Off Limits in Südtirol

In der Serie “Knipser sind die Pest” heute: St. Magdalena im Villnößtal. Ein weiteres Dorf, dem der Kragen geplatzt ist, nachdem das Dorf jeden Tag von Knipsern überschwemmt wird, die alles und jedes ablichten – inklusive der Privatwohnungen, in die sie reinmarschieren.

Beim oben verlinkten Artikel hat sich allerdings ein Fehler eingeschlichen: Die Fotospot-Kirche ist nicht St. Magdalena, die mitten im Ort steht, sondern St. Johann in Ranui – einsam auf Wiese vor Kulisse.

Die Einwohner hatten schließlich die Schnauze voll. Touristen schön und gut, aber dann sollen sie gefälligst auch Kohle dalassen. Das ist aber nicht geplant. Vor allem Busunternehmen aus Polen und der Ukraine (!) karren Busladungen von Touristen ins Dorf – die neuerdings fälligen 250 Euro Parkgebühr pro Bus mit obligatorischer Voranmeldung sind eher nicht so im Fokus.

Also hat das Dorf eine technologische Errungenschaft aufgebaut: eine Schranke. Übernachtungsgäste und Einwohner dürfen durchfahren, der Rest bleibt draußen und darf sich die Socken heißlatschen um zum Selfie-Fotospot an der Kapelle zu kommen – die übrigens auf Privatgrund steht. Der Weg ist weit und der Bus fährt erst in zwei Stunden wieder, also setzt man sich auf Sitzgelegenheiten, die irgendwo rumstehen – zum Beispiel da dekorativ vor der Eingangstür des Hofes. Und pinkeln muss man ja auch mal. Und wenn nicht ausreichend Mülleimer für die Vesperverpackungen rumstehen, dann ist das schließlich nicht die Schuld des Touristen, der ja schließlich beim Busunternehmer mehr oder weniger heftig geblecht hat.

Den Einheimischen wird’s zu viel. Noch darf man im Ort fotografieren. Es ist die Frage, wie lange noch.

Titelbild: Dolomiten anno 1983.

Die Dolomiten sind nur vom Tal aus hübsch., Wenn man mal oben rumkraxelt, ist das eine Steinwüste. Eine gefährliche noch dazu. Denn solange die Touris nur im Tal den Leuten auf den Wecker fallen, sind sie zwar lästig, aber nicht lebensgefährlich. Dumm wird es, wenn die anfangen auf die Berge zu steigen, wie erst wieder im Dezember letzten Jahres ein paar Meter weiter, am Sass Rigais. Dann muss nämlich die Bergrettung ran, um die Trottel aus der Wand zu holen. Kurz zur Info: Man kann im Winter relativ problemlos einen steilen Abhang hochklettern. Das ist kein großes Thema. Was das Thema ist, ist der Rückweg. Ohne passende Ausrüstung macht man da nämlich überraschend schnell den Abflug. Man kann da also nicht mittendrin “umkehren”, weil es einem zu schwierig wird. Wenn man nach oben nicht mehr weiterkommt, dann sitzt man ohne Seil fest und kann nur noch nach der Mami weinen.

Benediktenwand im Winter. Aufstieg von der Tutzinger Hütte. Kann man machen, wenn man außenrum geht. Wenn man zwischendrin aber mal falsch abbiegt steht man auf einmal mitten in der Wand. Und, wie man sieht, die Wegmarkierungen sind da gerade eher Mangelware. Und die Wand sieht so aus:

Das ist der untere Teil an der Tutzinger Hütte. Im Sommer leichte Genusskletterei Grad 2 und 3. Im Winter … Und die Wand wird blöderweise nach oben immer senkrechter…

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