinnvolle Beschäftigung bereit zu stellen.
    Wenn ich da im Interview dieses YouTubers lesen muss, dass es völlig egal sei, ob 1% mehr oder weniger Arbeitslosigkeit herrsche, dann erschreckt es mich ungemein, wie mit dem richtigen Ziel Klimaschutz mal eben eine halbe Million Menschen gedanklich in die Arbeitslosigkeit geschickt wird. Aber vermutlich kann man von jemandem der sein Geld als Influencer verdient nicht erwarten, dass er weiß, was es bedeutet für sein Geld zu arbeiten.
    Und auch bei den Schülern wäre es mir lieber, wenn sie Samstags demonstrieren würden und die eh viel zu oft ausfallenden Schulstunden nutzen würden, um sich auf (naturwissenschaftliche) Studiengänge vorzubereiten, um dann dafür zu forschen, dass die bald 8 Milliarden Menschen mit Energie und Nahrung versorgt werden können, ohne gleichzeitig die Klimakatastrophe zu befeuern.
    Wohin es führt, wenn Menschen sich von „denen da oben“ abgehängt fühlen – und dazu zählt z.B. auch, dass 10 Jahre alte Diesel plötzlich nix mehr wert sind – hat man erst in den USA gesehen und jetzt aktuell bei den Ergebnissen der Braunen äh Blauen in den neuen Bundesländern…
    Und in den USA, die tatsächlich den Klimawandel signifikant beeinflussen, passiert nix mehr und 65% der Amerikaner sind laut Umfragen mit der Wirtschaftspolitik zufrieden…
    Aber die gut verdienende deutsche Mittelschicht wählt grün, damit die sich um das Klima kümmern und fährt die Kids mit dem (Elektro-)SUV zur Musikstunde, dessen 90kWh-Batterie 18t CO2 schon in der Produktion generiert hat….
    Es gibt viel zu tun – und ich denke auch, dass der Verzicht auf Flugreisen als Gewinn eines Preisausschreibens ein kleines Bausteinchen sein kann.
    Aber da muss noch viel mehr passieren… Und ich will noch daran glauben, dass es möglich ist (rechtzeitig) umzusteuern, wenn man endlich mal lösungsorientiert und nicht ideologisch an die Probleme herangeht.

    VG Joachim

    1. Es ist wie immer die Vorbildfunktion. Wenn man den Leuten suggeriert, dass Fernreisen cool sind, dann fliegen die Leute möglichst oft, möglichst weit. Ich seh’s ja bei mir – ich seh, dass Models, mit denen ich gearbeitet haben, weltweit gebucht werden und denke mir „Boa ey“. Ich kann da – noch – nicht anders denken. Auch wenn ich weiß, dass das eine Klimaschweinerei ist, nur um ne nackte Frau zu fotografieren, die um die halbe Welt jetten zu lassen. Influencer rasen um die ganze Erde – und werden auch von Olympus dabei finanziert – nur damit die Fotos diesen „Exotic-Touch“ kriegen. In Wolfenbüttel könnte man auch geile Fotos machen – aber dazu müsste man es halt können. Es ist einfacher, das Handy aus dem Hotelfenster zu halten und drunterzuschreiben. „Golden Beach, Malediven,Prima Wetter ihr Loser.“

      1. Genau – und deswegen machen wir gerne Urlaub in D mit der Bahn und dem Fahrrad und freuen uns wie viele wunderschöne Ecken es gibt, die man mit dem Auto vermutlich nicht wahrgenommen hätte. Aber klar – Grüße aus dem Gasthof in Volkach klingt schlechter als Golden Beach, Malediven…

  6. Ich habe soeben zwischen den Seiten eines ehemaligen Nachrichtenmagazins eine Werbung herausgeholt: „Hello Fernost – Kuala Lumpur ab 279,99 €“ … für 280,- Euro auf Robins Spuren wandern…

    Solange so etwas erlaubt ist, wird das nichts, schon gar nicht mit dem Umdenken. 2016 lag der durchschnittliche Energieverbrauch der gesamten Menschheit bei 57 kWh/d und pro Person. In Deutschland liegt der durchschnittliche Energieverbrauch bei 125 kWh/d pro Person. In China bei 40 kWh/d und in Indien bei 20 kWh/d und pro Person.

