Ringfoto Roadshow

Man braucht Ringfoto, glaube ich, nicht mehr vorstellen. Spätestens seit der Imaging World in Nürnberg letztes Jahr sollte Ringfoto bekannt sein. Früher haben die zwei mal im Jahr eine Messe in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen gemacht, da war jedes mal wirklich was los, mit der berühmt-berüchtigten Ringfoto-Party abends, die ich leider nie miterlebt habe, weil ich zum dem Zeitpunkt abends daheim saß und an dem pen-and-tell-Artikel geschrieben habe. OK, außerdem war das Event nur für Händler und Industriepartner – nicht für die Schreiberlinge.

Ringfoto macht nun einmal im Jahr die wirklich große Sause und im Frühjahr gibt’s dann nur noch die Roadshow – an vier Orten in Deutschland und dann nur für die Händler. Die vierte Roadshow war jetzt in der „Heimat“, in Fürth. Da nehmen nur ein paar wichtige Hersteller teil, ansonsten zeigt eben Ringfoto den Händlern, was sie für Vorteile haben, wenn sie mit Ringfoto möglichst eng zusammenarbeiten.

Großer Vorteil auch hier wieder: man erwischt Entscheider. Von OMSystem war zum Beispiel der Vertriebschef da, der mich zwar nach Kräften ignoriert hat, aber ich habe natürlich trotzdem die Ohren aufgesperrt.

Bei der Roadshow ist man unter sich, da gibt es keinen Abstand zwischen den „Ständen“, die meist schlicht aus einem Tisch, ein paar Stühlen und einem Backdrop bestehen. Ein paar Kameras, ein paar Objektive, fertig. Nichts ist angeleint.

Der Stand links ist Canon. Ich meine, das gebogene Holzbrett. Das ist der Canon-Stand. Großartige „Messeneuheuten“ gibt’s natürlich nicht. Dafür ist die Roadshow nicht da. Aber- und das ist ne wichtige Info – die Chefs von Ringfoto waren in Japan, haben die Leute dort überzeugt, dass die Imaging World ernsthaft wichtig ist, und jetzt soll es zur Imaging World tatsächlich Produktvorstellungen geben. Also „Photokina-Feeling“. Am Stand, an dem es das Curry gab (vegan oder Hähnchen) wurde dann auch fleißig geraunt – die Marke mit den zwei großen Buchstaben, da werde es eine Überraschung geben. Dazu passt das CP+-Interview von Photolari über die neue PEN. (Und die eine oder andere Influencerin gräbt „überraschenderweise“ die PEN-F wieder aus…)

Beim letzten Mal war ja der hintere Bereich der Halle abgesperrt, für „B2B“. Der soll nun zur Hälfte noch in den allgemeinen Bereich gehen und erst dahinter dann der B2B-Bereich. Sie haben schon mehr als 120 Aussteller dabei.

Dieses Ding konnte ich mir nicht verkneifen. Die verrückte Kamera von Sigma. Sie haben jetzt eine Serie farblich passende Objektive und die Kamera ist lagernd lieferbar. Halt wie üblich: beim Hype wird es knapp, wenn der Hype rum ist, liegt sie rum. Allerdings soll sie angeblich noch ganz gut verkauft werden. Halt an Leute, denen ein Iphone25Max nicht cool genug ist. Das sei ein Produkt, das eher für die designorientierte, gut situierte Zielgruppe gedacht ist. Geld spielt keine Sigma.

Auch das da ist mehr so ein Lifestyle-Gadget. Eine Astrokamera mit integrierter Montierung. Wird komplett über das Handy gesteuert. Man gibt ein, was man gerne knipsen will, das Gerät fährt selbständig hin und fertig. Hier hat das Gerät die Sonne ins Visier genommen. Klar, indoor etwas albern, aber der Schnapperatismus hat ziemlich genau gewusst, wo die Sonne gerade ist und sich ausgerichtet. Nicht ohne vorher anzumerken, dass man doch bitte den mitgelieferten Sonnenfilter vorsetzen soll.

Das Ding kostet 497 Euro und soll für Hobbyastros als Abendunterhaltung dienen. Sony IMX662 – Sensor (1/2,8″, 2,4MP). „Für’s Handy reicht’s“. Allerdings sind die Ergebnisse absolut erstaunlich – und das für den Preis einer guten Nachführung – und man kriegt das Bild fertig geliefert und muss nicht im Nachhinein noch stundenlang an der Kiste rumfrickeln.

Da ist es natürlich schwierig – wenn man bei mFT für die Astro-OM-3 gut 2K ohne Objektiv und Nachführung auf den Tisch legt.

4 Replies to “Ringfoto Roadshow”

  1. Toll Reinhard, dass Du uns hier immer auf dem neuesten Stand hältst! Mein Wochenendticket für die Imagine World im Oktober habe ich gerade gekauft. Freue mich schon darauf, Dich und ein paar Brüder im Geiste dort zu treffen. Beim letzten Mal ist für mich das Laova 6mm/ f 2.8 und eine sehr pfiffige kleine kompakte Kameratasche dabei herausgesprungen. Mal sehen, was mich dann im Oktober inspirieren wird. Und welcher Workshop. Und welche Begegnungen …

  2. Bei diesen vollautomatischen Astro-Kameras frage ich mich, warum die nicht einfach die entsprechenden Bilder von der Nasa-Homepage runterladen? Bzw. warum der mögliche zukünftige Besitzer das nicht macht?

    1. Naja, mit dem Argument wäre die Fotografie im allgemeinen nicht mehr nötig. Gibt für alles Stockfotos. Natur, Produkte, Tiere, Menschen. Den Rest kannst ja noch mit KI machen.
      In der Fotografie geht es doch noch ums authentische selber machen. Ein vergänglicher Augenblick. Etwas was es in Zukunft nicht mehr geben wird, sich nie wieder so wiederholen wird. Etwas echtes.
      Oder so wie es Reinhard hier immer schreibt, man weiß nie, welche historische Bedeutung man da gerade fest hält. Erinnerungen an etwas, an das sich bald niemand mehr erinnern würde…

  3. Astro mit Nachfühtung, zumindest soweit der IBIS reicht ist bei den grösseren Pentaxmodellen (K3 und K1) schon ewig Serie und für die kleineren Modelle (K70, KP) gibt es die nötige GPS-Funktion als Zubehör in Form des O-GPS2 für ca. 250.- Klicker. Hat trotzdem kaum einer gekauft. Es wäre auch wenig empfehlenswert mit dem optischen DSLR-Sucher die Sonne anzuvisieren.

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