Gastbeitrag: Filterhalter für das 1,8er Fish von Helge Süss

Die Filterhalter für die Superweitwinkel FT 7-14mm f4 und µFT 7-14mm f2,8 (bzw. auch das Panasonic µFT 7-14mm f4) sind bereits Legende. Der Halter für das 9mm f8 Fishcap feiert ein ruhiges Dasein und ist bei verspielten Liebhabern dieses Objektives eine willkommene Ergänzung, erlaubt er doch die Verwendung von Schraubfiltern mit 58mm oder 62mm. Wenig bekannt ist der sehr experimentelle Filterhalter für 105mm Schraubfilter am µFT 7-14mm f2,8. Damit kann man mit Einschränkungen sogar Polfilter an diesem Objektiv verwenden.
Nun hat Olympus eine recht spannende Funktion in die E-M1 II eingebaut. Die für Fischaugen typische tonnenförmige Verzeichnung des 8mm Fischauges kann dadurch korrigiert werden. Das Ergebnis ist ein durchaus passables Superweitwinkel. Die durch die Korrektur notwendigerweise geringere Detailauflösung in den Ecken ist kaum bemerkbar und lässt sich bei entsprechender Bildgestaltung gut verstecken. Auch die verbleibende leichte Verzeichnung im Modus 1 ist in den wenigsten Fällen störend.
Die Funktion ist also weit mehr als ein technischer Gag. Man kann damit wirklich beeindruckende Weitwinkelbilder erzeugen. Da taucht natürlich über kurz oder lang die Frage auf, warum es für dieses „Weitwinkel“ noch keinen Filterhalter gibt. Ja, warum nicht? Hier ist er also – siehe oben.

 

Bei allen Superweitwinkeln muss die Filterscheibe breit genug sein um den extremen Winkel abzudecken. Das hängt einerseits von der Krümmung der Frontlinse ab und andererseits von ihrem Durchmesser. Hier punktet das (korrigierte) 8mm Fischauge. Die Linse ist wie für alle Fischaugen flach. Der Durchmesser ist trotz der hohen Lichtstärke überraschend gering. Das alles erlaubt eine Konstruktion, die in diesem Bereich kaum zu vermuten wäre. Das Ergebnis ist ein Halter, der im korrigierten Modus nicht vignettiert. Als Filterscheiben kommen die weit verbreiteten 100mm Filter zum Einsatz.
Der Halter besteht aus zwei Teilen. Einem Ring, der auf dem Objektivtubus in den Ecken der Tulpe einrastet und dem eigentlichen Halter, der auf dem Ring drehbar gelagert ist. Der Halter kann mit einer Stellschraube am Ring fixiert werden.

Der Filterhalter auf dem µFT 8mm Fischauge.
Die spezielle Geometrie des Objektivs erlaubt nämlich, dass der quadratische Halter beliebig gedreht werden kann ohne zu vignettieren. Zusätzlich können zwei Filterscheiben gleichzeitig verwendet werden. Beide Scheiben haben aber die gleiche Ausrichtung. Die Reibung der Scheiben kann am Halter mit O-Ringen eingestellt werden.

Am µFT 8mm Fischauge montierter Halter mit eingelegtem Grauverlaufsfilter.
Jetzt aber zu ein paar Bildern mit dem Halter. Ich habe eine Reihe von Bildern im Zimmer und im Freien gemacht, jedes Mal vom Stativ aus um die Kameraposition ident zu halten. Die gezeigten Bilder sind JPEG OOC und nur skaliert. Ich habe aber auch RAWs gemacht um Reserven für Analysen zu haben.
Ich habe absichtlich soweit es geht gegen den Himmel fotografiert um mögliche Randabschattungen aufzuzeigen. Weiter ging nicht, weil sonst am oberen Bildrand ein Balkongeländer des oberen Stockwerks ins Bild geragt hätte. Das ist der Preis für wirklich weite Winkel.

Kaum merkbar zeigt sich der vertikale Grauverlauf von oben nach unten.

mit einer Ausrichtung von 45° ist der Verlauf deutlich erkennbar weil die Wirkung in diesem Fall nicht dem natürlichen Helligkeitsverlauf entspricht.

Auch beim Verdrehen in die andere Richtung ist bei diesem Motiv die Wirkung deutlich erkennbar.

Der Verlauf von unten nach oben wirkt in diesem Zusammenhang wiederum dezent.
Für die Aufnahmen wurde ein Lee 100mm ND 0,9 Soft Grad verwendet. Trotz des sanften Verlaufs der Gradation auf der Scheibe ist die Wirkung im Bild teils überraschend hart. Das liegt unter anderem an der gewählten Blende, die bei so kurzen Brennweiten den Schärfebereich schon mal bis an die Filterscheibe ragen lässt. Der Effekt ist typisch und kann auch beim µFT 7-14mm f2,8 beobachtet werden. Allgemein haben sich sanft verlaufende Filter mit 1 bis 3 Lichtwerten Abdunkelung als recht brauchbar erwiesen.

Zusammenfassung
Das Olympus µFT 8mm f1,8 Fischauge ist schon alleine als Fischauge ein hervorragendes Objektiv. Die Entzerrung (mit der E-M1 II) eröffnet den zusätzlichen Einsatzbereich als extremes Weitwinkel und das mit einer unvergleichlich hohen Lichtstärke. Damit hat man mit wenig Volumen und Gewicht zwei sehr spezielle Objektive in der Tasche.

Filterhalter und Grauverlaufsfilter auf dem µFT 8mm Fischauge.

Das µFT 7-14mm f2,8 und das µFT 8mm f1,8 im Größenvergleich.

3 Replies to “Gastbeitrag: Filterhalter für das 1,8er Fish von Helge Süss”

  1. Interessant, jeder sagte mir, dass am 7-14/f2.8 Pro kein Adapter passt. Ich hebe einen (Klemmring von Zheng Jian und der Grundhalter von Lee) und nutze meine Rollei-100mm Filter damit problemlos. Einfach tolle Kombi, die ich jedem empfehlen kann!
    rw admin: Affiliate-Link entfernt. Das geht gaaaar nicht.

      1. … schade, dass ich den bis dato nicht kannte! Ich habe ausgiebig im Herbst des letzten Jahres im iNet gesucht, jedoch ohne Alternativen. Jetzt täte ich mir vermutlich den von Helge Süss holen (sieht sehr praktikabel aus und gefällt mir).

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