    Ich halte überhaupt nichts davon aufzulisten, wer wo wie viel Energie verbraucht und auf diese Leute zu zeigen. Bei uns wurden einst die Fabriken abgebaut um sie in China wieder aufzubauen, wo sie mit billigen Arbeitskräften und unter Umgehung jeglicher Umweltschutzauflagen unsere Konsumgüter weiter produzieren konnten.
    Nordamerika, Europa und Australien haben mit diesen aberwitzigen Energieverbrauch angefangen. Es ist in erster Linie auch deren Verantwortung, die längst überfällige Kehrtwende einzuleiten – als Vorbild für den Rest der Welt.

    Nur politisch kann man da nichts erwarten – Nordamerika forciert das Fracking und den Ölsandabbau, in Deutschland werden Demonstranten gegen den Abbau von Braunkohle kriminalisiert und Kriminelle aus den Konzernzentralen bekommen Recht. Man macht ein Geschiss um 20.000 Arbeitsplätze aus der Kohleindustrie und hat vor ein paar Jahren den Verlust von 80.000 Arbeitsplätzen aus der erneuerbaren Energienbranche einfach hingenommen.

    Neben den ökologischen Folgen unseres Energiehungers darf man die politischen und sozialen Folgen nicht außer Acht lassen. Wieso befinden sich die Kriegs- und Krisengebiete dieser Welt dort, wo auch Ressourcen sind? Wieso wird überlegt, dass Deutschland und Frankreich einen Flugzeugträger benötigen und niemand denkt stattdessen daran Schiffe zu bauen, mit denen man den Plastikdreck aus den Meeren fischen könnte? Wieso ist es erlaubt, Müll als Rohstoff zu deklarieren und zu exportieren? Fragen dieser Art lassen sich beliebig fortführen. Alles hängt miteinander zusammen.

    Ich finde eine Art des Umdenkens kann darin bestehen, sein Konsumverhalten dahingehend zu prüfen wie viel Energie dabei verbraucht wird statt immer nur zu überlegen „was kostet es?“ Ein Denken in kWh satt in Euro und Cent.

  7. Der Beitrag der Fotografie zur Zerstörung der Welt…………
    Interessanter Gedanke.
    Ein letztes Selfie auf dem Mount Everest !
    „Alles Unglück der Menschen kommt davon her, daß sie nicht verstehn sich ruhig in einer Stube zu halten“. Blaise Pascal

  8. Reinhard, es scheint (ich beziehe mich nicht auf die Kommentare) dass es die meiden alten Säcke ncijt interessiert, was gerade mit der Erde passiert.

    Dieses lange Wochenende waren/sind meine Frau und ich 4 Tage lang in Sachen Umweltschutz aktiv (Von Weiterbildung über Kiebitze retten, bis zu Dokumentation), es macht Spaß! Letzten Freitag habe ich frei gemacht, bei FridaysForFuture als Ordner zu helfen. Es war beeindruckend! Wir kaufen beim Biobauern Rohmilch ab Hof (wenn wir eh vorbei kommen, was oft der Fall ist) usw. auch bei Bekleidung achten wir auf Bio wenn es geht (zumindest kein Plastik mit Kinderarbeit). Fliegen? Ja, in über 50 Jahren drei mal, beruflich, innerhalb Europas. usw. Mein Handy ist ca. 10 Jahre alt.

    Ich fühle mich in meiner Lebensqualität keinerlei eingeschränkt, im Gegenteil.

    Ich empfehle das Buch von Michael Schrödl: Unsere Natur stirbt: Warum jährlich bis zu 60.000 Tierarten verschwinden und das verheerende Auswirkungen hat.

    1. Durch den Klimawandel tauen die Permafrostböden auf und das darin gespeicherte Methan geht in die Luft. Wer ist da dran jetzt schuld? Wem muss man das zurechnen? Die Zeiten, in denen man mit dem Finger auf andere zeigen kann, sind vorbei. „No Blaming, No Shaming“ ist einer der Grundpfeiler von Extinction Rebellion. Es geht nicht mehr drum, wer’s versaut hat. Wir alle waren in den letzten Jahrzehnten Teil dieses Systems. Die einen haben es früher gemerkt, die anderen später. Und jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dieses System zu ändern – es ist nur noch jetzt möglich.

