Shootout: 70-300 vs 75-300

Derzeit gibt es für die PENs drei lange Objektive: das 100-300 von Panasonic, das 75-300 von Olympus und das 70-300 von Olympus mit FT-Anschluss. Das 75er und das 100er habe ich hier schon verglichen. Diesmal muß dass 70-300 gegen den kleinen Bruder aus gleichem Hause antreten.

Da es sich um einen Vergleich an der PEN handelt, habe ich natürlich für den Größenvergleich noch den MMF-1-Adapter an das 70-300 unten dran gesetzt.

Es ist ein offenes Geheimnis: das FT-70-300 hat die gleiche Rechnung wie das 70-300 von Sigma und hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel.
Was ich hier nicht zeigen kann: die Autofokusgeschwindigkeit. Das ist nicht zu vergleichen. An der E-P3 hat das 75-300 selbst bei schlechtem Licht und voll ausgefahren innerhalb einer Sekunde einen exakten Fokus, während das 70-300 hilflos herumfährt und oft genug voll daneben liegt. Bei gutem Licht liefert das 75-300 den Fokus blitzartig.
Selbst mit Auslöseverzögerung produziert das schwere Objektiv am Stativ gelegentlich Verwackler, wo das 75-300 schnell und verwacklungsfrei arbeitet. Nicht umsonst gab es für das 70-300 als Zubehör eine Stativschelle.

Doch nun zur Abbildungsqualität. Ich habe das Turmkreuz der örtlichen katholischen Kirche bei Nachmittagslicht aufs Korn genommen. Die Bilder sind 100%-Crops (zumindest habe ich sie so hochgeladen. )

Offenblende: Das 75-300 (oben) ist kontrastreicher und schärfer, allerdings produziert es auch mehr CAs an harten Kontrastkanten. Das 70-300 (unten) ist insgesamt etwas weicher.

Blende 8: Da ist das 70-300 (oben) besser, das 75-300 (unten) verliert hier bereits wieder an Schärfe.

Blende 10: Unentschieden. Das 70-300 ist schärfer, hat aber mehr CAs, man weiß wirklich nicht, welchem Bild man den Vorzug geben soll.
Alle Bilder wurden per AF fokussiert.

Die Verhältnisse sind bei allen Brennweiten gleich. Offenblende hat das 75-300 die Nase vorn – wenn man die CAs in den Griff bekommt – abgeblendet das 70-300. Insgesamt sind die Unterschied aber so gering, dass der um Welten bessere Autofokus und die bessere Stativtauglichkeit des 75-300 die Sache eigentlich klar machen: das kleine mFT-Objektiv hat die Nase vorn.

Man darf sich nur in einem nicht täuschen lassen: das 75-300 ist am langen Ende nicht wirklich freihandtauglich.  300mm Freihand gelingen trotz Stabi nur dann wirklich pixelscharf, wenn man die Belichtungszeit unter 1/500 drücken kann.

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