Kinder-Cloud

Ich warne seit Jahren vor der “Cloud”. Und davor, irgendwelche Dinge, die niemanden was angehen, dort zu lagern. Und werde regelmäßig von Leuten ausgelacht. Wäre doch so praktisch und überhaupt, das wäre modern und man müsse doch.

Jo. Die Firme Portraitbox GmbH in Paderborn ist so ein Anbieter, der eine superpraktische Lösung anbietet. Man lädt hoch, Kunde kriegt Zugang und sieht nur seine Fotos und kann da bestellen und so. Suuper. Nu gab’s da einen kleinen Vorfall von “Datenreichtum”, wie es fefe ausgedrückt hat. “Operative Herausforderung”. Jemand hat Zugriff auf alle Accounts gekriegt und hat gelöscht und runtergeladen. Irgendein hoch krimineller Hacker. Fefe hat in solchen Fällen immer gesagt, die wahren Kriminellen wären die, die sensible Daten ungeschützt ins Netz stellen.

Kleines Problem daran: hier geht es um Kindergarten und Schulfotos. Massen davon. Mitsamt der Daten dazu. Laut Watson erpressen die Kriminellen die Firma Portraitbox damit, die Daten im Darknet zu verkaufen.

Die Story ist nicht ganz neu, das ging schon vor fünf Wochen durch die Presse. Was daraus geworden ist, weiß niemand, weil Portraitbox mauert und Presseanfragen nicht beantwortet.

Soweit so schlecht. Richtig böse wird es jetzt für die Fotografen, die mit der Paderborner Firma zusammengearbeitet haben. Deren Kunden sagen sich jetzt – mit Recht – ob sie mit so einem verantwortungslosen Gerch noch zusammenarbeiten können. Vor allem Schulen und Kindergärten haben bereits bekannt gegeben, dass sie die Zusammenarbeit mit Fotografen generell einstellen wollen, weil sie das Vertrauen verloren haben. Denn für den Endkunden ist es völlig wumpe, wer die Bilder versaubeutelt hat. Denn offensichtlich hat der Fotograf wohl den falschen Lieferanten rausgesucht.

Also wieder mal: Finger von der Cloud lassen. Finger von irgendwelchen Anbietern, die sensible Daten verwalten. Wenn man unbedingt Daten erfassen muss, weil es halt notwendig ist, dann maximale Datensparsamkeit. Und nie, nie, nie Kinderbilder ins Netz stellen. Auch nicht in die Cloud. Und niemandem Zugriff auf den eigenen Server daheim geben, auf dem diese Bilder gespeichert sind. Es ist suuuuuperpraktisch, wenn man das heimische NAS öffnet, weil man dann von unterwegs drauf zugreifen und Bilder zeigen kann. Knüüüüller. Vor allem, wenn der Zugriff darauf über eine Fremdfirma (WD, Synology oder andere) läuft. Oder das ganze dann gleich bei einem Dienstleister, der wiederum seine Server bei Amazon mietet. Die natüüüüüürlich gaaaaar keinen Zugriff auf die Kiste in ihrem Schrank haben.

Fefes Standardregel: Wer den Server hat, der hat auch die Daten.

Ich habe kein Mitleid mit einem Fotografen, dem die Daten aus der Cloud geklaut werden. Und mit einer Firma, die die Fotografen ausnimmt um so eine Cloud zu betreiben. Und dann das größte Entgegenkommen gegenüber den Fotografen darin sieht, dass die Gebühren für die Zeit, wo die Server offline waren, nicht berechnet wird.

Finger von der Cloud. Und das NAS hinter einer Firewall vernageln.

Das Bild ist KI. Natürlich.

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