      Aber ich wollte hier gar keine Klimadiskussion anstoßen – ich wollte fragen, ob ein Unternehmen wie Olympus Lorbeeren ernten kann, wenn es sich nicht nur auf Umweltfestivals zeigt, sondern auch tatsächlich nachhaltig wirtschaftet. Denn es ist unsere Entscheidung als Kunden, wie ein solches Unternehmen handelt.

      1. Du verkennst eines, die Verhältnismäßigkeit! Nämlich, was ist von Menschenhand und was ist Naturbelassen (das sollte nur ein Denkanstoß meines Links sein – du bekräftigst es sogar)! Wenn ALLES in die Bilanz mit eingerechnet werden würde, hätte man das Gefühl … was sollen wir (80Mil.) denn dagegen ausrichten (auch mit Blick auf die völlig „freien“ Ostblockstaaten z.B. Bulgarien (äh… wo landen denn unsere dreckigsten Dreckschleudern auf vier Rädern!?) und natürlich „nur“ China! Ganz ehrlich, man könnte schon (ver)zweifeln! Dagegen ist Olympus noch nicht einmal einen „fart“ wert (Verzeihung) … ABER … ein Anfang!!! 🙂
        Es ist noch VIEL Überzeugungsarbeit nötig und das „gute“ Gewissen beginnt an der eigenen Nase – gelle! 😉

        1. Es kommt nicht darauf an, wer der schlimmste Sünder ist. Wir alle müssen umdenken, umhandeln, umwählen. Keiner von uns kann individuell das Klima retten. Egal was er macht. Wir können das nur alle gemeinsam. Die Pocken wurden ausgerottet, weil die ganze Welt mitgemacht hat. Wir werden doch, zum Geier, auch das Verschüren von Öl und Kohle einstellen können.

          1. Man sollte bei aller Euphorie über den Zuspruch zu den Umweltbewegungen und dem derzeitigen großen medialen Interesse nicht vergessen, dass auch das Braune stark gewinnt. Wenn ich sehe, dass nun auch in einigen größeren Regionen braune Mehrheiten existieren, kann ich mir gerade nicht vorstellen, dass man so einfach aus der Braunkohle aussteigen kann. Die Kohlefelder, die bis kurz vor Berlin reichen, noch abzubaggern, daran hat wohl niemand ein wirkliches Interesse. Aber der Tourismus am rekultivierten Baggersee, dessen Ufer man die nächsten hundert Jahre nicht betreten kann, verspricht auch nicht gerade eine Menge Arbeitsplätze.

            Aus grün kann auch ganz schnell braun werden, die Wahlen haben es gerade gezeigt. Ja, es ist vielleicht schon zu spät, die Zeit drängt. Aber wenn ich die Leute nicht mitnehme und sie in die Hände von Populisten und Rechtsextremen treibe, dann wird sich rein gar nichts verbessern – siehe z. B. USA.

            Ich sehe auch heute keine wirkliche Bereitschaft sich selbst zu ändern. Das fängt doch mit dem Abgesang auf Olympus schon an, wenn das Nachfolgemodell später erscheint als erwartet.

            Professionelle Photographen muss man tatsächlich nicht quer durch die Welt reisen lassen, zumindest nicht für eine Werbekampagne. Die findet man auch vor Ort.

            Allerdings bin ich auf der anderen Seite gerade beim Thema Reisen empfindlich. Reisen bildet, erzieht Kinder zu toleranteren Menschen und ja… man lebt nur einmal und der Mensch weiß um seine Endlichkeit. Ja, der interkontinentale Badeurlaub ist unnötig und es gibt auch Regionen die man einfach meiden sollte, weil sie einfach dem Ansturm nicht gewachsen sind oder weil man da schlichtweg nicht hingehört.

            Ich kann mich aber mit meinen 50 Lenzen nicht mit erhobenen Zeigefinger hinstellen und Askese predigen, nur weil ich zuvor mein Programm schon abgearbeitet habe. Die jungen Leute, die heute auf die Straße gehen, machen das auch weil sie glauben, sie hätten später noch genügend Zeit. Wird Deine Lebenszeit knapper sieht es schon anders aus. Dann kauft sich der alte Sack doch noch nen Porsche oder macht die große Tour. Er braucht das alles nicht, aber er hat halt auch keine zweite Chance darauf.

            Viele Grüße
            Frank

          2. Ich will hier über Leute nicht reden, die den Klimawandel für eine Erfindung halten. Das versaut mir nur den – heißen – Tag.
            Dass Reisen zu toleranteren Menschen erzieht – wenn man sich die Touristenströme ansieht, ist man geneigt, da Zweifel anzumelden. Klar, ich reise auch gerne. Wer tut das nicht? Aber es ist halt nun das Ende der Fahnenstange erreicht. 99% der Menschheit kann nicht reisen. Weil man sie nicht lässt oder weil sie das Geld nicht haben. Was lässt das restliche 1% der Meinung sein, sie hätten ein Anrecht drauf? Auf Kosten der Lebensgrundlage der 99 anderen Prozent?
            Ich werde nie in die USA kommen, nie nach China, nie nach Japan, Thailand, Südamerika oder auf die Malediven. Und ich werde mir als alter Sack auch keinen Porsche kaufen. Auch nicht, wenn ich es mir leisten könnte. So what? Wenn ich die Zeit dazu hätte, würde ich eine gemütliche Tour in Deutschland machen und all die Leute besuchen, die ich kenne, und die ich kennenlernen möchte. Da wäre ich lässig 20 Jahre beschäftigt.

  9. Ja das Thema ist vielfältig.
    Vieles wurde schon geschrieben und überall ist meiner Meinung nach ein Funken Wahrheit , jeder hat etwas Recht.
    Seit über 30 Jahren arbeite ich in der Energieversorgung und darf die Faszination dieser Technik erleben.
    Die Schadstoffgrenzwerte die hier eingehalten werden müssen, würden keinen PKW auf der Straße überleben lassen.
    Aber die menge macht`s halt, wenn aus Milligramm Tonnen werden.
    Auch der Austausch im Forum, oder die Demonstrationen mit ihren Mails zur Vorbereitung, mittendrin und danach….
    https://www.deutschlandfunk.de/co2-fussabdruck-energiebedarf-fuer-elektronische-post-enorm.684.de.html?dram:article_id=306123
    https://www.watson.ch/digital/wissen/852678578-4-gramm-co-jedes-mail-das-du-verschickst-waermt-die-erde-auf

    https://www.blauwasser.de/yacht-transport

    Solange in der Wüste als Antrieb für Pumpstationen Gasturbinen mit einem Wirkungsgrad von 33%, eine Gasmenge von ca. 2500 Nm³ /h pro Turbine, an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in die Umwelt blasen, ist mir einiges wurscht. Schlechte Beispiele von anderen könnte man noch lange aufführen. Mein Beitrag ist, zu versuchen den Verbrauch dieser Erde klein zu halten. Wenn es auch nur die ca. 5000 Kilometer im Jahr mit dem Fahrrad sind.

    Grüße
    Wolfgang

    1. Die Argumentation, dass die Demonstranten voll die Klimaschädlinge sind, weil die sich vorher per Mail verabreden, kenne ich. Ich habe mir Deine Quellen mal angekuckt. Watson beruft sich auf diese Studie: http://www.radicati.com/wp/wp-content/uploads/2014/01/Email-Statistics-Report-2014-2018-Executive-Summary.pdf (Die komplette Studie kostet 2500 Dollar – wenn man per Kreditkarte zahlt.)
      Die ist von 2014, basiert lediglich auf eigenen Statistiken der Marktforschungsfirma, trifft völlig falsche Voraussagen für 2018 und hat mit Energieverbrauch absolut nichts zu tun. Der Deutschlandfunk beruft sich auf eine Studio von McAfee – von der die aber nichts wissen.
      Hier hat mal wieder jemand nen Aufreger gebraucht und alle haben ihn abgeschrieben. Mails sind gegenüber dem HTTP-Traffic irrelevant.
      Aber es ist Politikern nichts zu dumm, um ihre Gegner zu dikreditieren, damit man sich nicht die Argumente anhören muss.

  10. Mit deinem Link kann ich leider nur wenig anfangen.
    Fakt ist, die Firma Strato in Berlin, ein Datenkontenpunkt um nur eine von vielen zu nennen, hatte vor ca. 10 Jahren den Energiebedarf von Berlin.
    In meinen Aufgabenbereich fällt auch die Betreuung folgender Anlagen.
    https://www.zdf.de/dokumentation/planet-e/planet-e-stromfresser-internet-100.html
    Wer glaubt die Batteriespeicher von heute, mit alternativen Energien gespeist sind der Heilsbringer, Haha.

    Solange die Mütter und Väter unseren in der Nähe liegenden Waldkindergarten mit ihren Oberklassen SUV und American Muscle Car mit V8 5,8 Liter 560 PS anfahren, die Kinder dort abliefern, damit sie in der Natur lernen können. Deutschlandweit täglich mehrere hundert Kilometer Stau entstehen, etc. habe ich mit meinen ca. 9000 Autokilometer im Jahr keine moralischen Probleme.
    Aus dem Thema steige ich jetzt aus.

    Grüße
    Wolfgang

    1. Tja, richtig, mit dem Link kann man nichts anfangen. Da steht nämlich nichts von Strombedarf von Mails drin. Das behauptet aber die Quelle, die Du verlinkt hast.
      Und den Stromverbrauch eines Rechenzentrums als Beweis, wie umweltschädlich Mail ist. Sorry. Ich betreibe mehrere Server. Der Stromverbrauch, der durch Mail verursacht ist, ist vernachlässigbar. Im Vergleich zu Cloud-Diensten, Video, Streaming, IP-Telefonie usw. Der Deutschlandfunk hält einen Mailanbieter für besser, weil der nur seine Stromkosten für die „IT“ ausweist. Wie daneben ist das? Wer schon mal in einem Rechenzentrum war, der weiß, dass da riesige Kühlanlagen stehen. Teilweise laufen da aus Brandschutzgründen Anlagen, die den Sauerstoffgehalt im Raum runterregeln. Natürlich kostet das alles Strom – wie die Sau. Aber das ist nicht Mail! Schon mal den Datensicherungsroboter in einer Versicherung gesehen? Das hat nichts mit Mail zu tun. Das ist die ganze digitalisierte Korrespondenz und die Kundendaten. Das Netz braucht Strom. Ja. Aber nicht die Mails, mit denen die Klimaaktivisten kommunizieren.

      Die Mailgeschichte ist ein Strohmannargument. Ein schlechtes.

      Es geht darum, wie wir selbst handeln. Wenn ein Unternehmen hundert Mails (!) kriegt von Leuten, die Dinge nich so dolle finden, dann landen die schon nicht mehr im Papierkorb. Wenn ich alleine Mails schicke um Änderungen vorzuschlagen, dann bin ich ein Spinner. Und ein Weltkonzern hat ganz andere Hebel als wir.

      Darum geht es. Nur wenn wir heute handeln, gibt es in 30 Jahren überhaupt noch etwas, wo man hinreisen kann. Aber wir müssen handeln. Und wenn es nur so etwas wie so ein Post ist.

  11. Hallo in die Runde,
    ob nun der totale Verzicht eine Lösung ist, wage ich auch einmal zu bezweifeln. Richtig ist, dass wir selbst vieles in der Hand haben. Siehe die Kapselkaffeemaschine (danke für das Beispiel, eine der gruseligsten Erfindungen aus Sicht des Umweltschutzes) oder der Massentourismus für 280,- € per Flieger nach Übersee. Oder die Nutzung des Autos für jede noch so kleine Strecke.
    Wenn jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten mit den immer knapper werdenden Ressourcen bewußt umgeht, dann ist m.E. schon etwas gewonnen.
    Olympus hat in den zurückliegenden Jahren mit den umfassenden Updates zur EM1 einen aus meiner Sicht sehr zielführenden Weg beschritten – weg von der Wegwerfgesellschaft mit Halbwertzeiten für Kameras von weniger als drei/vier Jahren.
    Ob nun ein von Olympus vergebener Preis einer Reise zu den Galapagos Inseln der richtige Anstoß für diese insgesamt notwendige Diskussion ist, sei einmal dahingestellt. Ein viel größeres Problem sehe ich z. Bsp. in den „Massenknipsorgien“ sogenannter „Influencer“ von irgendwelchen „Hotspots“ am Besten noch als „Selfie über dem Abgrund“ (letzeres wäre dann wörtlich zu nehmen) womit auch der letzte Dödel in den hintersten Winkel unserer eh schon bis an die Grenzen strapazierten Natur und Umwelt kommt. Und leider benehmen sich diese Leute dann auch wie die Schw…. – ich sage nur Herrentag und Saaleradweg (wobei ich mich bei dem Borstenvieh für den beleidigenden Vergleich ausdrücklich entschuldigen möchte).
    Geführt und im Einklang mit der Natur kann so etwas auch hilfreich sein – der Tourismus ist eine der größten Jobmaschinen gerade auch hier im Osten der Republik. Und ohne ein Auskommen wachsen Unzufriedenheit und Radikalismus ganz schnell in unbeherrschbare Dimensionen.
    Mir würden ein wenig Achtung vor der Schöpfung auch im Kleinen, ein wenig Nachdenken über die Konsequenzen meines Tuns und ein wenig Toleranz und Respekt schon sehr helfen.
    Und damit meine ich auch die Leute, die munter demonstrieren und anschließend ihren ganzen Müll auf dem Platz liegenlassen – von Plakaten, Schildern bis zur Pommes-Schachtel von Mac irgendetwas. Von der üblichen Kippe einmal ganz zu schweigen. Selbst beobachtet!
    Wo also ansetzen? Jeder, wirklich jeder muß sich an dem Beispiel, dass er anderen gibt, messen lassen. Nur wenn wir uns alle so umweltbewußt wie möglich verhalten, nur dann haben wir überhaupt eine Chance. Und ja, es ist bezogen auf das Gesamte nur ein Tropfen auf den nicht mehr nur sprichwörtlich heißen Stein.
    Und wahrscheinlich ist unser größtes Problem sogar das Artensterben – seit einigen Jahren erschrecke ich mich regelmäßig, wie weit die Insekten zurückgegangen sind.
    In diesem Sinne viele Grüße aus dem trockenen und heißen Ostharz (wir hatten hier im letzten Jahr keine 100 mm Niederschlag mehr, sonst sind es 400 bis 500 mm)
    Hans-Joachim

    1. Das mit der kognitiven Dissonanz von Demonstranten ist ein heftiges Problem. Ich stand auf dem Klimacamp in Erlangen und habe dort eine Doku gedreht. Und sah da das Mineralwasser von Aldi in Plastikflaschen kreisen. Ich habe mit Leuten über Kameratechnik diskutiert – klar, wenn man mit dem Zeug behängt rumläuft, ist das Thema. Vollformat unbedingt, weil das den geilen Kinolook gibt. Und nur Neu. Und nur 4K. Klar. Und elektrische Gimbals und, und, und…. Selbstbeschränkung, Reduktion ist etwas, das bei manchen noch nicht angekommen ist. Andere haben ihre Feldflasche mit Leitungswasser mitgebracht, containert und haben die erbeuteten Lebensmittel verschenkt. Ich habe Interviews geführt und die Leute mit diesen Dissonanzen konfrontiert. Manche haben nicht verstanden, wo das Problem liegt, andere waren zerknirscht und haben gesagt, sie seien noch nicht so weit. Sie können noch nicht aus der Konsumspirale raus. Das ist einfach so. No Blaming, no shaming. Wir sind alle Teil dieses toxischen Systems. Die einen kommen früher raus, die anderen später. Ich mache niemandem einen Vorwurf. Ich mache darauf aufmerksam, und akzeptiere, wenn mich jemand auf meine eigenen Dissonanzen aufmerksam macht. Ich muss da auch schlucken. Und ich arbeite daran. Und mehr erhoffe ich mir von niemandem. Und nochmal – um die Erde zu retten, müssen die Leute mit den großen Hebeln, die Unternehmen, zum Umdenken gezwungen werden. Und dafür müssen eben auch Raucher und Fleischesser und SUV-Fahrer auf die Straße gehen. So schräg das klingt.

  12. Hatte mich aus dem Thema schon verabschiedet. Aber was du oben schreibst ist gelinde gesagt teilweise Unfug.
    Sauerstoffreduktion in Serverräumen……Nicht verwechseln mit der CO Löscheinrichtung die den Raum flutet.
    Du betreibst mehrere Server. Die Größenordnung passt sicherlich in meinen PKW Kofferraum.
    Würde dich gerne einmal ein paar Tage durch industrielle Anlagen mit Kälteerzeugung führen und nein in den Rechenzentren brauchen wir kein Umluft unabhängiges Beatmungsgerät, auch wenn ich die Prüfung nach G 26.3 habe.
    Dann starten wir einmal eine Hubschrauber Turbine mit 1500 PS. Start-Zündung- Leistungsabgabe als Notstrom Aggregat – 10 Sekunden.
    Es kann auch einer der Notstrom Diesel mit 1,6 MW sein, ähnlich schnell in der Leistungsabgabe.
    Für Industrie Verhältnisse Peanuts in dieser Baugröße.

    Ein ICE verbraucht beim Ausfahren aus dem Bahnhof bis zur Reisegeschwindigkeit 11 Millionen Watt / 11MW
    Dein Haushalt ca. 4 MW/Jahr.
    Der Start einer Sojus oder Ariane Rakete in 2 1/2 Minuten 2,6 GIGAWATT (10 hoch 9 )
    Die Olympus TEST&WOW Aktionen werden auch nicht mit dem Fahrrad gebracht und wieder abgeholt.
    Trotzdem bezeichne ich dich nicht als Spinner.
    Solange reiche Königshäuser ihre Schiffe 7 Tage die Woche mit laufender Maschine und voller Besatzung Standby halten, Luxus Wüstensöhne ihre Jungs mit 16 Jahren mit einem Luxus Airbus beschenken, diese mit dem Bodyguard, Pilot und ihren Freunden als Passagiere das Rollfeld rauf und runter fahren bis das Kerosin alle ist, da sie keine 18 sind und keine Fluglizenz haben, retten wir die Welt.

    1. Lieber Wolfgang. Ich habe in so einem Serverraum vor 12 Jahren schon mal einen Werbefilm gedreht. (https://www.noris.de) Kann ich Dir zeigen. Da kriegst Du kein Feuerzeug an und viele kippen nach ner halbe Stunde um. Sauerstoffmangel. Das Ding heißt Oxireduct-Anlage. Kannst Du zum Beispiel auch hier kaufen. https://www.n2ors.com
      Also bitte etwas langsam mit „Unfug“….

    2. MW/Jahr ist eine sinnfreie Angabe, etwa wie km/h pro Stunde. Watt ist bereits eine Einheit „pro Zeit“, nämlich J/s. Watt ist eine Leistung, kein Verbrauch. Watt mal Zeit wäre ein Verbrauch.

      Und Haushalte gibt es ein paar mehr als Raketen und Königshäuser.

      Mit dem Finger auf andere Zeigen funktioniert bei dem Thema nicht, egal wie wortreich. Niemand kann sagen, er hätte nichts gewusst.

  13. Nur 20’000 Jahre warten, der Verursacher ist weg – Experiment gescheitert – und die Natur hat sich erholt. Wie sie dann aussehen wird können wir nicht sagen…

  14. Ich frage mich inzwischen, wie sich die lieben Politiker und die Leute ganz allgemein das vorstellen: Klimaschutz soviel wie möglich, aber bitte möglichst keine Arbeitsplätze verlieren. Wie soll das gehen? Wenn wir die Erderwärmung soweit abmildern wollen wie möglich, müssen wir so hart gegensteuern wie möglich. Das heißt, daß man auf vieles verzichten muß. Da fällt dann eben einiges an Arbeit weg: Beim Fliegen, beim Autos bauen, beim Herstellen von Elektronik, usw. Da muß dann wohl endlich mal ein Nachfolger des jetzigen Wirtschaftssystems an den Start. Und genau deswegen habe ich absolut keine Zuversicht, daß sich in Sachen Klimaschutz etwas nennenswertes tun wird. Genauso wenig, wie ein Raucher mit dem Rauchen aufhört, wenn er gesagt bekommt, daß Rauchen hochgradig gesundheitsschädigend ist und er das auch einsieht.

    Es sei denn: Es findet sich die Möglichkeiten (technisch und finanziell und politisch) ein Teil des Sonnenlichtes, das auf die Erde fällt abzuschatten. Das würden aber sicher viele Länder als Freibrief für hemmungsloses Wachstum und einen weiterhin rücksichtslosen Umgang mit der Umwelt mißbrauchen.

    Schade und ironisch, daß ausgerechnet die Spezies, die in der Lage ist die Schönheit dieses Planeten zu erkennen und die Fähigkeit hat, Faszination für die Natur hervorzubringen, die Natur kaputt macht.

    1. Ich sehe die einzige Chance in der Erkenntnis, dass der notwendige Verzicht, nicht wirklich ein Verzicht an Lebensqualität ist. Kein Auto, keine Flugreisen, kein Smartphone – macht mich alles nicht unglücklich.Viele praktische Schwierigkeiten, die solcher „Verzicht“ mit sich bringt, hängen damit zusammen, dass man gegen den Strom schwimmen muss, Würden alle an einem Strang ziehen, gäbe es keinen Verzicht und das Wegfallende würde durch etwas sinnvolleres ersetzt. Ich denke, wenn ein kritische Masse das erkennt, dann kann es sehr schnell gehen. Ob das passieren wird, weiß ich nicht – momentan spricht die übermächtige Werbung dagegen, die unsere Bedürfnisse gnadenlos steuert.

      1. Das ist ja gar nicht Punkt. Wenn man konsequent handeln würde, würden viele Branchen stark schrumpfen. Das wird nicht passieren. Egal, ob man das nun als inneren Schweinehund oder sonstwie bezeichnet, ich habe da keine Zuversicht. Es läuft immer gleich ab: Ein paar wenige bemerken einen Mißstand, die große Mehrheit wiegelt ab, bis der Mißstand so offensichtlich ist, daß man ihn nicht mehr leugnen kann. Dann ist es aber zu spät. Und diesmal geht es um viel. Schlimmer noch: Es kommen gleich mehrere richtig dicke Probleme auf uns zu:
        – Erderwärmung
        – Überbevölkerung
        – Artensterben (nicht nur durch Erderwärmung)
        – Migration von Arten dorthin, wo sie nicht hingehören, keine Feinde haben und sich übermäßig vermehren werden (die Asiatische Tigermücke (?) hält einen im Norden Italiens heute schon davon ab, im Sommer ins Freie zu gehen, über die Alpen ist es nicht weit, bei all dem Verkehr)
        – das immer noch ausstehende Ende der Wirtschaftskrise
        – drohende Wirtschaftskriege
        – eine zunehmende Anzahl von Konflikten
        – wachsende soziale Ungerechtigkeit (wenn man das so nennen will), die zu
        – noch mehr Flucht und
        – noch mehr Konflikten und
        – noch mehr Leistungsdruck führen wird,
        – immer mehr Krankheiten und abnehmende Fruchtbarkeit durch Umweltverschmutzung,
        – immer mächtiger werdende Konzerne,
        – aufholende Schwellenländer, denen die europäische Idee des Humanismus nicht ganz so geläufig ist,
        – ein Europa, daß jedes Selbstbewußtsein vermissen und dadurch den Humanismus langsam untergehen läßt,
        – (KI? Quantencomputer? Was wird das mit uns machen?)
        – und alles was ich vergessen habe oder nicht weiß.

        Da ist soetwas wie Tschernobyl oder Fukushima nichts dagegen. Was glaubt Ihr wohl, wie die Welt in zehn Jahren aussehen wird, geschweige denn in zwanzig? Ich freue mich nicht darauf. Ein so entspanntes Leben wie seine Eltern wird ein Mensch, der heute Anfang oder Mitte Dreißig ist nicht führen werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.